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An
Stadtpräsident
Herrn Dr. Elmar Ledergerber
Stadtrat
Herrn Dr. Andreas Türler
VBZ-Direktion
Herrn Hans-Peter Schär
Zürich
Betr. Einsatz von Sponsoren-Trams zur Euro08
Sehr geehrte Herren,
Heute wird in der Presse über den Einsatz von
vier umgespritzten Tramzügen, die von Sponsoren der Euro08 gestaltet
wurden, berichtet.
Einer davon wirbt für Carlsberg Bier. Im
Pressebild ist ganz klein unter dem grossen Namenszug Carlsberg der
Zusatz „non alcoholic“ sichtbar. Bekanntlich verbieten die
Allgemeinen Geschäftsbedingungen der VBZ, Art. 1, für alkoholische
Getränke zu werben. Und in der Stadt Zürich gilt ein Werbeverbot für
Alkoholplakate auf öffentlichem Grund. Die Art der Darstellung kommt
nun einer Alkoholwerbung gleich, denn der Zusatz „non alcoholic“ ist
derart klein, dass er auf Distanz und noch mehr bei fahrendem Tram
nicht zu sehen ist. Dann wirkt nur noch die markante grüne Farbe und
der Schriftzug Carlsberg.
Der erwähnte Artikel der Geschäftsbedingungen
lautet:
Werbung
politischer Natur, für alkoholische Getränke, Raucherwaren oder mit
Texten und Bildern, die in irgendeiner Form Anstoss erregen könnten
oder diskriminierend wirken, ist ausgeschlossen.
Wenn Sie sich auf den legalistischen Standpunkt
stellen, dies sei keine Alkoholwerbung, weil das Wort „non alcoholic“
vorkommt, muss ich feststellen, dass
die ganze Aufmachung mit der typischen grünen
Farbe und mit dem vom alkoholischen Bier bekannten Schriftzug im
Zusammenhang mit Sport, Verkehr und den Jugendlichen, die das Tram
sehen, in höchstem Mass Anstoss erregt und deshalb untragbar ist.
Diese Art Werbung ist bereits vom Fernsehen
bekannt und erregt auch dort Anstoss. Immerhin können die Werber
dort noch ins Feld führen, dass auch akustisch auf „alkoholfrei“
hingewiesen wird. Beim Tram ist dies nicht der Fall.
Da mit der Euro08 sowieso eine grosse
alkoholische Belastung auf die Gesellschaft zukommt, ist es
unverständlich, dass Sie es zulassen, dass zusätzlich der Bierkonsum
angeheizt wird. Ich möchte Sie deshalb ersuchen, diese Bierreklame
zu entfernen oder wenigstens eindeutig auf alkoholfreies Bier
umzuspritzen, indem der Aufdruck „alkoholfrei“ mindestens ebenso
gross wird wie der Schriftzug „Carlsberg“.
Die Stadt könnte zusätzlich darauf achten, dass
„Carlsberg alkoholfrei“ auch wirklich überall in genügender Menge
vorhanden ist. Bekanntlich zeigte sich schon während der letzten
Europameisterschaft in Portugal, 2002, dass diese
alkoholfrei-Werbung ein reiner Werbetrick war, die Getränke standen
nicht in genügender Zahl zur Verfügung.
Ich bitte Sie um baldige Intervention. Ihre
Antwort werde ich wie dieses Schreiben auf
www.alkoholpolitik.ch veröffentlichen. Für eine der Bedeutung
des Problems entsprechende Behandlung dieses Gesuches wäre ich Ihnen
sehr dankbar.
Hier noch ein Ausschnitt aus der VBZ-Webseite:
Mit
Verkehrsmittelwerbung auf Erfolgskurs.
Verkehrsmittelwerbung lohnt sich. Zu diesem Schluss gelangt eine
Marktforschung, die Demoscope im Auftrag der VBZ und der APG
durchgeführt hat („EvaluationVerkehrsmittel2003"). Dabei hat sich
beispielsweise gezeigt, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nach
den Plakatstellen der am zweithäufigsten beachtete Werbeträger sind.
Wenn auch Sie wissen möchten, wie Sie mit Ihrer Werbung bei der VBZ
Züri-Linie am besten fahren, so nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir
beraten Sie gerne und unverbindlich.
Resultate und Ergebnisse der Studie 2003 der VBZ TrafficMedia
Studie.pdf [176 kb]
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
Kopie an einige Stellen der
Alkoholprävention |