Briefe an …

28.11.07

Schweizerischen Städteverband
Bern

per e-mail:  info@staedteverband.ch

Kopie an: Edith Olibet, Gemeinderätin Bern, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport

 

Reaktion auf Pressemeldungen über die Pressekonferenz vom 27.11.07 des Schweizerischen
Städteverbandes, auf der seine "Strategie 2015" bekannt gemacht wurde.

Link: Städteverband: http://www.staedteinitiative.ch/de/main.php?inh=aktuell

Link: NZZ, 28.11.07: Visionen einer "sozialen Stadt"


 


Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Presse habe ich entnommen, dass Sie gestern in Bern ein Strategiepapier "Städteinitiative Sozialpolitik. bis 2015" der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Sie wollen als ersten Schwerpunkt die frühzeitige Förderung benachteiligter Kinder verbessern.

Auf die Gefahr hin, bei Ihnen offene Türen einzurennen, möchte ich sicherheitshalber doch auf ein Problem hinweisen, das mich u.a. seit langem beschäftigt und in Ihren Bestrebungen meines Erachtens einen wichtigen Teil ausmachen müsste:

Es ist bekannt, dass in der Schweiz über 100'000 Kinder in Familien mit Alkoholproblemen aufwachsen. Leider ist es sehr schwierig, diese Kinder zu erfassen und ihnen die nötige Unterstützung angedeihen zu lassen. Oft leben diese Kinder unter ständigem psychischen Stress, was sich auf ihre Persönlichkeitsentwicklung, ihre Schulleistungen und ihre weiteren Lebenschancen sehr negativ auswirken und später auch die Gesellschaft belasten kann.

Ich denke, dass Ihr geplantes System der frühzeitigen Kontakte in den Quartieren, die Hausbesuche, es ermöglichen könnte, diese Familien mit Alkoholproblemen besser aufzuspüren und den Kindern entsprechende fachliche Hilfe zu vermitteln. Natürlich müsste gleichzeitig versucht werden, das Alkoholproblem anzugehen.
Es ist klar, dass nicht nur in armen Verhältnissen Alkoholprobleme vorkommen, aber dies wäre wenigstens eine Möglichkeit, einen Teil der alkoholbehinderten Kinder zu erfassen und ihnen zu helfen.

Einzelne und Familien mit Alkoholproblemen sind bekannterweise sehr geschickt im Verstecken ihrer Abhängigkeit. Personen, die diese Familien oder Alleinerziehenden aufsuchen, müssten deshalb besonders für diese Aufgabe geschult werden, damit sie entsprechende Anzeichen richtig deuten und auch psychologisch geschickt das Gespräch suchen. Ich denke, dass die örtlichen Behörden dies in Zusammenarbeit mit den lokalen Suchtberatungsstellen an die Hand nehmen würden.

Es wäre wirklich wunderbar, wenn Sie auf diese Weise das Los so vieler Kinder erleichtern und ihnen bessere Zukunftschancen geben könnten. Ich danke Ihnen zum voraus bestens für Ihre diesbezüglichen Bemühungen und wünsche Ihnen viel Erfolg.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
www.alkoholpolitik.ch
 

 

 

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Stand: 03.01.2009