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VERSTEHEN VERÄNDERT

Gedanken zur Agenda  -  Aktion 2003 von FASTENOPFER und BROT FÜR ALLE

Um nicht falsch verstanden zu werden, möchte ich gleich betonen, dass ich die Aktionen der beiden Trägerschaften voll und ganz unterstütze und auch bewundere, wie sie immer wieder neue Ideen entwickeln, um unsere Gesellschaft zur Mithilfe aufzurütteln.

Mich hat einfach ihr diesjähriger Slogan "Verstehen verändert" bewogen, ihn im Hinblick auf das Alkoholproblem zu hinterfragen. Was in der Entwicklungshilfe richtig ist, stimmt leider in der Alkoholprävention nur beschränkt. Wie wir schon auf der Homepage am Anfang darlegen, verändert die aufklärende Prävention das Verhalten der Menschen kaum. Wir wissen schon lange, dass wir einen hohen Blutzoll entrichten und jammern über die hohen Gesundheitskosten, viele werden sogar deswegen zum Sozialfall, aber ändern tun wir nichts. Obwohl mehr als die Hälfte der Bevölkerung Alkohol in minimen Mengen verantwortungsvoll konsumiert, will diese Mehrheit nicht einsehen, was sie tun müsste, um sich selber und unserer Gesellschaft dieses Leid und diese Kosten zu ersparen.

Einige Lichtblicke in diesen Tagen gibt es zum Glück: Da stimmten National- und Ständerat mehrheitlich für die 0,5-Promillegrenze im Strassenverkehr. Sie brachten damit eine jahrzehntelange Auseinandersetzung zu einem glücklichen, wenn auch späten Abschluss. Es ist nur traurig, wenn man an die vielen unschuldigen Opfer denkt, die dieser langwierige Kampf gekostet hat. Die Parlamentsmehrheit hat nun ihr Wissen in eine Veränderung einmünden lassen. Hoffen wir, dass auch die Bevölkerung mit Verstehen reagiert und diese repressive Massnahme akzeptiert und falls nötig ihr Verhalten ebenfalls verändert.

Oder in Zürich, da bringt der mehrheitlich bürgerliche Regierungsrat eine Vorlage, die das l998 von der bürgerlichen Mehrheit des Kantonsrates in der Liberalisierungseuphorie völlig entleerte Gastgewerbegesetz in einem Punkt korrigieren soll, um lärmgeplagten Anwohnern etwas mehr Nachtruhe zu verschaffen. Wie gut kann wohl der Kantonsrat auf diese Herausforderung reagieren und sich von den wirtschaftlichen Interessen der Nachtcafé-Besitzer emanzipieren?

Hier noch einige Zitate aus der Agenda 2003 zum Meditieren:


Traurig, aber wahr, dass der uralte Tanz ums goldene Kalb alle anderen Tänze überlebt.
Serge Lifar (1905 - 1986), französischer Tänzer und Choreograf russischer Herkunft


Die Zahl derer, die durch zu viele Informationen nicht mehr informiert sind, wächst.
Rudolf Augstein (1923 - 2002), deutscher Publizist und Journalist


Wirklich wissen heisst, von diesem Wissen verändert zu werden.
Antony de Mello (1931 - 1987), indischer Jesuit und Meditationslehrer


Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf - es kommt nur auf die Entfernung an.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1926), österreichische Schriftstellerin


Gebete ändern nicht die Welt. Aber sie ändern Menschen, und Menschen ändern die Welt.
Albert Schweitzer (1875 - 1965), Theologe, Arzt und Friedens-Nobelpreisträger

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Stand: 03.01.2009