Internationales

03.06.2006

Broschüre der Guttempler in Deutschland 

(Layout technisch bedingt leicht verändert)

             GUTTEMPLER   

Und wie viel Alkohol verträgt die Gesellschaft?

Vorschläge der GUTTEMPLER für eine nachhaltige Kostensenkung im Gesundheitswesen und bei den Rentenversicherern.


Forderungen

Die Guttempler in Deutschland sind der Auffassung, dass eine notwendige Einstellungs- und Verhaltensänderung gegenüber dem Gebrauch von alkoholischen Getränken durch eine umfassende Information und Aufklärung erreicht werden kann, die durch begleitende gesetzliche Maßnahmen unterstützt werden müssen.

Deshalb fordern die GUTTEMPLER:

1.      Unverzügliche Umsetzung der Beschlüsse der Weltgesundheits-
   organisation WHO für Europa

2.      Einheitliche Gesetzgebung für alle Suchtmittel

3.      Politische Maßnahmen zur Reduzierung des Alkoholverbrauchs

4.      Werbeverbot für Alkohol

5.      Warnhinweise auf den Produkten bezüglich der Konsumrisiken während der
   Schwangerschaft und Stillzeit

6.      Punkt-Nüchternheit

7.      Null-Promille im Straßenverkehr

8.  Umfassende und ständige Aufklärung über die Wirkung und Gefahren
    des Alkohols sowie weitergehende präventive Maßnahmen.

9.  Kontinuierliche Forschung zur Ermittlung der alkoholbedingten Folgekosten.

10.  Entwicklung einer Alkoholkontrollpolitik ohne Einwirkung der Alkoholindustrie als wesentlicher Verursacher.


Gesellschaftliche Einnahmen und Ausgaben durch den Alkoholkonsum

Gerne weisen die Interessenvertreter der Alkoholindustrie auf die geldspendende Wirkung ihrer Produkte für den Fiskus hin. In der Tat kassiert die öffentliche Hand jährlich durch die Steuern auf Bier, Schaumwein und Branntwein 3 Milliarden Euro.

Eine beachtliche Summe - doch deckt sie nicht einmal 20 % der alkoholbedingten Kosten.

Nach Untersuchungen des Robert Koch Instituts, betragen die alkoholbedingten Kosten jährlich 20 Milliarden Euro für Kranken-und Rentenversicherer.

 

20 Milliarden Euro müssen Jahr für Jahr von der Solidargemeinschaft aufgebracht werden, um die direkten und indirekten Kosten des Alkoholkonsums zu decken!

Gibt es keinen Ausweg ?

Fakten zum Alkoholkonsum:

7 bis 12 % der Bevölkerung trinken gar keinen Alkohol aber -

über 9 Millionen Menschen haben gravierende Alkoholprobleme oder sind abhängig vom Alkohol.

Es ist davon auszugehen, dass diese Gruppe 70 % des gesamten Alkohols konsumiert.

Menschen, die bereits erhebliche soziale und gesundheitliche Probleme haben, sind die attraktivste Kundengruppe der Alkoholindustrie.


Die Alkoholindustrie macht im wesentlichen ihre Gewinne in dieser Kundengruppe, ohne sich um das menschliche Elend und die gesellschaftlichen Kosten zu kümmern.

Gibt es keinen Ausweg ?

Internationale Untersuchungen belegen, dass die alkoholbedingten Schäden und damit die Kosten im direkten Verhältnis zum Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol stehen.

Wird das Ziel der Weltgesundheitsorganisation erreicht, den Pro-Kopf -Verbrauch an Alkohol um 25 % zu senken, bedeutet das eine Entlastung für die Krankenkassen und Renten Versicherer um
5 Milliarden Euro !

5 Milliarden Euro, die jährlich ohne Leistungsverschlechterungen in Form von Beitragssenkungen an die Bürger weitergegeben werden können.

Entscheidend für die weitere Kostenentwicklung ist es, die Gruppe der Menschen mit einem gefährlichen oder abhängigen Konsum zu reduzieren.

GUTTEMPLER und natürlich auch andere Verbände versuchen, Mitmenschen dieser Gruppe mit ihren Angeboten zu helfen.

Untersuchungen zeigen: wer bis zum 25 Lebensjahr keinen riskanten Alkoholkonsum hat, wird auch im weiteren Leben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zum Hochkonsumenten.

Hier liegt der Schlüssel für eine nachhaltige Kostenreduzierung

Das wissen auch die Alkoholindustrie und ihre Interessengruppen,

darum werden Milliarden an Werbung ausgegeben, um besonders die junge Generation für den Alkoholkonsum zu gewinnen. Ungeniert wird auch mit der Rauschwirkung der Produkte geworben und es werden spezielle „Drinks" Alkopops und Designerdrinks entwickelt. Die Gewinne dieses Geschäftes werden privatisiert und die Folgen werden sozialisiert.

In Deutschland propagiert die Industrie, besonders durch ihre Interessenorganisation der „Deutschen Initiative zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholischen Genussmitteln (DIFA)" die Eigenverantwortung. Wenn diese Eigenverantwortung zur Vermeidung eines schädlichen oder abhängigen Konsums führte, würde die Industrie mehr als die Hälfte ihres Umsatzes einbüssen. Darum widersetzt sich die DIFA auch allen gesetzlichen Maßnahmen.

Das Thema Jugend und Alkohol existiert für die DIFA nicht, wie ein Besuch auf der home page (www.difa-forum.de zeigt. Gerade für diese Zielgruppe werden aber Programme und gesetzliche Maßnahmen gebraucht, um einen gefährlichen und abhängigen Konsum im späteren Lebensalter zu verhindern.

Das Einstiegsalter der Jugendlichen muss zukünftig um mindestens 5 Jahre angehoben werden. Gelingt dieses nicht, werden Chancen zur Kostenreduzierung bewusst verspielt. Ohne energisches Gegensteuern ist sogar zu befürchten, dass das Einstiegsalter noch weiter absinkt, was unweigerlich zu einem Anstieg der Gruppe mit problematischem oder abhängigen Konsum führt, mit einer unweigerlichen Kostensteigerung.



Es gibt einen Ausweg!

Darum fordern die GUTTEMPLER die folgenden konkreten Maßnahmen:

  1. Anzeigenkampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung analog der Aids/HIV Kampagne zur gesellschaftlichen Diskreditierung des Alkoholkonsums, besonders unter Jugendlichen

  2. Heraufsetzung des gesetzlichen Abgabealters für alkoholische Getränke einheitlich auf das Alter von 21 Jahren

  3. Striktes Alkoholverbot in allen Einrichtungen und bei allen Veranstaltungen, die mehrheitlich von Jugendlichen besucht werden

  4. Das muss besonders auch für die entsprechenden Abteilungen    der Sportvereine gelten.

  5. Verbot der verdeckten Werbung durch die Alkoholindustrie(Sponsoring)

  6. Generelles Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum



Viele dieser Forderungen erscheinen sehr drastisch. Das Problem Alkohol, besonders die Entwicklung des Rauschtrinkens unter Jugendlichen, verlangt aber nach energischen Maßnahmen.

Der Alltag in den Discotheken - ein geeigneter Platz für junge Menschen ?

Gesetzliche Vorschriften werden bei der Preisgestaltung nicht eingehalten. Der Literpreis für Mineralwasser beträgt 5 Euro, Bier kostet nur 4 Euro. Ein alkoholfreies Getränk 0,2 Liter, müsste bei diesem Bierpreis nach §6 des Gaststättengesetzes unter 0,80 Euro kosten.

Jugend braucht Spaß und Ausgelassenheit, gemäß dem Goethe Zitat:


 

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Stand: 30.12.2008