Leserbrief

 

                                                                                                                                                                                                                                                                           25.10.1997

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Betr. Alkohol in Limonaden Nr. 43/22. Okt. 1997

Sie orientieren Ihre Leserschaft, dass Coop nun auch Alco-Pops führen, "die neuen Lieblingsgetränke vieler Jugendlicher". Ihre Beschreibung dieser süssen Alkoholika lässt auch keine Zweifel offen, dass sie genau für Kinder und Jugendliche geschaffen wurden, obwohl Sie das Gegenteil behaupten (müssen). Noch nie wurde denn auch eine neue Getränke-Produktelinie mit derartigem Erfolg eingeführt.

In England wurde bereits eine Motion mit 85 Parlamentarier-Unterschriften im Unterhaus eingereicht, und der "Daily Express" startete eine Kampagne "beschützt unsere Kinder", um die Alco-Pop-Produktion zu stoppen. "The Observer" berichtete am 15. Juni 1997, dass Coop England als erster Detailist Alco-Pops aus dem Verkauf genommen hat mit der Begründung, dass sie auf die Jugendlichen ausgerichtet seien, die noch unter die Jugendschutzgesetze fallen. In Ihrem Artikel beruhigen Sie Ihr Gewissen mit dem Hinweis auf Ihre Weisungen betreffs Verkauf an Jugendliche. Sie wissen wohl selbst, und Tests haben es genügend gezeigt, wie wenig solche Richtlinien ans Verkaufspersonal nützen. Sie sind offenbar noch nicht zufrieden damit, dass der Alkoholkonsum Jugendlicher in der Schweiz in den letzten Jahren massiv angestiegen ist.

Sie zeigen, dass in England, der Wiege der internationalen Genossenschaftsbewegung, vom Pioniergeist, für das Wohl der Konsumenten zu arbeiten, noch einiges mehr übriggeblieben ist als bei uns.

                                                                        Mit freundlichen Grüssen

                                                                             Hermann Meyer  

 

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Stand: 11.11.2008