Leserbrief

23.04.2008                                (mit wenig Kürzungen veröffentlicht: 25.4.08)

 

 

 

Redaktion Leserforum
Tages-Anzeiger
8021 Zürich

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Leserbrief zu  „Die Kontroverse: Sind Rayonverbote sinnvoll?“ am 23.4.08

Sowohl der SP-Politiker wie der SVP-Exponent halten Rayonverbote, wie sie heute im In- und Ausland diskutiert und eingeführt werden, nicht für sinnvoll. Für den einen stellen sie Willkür dar oder es sei ein unangebrachter Kuschelkurs. Der andere meint sie bedeuten „aus den Augen aus dem Sinn“, man müsse statt dessen den Ursachen auf den Grund gehen und der Frage nachgehen, warum die bisherigen Präventionsbemühungen weitgehend nutzlos blieben. Dazu muss man natürlich wissen, dass es gerade die SVP ist, die bisher alle sinnvollen Präventionsbemühungen in Bern und in Zürich bekämpft hat. Die Miniprävention, die sie zugelassen hat, konnte selbstverständlich nichts bringen. Und die wenigen erfolgreichen Beschlüsse sind gegen ihren Widerstand gelungen. (Alcopop-Steuer, 0,5‰ im Strassenverkehr) Die schlechten Beschlüsse sind dafür mit ihrer Hilfe durchgedrückt worden. (Senkung der Spirituosensteuern, Biersteuer, Radio- und Fernsehgesetz-Revision, Liberalisierung der Gastgewerbegesetze, usw.) Als Rezept für die Bekämpfung des Jugendalkoholismus empfiehlt er dafür das Vorleben eines unverkrampften, auf Eigenverantwortung setzenden Umgang mit Alkohol. Das wird schon versucht, seit es Alkoholprobleme gibt, d.h. seit Jahrtausenden. Es ist nie gelungen und wird auch in Zukunft nicht gelingen, ausser der Staat  greift zu Zwangsmassnahmen. Den Aufschrei im Volk und vor allem bei der SVP möchte ich hören! Will die SVP auf diesem Gebiet glaubwürdiger werden, muss sie über die Bücher: Ihre Interessenbindungen aufgeben, das eigene Trinkverhalten überdenken, den heutigen wissenschaftlichen Stand nacharbeiten, ehrlich mit sich selber sein und die Gewählten sollten ihren Amtseid ernst nehmen. Zusammen mit den andern ehrlich bemühten Parteien würde sich das Alkoholproblem in absehbarer Zeit abschwächen lassen. Ganz wird es nicht verschwinden. Aber für viele Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien, auch künftiger Generationen würde es eine unerhörte Verbesserung der Lebensqualität, der Lebenschancen bedeuten. Dafür sollte es sich auch bei der SVP lohnen, einmal sachlich die bisherige Politik zu hinterfragen. Das wäre Opposition gegen die eigene Sturheit. Der Dank des ganzen Landes wäre ihr bald gewiss.

Mit freundlichen Grüssen

Hermann T. Meyer

 

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Stand: 03.01.2009