www.alkoholpolitik.ch

Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Leserbrief zur Rückweisung eines neuen Tabakwerbegesetzes

Mittwoch 14. Dezember 2016 von htm

 

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

09.12.2016

Leserbrief zu „Kein Werbeverbot für Tabakprodukte“ am 9.12.16 im Tages-Anzeiger

Nun haben also wieder beide Parlamentskammern ein gesundheitspräventives Gesetz zurückgewiesen. Ein Verbot von speziell an Jugendliche gerichtete Werbung halte eine Mehrheit hingegen für sinnvoll. Als ob diese die allgemeine Tabakwerbung nicht auch zu sehen bekämen.

Seit den 1970er Jahren, als die erste von zwei Volksinitiativen gegen die Alkohol- und Tabakwerbung vom Volk abgelehnt wurde, haben unsere bürgerlichen Politiker in Bern nichts gelernt, obwohl die Wissenschaft immer wieder auf die Zusammenhänge zwischen Werbung und Konsum hingewiesen hat. Die angeblich freie Marktwirtschaft muss immer noch als Begründung für ein unverantwortliches gesetzgeberisches Verhalten herhalten.

Im Kommentar auf Seite 2 wird die starke Lobby der Tabakindustrie erwähnt. Natürlich geht es um den Profit der globalen Industrie, welche in der Schweiz bei Politik und Wirtschaft besonderen Schutz geniesst, zum Nachteil der Bevölkerung. Dass die Medien nicht viel besser agieren, sieht man am Beispiel dieser Tages-Anzeiger Nummer: Nicht vor der Parlamentsdebatte wird recherchiert und werden Fakten gebracht, sondern nach dem Beschluss in Bern werden „Nachhutgefechte“ in Form eines halbseitigen Interviews eines Tabakindustriellen, der praktisch alle seine unglaubwürdigen, „postfaktischen“ Behauptungen platzieren konnte und eines recht guten Kommentars („Von der Lobby vernebelt“) geliefert.

Wir schauen immer wieder hochmütig auf die Länder mit Korruptionsskandalen, stören uns aber nicht daran, dass die Tabak-, Alkohol- und Werbeindustrien unser Parlament und Teile der Wirtschaft in Geiselhaft genommen haben.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
Effretikon

(Die Hälfte gekürzt, am 14.12.16 veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Andere Drogen, Gesundheit, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Politik, Reklame, Schweiz, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Leserbrief zu „Zwangsabgabe auf jedes Bier“

Sonntag 19. Juni 2011 von htm

5.6.2011

Redaktion Sonntagsblick
8008 Zürich

per E-Mail

Sehr geehrte Redaktion,

Gerne unterbreite ich Ihnen den nachfolgenden Leserbrief.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

Leserbrief zu „Zwangsabgabe auf jedes Bier“ vom 5.6.11

Eine Lenkungsabgabe auf allen Alkoholika ist sehr sinnvoll. Wissenschaftlich erwiesen und auch bei uns eine Erfahrungstatsache: Alcopopsteuer 2005 brachte einen Konsumrückgang auf diesen Getränken von ca 75%. Weil es keine generelle Steuererhöhung auf allen alkoholischen Getränken gab, wurde leider stark auf andere, auch selbst gemischte harte Sachen, ausgewichen. Auf der andern Seite führte die starke Reduktion der Schnapssteuer zu einem Konsumanstieg.

Um einer generellen Alkoholsteuer politische Akzeptanz zu verschaffen, sollte sie als Lenkungsabgabe geplant werden. D.h. der Ertrag müsste der Prävention dienen, auch kulturelle und sportliche Breitenförderung sind Prävention. Auf www.alkoholpolitik.ch ist eine Projekt-Idee beschrieben, die einen vielleicht gangbaren Weg aufzeigt. Dann müssten Staat, Präventionsfachleute und Medien der Bevölkerung klarmachen, dass es mit einer Alkoholsteuer nur gewinnen kann.

Bisher hält uns die Alkoholindustrie in Geiselhaft. Wir bezahlen ein Leben lang ungefragt die von ihr verursachten immensen Sozialkosten, gegen 500 Franken pro Kopf und Jahr – egal mit wieviel Konsum. Mit den Steuern könnte diese Last stark reduziert werden. Ist die Steuer hoch genug, wird auch ein Konsum- und damit ein Schadensrückgang eintreten, der wiederum die Sozialkosten senken hilft. Eine massive Unterstützung von Kultur und Jugendsport würde diese Entwicklung weiter fördern.

Die Preise für Alkoholika sind im Laufe der Jahrzehnte, gemessen an der Kaufkraft, immer billiger geworden. Dazu werden immer wieder mit Billigaktionen zusätzliche Konsumanreize geboten und die Werbung heizt die Konsumfreudigkeit weiter an. Die Alkoholindustrie entwickelt laufend neue trendige Getränke, die vor allem Jugendliche zu immer früherem Einstieg verleiten und mit ihrem gesüssten Geschmack sogar die Mädchen ansprechen. Bei Saufgelagen übertrumpfen die Mädchen teilweise sogar die Burschen. Dass diese häufige Suche nach dem Rauscherlebnis für unsere Gesellschaft ein bedrohliches Ausmann angenommen hat, sollte jedermann, vor allem die Politiker mit ihrem Auftrag, sich für unser Wohl einzusetzen, stark beschäftigen und veranlassen, nach Auswegen zu suchen und diese zu unterstützen.

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alcopops (de), Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Gesundheit, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Prominenz, Schweiz, Sozialkosten, Verbraucherschutz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Werbung | Keine Kommentare »

Ein Alkohollobbyist zur WHO-Resolution/Alkohol-Strategie

Samstag 13. März 2010 von htm

Jetzt kommt der »Passivtrinkerschutz« … diesmal nicht zulasten der Genußraucher sondern der Genußtrinker.
Fallen wir wieder darauf rein? Oder haben wir aus dem »Nichtraucherschutz«-Debakel gelernt? (Quelle: Google Alkohol Alert, 13.3.10) sackstark.de, 13.3.10 Unser Online Kommentar: Vielen Dank für Ihre fleissige Übersetzerleistung. Sie haben leider immer noch ein Brett vor dem Kopf, sonst würden Sie auch erkennen, dass das Alkoholproblem ein sozial-medizinisches Problem ist und deshalb das schwerwiegendste Drogenproblem. Es gibt kaum ein Problemfeld in unserer Gesellschaft, in dem der Alkohol keine negative Rolle spielt. Sie haben richtig bemerkt, dass die Quantifizierung nicht immer leicht ist, deshalb auch die unbestimmten Formulierungen. Ihr Zitat von Kurt Tucholsky finde ich sehr passend. Es nimmt Partei für jene wachen Erdenbürger, die sich endlich gegen das Diktat der Alkoholindustrie auflehnen, einer Industrie, welche die Gesellschaft in Geiselhaft genommen und deren Glieder zu Passivtrinkern degradiert hat. D.h. sie zahlen die Sozialkosten und leiden unter der verminderten Lebensqualität.

Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Alkoholsteuern, Allgemein, Arbeitsplatz, Armut, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Internationales, Jugend, Medien, Passivtrinker, Politik, Statistik, Verhältnis-Präv., Verkehr, Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

Leserbrief zu „Vorbeugen selten besser als heilen“

Mittwoch 17. Februar 2010 von htm

Leserbrief zu „Vorbeugen selten besser als heilen“, in der NZZ vom 2.2.2010 (nicht online)

Sie gewähren einem deutschen Hydrobiologen viel Raum, um in einem Rundumschlag die Prävention im Gesundheitswesen zu verdammen. Haben Sie keinen kompetenten Gesundheits-Fachmann dafür gefunden? Was hätte Herr Gärtner wohl gesagt, wenn die Schweinegrippe in voller Wucht ausgebrochen wäre, ohne dass genügend Impfstoff bereitgelegen hätte?
Dass er mit seinen Verallgemeinerungen auch Gebiete in Mitleidenschaft zieht, die dringend der Vorsorge bedürfen, ist ihm vielleicht nicht bewusst, oder gar beabsichtigt. Dieses Gefasel von Freiheit und Verantwortung auf diesen Seiten ist ja bald krankhaft. Er sollte sich einmal vorrechnen lassen, wie viele Milliarden weltweit für die Behebung von Alkoholschäden aufgewendet werden müssen, statt dass diese Beträge in die Vorsorge und für die Therapie eingesetzt werden können. Auch in der Schweiz geben wir jährlich über 6.5 Milliarden Franken aus. Letztendlich zahlt der Einwohner. Aehnliches wird es auch in andern Gesundheitssektoren festzustellen geben.
Eine Einschränkung der Freiheit im grossen Stil ist der Alkoholindustrie und ihren Komplizen anzulasten. Sie haben die Bevölkerung in Geiselhaft genommen und zur ungefragten Zahlung der Alkoholschäden und zum Ertragen der Minderung der Lebensqualität verpflichtet. Wann lehnt sich der Liberalismus endlich gegen diese Vergewaltigung auf? Lieber verdient er daran.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Allgemein, Leserbriefe, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv. | Kommentare deaktiviert für Leserbrief zu „Vorbeugen selten besser als heilen“

Das frühe Vorbild der Eltern

Donnerstag 11. Juni 2009 von htm

Online-Kommentar zu: „Alkohol in der Puppenküche“ in der Wirtschafts Woche am 10.6.09
Kontrabass:
Den Artikel finde ich ziemlich gut. Er ist immerhin nachdenklich und sieht bei Eltern schon früh eine Verantwortung. Wenn die Kinder in der Pubertät sind, ist es meistens zu spät, weil dann die Peer-Group massgebend wird. Aber auch da können die Eltern schon früher steuern, zu welcher Gruppe ihr Kind geht. Eine Möglichkeit ist, die Kinder in eine Jugendorganisation zu schicken, die ethische Grundlagen hat und deren Leiter man persönlich kennenlernen sollte.
Der Kommentar von AJ ist die übliche Entschuldigungsmasche. Der eigene Konsum wird verharmlost. Alkoholkultur ist eine Scheinkultur, die für Millionen von Menschen Verderben brachte und bringt und die ganze Bevölkerung in Geiselhaft nimmt, d.h. ihre Lebensqualität schmälert und zur Bezahlung der Sozialkosten in ungeahnter Höhe zwingt. Die USA haben einen weit geringeren pro Kopf-Verbrauch als Deutschland und damit auch weniger Schäden. Dass Alkohol bei uns die Droge Nr. 1 ist, hat mit der Intelligenz und Einsicht der Bevölkerung, mit der Käuflichkeit von Regierungen zu tun, die Angst um Wählerstimmen haben und mit der Macht der Alkohol- und Werbeindustrie, die Regierungen und z.B. Sportverbände mit ihrem Sponsoring erpressen können.

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Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Internationales, Jugend, Konsumhaltung, Leserbriefe, Politik, Verhaltens-Präv. | Keine Kommentare »

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