Interventionen

16.01.2008

Per Kontaktseite der Stadtverwaltung Zürich im Internet

  

An
Stadtpräsident
Herrn Dr. Elmar Ledergerber

Stadtrat
Herrn Dr. Andreas Türler

VBZ-Direktion
Herrn Hans-Peter Schär

Zürich

 

Betr. Einsatz von Sponsoren-Trams zur Euro08

Sehr geehrte Herren,

Heute wird in der Presse über den Einsatz von vier umgespritzten Tramzügen, die von Sponsoren der Euro08 gestaltet wurden, berichtet.

Einer davon wirbt für Carlsberg Bier. Im Pressebild ist ganz klein unter dem grossen Namenszug Carlsberg der Zusatz „non alcoholic“ sichtbar.  Bekanntlich verbieten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der VBZ, Art. 1,  für alkoholische Getränke zu werben. Und in der Stadt Zürich gilt ein Werbeverbot für Alkoholplakate auf öffentlichem Grund. Die Art der Darstellung kommt nun einer Alkoholwerbung gleich, denn der Zusatz „non alcoholic“ ist derart klein, dass er auf Distanz und noch mehr bei fahrendem Tram nicht zu sehen ist. Dann wirkt nur noch die markante grüne Farbe und der Schriftzug Carlsberg.

Der erwähnte Artikel der Geschäftsbedingungen lautet:

Werbung politischer Natur, für alkoholische Getränke, Raucherwaren oder mit Texten und Bildern, die in irgendeiner Form Anstoss erregen könnten oder diskriminierend wirken, ist ausgeschlossen.

Wenn Sie sich auf den legalistischen Standpunkt stellen, dies sei keine Alkoholwerbung, weil das Wort „non alcoholic“ vorkommt, muss ich feststellen, dass

die ganze Aufmachung mit der typischen grünen Farbe und mit dem vom alkoholischen Bier bekannten Schriftzug im Zusammenhang mit Sport, Verkehr und den Jugendlichen, die das Tram sehen, in höchstem Mass Anstoss erregt und deshalb untragbar ist.

Diese Art Werbung ist bereits vom Fernsehen bekannt und erregt auch dort Anstoss. Immerhin können die Werber dort noch ins Feld führen, dass auch akustisch auf „alkoholfrei“ hingewiesen wird. Beim Tram ist dies nicht der Fall.

Da mit der Euro08 sowieso eine grosse alkoholische Belastung auf die Gesellschaft zukommt, ist es unverständlich, dass Sie es zulassen, dass zusätzlich der Bierkonsum angeheizt wird. Ich möchte Sie deshalb ersuchen, diese Bierreklame zu entfernen oder wenigstens eindeutig auf alkoholfreies Bier umzuspritzen, indem der Aufdruck „alkoholfrei“ mindestens ebenso gross wird wie der Schriftzug „Carlsberg“.

Die Stadt könnte zusätzlich darauf achten, dass „Carlsberg alkoholfrei“ auch wirklich überall in genügender Menge vorhanden ist. Bekanntlich zeigte sich schon während der letzten Europameisterschaft in Portugal, 2002, dass diese alkoholfrei-Werbung ein reiner Werbetrick war, die Getränke standen nicht in genügender Zahl zur Verfügung.

Ich bitte Sie um baldige Intervention. Ihre Antwort werde ich wie dieses Schreiben auf www.alkoholpolitik.ch veröffentlichen. Für eine der Bedeutung des Problems entsprechende Behandlung dieses Gesuches wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Hier noch ein Ausschnitt aus der VBZ-Webseite:

Mit Verkehrsmittelwerbung auf Erfolgskurs.

Verkehrsmittelwerbung lohnt sich. Zu diesem Schluss gelangt eine Marktforschung, die Demoscope im Auftrag der VBZ und der APG durchgeführt hat („EvaluationVerkehrsmittel2003"). Dabei hat sich beispielsweise gezeigt, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nach den Plakatstellen der am zweithäufigsten beachtete Werbeträger sind. Wenn auch Sie wissen möchten, wie Sie mit Ihrer Werbung bei der VBZ Züri-Linie am besten fahren, so nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne und unverbindlich.
Resultate und Ergebnisse der Studie 2003 der VBZ TrafficMedia
Studie.pdf [176 kb]

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

  

Kopie an einige Stellen der Alkoholprävention

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Stand: 03.01.2009