Leserbrief

31.3.2007                                            (gekürzt veröffentlicht am 7.4.07)               

 

Redaktion der
Neuen Zürcher Zeitung
Briefe an die NZZ
8021 Zürich

Per e-mail redaktion@nzz.ch

Leserbrief betr.  "Die Verbotsgesellschaft“  vom 31.3.07

Vom gleichentags zurückgetretenen Chefredaktor Hugo Bütler wird in der Laudatio „An unsere Leserschaft“ geschrieben, er sei „vierzig Jahre Garant für publizistische Qualität“ gewesen, „dass er seine Mitarbeiter an der langen Leine führte – solange sie Qualität boten.“ Und „In seinem Denken und Handeln besassen die Suche nach dem besseren Argument und der sachliche Diskurs über tragfähige Lösungen grosses Gewicht.“

Und dann schreibt so ein frustrierter Suchtmittel-Lobbyist einen halbseitigen Text voller Plattitüden, Unlogik und mangelndem Verantwortungsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber, dass man sich fragt, ob diese Qualität sich mit Hugo Bütler verabschiedet hat.

Wahrscheinlich erübrigt es sich, auf den Text näher einzugehen; diejenigen, die Freude an ihm haben, lassen sich sowieso nicht überzeugen, sie wollen, wie der Schreiber es von einem liberalen Staat verlangt, süchtig, faul, dick, hässlich oder dumm sein dürfen und fühlen sich in ihrer Haltung bestärkt. Eine hohe Weihe in Dummheit hat er sicher erreicht. Nur sollte er auch die Folgen selber tragen. Aber dafür ist dann die Gesellschaft wieder gut genug, ihm ihre Dienste bereitzuhalten, auf Kosten der Steuerzahler. Und wenn er als Süchtiger kriminell wird oder sich alkoholisiert oder unter Drogeneinwirkung stehend ans Steuer setzt, finde ich es auch nicht gerade unterstützungswürdig. Das Problem des Schreibers ist, dass er noch nicht gemerkt hat, dass es verschiedenartige Süchte gibt: Solche, die nur einen selbst schädigen und die andern, die zusätzlich auch für die Gesellschaft schädlich sind. Beim Alkohol spricht man deshalb von einem sozial-medizinischen Problem. Seine Schädlichkeit ist für die Gesellschaft grösser als die des Tabakkonsums und aller illegalen Drogen zusammen. Leider hat sich diese Wahrheit in der Politik noch nicht herumgesprochen. Der Artikel versucht, diese auf das Volkswohl vereidigte Parlamentarier in ihrer Unwissenheit zu bestärken. Siehe oben. Als Wahlpropaganda für eine verantwortungsbewusste, staatstragende liberale Partei finde ich den Artikel deshalb eher ungeeignet.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

                                                                                         

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Stand: 30.12.2008