Leserbrief

20.11.2003

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Leserbrief zu „70 Prozent der Mädchen möchten abnehmen“ vom 20.11.03

Diese Umfrage passt in die politische Aktualität: Legalisierung des Absinths. Obwohl ähnliche Umfragen in letzter Zeit bereits ähnliche Resultate gebracht haben, scheint es die Politiker nicht zu stören, die im Ständerat ohne Gegenstimme bereits beschlossen haben, den Absinth mit begrenztem Thujongehalt frei herstellen und verkaufen zu lassen. Der Nationalrat wird das Geschäft wahrscheinlich im Dezember behandeln.

Man sollte annehmen, dass diese Untersuchung Grund genug wäre, nach mehr Alkohol-Prävention unter Jugendlichen zu rufen. Nur sollten sich die Politiker endlich klar werden, dass diese Prävention weiterhin unwirksam bleibt, weil sie völlig unglaubwürdig ist, solange unsere Gesellschaft das Alkoholgeschäft unbeeindruckt weiter ankurbelt. Das heisst, dass die gesellschaftliche Wirklichkeit genau das Gegenteil von dem wiederspiegelt, was sie mit der Prävention verlangt. Die Alcopops haben gezeigt, wie die Jugendlichen auf süssliche Alkoholika ansprechen. Absinth ist ebenfalls ein süsslicher Wermut mit angenehmem Anisgeschmack. Ideal für die Party-Szene und das beliebte Rauschtrinken, denn er macht mit seinem hohen Alkoholgehalt schneller betrunken. Braucht es wieder 10 Jahre bis zur nächsten „SMASH 2012“-Untersuchung, bis unsere Politiker endlich die richtigen Konsequenzen ziehen, oder sind bis dann die Kinder der Politiker ohnehin aus dem Gröbsten heraus? Oder wo liegen denn sonst die Gründe, dass unser Gesetzgeber so stur und unsensibel mit der Gesundheit unserer Kinder umspringt?

                                                                              Mit freundlichen Grüssen

                                                                                    Hermann T. Meyer

 

 

 

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Stand: 30.12.2008