Das Projekt:
Widerstand gegen die internationale Alkoholindustrie formiert sich in
Indien.
Indien wird in den nächsten
20 Jahren zu einer der größten Volkswirtschaften der Erde werden. Natürlich
sieht hier auch die Alkohol Industrie einen Markt, der um ein Vielfaches
größer ist als Europa. Es ist bekannt, dass die Manager und die
Kapitaleigner der Brauereien und Spirituosenhersteller keinerlei Skrupel
kennen, wenn es um ihren Profit geht. Indien hatte in den vergangenen 60
Jahren einen sehr geringen Pro-Kopf-Konsum von alkoholischen Getränken.
Im Kampf gegen die Kolonialherrschaft spielte die Alkoholfreiheit eine
wesentliche Rolle. Für Gandhi war ein abstinentes Leben selbst- verständlich
und der Alkoholkonsum wurde als britische Lebensweise abgelehnt und die
Deputate von Alkohol an die Plantagen- arbeiter wurden als Unterdrückungsmaßnahme
gebrandmarkt. Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1947 ist ein langsamer
Anstieg des Alkoholkonsums zu verzeichnen, welcher sich nun, bedingt
durch den steigenden Wohlstand der Mittelschicht, beschleunigt. Mit
Unterstützung von FORUT Norwegen und GAPA (Global Alkohol Policy
Alliance) wurde nun die Indian Alkohol Policy Alliance
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(IAPA) gegründet. IAPA hat die
Aufgabe, eine wirkungsvolle Alkoholkontrollpolitik für Indien
durchzusetzen. Dabei geht es nicht nur um die gesundheitlichen Schäden
und Kosten, welche durch die Alkoholabhängigkeit für die Gesellschaft
entstehen, sondern auch um die Gefahren, welche der zunehmende
Alkoholkonsum für alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens mit sich
bringt. Alkoholbedingte Gewalt, auch in den Familien, Respektlosigkeit
und Sittenverfall sind heute schon deutlich zu beobachten. Noch liegt
der geschätzte Pro-Kopf-Verbrauch bei zirka 5 Liter reinem Alkohol im
Jahr, etwa die Hälfte des deutschen Konsums. Es bedarf der politischen
Einflussnahme, nicht nur in Indien, sondern auch in den Erzeugerländern
Europas und den USA, um den Trend des Alkoholkonsums in Indien wieder
umzukehren.
Gandhi selbst nannte folgende sieben Sünden
der westlichen kapitalistischen Gesellschaft:
1. Politik ohne Prinzip
2. Wohlstand ohne Arbeit
3. Handel ohne Moral
4. Vergnügen ohne Gewissen
5. Erziehung ohne Charakter
6. Wissenschaft ohne Menschlichkeit
7. Religion ohne Opfer
Jeder dieser sieben Punkte könnte auch
in einem Guttemplerprogramm stehen. Global denken und lokal handeln, ist
für uns wichtiger als je zuvor.
Jan Jacobs Hamburg
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