Leserbrief

26.12.2008                     (am 26.12.08 veröffentlicht)

Online-Kommentar zu: "Alkohol: Suchtbekämpfung durch Steuererhöhung?" Diskussion auf TELEPOLIS online, 24.12.08

 

Die Preispolitik wirkt am besten

Kontrabass:

Allen Verniedlichungsversuchen zum Trotz, es gibt das Alkoholproblem. Wenn eine knappe Mehrzahl mit Alkohol einigermassen ungefährlich umgeht, ist das kein Grund, dem Übel nicht entgegenzuwirken. Wir leiden alle massiv darunter. Auch die, die es nicht wahrhaben wollen. Beim "wie" scheiden sich die Geister. Da man sich schon seit der Industrialisierung im 19. Jh. mit dem Alkoholproblem konfrontiert sah und mit Erziehung nichts erreicht hat, bleiben nur noch die strukturellen Massnahmen, eingebettet in Aufklärung, um die strukturellen Massnahmen verständlich und akzeptierbar zu machen. Zu diesen gehören in erster Linie die am besten wirkenden Preisgestaltung und Erhältlichkeit. Sowohl wissenschaftlich bewiesen, wie auch mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar und mit jüngsten Beispielen belegt. (Alcopopsteuern haben den Konsum massiv gesenkt, das Ausweichen auf andere Getränke hat der Gesetzgeber leider verschlafen oder bewusst hingenommen.)

Das Beispiel Schweden zeigt gerade den Erfolg der Preispolitik. Bevor Schweden die Alkoholsteuern auf Druck der EU und des Preisgefälles zu den baltischen Staaten senken musste, war der Gesamtkonsum pro Kopf etwa halb so hoch wie in Deutschland. Nach der Steuersenkung stieg er sofort an. Der Unterschied zu Deutschland und auch der Schweiz ist der, dass sich die schwedischen grossen Parteien bei der Alkoholpolitik einig sind und nicht die Interessen der Alkoholindustrie sondern die der Bevölkerung vertreten.

Wenn der Fiskus mit Alkoholsteuern mehr einnimmt, spielt es keine grosse Rolle, in welchen Topf das Geld fliesst. Auch indirekt hilft es, die Kosten der Alkoholschäden wenigstens teilweise auszugleichen, die der Staat trägt und die uns Steuerzahler belasten. Sinnvoller wäre es, diese Steuern zweckgebunden zu erheben, so käme das Verursacherprinzip besser zur Geltung. Je weniger jemand konsumiert, desto mehr profitiert er von den Entlastungen. Die Verbesserung der Lebensqualität, der Sicherheit, der Lebenschancen käme allen zu Gute.

(Via Internet)

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Stand: 30.12.2008