Forschungsergebnisse

24.12.2004  (forsch53.htm)

Quelle:

SFA-ISPA Lausanne / "Standpunkte" 6/04

Verfasser

G. Gmel, J.-L. Heeb, L. Rezny, J. Rehm, M. Mohler-Kuo

Thema:

Drinking patterns and traffic casualities in Switzerland: matching survey data and police records to design preventive action
(Trinkmuster und Verkehrsunfälle in der Schweiz)

 

In Standpunkte 6/04 vorgestellt von Janine Messerli und Mathias Morgenthaler

Im Druck bei Journal of the Royal Institute of Public health

 

Zusammenfassung:

 

Laut Bundesamt für Statistik kamen 2003 in der Schweiz 546 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben, ein Fünftel davon alkoholbedingt. Bei den 23840 Unfällen mit Verletzten war ein Zehntel alkoholbedingt. 

Diese Studie suchte nun herauszufinden, wer die Unfälle verursacht hatte, d.h. welche Trinkmuster vorlagen. 

747 zufällig ausgewählte Alkoholkonsumenten wurden ihrem Konsum entsprechend in Gruppen aufgeteilt: täglich 4 (Frauen 2) und mehr Standarddrinks = chronischer Vieltrinker, diese Menge nur gelegentlich = episodischer Risikokonsument, weniger als diese Menge = mässiger Konsument. 

Beim Vergleich dieser Konsumgruppen mit der Statistik alkoholbedingter Verkehrsunfälle zeigte sich ein sehr starker Zusammenhang: Je mehr Menschen im Ausgang ein Glas zu viel trinken, desto höher ist die Zahl der Unfälle. Am Wochenende sind es mehrheitlich die episodischen Risikokonsumenten, unter der Woche sind es hauptsächlich die chronischen Vieltrinker, die für die Unfälle verantwortlich sind. Im Wochendurchschnitt sind die chronischen Vieltrinker und die episodischen Risikokonsumenten etwa gleich häufig in Unfälle verwickelt. 

Für Gerhard Gmel sind die Ergebnisse insofern erstaunlich, dass nicht primär die chronischen Vieltrinker die meisten Unfälle am Wochenende verursachen, sondern die Gruppe von Konsumierenden mit einem weitverbreiteten Trinkmuster: Während der Woche trinken sie wenig oder gar nichts, am Wochenende beim gemütlichen Zusammensein wird ein, zwei Glas zu viel getrunken und dann nach Hause gefahren. Dies trifft vor allem auf junge Menschen zu und wird kaum für problematisch gehalten. 

 


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Stand: 23.12.2008