Leserbrief

7.3.2003

Tages-Anzeiger
Zürich

per e-mail

Der Nationalrat hat die Suppe, die er sich eingebrockt hat, doch noch ausgelöffelt und mit 101 zu 74 Stimmen die 0,5 Promillegrenze im Strassenverkehr eingeführt. Endlich können wir eine Verminderung beim alkoholbedingten Blutzoll auf den Strassen erhoffen. Ein grosser Dank ist diesen Ja-Stimmenden gewiss. Nicht zu vergessen - auch jenen im Ständerat. Dass einige Nein-Verfechter dabei ein bedenkliches Intelligenz-Niveau an den Tag legten, bleibt vielleicht einigen WählerInnen bis zum Herbst in Erinnerung, wenn sie den Wahlzettel ausfüllen.

Können wir nun in Zukunft mit mehr Verantwortungsbewusstsein bei unsern Parlamentariern rechnen, wenn es um die Bewältigung des immer noch drängenden Alkoholproblems in unserm Land geht? Seit die illegalen Drogen das Tagesgeschehen beherrschten, ist dieses wie ausgeblendet. Ausser kosmetischen Änderungsversuchen und Pflästerchen bei Teilproblemen ist weit und breit nichts zu erkennen, was dieses grösste sozialmedizinische Problem bei uns anpacken könnte. Im Gegenteil sind immer noch Kräfte am Werk, welche die Situation noch verschlechtern möchten. (Revision des Radio- und Fernsehgesetzes)

Hermann T. Meyer, Effretikon

 

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Stand: 30.12.2008