Leserbrief

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   30.11.2000

Redaktion Forum                                   

Tages-Anzeiger

8021 Zürich

Fax 01 248 44 71

 

Sehr geehrter Herr Wiler,

Würden Sie bitte den folgenden Leserbrief im Tagi veröffentlichen.

Betr. „Die Marktöffnung bricht alte Wunden auf“ vom 29.11.00

Nun werden also die bisher stark geschützten Rebbauern dem rauhen Wind der Marktöffnung ausgesetzt. Mancher fürchtet um den Absatz seiner Produkte. Notgedrungen wird über eine Qualitätsverbesserung versucht, mit höhern Preisen den Umsatzverlust auszugleichen. Das wäre auch ganz im Sinne einer Gesundheitspolitik, wenn nicht gleichzeitig die billigen Importweine den Konsum anheizen würden.

Vielleicht könnten in dieser Situation die Vertreter der Rebbauern einsehen, dass eine Weinsteuer, wie sie aus Kreisen der Gesundheitspolitik schon lange gefordert wird, auch in ihrem Interesse wäre. Wenn ihre Erträge nämlich zu einem Teil dazu verwendet würden, die anstehenden Strukturbereinigungen mitzufinanzieren. Z.B. Entschädigungen für aufgegebene Rebbauflächen, Qualitätsprämien, Unterstützung bei Umstellung auf andere Produkte, Forschungsbeiträge für die Entwicklung neuer alkoholfreier Traubengetränke, usw. So würden die Rebbauern und die Volksgesundheit profitieren.

Mit freundlichen Grüssen                                            

Hermann T. Meyer, Effretikon

 

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Stand: 30.12.2008