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15.01.2003
13.03.2003
10.04.2003
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Für Leserinnen und Leser mit Sinn für Ironie:Auszüge aus: "Alkoholpolitik für Ahnungslose" von Frank Lindemann, Neuland-Verlag, Hamburg"Abhängige: Menschen im Zustand der Abhängigkeit. Im Zusammenhang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln werden sie gern auch des Missbrauchs verdächtigt, um Selbstverschulden zu suggerieren." "Abhängigkeit: Unerquicklicher Zustand, der das Objekt der Begierde zum zentralen Lebensinhalt werden lässt. Gesellschaftlich verpönt; verschafft aber vielen Menschen Arbeit, die Abhängigen zum Genuss eigentlicher Lebensinhalte zurück verhelfen wollen. Ist deshalb gut fürs Bruttosozialprodukt." Alkohol: Kohlenwasserstoffverbindungen mit toxischem Potential. Ethanol ist die chemische Bezeichnung für die in alkoholischen Getränken vohandene Substanz. Andauernder starker Konsum führt zur Abhängigkeit, andauernder geringer Konsum heisst Geselligkeit. Meistkonsumierte psychoaktive Substanz in Deutschland. Siehe auch soziales Schmiermittel. Alkohol und Beschäftigung: Gut fürs Betriebsklima (Geselligkeit), jedoch schlecht für die Produktivität. Wird eine kritische Grenze erreicht, muss ein Arbeitgeber wählen zwischen der Investition in die vorhandene Arbeitskraft mit Hoffnung auf Wiederherstellung ihrer Leistung oder der Entlassung der geschwundenen Arbeitskraft und dem Risiko bei der Einstellung unbekannter, womöglich noch geringerer Arbeitskraft. Je höher die Zahl der eigentlich zu entlassenen Arbeitskräfte, desto eher wird betriebliche Sozialarbeit installiert. Dies kann gleichzeitig auch noch mit PR als Arbeitgebers soziales Gewissen den Werbeeffekt erhöhen. Alkohol und Gewalt: Gehören zusammen wie Dick und Doof. In 99% aller Zeitungsberichte über Kriminalität erscheinen die Vokabeln "betrunken" oder "angetrunken". In zahlreichen literarischen Quellen wird nachgewiesen, dass Soldaten nach Alkoholzuteilung eher bereit waren zur Gewaltanwendung, sprich zur Berufsausübung befähigter wurden. Gewerbetreibende, die Besucher von Veranstaltungen wie z.B. den "Chaos-Tagen" bereitwillig mit alkoholischen Getränken versorgen, beklagen sich anschliessend gerne über die durch ihre Kunden verursachten Zerstörungen oder Plünderungen (Doppelmoral). Gewaltprävention, die die Verfügbarkeit von Alkohol ausser Betracht lässt, ist demnach keine. Alkohol und Verkehr: Für Piloten und Lokführer gilt zur Beherrschbarkeit ihres Fahrzeuges absolutes Alkoholverbot. Autofahrern hingegen wird ein Freibrief zugebilligt, da sonst Parlamentarier von einer drastischen Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit betroffen wären (siehe Titanic, Fachblatt für Trunkenheitsfahrten von CSU-Politikern). Da zudem seit dem Aufkauf der DDR die Nullpromillegrenze als "stalinistisch" zu ächten ist, werden in Deutschland die Werte Null-Drei, Null-Fünf und Null-Acht gehandelt. (Inzwischen Null-Fünf, der Webredaktor) Jährlich wird die Bevölkerungszahl einer mittleren Kreisstadt durch die Begegnung mit alkoholisierten Verkehrsteilnehmern ausradiert, ohne dass der Verteidigungsfall ausgerufen oder die Zahl der Opfer in Presseerzeugnissen fortlaufend mitgeteilt würde. Verweilt ein Opfer länger als 24 Stunden in medizinischer Behandlung, bevor es stirbt, wird es gegenwärtig nicht in diese Statistik aufgenommen. |
| 01.06.2003 | Alkoholonialisierung: Einfuhr von Alkohol als industrialisierte Massenware in darauf ungenügend vorbereitete Länder der sog. "Dritten" Welt. Wird gern auch als Entwicklungshilfe mit entsprechenden Mitteln gefördert. Betrifft überwiegend unterernährte und sozial wie medizinisch unterversorgte Bevölkerungsgruppen. Werbeaufwand ist gering, da Produkte aus Industrieländern per se hohen Status geniessen. Da auch staatliche Kontrollmechanismen entweder fehlen oder versagen, ist dies der gegenwärtige Wachstumsmarkt für die Alkoholindustrie (nächstes Ziel: China). Im Gegensatz zu Nestlé-Milchpulver hat Alkohol keine Dritte-Welt-Initiative zu Boykott-Aufrufen veranlasst (Doppelmoral). |
| 09.07.2003 | Alkoholwerbung: Durch Grundgesetz Artikel 5 (Meinungsfreiheit) geschützt. Dient auf keinen Fall der Konsumsteigerung. Ist immer Produktinformation, um Markenbindung zu festigen. Wird zwar viel Geld für ausgegeben, ist aber total wirkungslos (Werbeverbot). Ausserdem hat Zentralausschuss der Werbewirtschaft (ZAW) eigene Verhaltensregeln zur Selbstkontrolle aufgestellt, die untersagen, dass Alkoholwerbung ausdrücklich Jugendliche anspricht, Problembewältigung und Gesundheit verspricht. Verstösse werden vom ZAW mit einer Rüge geahndet, die Monate nach der fraglichen Werbung ergeht (Lachnummer) und durch eventuelle Veröffentlichung Werbeeffekt noch steigert (Benetton-Strategie). |
| 18.08.2003 | Biowein: Irreführender Name, der gesundheitlich unbedenklichen Genuss suggerieren soll. Betont Pestizid- und Herbizidfreiheit des Anbaus, vergisst 12%-igen Alkoholanteil, der bei Gärung entsteht. |
| 23.09.2003 | Feuerwasser: Bezeichnung für Spirituosen, die neben militärischer Gewalt für die Auslöschung der nordamerikanischen indianischen Kulturen sorgten (siehe: soziales Schmiermittel). |
| 12.10.2003 | Folgekosten: Summe der Aufwendungen zur Behebung der durch
Alkoholkonsum verursachten Schäden. Schliesst ausdrücklich jeden Konsum ein,
da ein alkoholisierter Autofahrer nicht zwangsläufig abhängig sein muss.
Zahl wird gefürchtet, weil absehbar, dass sie um Vielfaches höher ausfällt
als Steuereinnahmen. Zu ihrer Ermittlung werden keine Forschungsaufträge
vergeben, Spuren sogar verwischt. (Alkohol und Verkehr) Schätzungen bewegen
sich zwischen 30 und 80 Mia. DM jährlich.
(Schweiz: Uni Neuenburg im Okt. 03: 6,5 Mia. Franken) |
| 24.11.2003 | Geselligkeit: Ansammlung von Individuen, die Alkohol konsumieren, um ihr Zusammensein aushalten zu können. Wird gern auch mit Verbreiten geschmackloser Witze, Vergleichen des sozialen Status anhand von Einkommen und beruflicher Position sowie ungesundem, fettem Essen verbunden. |
| 22.12.2003 | Jugendliche: Menschen mit faszinierendem Musikgeschmack. Müssen dauernd angeben und haben immer zu wenig Geld. Trinken deshalb lieber Bier und Spirituosen als alkoholfreie Getränke. Sollen von Menschen, mit anderem faszinierenden Musikgeschmack, die dauernd angeben müssen und immer zu wenig Geld haben, geschützt werden: Jugendschutz.(....) Beliebte Zielgruppe von Präventionsbemühungen, damit Konsum der Präventionsbemüher nicht thematisiert werden muss. (Doppelmoral) |
| 30.01.2004 | Kennzeichnungspflicht: Auf alkoholhaltigen Lebensmitteln (Paradoxon) soll Hinweis auf Alkoholgehalt stehen. Auf Speisekarten sollen alkoholhaltige Speisen gekennzeichnet werden. Da Schutz vor unbeabsichtigtem Alkoholkonsum nur für Lobbylose (Kinder, ehemals Abhängige) erforderlich, wenig Engagement dafür vorhanden. |
| 24.02.2004 | Kennzeichnungspflicht: Auf alkoholhaltigen Lebensmitteln (Paradoxon) soll Hinweis auf Alkoholgehalt stehen. Auf Speisekarten sollen alkoholhaltige Speisen gekennzeichnet werden. Da Schutz vor unbeabsichtigtem Alkoholkonsum nur für Lobbylose (Kinder, ehemals Abhängige) erforderlich, wenig Engagement dafür vorhanden. |
| 16.03.2004 | Koalitionspartner, merkwürdige: Auf dem Weg zur Befreiung aus der "Versklavung durch das Alkoholkapital" bieten sich oft die merkwürdigsten Bündnispartner an (deren Motive zu teilen der Verfasser nicht geneigt ist): Sektenführer, die Drogenfreiheit fordern, um offenbar einfacher die Hirne mit wirren Ideologien (Jungferngeburt, E-Meter) abfüllen zu können; Arbeitgeber, die die Produktivität ihrer Unternehmen zu steigern gezwungen sind; Jugendschützer mit verkorksten Moralvorstellungen, die sie selbst nicht erfüllen können; Fitness- und Gesundheitsanbeter ohne soziale Perspektive, aber mit dem egozentrischen Motiv, Krankheit und Tod ein Schnippchen schlagen zu wollen, um sich nicht mit ihnen beschäftigen zu müssen; Rassefanatiker, die diesmal in Hoffnung auf die Gentechnik "krankes Erbgut" ausmerzen wollen; Sozialdarwinisten, die Abhängigen zur Überwindung ihres Zustands mit Hinweis auf Eigenverschuldung Leistungen zu verweigern planen und schliesslich sogar die Vertreter des Alkoholkapitals selbst in Form dieverser Lobby-Verbände und Tarnvereinigungen, die in den Bereichen Vekehr, Schwangerschaft und Beschäftigung den Konsum senken helfen wollen, um sonst notwendigen Gesetzen zur Einschränkung ihres Treibens rechtzeitig vorzubeugen. |
| 10.05.2004 | Konsumsenkung: Alkoholpolitische Bemühungen mit dem Ziel, den Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol zu verringern. Dabei müssen sowohl die Mehrheit der Bevölkerung mit niedrigem Konsum als auch Risikogruppen angesprochen werden. Konsumsenkende Massnahmen wären Werbeverbot, Einschränkung der Verfügbarkeit, Erhöhung der Besteuerung und Propagierung gesunder Lebensstile. Da letztere ohne adäquate Arbeits-, Wohn- und sonstigen Lebensverhältnisse nicht möglich, ist alleinige Propagierung allerdings nur Verhöhnung der Betroffenen. |
| 28.06.2004 | Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol: Statistische Grösse, mit der sich die sozialen und wirtschaftlichen Folgen näherungsweise ermitteln lassen. Als Faustregel gilt: Verdoppelter Konsum vervierfacht Schäden (Exponentialfunktion). Länder mit Alkoholpolitik haben einen niedrigen (Skandinavien), Länder ohne einen hohen (Deutschland). Dort stagniert er seit Ende der 70er Jahre um 12 Liter. |
| 28.07.2004 | Punktnüchternheit: Klaren Kopf behalten, wenn es zwingend notwendig ist (Verkehr, Berufsausübung, Schwangerschaft). Wird von Vernunft geleitet, ist daher selten. Findet viel Gefallen bei Profiteuren. Sollte der Selbsterhaltung und sozialer Verantwortung wegen selbstverständlich sein. |
| 30.08.2004 | Suchtprävention: Vorbeugen, dass Menschen in Abhängigkeit geraten. Beliebte Nebenbeschäftigung von Suchtberatern und -Therapeuten. Müssen sich also selbst arbeitslos machen. Wird dann wohl nichts. |
| 04.10.2004 | Verfügbarkeit: Grad und Anzahl der Zugangsmöglichkeiten zu alkoholischen Getränken. In Deutschland ist lückenlose Versorgung rund um die Uhr oberstes Gebot. Daher Verkauf auch an ungeeigneten Stellen (Autobahn-Raststätten, Tankstellen). Zaghafte Einschränkungen durch den Jugendschutz bleiben aufgrund fehlender Kontrollmechanismen und bei Automatenverkauf wirkungslos. |
| 28.10.2004 | Warnhinweise: Entsprechend den Warnungen auf Tabakerzeugnissen an alkoholischen Getränken anzubringende Hinweise auf Gefährdungen durch Alkoholkonsum (unvermittelte Heiterkeits- oder Wutausbrüche, nicht enden wollendes Mitteilungsbedürfnis, Fahruntüchtigkeit, akute Impotenz, Suchtgefährdung). Langer Text Werbehindernis. Schwierige Handhabung bei losem Ausschank: Vorlesen durch Wirt? |
| 29.12.2004 | Werbeverbot: für alkoholische Getränke: Würde nichts nützen, weil Werbung sowieso nichts bewirkt. In der Sowjetunion wurde nämlich auch getrunken, obwohl Werbung verboten war. Nur Deppen geben offenbar trotzdem noch viel Geld für Werbung aus. Werbeflächen in öffentlicher Hand zumeist in langfristigen Verträgen an Werbeunternehmen verpachtet, die sich weigern, für bestimmte Produkte nicht zu werben. (Knebel) |
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InhaltsverzeichnisEntwicklungen der schweizerischen Alkoholpolitik der letzten Jahre anhand von Leserbriefen Ihre Meinung interressiert uns Links zu Fachleuten und Institutionen Die Lobby-Arbeit der globalen Alkoholindustrie Dossiers: Suchtmittelwerbung; Alcopops; Absinth; WTO - GATS; Alkoholkonsum Jugendlicher; Alkohol und Verkehr / Drink Driving; Wein (Alkohol) sei (mässig genossen) gesund; Sport und Alkohol; Strukturelle Prävention; NPA (Nationales Programm Alkohol); botellón Projekt-Idee
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Herausgeber/Editor:Hermann T. Meyer, Projekte und Dienstleistungen, Lindenstr. 32, CH-8307
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