Leserbrief

29.05.2008                    

Online-Kommentar zu: "Flächendeckende Umerziehung" in der Weltwoche 22/08.  Veröffentlicht online 29.5.08

(Via Internet)
(Quelle: Google Alkohol Alert, 29.5.08

Natürlich geht es gegen das NPA, Nationales Programm Alkohol. Komischerweise wird das Ungenügen der bisherigen Verhaltens-Prävention als Argument gegen die Wirkung versprechende Verhältnis-Prävention eingesetzt, die unbedingt verhindert werden muss. Dabei war die Verhaltensprävention und Gesundheitsförderung aufgekommen, nachdem die Politiker im Gefolge der Alkoholindustrie jede Verhältnisprävention zurückgewiesen haben.
Im Rahmen der Wirtschafts-Kampagne durfte Nationalrat Spuhler, SVP sich erdreisten zu sagen: „Unter dem Deckmantel der Gesundheitspolitik wird der Bürger systematisch entmündigt.“ Das Gegenteil trifft zu: Wir kennen in vielen Bereichen des staatlichen Zusammenlebens die Notwendigkeit, Regeln aufstellen zu müssen, wobei ja die bürgerlichen Parteien mit ihrer Parlamentsmehrheit dafür sorgen können, dass keine unnötigen Gesetze geschaffen werden. Seit jeher wurde auf dem Gebiet des Alkohols das Volk bevormundet. Es erträgt fast klaglos, dass die Alkoholindustrie und die Werbebranche immer wieder neue Betätigungsfelder entwickeln können, die Grauzonen schamlos ausnützen und damit erreicht haben, dass erst die Frauen und dann die Jugendlichen und sogar Kinder für den Alkoholkonsum gewonnen werden konnten. Seit hundert Jahren hat sich ein riesiger Blutzoll angestaut, den wir zu zahlen haben. Unzählige Familien sind zerbrochen, Kinder in alkoholbelasteten Familien ihrer Lebenschancen beraubt worden, Mädchen und Frauen mussten sexuelle Gewalt erleiden und viele Milliarden Sozialkosten, die der Steuer- und Prämienzahler zu berappen hat, belasten uns laufend.
Die meisten Wirtschaftsverbände, d.h. die ohne Alkoholinteressen, schneiden sich ins eigene Fleisch, wenn sie die Bestrebungen der Alkoholindustrie unterstützen und sich zu deren Komplizen machen. "Sinnvoll" oder "vernünftig" ist für die Alkoholindustrie nur, was ihr nützt. Der ganzen Wirtschaft kostet es vor allem Arbeitszeit und mittelfristig viele gute Arbeitskräfte, die sie dann wieder im Ausland holen, was neue Fremdenfeindlichkeit provoziert, was wiederum für die rechtsbürgerlichen Kreisen Wasser auf deren Mühlen bedeutet.
Der frühere EU-Kommissär für Gesundheit und Konsumentenschutz, David Byrne hat den Slogan geprägt „Health brings Wealth“, Gesundheit bringt Wohlstand. – Auch der Wirtschaft.

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Stand: 30.12.2008