Forschungsergebnisse

(01.03.04)

Quelle:

Institut für Therapieforschung, München

Verfasser

Ludwig Kraus, Kathrin Heppekausen, Andrea Barrera, Boris Orth

Thema:

Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD)

(siehe auch ESPAD 03 in Bezug auf die Schweiz)

Untersuchungsbericht pdf, 325 Seiten

Pressemitteilung vom 25.2.04 des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung:

Jeder zweite Jugendliche unter 14 Jahren war schon einmal betrunken - mehr Mädchen als Jungen rauchen. Alarmierende Ergebnisse der „Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen“ (ESPAD)

Deutschland hat sich 2003 erstmals an der „Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen“ (ESPAD) beteiligt, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Ausgewertet wurden die Daten von insgesamt 11.043 Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klasse in den Ländern Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, für die auch jeweils Einzelergebnisse vorliegen. Themen der Untersuchung waren der Konsum psychoaktiver Substanzen sowie die persönlichen Einstellungen und Risikoabschätzungen der Schülerinnen und Schüler.

Zu den ESPAD-Daten erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marion Caspers-Merk:
„Die Ergebnisse sind ein weiteres Alarmsignal. Frühe Erfahrungen mit dem Konsum von Alkohol, Tabak oder Cannabis sind unter den Jugendlichen erschreckend weit verbreitet. Jeder dritte unter den befragten Jugendlichen hat schon mal Cannabis geraucht. Bestätigt hat sich auch der Trend aus anderen Befragungen, dass mittlerweile mehr Mädchen als Jungen rauchen. Alcopops sind das beliebteste alkoholische Getränk bei den Kids, Trunkenheitserfahrungen bei der Jugend sind keine Seltenheit.

Die Ergebnisse bestärken mich darin, einen Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen zu legen. Je früher der riskante Konsum von Suchtmitteln aufgenommen wird, desto schneller kann sich eine Abhängigkeit einstellen. Die Bundesregierung setzt zum einen auf Primärprävention, dazu gehören zum Beispiel die Informationen zum Rauchen speziell für Mädchen, die die BZgA zur Verfügung stellt. Zum anderen entwickeln wir Angebote der Sekundärprävention für die Gruppe der Jugendlichen, die bereits Konsumerfahrung haben und bei denen wir eine Verhaltensänderung erzielen wollen. Gute Beispiele hierfür sind das erfolgreiche Bundesmodellprojekt ,FreD‘ (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten) oder auch das neue Pilotprojekt „Halt“, in dem es darum geht, Jugendlichen mit auffälligem Alkoholkonsum gezielt Hilfen anzubieten. Ich hoffe, dass sich möglichst viele Länder an ,Halt‘ beteiligen.“

Die wichtigsten Ergebnisse von „ESPAD“:
Tabak - Von den befragten Schülerinnen und Schülern haben 77,8 % mindestens einmal in ihrem Leben geraucht, bei den Schülerinnen haben 79,1% gegenüber 76,4% bei den Schülern Erfahrungen mit dem Tabakkonsum. Von einem aktuellen Konsum berichteten 48,4% der weiblichen gegenüber 44,9% der männlichen Schüler. Unter Hauptschülern finden sich mehr tägliche und auch mehr starke Raucherinnen und Raucher als bei Schülern in anderen Schulformen.

Alkohol - Bezogen auf die letzten 12 Monate vor der Befragung waren lediglich 6% der Jungen und 5% der Mädchen abstinent. In den letzten 30 Tagen vor der Erhebung wurden am häufigsten Alcopops getrunken (63%), gefolgt von Bier (56%), Spirituosen (51%) und Wein/Sekt (50%). Insgesamt 38% der befragten Jugendlichen berichten von Trunkenheitserlebnissen in den letzten 30 Tagen. Jeder zweite Jugendliche unter 14 Jahren war schon einmal betrunken. Einen zumindest einmaligen Konsum von 5 oder mehr Gläsern Alkohol bei einer Trinkgelegenheit in den letzten 30 Tagen gaben 59% der Schülerinnen und Schüler an.

Drogen - 33% der befragten Schülerinnen und Schüler berichten, bereits einmal irgendeine illegale Substanz probiert zu haben. Mit 31% ist Cannabis die am häu-figsten konsumierte Substanz. Verglichen mit den relativ hohen Erfahrungswerten des Cannabiskonsums ist eine häufige Einnahme dieser Substanz aber eher selten. In den letzten 30 Tagen vor der Befragung gaben 5% der Jugendlichen an, öfter als einmal pro Woche Cannabis konsumiert zu haben.

Weitere Informationen zu den Präventionskampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden Sie unter www.bzga.de

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Stand: 23.12.2008