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Leserbrief4.03.2002 Redaktion Leserforum Leserbrief zu „Mit Genussmitteln festlich umgehen“ vom 2.03.2002 Da hat die Bundesrats-Mehrheit wieder einen Beschluss gegen
das Volkswohl gefasst: Entgegen dem dringlichen Wunsch der Fachgremien wollte er
die Tabaksteuer nicht spürbar innert nützlicher Frist erhöhen, um den Konsum
zu senken. Wir bezahlen dafür weiterhin die horrenden Folgeschäden. Walter Kern von der Stelle für Gesundheitsförderung und
Suchtprävention am Pestalozzianum versucht nun, den Scherbenhaufen wegzuwischen
und uns die Möglichkeiten aufzuzeigen, die verblieben sind, um die Jungen vom
Rauchen abzuhalten. Es ist herzlich wenig, was er zu bieten hat: Rauchen als
rituelle Festlichkeit solle zur „Entbanalisierung“ des Tabaks eingeübt
werden. Das ist etwa dasselbe, wie es die Gesundheitsförderer seit 10 Jahren
für den Alkoholkonsum propagieren: man müsse damit umgehen lernen. Beim
Alkohol hat es nicht funktioniert, beim Tabak wird es auch nicht. Der Grund ist
die gesellschaftliche Wirklichkeit, die erzieherische, aufklärerische
Prävention weitgehend wirkungslos macht. Es ist natürlich einfacher, nebulöse Utopien in die Welt
zu setzen, als in die harte politische Auseinandersetzung zu gehen, ohne die es
offenbar nicht geht. Wenn der Autor vermerkt, als
Einfluss für die starke Raucherzunahme unter Jugendlichen werde u.a. diskutiert
„Die Werbung der Zigarettenindustrie ist attraktiv, zielgruppenorientiert und
wirkungsvoll,“ ist dies eine klare Verharmlosung. Es ist offensichtlich, dass
die Werbung unsere gesellschaftliche Wirklichkeit in grossem Masse prägt. Dass bei der gegenwärtigen Revision des Radio- und
Fernsehgesetzes die Einführung der Alkoholwerbung für das Privatfernsehen
erlaubt werden soll, passt zur verantwortungslosen Haltung, die von der Mehrheit
der Parlamentarier und der Regierung in Bern gezeigt wird. Sie folgen dabei
eigenartigerweise den Prizipien der Gesundheitsförderung, die die Verantwortung
über den Suchtmittelkonsum beim einzelnen sieht und ihn dafür stärken will.
(Ergebnis während der letzten 10 Jahre offensichtlich negativ) Die
Mitverantwortung der Gesellschaft wird dabei ausgeblendet. Die Alkohol- und die
Tabakindustrien werdens danken. Auch eine Form von Korruption. Hermann T. Meyer, Effretikon
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InhaltsverzeichnisEntwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen Ihre Meinung interressiert uns Links zu Fachleuten und Institutionen Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr / Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón Projekt-Idee
Project in English
Herausgeber/Editor:Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307
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