Leserbrief

 

29.12.2007                                (ungekürzt veröffentlicht am 4.1.08 unter dem Titel "Die andere Seite der Liberalisierung")

 

Redaktion Leserforum
Tages-Anzeiger
8021 Zürich

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Leserbrief zu „Die Zürcher Restaurants sind Weltklasse“ vom 29.12.07

Das Zürcher Gastroangebot gehöre zu den besten auf der Welt – dank der Liberalisierung.

Aus der Sicht des Stadtmarketings mag dies zutreffen. Für die Volksgesundheit ist das Ergebnis trotzdem negativ: 5% mehr Restaurants, (schweizweit seien es 10'000 zu viele, sagte der Gastro Suisse-Präsident) fünfmal mehr Bars und die wachsenden zusätzlichen Gross-Events haben nachhaltige Folgen, sowohl für die Gesundheit, die Kriminalität, den alkoholgetränkten Lifestyle und seine Propagierung in den Medien; dessen negatives Vorbild für die Jugend und damit im Zusammenhang die Unglaubwürdigkeit und deshalb Wirkungslosigkeit von Alkoholprävention für die Jugend. Dazu kommt, dass die damit einhergehenden Sozialkosten für die Schäden wie üblich vom Steuerzahler berappt werden und die doppelt so vielen bankrotten Wirte Angestellte, Lieferanten und oft das Sozialamt, also uns Steuerzahler schädigen.

Eine nicht unerhebliche, auch nicht erwähnte  Folge ist, dass die Kultur der alkoholfreien Gaststätten, für die wir weltweit führend waren, so ziemlich verschwunden ist. Im Lichte dieser Liberalisierung = Alkoholisierung ist auch die Neuorientierung bei der Migros und beim Zürcher Frauenverein zu sehen.

Die Einschränkung der Erhältlichkeit ist das zweitwirksamste Mittel, um den Alkoholkonsum zu reduzieren. (Nach der Preispolitik) Die Liberalisierung wollte das Gegenteil und hat es, wie befürchtet, auch erreicht. Die Freude darüber ist nur auf einer Seite.

Freundliche Grüsse und die besten Wünsche fürs neue Jahr

Hermann T. Meyer

                                                                                       

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Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307 Effretikon, Switzerland, 
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Copyright © 2001-2008: Hermann T. Meyer. Alle Rechte vorbehalten. Unsere eigenen Texte dürfen gerne unter Quellenangabe übernommen und weiterverbreitet werden. Fremde Texte entsprechen nicht unbedingt unserer eigenen Auffassung.

All rights reserved. Our own texts may be copied and distributed with stating the source. Texts from other sources do not necessarily represent our views.

Stand: 30.12.2008  

 

 

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