Forschungsergebnisse
20.11.2003

Quelle:

 

Universitäten Bern und Lausanne, Tessiner Gesundheitsdienst

Thema:

SMASH 2002, Gesundheitsbefragung bei Schweizer Jugendlichen (16 - 20 Jährige)

Tages-Anzeiger Artikel vom 20.11.03

Neue Zürcher Zeitung Artikel vom 20.11.03

Die nachfolgenden Links führen auf die Seite der Unité multidisciplinaire de santé des adolescents (UMSA), wo die Berichte erhältlich sind. Der ganze Bericht auf Deutsch ist noch nicht fertig.

Français Deutsch Italiano
  • Dossier de presse
    (ZIP file)


  • Résumé du rapport
    (pdf documents)


  • Rapport complet
    (pdf documents)
  • Presse Konferenz
    (ZIP file)


  • Zusammenfassung des Berichtes
    (pdf documents)


  • Ganzer Bericht
    (Dezember 2003)
  • Conferanza Stampa
    (pdf documents)


  • Programma della Conferenza Stampa
    (pdf documents)


  • Rapporto completo
    (Dicembre 2003)

Hier Kommentar zu den Zeitungsmeldungen.

Die Untersuchung befasst sich  u.a. mit den Essstörungen, Stress, Selbstmord, steigendem Druck der Gesellschaft, Rauchen und Sexverhalten. Alkohol und nicht Cannabis sei die am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz.1993 tranken 28% der Mädchen mindestens einmal pro Woche. 2002 bereits 42%. Bei den Knaben stieg der Anteil von 56 auf 67%. 30% der Mädchen und 52% der Knaben hatten im Vormonat mindestens einen Rausch. 

Diese Zahlen sind aber geschönt, denn die 20% der Jugendlichen ohne Ausbildung oder ohne Arbeit wurden gar nicht erfasst! Also die Gruppe, die wahrscheinlich am meisten Probleme hat. Es wäre interessant zu erfahren, welche Gründe zu dieser Kosmetik geführt haben. Vielleicht fehlte das Geld, um diese schwieriger zu erfassende Gruppe einzubeziehen. Das wäre noch der harmloseste Grund.

Diese Umfrage passt in die politische Aktualität: Legalisierung des Absinths. Obwohl ähnliche Umfragen in letzter Zeit bereits ähnliche Resultate gebracht haben, scheint es die Politiker nicht zu stören, die im Ständerat ohne Gegenstimme bereits beschlossen haben, den Absinth mit begrenztem Thujongehalt frei herstellen und verkaufen zu lassen. Der Nationalrat wird das Geschäft wahrscheinlich im Dezember behandeln. 

Man sollte annehmen, dass diese Untersuchung Grund genug wäre, nach mehr Prävention unter Jugendlichen zu rufen. Nur sollten sich die Politiker endlich klar werden, dass diese Prävention weiterhin unwirksam bleibt, weil sie völlig unglaubwürdig ist, solange unsere Gesellschaft das Alkoholgeschäft unbeeindruckt weiter ankurbelt. Das heisst, dass die gesellschaftliche Wirklichkeit genau das Gegenteil von dem wiederspiegelt, was sie mit der Prävention verlangt. Die Alcopops haben gezeigt, wie die Jugendlichen auf süssliche Alkoholika ansprechen. Absinth ist ebenfalls ein süsslicher Wermut mit angenehmem Anisgeschmack. Ideal für die Party-Szene und das beliebte Rauschtrinken, denn er macht mit seinem hohen Alkoholgehalt schneller betrunken. Braucht es wieder 10 Jahre bis zur nächsten SMASH 2012 Untersuchung, bis unsere Politiker endlich die richtigen Konsequenzen ziehen, oder sind bis dann die Kinder der Politiker ohnehin aus dem Gröbsten heraus? Oder wo liegen denn sonst die Gründe, dass unser Gesetzgeber so stur und unsensibel mit der Gesundheit unserer Kinder umspringt?

Dass die Fachleute angeblich für die Absinth-Freigabe sind (Radio DRS2 und 3, Sendung "Input" vom 16. und 18.11.03) wäre noch abzuklären, sie kamen nicht selber zu Wort. Nur ist dies zu relativieren: Man muss  wissen, dass es in der Schweiz kaum mehr eine Stelle gibt, die gegen die politischen, wirtschaftsfreundlichen Vorgesetzten öffentlich Stellung beziehen oder irgendwelche heisse Kastanien aus dem Feuer holen möchte. Der Spardruck lastet schwer auf diesen Ämtern und führt zu Stellenabbau, der allein schon sprachlos macht. Diese hochmotivierten Leute sind meist nur noch frustriert und beschränken sich auf das Naheliegendste. Die Politiker müssen also begreifen, dass sie selber die richtigen Schlüsse ziehen müssen oder mindestens signalisieren, dass sie offen sind für fachliche Beratung, dann getrauen sich auch die Fachleute wieder, ihnen reinen Wein einzuschenken.

 

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Stand: 23.12.2008