Leserbrief

16.10.2008                                 


Basler Zeitung online                        (ungekürzt in Papierausgabe veröffentlicht am 20.10.08)

per Internet

 

Leserbrief zu „Haider fuhr mit 1,8 Promille in den Tod" vom 15.10.2008

"Positiv" bei der Kommunikation über Haiders Tod ist, dass in Österreich Familie, Partei und Behörden diesen Tatbestand öffentlich machen und nicht unter Verschluss halten, wie es in der Schweiz in solchen Fällen geschieht. (Keine Strafverfahren gegen Tote, Pietät, Angst vor Kürzung von Versicherungsleistungen) Vielleicht hat dieser offengelegte Fall einen gewissen präventiven Nutzen. Und es verfälscht die Todesfallstatistik nicht.
Was nirgends angesprochen wird, ist die Frage der Verantwortlichkeit. Sowohl die von einzelnen Personen in Haiders Umfeld, als auch die der Gesellschaft. Verständlich, dass Familie und Partei wünschen, dass die Medien nun aufhören, über den Unfall zu berichten. Haider habe die Maximalstrafe erlitten, nun müsse Schluss sein. Dass viele Verkehrsteilnehmer tagtäglich immer noch riskieren, nicht nur sich sondern auch unschuldige Mitmenschen unter dem Einfluss von Alkohol zu schädigen, sollte die Politiker mindestens zu vermehrtem Nachdenken bewegen. Und auch alle jene, die zusehen oder daran mitverdienen, wenn sich alkoholisierte Lenker ans Steuer setzen.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

 

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Stand: 30.12.2008