F                                      

Veranstaltungen

  Bericht

Prof. Thomas F. Babor, Ph.D, M.P.H. Professor and Chairman of Community Medicine and Health Care, University of Connecticut School of Medicine, Farmington, CT, USA:

Communicating About Alcohol:
Educational and Regulatory Policies

(Power Point Präsentation)

In Textform

Einige Folgerungen:  (Für die Richtigkeit der Übersetzung kann keine Haftung übernommen werden.)

Die Wirkung von Aufklärungs- und Überzeugungsprogrammen erweist sich im besten Fall als klein. Wenn positive Ergebnisse gefunden werden, sind sie nicht dauerhaft.
Unter den Hunderten von Studien zeigen nur zwei signifikant dauerhafte Wirkungen (nach 3 Jahren), und deren Signifikanz ist erst noch fraglich, wenn man sie nochmals analisiert
(Foxcroft et al. 2003).
Die Zeit ist vorbei, als man zu Gunsten Alkohol-Aufklärung argumentierte, statt für andere, effektivere Massnahmen . 
Wenn Aufklärung betrieben wird, sollte sie im Rahmen weitgefasster Umwelt- Interventionen geschehen, welche die Erhältlichkeit von Alkohol angehen.
Wer wiederholt hochwertiger Alkoholreklame ausgesetzt ist, dem werden alkoholpositive Einstellungen eingeimpft, was die Wahrscheinlichkeit eines stärkeren Alkoholkonsums erhöht.
Alkoholwerbung macht Jugendliche anfälliger, weit vor dem legalen Mindestalter  Alkohol zu konsumieren.
Es wurde gefunden, dass Reklame die Wahrnehmung des Alkoholtrinkens als positiv, zauberhaft und verhältnismässig risikofrei fördert und verstärkt. 

Gesetzgebung, die Alkoholwerbung einschränkt:
Eine bewährte Vorsichtsmassnahme, die von Regierunge weltweit angewendet wird, trotz Opposition von der Alkoholindustrie.

Ergebnisse legen nahe, dass, während die Einschränkungen kurzfristig keine grössere Reduktion bei Konsum und alkoholbedingten Schäden erreicht haben, Länder mit grösseren Reklame-Einschränkungen weniger Konsum und kleinere alkoholbedingte Probleme haben. (Saffer, 1991)

 

Selbstregulierungs-Kodex der Industrie:
•Selbstregulierung tendiert dahin, zerbrechlich und weitgehend ineffektiv zu sein. 
•Diese Kodexe werden am besten wirken, wo Medien, Werbung und Alkoholindustrie alle beteiligt sind, und eine unabhängige Institution die Befugnis hat, Reklamen zu genehmigen oder abzulehnen, Beschwerden zu entscheiden und Sanktionen auszusprechen.
•Zur Zeit haben wenige Länder alle diese Komponenten.

Die besten Massnahmen:

•Gesetzliches Mindestalter für den
    Alkoholkauf
•Regierungsmonopol für den
    Detailverkauf
•Einschränkungen bei Öffnungszeiten
    und Verkaufstagen
•Einschränkungen der
    Verkaufsstellen- Dichte
•Alkohol-Steuern
•Nüchternheits-Kontrollstellen
•Tiefere Promillegrenzwerte
•Administrativer Fahrausweisentzug 
•Stufenweise Fahrausweise für
     Neulenker
•Kurzinterventionen für gefährliche
     Trinker


Am wenigsten effektive Massnahmen:

•Freiwillige Kodexe für Restaurants
•Werbung für alkoholfreie Tätigkeiten
•Alkoholaufklärung in Schulen
•Aufklärung für College-Studenten
•Botschaften von öffentlichen Stellen
•Warnaufschriften
•Fahrdienste und Fahrerabkommen in Gruppen

Ergebnisse:

•Gelegenheiten für eine effektive beweisgestützte Alkoholpolitik sind heute wie nie zuvor vorhanden, um dem Volkswohl zu dienen.

•Beliebte Massnahmen-Optionen (z.B. Alkohol-Aufklärung in der Schule) haben verhältnismässig geringen oder keinen Effekt auf Bevölkerungsraten bei alkoholbedingte Erkrankungen und -Todesfällen. 

•Unbebeliebte Massnahmen (z.B. Alkoholsteuern, Einschränkungen der Erhältlichkeit) können bedeutende Ergebnisse erzielen.

•Das Vorsorge-Prinzip legt nahe, dass Alkoholwerbung im Interesse der Volksgesundheit eingeschränkt werden sollte und dass Alkohol-Aufklärung nicht als Ersatz für wirksamere Strategien dienen sollte.

•Es gibt immer noch zu viele Gegebenheiten, wo Politik-Vacuums mit nicht evaluierten oder unwirksamen Strategien und Massnahmen ausgefüllt werden. 

•Von der Industrie gesponserte Aufklärungsprogramme sollten nicht eingesetzt werden, bevor sie nicht von unabhängigen Wissenschaftern systematisch evaluiert worden sind.

•Entgegenkommen der Industrie mit Selbstregulierungs Werbe-Kodexen sollten regelmässig evaluiert werden, sowohl in Bezug auf Darstellung wie auf inhaltliche Richtlinien.

Zusätzliche Bemerkungen: (H.T.Meyer)

Wissenschaftlich erhärtete Tatsachen in Bezug auf das Alkoholprobleme und dessen Prävention scheinen so eindeutig zu sein, dass es kaum zu verstehen ist, wie schwierig es immer noch ist, eine effektive Alkoholpolitik in jedem Land zu formulieren und sogar noch international zu koordinieren.  Der Hauptgrund ist: Wirtschaftliche Interessen sind für Politiker weit herum immer noch wichtiger als die Volksgesundheit. Die Kosten dieser Fehlpolitik zahlt das Volk. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass anerkannt wird, "Gesundheit bringt Wohlstand" (EU-Kommissar David Byrne. Siehe Internationales).


  Homepage        Veranstaltungen        Bericht  Bridging  the Gap 

 


 

Inhaltsverzeichnis 

Entwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen

Aktuell

Hinweise für Unterrichtende

Ihre Meinung interressiert uns   

Links zu Fachleuten und Institutionen

Internationales

Briefe an ....

Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie

Veranstaltungen

Parlamentsdebatten

Zitatensammlung

Newsletter

Forschungsergebnisse

Archiv

English Texts      

Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr /  Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol)

Geschichten

Interventionen

Wir über uns

Projekt-Idee     Project in English


Herausgeber/Editor:

Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307 Effretikon, Switzerland, 
Tel. +41 (0)52 343 58 75, Fax: +41 (0)52 343 59 29    e-mail

Copyright © 2001-2008: Hermann T. Meyer. Alle Rechte vorbehalten. Unsere eigenen Texte dürfen gerne unter Quellenangabe übernommen und weiterverbreitet werden. Fremde Texte entsprechen nicht unbedingt unserer eigenen Auffassung.

All rights reserved. Our own texts may be copied and distributed with stating the source. Texts from other sources do not necessarily represent our views.

Stand: 20.06.2008