Parlamensdebatten

24. September 2003, 13:10, NZZ Online


Der Ständerat will die «grüne Fee» legalisieren


Das Absinthverbot soll fallen

Der Ständerat will die «grüne Fee» legalisieren. Das Absinthverbot soll aufgehoben werden. Absinth
- die «grüne Fee» - soll in der Schweiz wieder legal gebrannt und vermarktet werden dürfen.
Der Ständerat hat am Mittwoch oppositionslos einer Parlamentarischen Initiative Folge geleistet, die das Absinthverbot im Gesetz aufheben will.

(sda) Die kleine Kammer folgte mit ihrem Entscheid der Empfehlung der Wirtschaftskommission (WAK). Bei einem legal hergestellten Absinth bestehe für die Volksgesundheit keine grössere Gefahr als bei anderen Spirituosen, sagte WAK-Sprecher Franz Wicki (Luzern, cvp.) zum Vorstoss seines Ratskollegen Jean-Claude
Cornu (Freiburg, fdp.). Im Gegenteil: Heute habe das seit 1908 in der Bundesverfassung verbotene Getränk den Kult-Charakter des Verbotenen, sagte Wicki. Der Gehalt des bei übermässigem Konsum als schädlich geltenden
Thuyons ist inzwischen reglementiert - bloss: Die Betriebe, die den Absinth illegal herstellen, liessen sich nicht kontrollieren.

Im Rahmen der Totalrevision der Verfassung wurde das Verbot nicht beibehalten. Auf Gesetzes- und Verordnungsebene blieb es indes bestehen. Von einer Aufhebung versprechen sich der Initiant und der Ständerat nicht zuletzt einen wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung für das Val-de-Travers. Dank der Legalisierung könnte die «grüne Fee» Werbeträgerin der Region werden. Für das Neuenburger Tal habe Absinth historischen und landwirtschaftlichen Wert, hatte Cornu seine Initiative begründet: «Zudem würde die Landwirtschaft vielfältiger, weil Absinth, Pfefferminze, Zitronenmelisse und Hysop angebaut würden.» Cornu verwies zudem auf absinthähnliche Konkurrenzprodukte aus Frankreich. Sollten Herstellung und Verkauf des Absinth erlaubt werden, wäre es möglich, das Getränk mit Ursprungsbezeichnung oder geographischer Angabe gegen die Konkurrenz
zu schützen. Eine legale Absinth-Produktion könnte im Val-de-Travers Arbeitsplätze schaffen.

Die WAK hat nun die Aufgabe, das Anliegen der Initiative in ein Gesetz umzuwandeln. 


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