Source/Quelle: |
Alcohol and Health: Current Evidence / Addiction. 2005;100(8):1150–1157 |
Authors/Verfasser: |
Poikolainen K, Vahtera J, Virtanen M, et al. |
Theme/Thema: |
Alcohol and coronary heart disease risk–is there an unknown confounder? |
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Link to Alcohol and Health: Current Evidence Abstainers and Coronary Heart Disease: Are Unknown Risk Factors to Blame? Comment by H.T. Meyer It is quite possible that this study is the result of our intervention, following a study in Finland about the positive effects of alcohol on CHD. We pointed out that most probably the "abstainers" are mostly former alcoholics with longterm health damages or motivated by an other illness like diabetes. Now the risk factors were compared in both groups, this time with lifelong abstainers. We only learn what we could think of logically ourselves. Perhaps the less prevalence of smoking among abstainers is important, but is counterbalanced perhaps by low leisure-time physical activity. We don't learn which group has now less CHD. The study obscures more than it clears up. Studies are needed which compare lifelong abstainers with a randomized group of abstainers. But in every country this randomized group could be different regarding the number of lifelong abstainers to the total amount of abstainers. Studies are needed too comparing lifelong abstainers with light drinkers regarding CHD. In fact, only this study is interesting. But it will be difficult to find enough lifelong abstainers to the same extent as the other group.
Deutsche
Übersetzung von H.T. Meyer: Abstinente und Herzkranzgefäss-Erkrankungen: Sind unbekannte Risikofaktoren schuld? Epidemiologische Studien haben herausgefunden, dass Erkrankungen der Herzkranzgefässe (CHD) bei mässigen Alkoholkonsumenten viel weniger vorkommen als bei Abstinenten. Um abzuklären, ob unbekannte Risikofaktoren diese Ergebnisse erklären können, haben Forscher in Finnland 1161 lebenslange Abstinente mit 27'311 mässigen Alkoholkonsumenten (<6 Drinks pro Woche) verglichen. Die Analysen wurden für mögliche Störfaktoren berichtigt. (z.B. Sex, Alter, Einkommen) - Von den 16 untersuchten möglichen CHD-Risikofaktoren waren nur niedriger Körpermass-Index (BMI) und geringe körperliche Betätigung in der Freizeit häufiger bei Abstinenten als bei den mässig Konsumierenden. - Fünf der Risikofaktoren (Rauchen, Schlaflosigkeit, Angst, wenig berufliche Anerkennung, Schicksalsschläge) kamen bei den Abstinenten weniger häufig vor. Kommentar von Peter Friedmann, MD, MPH: Um den Alkoholkonsum als Grund für weniger CHD bei leichten Konsumenten auszuschliessen, müsste ein unbekannter Risikofaktor bei den Abstinenten viel häufiger auftreten als bei den mässigen Konsumenten. Keiner der in der Studie untersuchten 16 CHD-Risikofaktoren hat dieses Kriterium erfüllt. Trotzdem bleibt die Möglichkeit einer multifaktoriellen oder andern unbekannten Erklärung bestehen. Es sollte erwähnt werden, dass diese Ergebnisse sich von denjenigen einer kürzlichen amerikanischen Studie unterscheiden, vielleicht weil in dieser finnischen Studie die Gruppe der Abstinenten lebenslange Abstinenten waren und nicht ehemalige Alkoholiker, die aus gesundheitlichen Gründen abstinent wurden. Bei der Fülle von Beobachtungs-Studien über das mässige Alkoholtrinken könnte nur eine gut angelegte Untersuchung nach kontrolliertem Zufallsprinzip mehr definitive Beweise liefern. Kommentar von H.T. Meyer: Es ist gut möglich, dass diese Studie die Reaktion auf unsere Intervention auf eine frühere finnische Studie ist, bei der mässiger Alkoholkonsum vorteilhafter abschnitt als Abstinenz. Wir wiesen darauf hin, dass wahrscheinlich die Abstinentengruppe mehrheitlich aus ehemaligen Alkoholikern mit körperlichen Langzeitschäden bestand. Auch andere Krankheiten, z.B. Diabetes, können ein Grund für eine abstinente Lebensweise sein. Nun wurden die Risikofaktoren in den beiden Gruppen verglichen, wobei diesmal lebenslange Abstinente erfasst wurden. Wir erfahren nur, was man sich ziemlich logisch selber denken könnte, wobei das weniger Rauchen wahrscheinlich ins Gewicht fällt, vielleicht von der geringeren körperlichen Betätigung aber wieder ausgeglichen wird. Welche Gruppe aber wirklich mehr oder weniger CHD aufweist, erfahren wir nicht. Die Studie vernebelt mehr als sie aufklärt. Es bräuchte Studien, die lebenslange Abstinente mit willkürlich zusammengesetzer Abstinentengruppe vergleichen, wobei in jedem Land die Verhältnisse anders sein können, d.h. der Anteil der lebenslang Abstinenten in der Gesamtzahl der Abstinenten. Dazu Studien, die lebenslange, nicht wegen einer Krankheit motivierte, Abstinenten mit den mässigen Alkoholkonsumenten betreffend ihre CHD-Häufigkeit vergleichen. Eigentlich kann nur diese letztere Untersuchung interessieren. |
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Herausgeber/Editor:Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307
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