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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Newsletter Mai 2011 – d –

Dienstag 31. Mai 2011 von htm

www.alkoholpolitik.ch Newsletter Mai 2011 (per 31.05.11)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Wir freuen uns, Ihnen den neuen Newsletter im 10. Erscheinungsjahr der Webseite unterbreiten zu dürfen und hoffen, dass er für Sie nützlich ist. Wenn Sie Anregungen für Verbesserungen haben, sind wir für Ihr Feedback dankbar, und wir werden deren technische Umsetzung gerne versuchen. Wir haben nur noch wenige Unterteilungen vorgenommen und eine kleine Auswahl mit gekürzten Meldungen getroffen. Mit Hilfe der Links in den Ueberschriften, können Sie die ausführlichere und verwandte Meldung leicht finden. Um den Newsletter weiter zu kürzen, haben wir zwei getrennte Ausgaben nach den Sprachen Deutsch und Englisch verfasst. Wir würden uns über ein Feedback freuen, ob diese Form für Sie nützlich ist. Auf der Webseite finden Sie weitere Kapitel, z.B. Leserbriefe, Interventionen, Zitate. In der englischen Abteilung sind mehrheitlich Artikel notiert, die in der deutschen Version nicht  vorhanden sind. Es lohnt sich, auch dort zu stöbern.

Bitte überprüfen Sie, ob unsere Adresse in der Liste der akzeptierten Adressen enthalten ist, damit Ihr Spam-Filter unsern Newsletter nicht zurückweist.

4343 Eintragungen in 146 Kategorien mit 10’902 Schlagwörtern seit 1.1.2009; Online seit August 2001.

Sollten Sie den Newsletter nicht mehr zu erhalten oder ihn für jemand anderen zu bestellen wünschen, senden Sie bitte eine kurze Mitteilung an htmeyer(at)alkoholpolitik.ch

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

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Begleittext zum E-Mail-Newsletter

Deutschland, Liechtenstein und die Schweiz führten letzte Woche eine nationale Alkohol-Präventionskampagne durch. Von Österreich habe ich nichts gehört, früher war es auch dabei.

Während in Deutschland die Zeitungen dem Thema „Alkohol – weniger ist besser“ reichlich Platz einräumten, war in der Schweiz recht wenig darüber zu lesen, sehen und hören. Das Thema war allerdings anders gewählt: „Zum Wohl? Die Schweiz spricht über Alkohol“. So wurde denn an über 600 zum Teil wiederholten Veranstaltungen über Alkohol diskutiert. Aber nicht, wie der Konsum zu reduzieren sei, das Alkoholgeschäft sollte nicht darunter leiden, sondern um den Genuss kennenzulernen, zum Teil in Alkoholbetrieben. Auch Therapiemassnahmen waren noch gefragt.

Die beiden grössten Nicht-Boulevard-Zeitungen liessen sich herab, je einen seitenlangen Artikel zu bringen, die nur als erbärmlich bezeichnet werden können, wenn man die Bedeutung des Alkoholproblems dazu in Beziehung setzt.

Das Staatsradio, das sich auf einen Beitrag in der Konsumentensendung „Espresso“ beschränkte, doppelte heute nach, indem es in der Sendung „Treffpunkt“ zwei Stunden dem Bier widmete. Die erste Begleitmusik war ein Pop-Halleluja. Das ist in etwa die Lage vor der bundesrätlichen Botschaft zum neuen Alkoholgesetz. Der Slogan „Zum Wohl“ hat sich erfüllt: Zum Wohl der Alkoholindustrie.

Man sagt, die vier Frauen im Bundesrat hätten die Wende in der Atompolitik herbeigeführt – gegen den Willen der Atomlobby. In Deutschland ist es auch eine Frau, allerdings mit Rückendeckung des Ethikrates. Das ist immerhin ein starkes Zeichen, auch wenn das Parlament noch darüber befinden muss. Die Katastrophe in Japan hat auch die Bevölkerung beider Länder beeinflusst, deren Wille zu spüren ist.

Bei der Alkoholfrage ist die Lobby so stark, dass der Sdchweizer Bevölkerung die relevanten Informationen vorenthalten werden, so dass kein Druck auf die Regierung entstehen kann. Ob die vier Bundesrätinnen auf sozialem Gebiet auch so stark sind? Soziales sei doch eine Frauen-Domäne? Aber ohne die manipulierte Bevölkerung?

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TOP NEWS

CH: Divergierende Meinungen zum neuen Alkoholgesetz und kantonale Verschärfungen – 22. Mai 2011

Neue Alkohol-Lenkungsabgabe

In den nächsten Wochen dürfte der Bundesrat über das weitere Vorgehen beim umstrittenen Alkoholgesetz entscheiden. Offenbar sollen Forderungen nach einer neuen Lenkungsabgabe aufgenommen werden.

Kommende Woche wird in der Schweiz über Alkohol diskutiert. Unter der Federführung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) findet eine «Dialog-Woche Alkohol» statt. Für Gesprächsstoff ist gesorgt. Der Bundesrat dürfte sich bald zu den Ergebnissen der Vernehmlassung zur neuen Alkoholgesetzgebung äussern. Kaum umstritten ist das neue Spirituosen-Gesetz, das vor allem die Erhebung und Kontrollpraxis der Ethanol-Steuer vereinfacht. Auf dem bekannten präventionspolitischen Minenfeld liegt hingegen das neue Alkoholgesetz. Seitens des Finanzdepartements wurden jetzt verschiedene Forderungen von Präventionsorganisationen in den weiteren gesetzgeberischen Prozess eingebracht. … (Quelle: NZZ Online, 20.5.11) Kommentar: Einigermassen ausgewogener Artikel. Nicht erwähnt werden die Empfehlungen der WHO, die man offenbar fürchtet. Der Alkoholkonsum sei rückläufig, wird angeführt, um nichts unternehmen zu müssen. Dass dies minim und auf hohem Niveau geschieht und möglicherweise auf die Immigration zurückzuführen ist, ist egal. Die hohen Schäden werden nicht erwähnt. Auch nicht, dass die Besteuerung ungenügend ist und die Schäden bei weitem nicht deckt. In der gedruckten NZZ vom 21.5.11 erschien nur eine Kurzmeldung auf 16 Zeilen.

Schon ein Drink schwächt das Herz – 1. Mai 2011

Schon einmaliger Alkoholkonsum kann die Herzfunktion beeinträchtigen. Das ist das Ergebnis einer deutsch-belgischen Studie, die auf der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde.

Die Forscher der Kardiologischen Klinik Bad Oeynhausen, des Krankenhauses Ludmillenstift, Meppen, und des Universitätskrankenhauses Gasthuisberg im belgischen Leuven untersuchten 19 herzgesunde Partyteilnehmer vor und zwölf bis 16 Stunden nach dem Konsum von Alkohol. Die mittlere Spitzenalkoholkonzentration lag bei 1,4 Promille. …„Unsere Studie weist erstmals eine signifikante dosisabhängige Verschlechterung der linksventrikulären Funktion nach Alkohol nach“, fassen die Studienautoren den Stellenwert der Untersuchung zusammen. Die linksventrikuläre Funktion ist der Prozess, bei dem das Herz das mit Sauerstoff angereicherte Blut in die Gefäße pumpt. (Quelle: Google Alkohol News, 1.5.11) focus.de, 30.4.11 unser Online-Kommentar: Oh, diese Kommentare! Nachdem die Alkohollobby uns seit einem Jahrzehnt mit alkoholpositiven Untersuchungen eingedeckt hat, dreht sich das Blatt nun ziemlich eindrücklich. Und viele Kommentatoren sind nun eigenartigerweise vom Wert wissenschaftlicher Arbeit nicht mehr überzeugt. Man will doch nur das lesen, das einen in seinem Verhalten bestärkt. Lieber zahlt man weiter ein Leben lang die alkoholbedingten horrenden Sozialkosten und verbleibt in der Hörigkeit einer skupellosen Alkohollobby.

SCHWEIZ

CH: SRG muss nur einen Teil der Alkohol-Werbe-Einnahmen abgeben – 31. Mai 2011
Lausanne – Die SRG muss dem Bund nur einen Drittel ihrer Einnahmen aus einem Alkohol-Werbespot abliefern. Laut Bundesverwaltungsgericht darf nicht der gesamte Netto-Ertrag aus den Spots von 185’000 Franken eingezogen werden, weil nur der letzte Teil des Spots ein unzulässiges Verkaufsangebot enthalten hat.
Seit Ende Februar vergangenen Jahres darf am Fernsehen wieder für alkoholische Getränke geworben werden. Verboten ist es allerdings, dem Zuschauer ein konkretes Angebot zu unterbreiten, das er mit der gebotenen Bestellmöglichkeit sofort wahrnehmen kann…. (Quelle: Google Alkohol News, 31.5.11) nachrichten.ch, 30.5.11 Kommentar: Alkoholwerbung gab es bei der SRG vorher noch nie. Gut, dass das BAKOM aufpasst. Allerdings ist die Lifestyle-Werbung in den verschiedenen Programmen, die stundenlang über Alkoholika berichten, viel verheerender. Gerade jetzt läuft auf Radio DRS1 ein Treffpunkt mit zwei Stunden Bier-”Information”. Als Werbespot kaum bezahlbar.

Tages-Anzeiger vom 28.5.11 “Wer gerne trinkt, muss auch den Kater lieben”.
Der Kunsthistoriker Peter Richter feiert in seinem neuen Buch die Freude am Trinken. Er sieht sie ernsthaft in Gefahr.
Der 37-jährige Schriftsteller und Kulturjournalist («Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung») schreibt an gegen den Druck der Präventionspolitiker. Sein Buch «Über das Trinken» (Goldmann, München) durchsetzt eine amüsante Kulturgeschichte des Alkohols mit Kapiteln zur Politik und Literatur, zum Saufen und Trinken. Dazwischen berichtet Richter von eigenen Erfahrungen – leidvollen und anderen. Er verklärt und verdammt nicht, schreibt geistreich und gescheit. Wenn auch, dies der einzige Einwand, allzu süffig. (jmb) Kommentar: Nun hat auch der Tages-Anzeiger wie die NZZ (abgesprochen?) am Ende der nationalen Dialogwoch “Alkohol” die Diskussion mit einem wie Richter schreibt “amüsanten” Beitrag “bereichert”, der dem schwersten sozialmedizinischen Problem der Schweiz in keiner Weise gerecht wird und falsche Informationen verbreitet. Offenbar ist dies die einzige journalistische Spielart, die unter dem Druck der Alkohollobby noch möglich ist. So weit ist unsere Pressefreiheit verkommen! Wo ist die sogenannte Presse-Kritik? Und der Schweizer Presserat mit seinen schönen Rechten und Pflichten des Journalisten? (siehe unsern pendenten Leserbrief)

CH: Testkäufe wirken – Minderjährige kommen schwerer zu Alkohol – 25. Mai 2011

Alkohol-Testkäufe von Jugendlichen scheinen die Verkäufer zu mehr Aufmerksamkeit getrieben zu haben. Im vergangenen Jahr sind Minderjährige weniger leicht an Alkohol gekommen. Am ehesten kamen die Jugendlichen noch in Cafés und Restaurants zu alkoholischen Getränken.
In 26,8 Prozent der Fälle erhielten die jugendlichen Testkäufer Alkohol, wie die Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV) mitteilte. Dies sind 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Ausserdem handelt es sich um die tiefste Rate seit Beginn der landesweiten Erfassung der Testkäufe im Jahr 2000. (Quelle: SF1, Tagesschau, 23.5.11) Kommentar: Es ist positiv zu vermerken, dass der Trend der an Minderjährige verkauften alkoholischen Getränke nach unten zeigt. Aber nach 10 Jahren immer noch rund ein Viertel ungesetzliche Verkäufe sind immer noch viel zu viele. Hinter diesen Zahlen stehen Tausende von Jugendlichen, die sich an den Alkoholkonsum gewöhnen und viele von ihnen werden später Alkoholprobleme haben mit Folgen für die ganze Gesellschaft.
Es ist nun dringend nötig, dass die eidg. Räte die gesetzlichen Grundlagen schaffen, damit die Kantone häufiger kontrollieren und härter strafen. Sonst wird es immer noch viele Wirte und Händler geben, die lieber an den Jugendlichen verdienen, als den Jugendschutz einzuhalten.

CH: Platzverbot für König Alkohol – 25. Mai 2011

Nach dem Rauchen gerät auch das Trinken gesellschaftlich unter Druck – das war absehbar.
Jugendliche «Koma-Trinker» geben ein schlechtes Beispiel. Verdanken wir ihren Exzessen eine zunehmend restriktive Alkoholpolitik? Wenig fehlt, und der Gesundheitswahn wird nach dem Rauchen nun auch das Trinken stigmatisieren. … (Quelle: NZZ, 25.5.11) Kommentar: Der Deutschland-Korrespondent der NZZ lässt seinen Frust los, indem er auf einer Achterbahn der Gefühle Argumente und Informationen durcheinanderwirbelt, um am Schluss noch auf das Recht auf Rausch zu plädieren. Ein wirklich “hilfreicher” Beitrag zur nationalen Dialogwoche “Alkohol”. Der NZZ fehlt es offenbar an schweizerischen Fachjournalisten auf diesem Gebiet oder sie will bewusst keinen konstruktiven Beitrag leisten. Die Wirtschaft könnte es übel nehmen. (siehe auch Leserbrief)

CH: Dialogwocheveranstaltung in Winterthur – 25. Mai 2011

Vier Experten, zehn Zuhörer. Am Informationsabend über Jugend und Alkohol. Ein Zuhörer machte seinem Frust Luft: ” In einer Stadt, die mehr als 100’000 Einwohner zähle und auch viele Jugendliche beheimate, könne es doch nicht sein, dass sich nur so wenige Erwachsene hier eingefunden hätten. Er sei zutiefst enttäuscht.” (Quelle: Der Landbote, 25.5.11) Kommentar: Die auch enttäuschten Veranstalter werden sich Fragen stellen: Wurde für den Anlass lokal genügend geworben? Versprachen die Referenten neue Erkenntnisse oder kritische Voten, die eine lebhafte Diskussion erwarten liessen? Meiner Einschätzung nach ist das magere Interesse auch darauf zurückzuführen, dass in Winterthur seit jeher eine alkoholfreundliche Politik betrieben wird. Die Verbundenheit mit der Haldengut-Bier-Geschichte sitzt noch tief. Die Alkohol-Testkauf-Ergebnisse sind immer noch katastrophal, weil die Behörden zu wenig einschreiten. Das Albanifest, das Oktoberfest, die Saufkultur von Studenten, das prägt die allgemeine Ansicht, man kann ja doch nichts machen, es gehört halt dazu. Also wozu einen solchen Anlass besuchen? …

CH: Nationalratskommission zum Kinder- und Jugend-Förderungsgesetz – 23. Mai 2011

Als Kommission des Zweitrates widmete sich die WBK-N dem Kinder- und Jugend-förderungsgesetz (KJFG; 10.087 s). Mit dieser Vorlage wird das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1989 über die Förderung der ausserschulischen Jugendarbeit (Jugendförderungsgesetz, JFG) totalrevidiert. Den Bedürfnissen der sich wandelnden Gesellschaft soll Rechnung getragen und das Engagement des Bundes in der Kinder- und Jugendpolitik innerhalb der bestehenden verfassungsmässigen Zuständigkeiten (Art. 67 Abs. 2 BV) soll mit der Vorlage verstärkt werden (s. Medienmitteilung der WBK-S vom 21. Januar 2011). … (Quelle: Medienmitteilung WBK-N, 23.5.11) Kommentar: Förderung der Jugendverbände ist auch Alkoholprävention. Eine grosszügige Ausgestaltung wäre wünschbar. Hat dies die Kommissionsmehrheit begriffen?

CH: Alkohol und Tabak an Jugendliche verkauft – 22. Mai 2011

Die Zürcher Stadtpolizei führte am letzten Mittwoch mit 13 – 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in 17 Läden, Kiosken und Tankstellenshops Testkäufe durch. In 7 (41%) erhielten sie problemlos Alkohol und/oder Tabakwaren. Die fehlbaren Verkäufer wurden verzeigt. (Quelle: Tages-Anzeiger, 21.5.11) Kommentar: Nicht einmal bei 13-Jährigen werden Verkäufer aufmerksam. Und das nach einem Jahrzehnt mit Testkäufen!

CH: Heisse Diskussion um Alkohol-Testkäufe – 22. Mai 2011

«Testkäufe: Weiterführen und die Sünder härter bestrafen», Ausgabe vom 19. Mai.
Lukas Nussbaumer selber stellt im Schlussabsatz fest: Offen bleibt, ob hohe Bussen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen eindämmen können. Der ganze Artikel aber stellt Wirtsleute und Verkaufspersonal als Sünder dar, die nichts lieber tun, als nachlässig und geldgierig den Jugendlichen Alkohol zu verkaufen.

Alkoholtestkäufe sind ein unterhaltsames Katz-und-Maus-Spiel der Beamten der Alkoholverwaltung, aber sie senken definitiv den Alkoholkonsum der Jugendlichen nicht. Wenn die Gesellschaft krankt, die Familie nicht funktioniert und der Einzelne nie Selbstverantwortung übernehmen muss, dann braucht es Sündenböcke. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) obwaldnerzeitung.ch, /Luzerner Zeitung, 21.5.11 Kommentar: Sünder sind die Besitzer, die ihr Personal nicht gründlich schulen, weil sie das Problem entweder nicht ernst nehmen oder so lange wie möglich daran verdienen wollen. Schuld ist aber auch die Politik, die seit einem Jahrzehnt es nicht fertig bringt, wirksame Massnahmen zu ergreifen. Auch bei ihnen sind u.a. wirtschaftliche Interessen im Spiel.

CH: Nidwaldner Gemeinden engagieren sich in der Alkoholpolitik – 22. Mai 2011

Die Delegierten für Gesundheitsförderung und Prävention der Gemeinden des Kantons Nidwalden verankern ihre Alkoholpolitik mittels eines Alkoholaktionsplans 2012 – 2016. An ihrer Versammlung thematisieren sie die Massnahmen des Alkoholaktionsplans 2012 – 2016 und setzten sich mit Interventionsmöglichkeiten zu Problemen im öffentlichen Raum auseinander. (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) Dialogwoche Alkohol, 19.5.11

CH: Alkohol an Jugendliche – 22. Mai 2011

In den Monaten Februar bis April wurden im Auftrag der Luzerner Polizei insgesamt 155 Alkoholtestkäufe vorgenommen. Dabei wurden 78 Verkaufsgeschäfte, 60 Restaurationsbetriebe und 17 Festwirtschaften getestet. Die Kontrollen fanden in der Stadt Luzern und auf dem Land statt. … Die Testkäufe waren gegenüber dem Vorjahr etwas besser. Bei 62 von 155 Kontrollen (40 Prozent) erhielten Jugendliche aber immer noch alkoholische Getränke (Vorjahr 46 Prozent). Bei den Verkaufsgeschäften wurden bei 33 Prozent und bei den Restaurationsbetrieben inklusive Festwirtschaften bei 47 Prozent Alkohol verkauft. … Die fehlbaren Betriebe wurden orientiert und werden wieder getestet. (Quelle: Google Alkohol News, 19.5.11) wochen-zeitung.ch, 19.5.11 Kommentar: Man hat nicht den Eindruck, dass die Luzerner den Jugendschutz sehr ernst nehmen.

CH: Vorschau Sommersession 2011 – 21. Mai 2011

Nationalrat Sommersession 2011
Ständerat Sommersession 2011

CH: Wir sprechen über Alkohol – Sie auch? – 21. Mai 2011

Bern, 17.05.2011 – Alkohol ist als Kultur- und Konsumgut fest in unserer Gesellschaft verankert. Zu einem guten Essen gehört für viele ein Glas Wein, andere wollen auf ihr Feierabendbier nicht verzichten. Doch Alkohol hat nicht nur eine gemütliche und gesellige Seite, sondern kann auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit sowie auf die Gesellschaft haben. Gerade weil der Alkohol gesellschaftlich akzeptiert ist, fällt es vielen schwer, über allfällige Probleme zu reden – oder andere darauf anzusprechen. Um dieses Tabu zu brechen und alkoholbedingten Folgeproblemen vorzubeugen, lanciert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine neuartige, partizipative Alkohol-Präventionskampagne.

Das Gespräch zum Umgang mit Alkohol anregen – das ist das Ziel der nationalen Dialogwoche, welche vom 21. – 29. Mai 2011 stattfindet. Sie ist Teil der neuen Alkohol-Präventionskampagne, welche nicht auf direktive Botschaften, Plakate und Fernsehspots setzt, sondern das Thema dort ansprechen will, wo es brennt. Indem sie dort ansetzt, wo sich die Menschen bewegen und indem sie Fragen stellt, berücksichtigt diese Kampagne unterschiedliche Blickwinkel in Bezug auf den Alkoholkonsum.

Während dieser Woche realisieren rund 230 Partner über 260 verschiedene Aktivitäten. Einige Aktivitäten finden mehrmals statt, wodurch der gesellschaftliche Dialog an insgesamt über 620 Veranstaltungen gefördert wird. … (Quelle: Medienmitteilung BAG, 17.5.11) Kommentar: Dies ist der offizielle Startschuss für die Medien. Verschiedene Blickwinkel würden berücksichtigt, d.h. die Alkoholindustrie ist mit dabei. Ihr Image wird gestärkt, statt geschwächt. Das ergibt keine wirksame Prävention.

CH: Newsletter Mai 2011 Suchtprävention Zürcher Oberland – 19. Mai 2011

Aktuelle Informationen und Links zu Neuigkeiten in der Präventionslandschaft für das Zürcher Oberland. (Diesmal wird sogar eine unserer Meldungen erwähnt.)

CH: «Die Klubs haben diese Szene aufkommen lassen, zum Teil sogar gepflegt» – 16. Mai 2011

Karin Keller-Sutter, Präsidentin der Polizeidirektoren, fordert eine Festnahme-Einheit gegen Hooligans

Im Letzigrund randalieren FCB-Chaoten, YB-Schläger greifen in Ostermundigen einen Zug an. Was sagen Sie als Präsidentin der kantonalen Polizeidirektoren (KKJPD) zu diesen Gewaltausbrüchen?
Ich finde diese Entwicklung unsäglich. Ich bin aber auch nicht überrascht. Die Klubs haben diese Szene aufkommen lassen, zum Teil sogar gepflegt. Sie freuten sich daran, dass die Fankurven für Stimmung sorgten. Als die Szene gewalttätig wurde, hiess es plötzlich: Das ist ein gesellschaftliches Problem, das muss der Staat lösen. Was kann man tun? … (Quelle: Sonntagszeitung, 15.5.11) Kommentar: Im ganzen Interview keine Silbe über Alkohol. Dafür über millionenschwere Aufstockungen der Polizeistellen. Das ist FDP-Sicht. Den Profit der Industrie, die Schäden für Staat und Bevölkerung, unter dem Deckmäntelchen der Selbstverantwortung.

CH: Junge lernen das Bierbrauen – 15. Mai 2011

Mit einer ungewöhnlichen Aktion begeht das Sozialberatungszentrum Hochdorf/Sursee die Dialogwoche Alkohol, die vom 21. bis 29. Mai stattfindet: In Sursee werden Jugendliche in die Kunst des Bierbrauens eingeführt.
«Sie sollen erkennen, wie viel Wissen und Aufwand sich hinter dem fertigen Produkt verbirgt», erklärt Projektleiterin Christina Hierzer. Zudem würden die Auswirkungen des Trinkens thematisiert. In einem Monat schliesslich wird der Gerstensaft zusammen mit den Eltern degustiert. www.ich-spreche-über-alkohol.ch (Quelle: 20minuten Online.ch, 12.5.11) Kommentar: Dass dieses Heranführen an einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol nicht funktioniert, hat erst kürzlich eine Studie bewiesen. Noch immer gilt: Die beste Methode ist, die Kinder so lange wie möglich vom Alkohol fernzuhalten. Eine Andere Veranstaltung dieser Aktionswoche findet in einer Schnapsfirma statt. Die Alkoholindustrie freut es. Sie kann ihr Image aufpolieren. Wer die entsprechenden Zahlen kennt, weiss, dass sie dies dringend nötig hat. Der Bund hilft dabei. Dieses Sozialberatungszentrum sollte sich verkriechen.

1000 Schulen im Schweiz. Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen – 14. Mai 2011

Seit 1997 koordiniert RADIX im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit und Gesundheitsförderung Schweiz das Schweizerische Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen. Dieses umfasst aktuell 16 kantonale und 2 sprachregionale Netzwerke mit 1000 Schulen. Die 1000. Schule ist die erste Schule aus dem Kanton Uri, die Kreisprimarschule Seedorf-Bauen. (Quelle: radix, 12.5.11)

CH: Randalierer fahren billiger mit der SBB – 9. Mai 2011

SBB geben Fussball-Fans Rabatt, obwohl diese in Zügen Millionenschäden anrichten. Für die treusten Kunden steigen die Abo-Preise, Fussballrowdys erhalten bis zu 60 Prozent Rabatt. Dies sei nötig, um die normalen Passagiere zu schützen, sagen die SBB.
Sie zahlen heute schon weniger als normale Passagiere und werden, wie SBB-Sprecher Reto Kormann sagt, in den Extrazügen auch künftig von Spezialtarifen profitieren. So kostet etwa die Fahrt von Zürich an den YB-Match in Bern und zurück mit Halbtax-Abo 22 Franken, im normalen Zug sind es 47 Franken. …

Die SBB privilegieren damit ausgerechnet jene Kunden, die ihnen die grössten Kosten verursachen. Verwüstete Züge mit herausgerissenen Sitzen und zerstörten Fenstern hinterlassen mittlerweile nach jeder Fussball-Saison eine ungedeckte Rechnung von drei Millionen Franken. Und gemäss SBB steigt die Schadenbilanz laufend an: «Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres haben wir in der Rückrunde 2011 markant mehr Ereignisse rund um die Fan-Transporte verzeichnet», sagt Kormann. … (Quelle: NZZ, 8.5.11) Kommentar: Dass in Deutschland auf solchen Risikostrecken zu den Spielen Alkoholverbot eingeführt wurde, scheinen die SBB nicht gehört zu haben.

Zürich: Neuer Klub setzt auf Billig-Alkohol – für Jugendliche – 8. Mai 2011

Im Klub Liv dürfen Jugendliche ihren eigenen Alkohol mitbringen. Dies empört die Suchtpräventionsstelle.
Eine Wodka-Flasche für 25 Franken, Bier schon ab vier Franken und zur Krönung dürfen gar eigene Flaschen mit in den Klub genommen werden. Der Klub Liv will sein Publikum mit Billig-Alkohol anziehen. Dies berichtet 20 Minuten in seiner heutigen Ausgabe.
Der Klub öffnet am Samstag seine Tore im ehemaligen Klub Oh! beim Letzipark. Laut Mitbetreiber Kamil Fencap wollle man mit dem Konzept dem Trend entgegensteuern, dass sich viele Partygänger an einer Tankstelle Alkohol kaufen und sich vor den Klubs betrinken, um Geld zu sparen. … (Quelle: Tages-Anzeiger, 6.5.11) Kommentar: Das ist nur ein Beweis, dass es an einer echten Alkoholpolitik fehlt. Wir haben nur eine “Pflästerlipolitik”. Die Suchtpräventionsstelle müsste der Bevölkerung reinen Wein einschenken, doch dafür sind ihr die Hände von den politischen Behörden gebunden.

CH: Knapper Kommissions-Entscheid zum Präventionsgesetz – 7. Mai 2011

Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (SGK-SR) ist mit 7 zu 6 Stimmen auf das Präventionsgesetz eingetreten. … das der Nationalrat in der Sondersession vom April 2011 gutgeheissen hatte. Eine nationale Gesundheitsstrategie und eine klare Kompetenzordnung seien nötig, insbesondere um chronischen Krankheiten vorzubeugen, die mit der Alterung der Gesellschaft zunähmen und zu hohen Krankheitskosten führen könnten. Die Minderheit der Kommission argumentierte, es brauche kein neues Gesetz, um die bereits vielfältigen und wichtigen Präventionsanstrengungen besser zu koordinieren. Zuvor hatte die Kommission Vertretungen der Befürworter und der Gegner des Gesetzes sowie der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz angehört. Sie wird die Detailberatung an einer ihrer nächsten Sitzungen aufnehmen. (Quelle: Amtliches Bulletin, 6.5.11)

CH: «Vorsorgen ist besser als heilen» – 5. Mai 2011

Nachhaltige Wirkung zu gleichen Kosten: Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sind heute die häufigsten Todesursachen und die Hauptgründe für vorzeitig verlorene Lebensjahre. Die Förderung von gesundheitsbewusster Selbstverantwortung und gesundheitsförderlichen Verhältnissen vermindert dieses Gesundheitsrisiko. Prävention und Gesundheitsförderung sind der Schlüssel zum Erfolg. Beides zusammen ist nachhaltig wirksam und volkswirtschaftlich sinnvoll und es führt zu einer spürbaren Entlastung der stetig steigenden Gesundheitskosten. Das zur Diskussion stehende Präventionsgesetz unterstützt diese Politik, ganz der alten Weisheit folgend: Das Factsheet (pdf, 2S., 156Kb) der Allianz “Gesunde Schweiz” ist online erhältlich. (Quelle: Infoset Newsletter Mai 2011) Kommentar: Gesundheitsförderung wird hochgejubelt, obwohl sie bei uns seit 20 Jahren betrieben wird und auf dem Alkoholsektor ausser der 0,5 ‰-Grenze nichts vorzuweisen hat. Die leichte Senkung des Pro-Kopf-Konsums ist womöglich auf die Einwanderung der Moslems zurückzuführen. Ziel ist, die Alkoholindustrie zu schonen, die uns ein Leben lang horrende Sozialkosten aufbürdet. Die Empfehlungen der WHO werden ignoriert.

CH: Newsletter Infoset Direct – 5. Mai 2011

Informationen aus allen Suchtbereichen vor allem aus der Schweiz. Hier bestellen

CH-Nationalrat: Interpellation Zielgerichtete Alkoholprävention – 4. Mai 2011

11.3334 – Eingereicht von Schmid-Federer Barbara am 12.04.2011. Artikel 43a des Bundesgesetzes über die gebrannten Wasser (Alkoholgesetz) hält fest: …
Ich bitte den Bundesrat in diesem Zusammenhang um Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie hoch sind die Mittel gemäss Artikel 43 AlkG?
2. Wer ist für die Verteilung der Mittel zuständig? Aufgrund welcher Kriterien wird diese Zuständigkeit delegiert? usw. bis 6.
(Quelle: Newsletter Fachverband Sucht, 3.5.11)

CH: Steigende Kosten im Gesundheitswesen – 1. Mai 2011

Kosten machen 2009 bereits 11,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus.
Die Schweizer lassen sich ihre Gesundheit immer mehr Geld kosten: Das Gesundheitswesen hat im Jahr 2009 61 Milliarden Franken gekostet – 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Am stärksten stiegen die Kosten bei der ambulanten Behandlung in Spitälern. (Quelle: NZZ, 29.4.11) Kommentar: Dass mit einer Senkung des Alkoholkonsums die Gesundheitskosten massiv reduziert werden könnten, wird immer noch verschwiegen. Profitieren würden alle. (Ausser der mehrheitlich ausländischen Alkoholindustrie)

INTERNATIONAL

D: „Risikokonsum von Alkohol hat zugenommen“ – 30. Mai 2011
Experten der Stadt Düsseldorf nehmen Erwachsene als Trink-Vorbilder in die Pflicht.
Gerade ist auf dem Gustaf-Gründgens-Platz eine Präventionswoche gegen Alkohol zu Ende gegangen, etwa 1.000 Menschen haben sich über die Gefahren von übermäßigem Alkoholgenuss informiert. Experten kommen zu unterschiedlichen Einschätzungen, wenn man sie nach dem Trinkverhalten von Jugendlichen fragt. … (Quelle: Google Alkohol News, 30.5.11) wz-newsline.de, 29.5.11 Unser Online-Kommentar: Natürlich hat jeder Jugendliche seine Probleme. Das heisst aber nicht, dass es egal ist, wenn er sich noch ein Alkoholproblem zulegt. …

D: Pforzheimer Schutzengel sind auch ohne Alkohol gut drauf – 29. Mai 2011

Wie viel Spaß eine Party ohne Alkohol machen kann, das stellten am Freitagabend 200 “Schutzengel” unter Beweis. Sie feierten im Autohaus ahg die inzwischen dritte “Schutzengelparty”.
Sie kommen immer dann ins Spiel, wenn es darum geht, Zivilcourage zu zeigen oder angetrunkenen Jugendlichen nach dem Discobesuch den Schlüssel wegzunehmen: Seit 2008 veranstaltet die Pforzheimer Polizei in Kooperation mit der Industrie- undHandelskammer (IHK) Nordschwarzwald das Projekt „Schutzengel“, bei dem es darum geht, junge Leute im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zu freiwilligen Helfern der Gesetzeshüter auszubilden.
Rund 1180 ehrenamtliche Einsatzkräfte gäbe es bislang in der Goldstadt, die einen erheblichen Teil dazu beigetragen hätten, Gewaltakte oder Trunkenheit am Steuer einzudämmen, so der ehemalige Projektleiter Thomas Hoffmann von der Polizei Pforzheim. … (Quelle: Google Alkohol News, 29.5.11) pz-news.de, 28.5.11

Zitat: Die australische Gesundheitsministerin im Kampf gegen das Rauchen – 26. Mai 2011

“Die Tabakkonzerne versuchten ihre Profite zu retten, die Regierung aber wolle Menschenleben schützen, sagt sie.”

(Quelle: NZZ, 26.5.11: Aufgefallen; Australiens Kampf gegen das Rauchen, Seite 2, nicht online) Kommentar: Wann sagt unsere Regierung, sie wolle Menschenleben und nicht die Industrie schützen, z.B. jetzt, während der Dialogwoche “Alkohol”?

UNO: Der vergessene Faktor bei der Armut in Familien – 26. Mai 2011

Bei der Bekämpfung der Armut in Familien braucht es eine evidenz-basierte Alkoholpolitik.
In seiner Botschaft zum Internationalen Tag der Familien 2011 sagt der UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon:” An diesem Internationalen Tag der Familien lasst uns entschlossen unterstützen, denn sie ziehen die Jungen auf, sorgen für die Alten und fördern starke Gemeinden.”
Die UNO hat eine lange Geschichte der Anstrengungen zum Schutz der Familien, vor allem von Frauen und Kindern. Das Thema dieses Jahres ist sehr wichtig, da es Entwicklungshilfe-Organisationen und Regierungen erlaubt, die Scheinwerfer auf eine versteckte Schlüsselfrage zu richten – die Belastung von Familien durch Alkoholmissbrauch. Wirksame Aktion auf diesem Gebiet wird die Bedingungen und zukünftigen Perspektiven von Kindern, Frauenund Familien allgemein radikal verbessern. …. (Quelle: IOGT International, 16.5.11) (englisch) Kommentar: In der Schweiz wird dieser Faktor in der Armutsdiskussion immer vergessen. Die Arbeit wird kompliziert, wenn man sich auch noch mit der Alkoholfrage herumschlagen muss. Sollen das doch andere tun, die keine Rücksichten nehmen müssen.

D: Ministerin Steffens zum Start der Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ – 25. Mai 2011

Wir müssen Kinder und Jugendliche darin bestärken, eine kritische Einstellung zum Alkoholkonsum zu entwickeln.

Bei der Eröffnungsveranstaltung der Stadt Düsseldorf für die bundesweite Aktionswoche “Alkohol? Weniger ist besser!” hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens am Samstag (21. Mai 2011) angekündigt, die Maßnahmen der Landesregierung zur Alkoholprävention im Rahmen der Landeskampagne “Sucht hat immer eine Geschichte” zu intensivieren. … (Quelle: Google Alkohol News, 25.5.11) nrw.de, 21.5.11

D: Alkohol-Abhängigen darf Führerschein entzogen werden – 24. Mai 2011

Alkoholabhängigen Autofahrern, die ihre Sucht trotz einer Therapie nicht überwunden haben, darf der Führerschein entzogen werden. Das hat das Verwaltungsgericht Trier am 12. Mai laut einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden und damit einen entsprechenden Antrag eines Autofahrers abgewiesen (Aktenzeichen: 1 L 557/11.TR). (Quelle: netdoktor, 23.5.11)

China: Vom Kavaliersdelikt zum Verbrechen – 24. Mai 2011

“Lebenslänglich” für zu viel Alkohol am Steuer, Von Peter Achten, Peking

Betrunken, zu schnell, Rotlicht überfahren, Unfall, zwei Tote, Fahrerflucht – der 31 Jahre alte Chen Jia muss lebenslang hinter Gitter.
Das Urteil „lebenslänglich“ hat ein Pekinger Gericht gefällt. Derzeit ist eine landesweite Kampagne gegen Alkohol am Steuer im Gange und wird in sämtlichen Medien breit publiziert. Zwar hatte sich Chen nach vier Tagen selbst der Polizei gestellt und der betroffenen Familie das vom Gericht gesprochenen Schmerzensgeld von 1,9 Millionen Yuan (umgerechnet rund 600’000 Franken) bereits zukommen lassen, was gut chinesisch wegen Einsicht und Reue normalerweise zu einem etwas milderen Urteil geführt hätte. Nicht in diesem Fall. Chen ist reich, und viele Reiche glauben, sich mit Geld alles erlauben zu können. Deshalb wohl das harsche, gnadenlose Urteil. (Quelle: Journal21.ch, 22.5.11)

D: Alkohol, Müll und Urin am Busbahnhof – 23. Mai 2011

WEISSENFELS/MZ. “Wir setzen uns nicht ins Wartehäuschen, wenn die dort sitzen”, sagt Regina Janetzke. “Die” – das sind fünf bis zehn Leute, die jeden Tag – oft schon am Vormittag – an den Busbahnhof kommen, Alkohol trinken, bei den Büschen im Freien urinieren, Flaschen stehen lassen, gelegentlich pöbeln und manchmal gewalttätig werden.
Zuletzt geschehen im Februar, als eine Verkäuferin im Supermarkt gewürgt wurde. Auch ein Busfahrer wurde schon angegriffen, ein anderes Mal hat ein Betrunkener die Seitenscheiben eines Busses eingeschmissen. … (Quelle: Google Alkohol News, 23.5.11) mz-web.de, 22.5.11

Die Weltgesundheitsorganisation unter Druck – 22. Mai 2011

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht sich gezwungen, etwa 300 Mitarbeiter zu entlassen. Das geht aus dem Bericht hervor, den WHO-Generaldirektorin Margaret Chan diese Woche in Genf auf der Jahresversammlung der Organisation unterbreitet hat.
Aus den Dokumenten geht hervor, dass auf Antrag der massgeblichen Regierungen das Budget bis 2013 um mindestens eine halbe Milliarde Dollar gekürzt werden muss. Chan macht dafür die Wirtschaftskrise in zahlreichen Ländern und den Wertverlust des Dollars verantwortlich. »Wir erhalten unsere Mittel in Dollar und bezahlen unsere Angestellten in Schweizer Franken«, erklärte sie.
Am Freitag verabschiedete die bis zum 24. Mai dauernde Weltgesundheitskonferenz das Budget für 2012 und 2013. Danach stehen der Organisation in den nächsten zwei Jahren nur mehr 3,958.979.000 Dollar zur Verfügung. … (Quelle: Journal21.ch, 21.5.11)

D: Nur jede 600. Trunkenheitsfahrt wird entdeckt – 22. Mai 2011

Von 600 Trunkenheitsfahrten wird durchschnittlich nur eine entdeckt. Das teilte Professor Dr. Dieter Müller von der Sächsischen Polizei. 0,19 Prozent aller Führerscheinbesitzer in Deutschland mussten sich im vergangenen Jahr der Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) wegen und Alkohol-, Drogen-, Verkehrs- und Strafdelikten unterziehen. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) auto. t-online.de, 20.5.11

Li: Vom Sucht- zum Genussmittel – 22. Mai 2011

Vom 21. bis 29. Mai findet in Liechtenstein eine Aktionswoche zum Thema «Alkohol? Weniger ist besser!» statt. Dadurch soll die Bevölkerung für einen verantwortungs- und genussvollen Umgang mit dem Genuss- und Suchtmittel Alkohol sensibilisiert werden.
In den letzten Jahren hat sich die Philosophie der Suchtprävention stark verändert. Von der strickten prohibitiven, also verbietenden, Philosophie hin zu einer Philosophie, die statt dem Verbot vielmehr einen kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit Substanzen, die zu einer Sucht führen können, fördern möchte. Genau diese Philosophie verfolgt auch die Aktionswoche Alkohol, die vom 21. bis 29. Mai unter dem Motto «Alkohol? Weniger ist besser!» in Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland durchgeführt wird. … (Quelle: Google Alkohol News, 21.5.11) vaterland.li, 20.5.11 Kommentar: Genau diese Abkehr von der Verhältnis-Prävention brachte uns den Jugendalkoholismus und immense Alkoholschäden und alkoholbedingte Sozialkosten.

D: Europäische und internationale Alkoholpolitik – 21. Mai 2011

In einer Medienmitteilung informiert die Deutsche Drogenbeauftragte über die Situation bei der Alkoholpolitik von EU und WHO:
Situation in Europa – EU-Alkoholstrategie – Projekte der Alkoholprävention im Rahmen des EU-Gesundheitsprogramms –
Globale Strategie zur Reduzierung des Alkoholmissbrauchs Kommentar: Ein volles Jahr benötigte die Drogenbeauftragte, bis sie sich überwand, die Empfehlungen der WHO für eine globale Alkoholstrategie zu veröffentlichen. Die schweizerische Regierung ist noch immer nicht soweit.

D: Deutsche trinken im Schnitt zehn Liter Alkohol im Jahr – 21. Mai 2011

Jugendliche greifen in Deutschland immer seltener zu Flasche, Zigarette oder Joint. Insgesamt aber haben Millionen Bundesbürger Suchtprobleme. “Es ist der Alkohol, der uns im Moment die größten Schwierigkeiten macht”, sagte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2011 in Berlin. So sei Deutschland mit im Schnitt zehn Liter reinen Alkohols pro Kopf und Jahr “an vorderster Stelle im Ländervergleich”. Allein zehn Prozent der Menschen tränken davon etwa die Hälfte.
Dem knapp 150-seitigen Bericht zufolge sind 1,3 Millionen Deutsche abhängig von Alkohol. Insgesamt gefährden sich 9,5 Millionen Menschen durch übermäßiges Trinken. Mindestens 73.000 sterben jedes Jahr an den Folgen von Alkoholmissbrauch. … (Quelle: Google Alkohol News, 18.5.11) tagesschau.de, 17.5.11 Kommentar: Die Zahl der Rauschtrinker hat sich seit 2000 fast verdreifacht.

D: Landwirt verkaufte unerlaubt Alkohol – 21. Mai 2011

Wegen unerlaubten Handels mit Alkohol ist ein Landwirt zu einer Haftstrafe von zwölf Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Mann habe 10.000 Liter Alkohol verkauft, ohne Steuern zu zahlen, teilte das Hauptzollamt Saarbrücken am Montag mit. Dem Fiskus sei dadurch Branntweinsteuer in Höhe von 130.000 Euro hinterzogen worden. Diese Summe muss der Mann nun nachzahlen. Außerdem stellten die Zollfahnder 3.000 Liter Alkohol in der Brennerei des 58-Jährigen sicher. Die Brennerlaubnis wurde entzogen. … (Quelle: Google Alkohol News, 17.5.11) nachrichten.t-online.de, 16.5.11

D: Neuer Gesundheitsminister: FDP-Mann Daniel Bahr – 16. Mai 2011

Daniel Bahr von der FDP ist seit heute neuer Gesundheitsminister. Der 34-Jährige löste damit Philipp Rösler ab, der neuer Wirtschaftsminister wird. “Unsere Gesundheitspolitik steht für langfristige Perspektiven. Deshalb werde ich die Gesundheits- und Pflegepolitik in bewährter Weise fortführen”, sagt Bahr. Am Donnerstag erhielt Bahr von Bundespräsident Christian Wulff im Schloss Bellevue seine Ernennungsurkunde und wurde im Bundestag vereidigt. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte Bahr ein Studium der Volkswirtschaftslehre und Business Management an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. (Quelle: netdoktor.de, 12.5.11)

Berlin: Alkohol soll auf Bahnhöfen verboten werden – 16. Mai 2011

Nach schweren Übergriffen in Berliner Bahnhöfen fordert CDU-Chef Frank Henkel ein absolutes Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr. Der Berliner Fahrgastverband Igeb begrüßt den Vorschlag, die BVG zeigt sich offen.
BVG-Sprecherin Petra Reetz sagt, in Bussen und Bahnen gelte ein solches Alkoholverbot faktisch schon seit Jahren – möglicherweise soll es auf Bahnhöfe ausgedehnt werden. … (Quelle: Google Alkohol News, 16.5.11) morgenpost.de, 15.5.11 Kommentar: Warum ist die CDU nicht auch auf Bundesebene am Thema Alkohol interessiert, wo sie die Macht hat, Lösungen durchzubringen?

A: Zehnjähriger nach Promille-Exzess wieder fit – 8. Mai 2011

“Genug vom Alkohol”
Die Erhebungen im Fall jenes Zehnjährigen, der in Gratwein bei Graz eine Flasche “Eristoff Black” geleert hatte und mit mehr als zwei Promille ins Spital gebracht worden war, werden laut Polizei kommende Woche fortgesetzt. Die Antwort auf die Frage, woher er die Wodka-Mixtur hatte, wird über die Art der Anzeige entscheiden. Stefan geht es mittlerweile wieder gut. (Quelle: Google Alkohol News, 7.5.11) krone.at, 7.5.11

München: ALKOHOL-VERBOT am Gärtnerplatz? – 8. Mai 2011

Das letzte Mittel der Stadt gegen die Party-Szene. Halli-Galli bis morgen Früh? Von wegen. Jetzt will die Stadt den Partys am Gärtnerplatz den Sekthahn zudrehen. Alkoholverbot auf dem Gärtnerplatz!
OB Christian Ude hat bei Bayerns Innenminister ein Gesetz eingefordert, das der Stadt den Erlass von Alkoholverbotssatzungen ermöglicht. „Aufgrund der Vielzahl von Beschwerden sind wir verpflichtet zu reagieren“, sagt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle.
Seit zehn Jahren gibt‘s am Gärtnerplatz in jeder lauen Nacht das gleiche Prosecco- Gedöns. Wenn die Biergärten und Straßencafés um 23 Uhr nix mehr ausschenken, geht‘s hier erst richtig los. „Da sind bis 4 und 5 Uhr früh hunderte Leute auf dem Platz“, erzählt Friedrich Kraus (69, CSU) vom örtlichen Bezirksausschuss. (Quelle: Google Alkohol News, 7.5.11) bild.de, 7.5.11

FORSCHUNG

Irrtümer und Mythen in der Wissenschaft halten sich hartnäckig – 26. Mai 2011

Forschung und Wissenschaft geniessen hohes Ansehen. Doch scheinbar gesicherte Erkenntnisse basieren oft auf weit verbreiteten Mythen und lieb gewordenen Irrtümern. … Buchbesprechung: Ernst Peter Fischer: Warum Spinat nur Popeye stark Macht. Mythen und Legenden in der modernen Wissenschaft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 26.5.11, nicht online) Kommentar: Ohne das Buch zu kennen, möchte ich doch den Schlusssatz des Artikels zitieren: “Das alles macht den neuen Band des Wissenschaftlers und Buchautors zur erfreulichen Lektüre und einmal mehr zu Aufforderung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.” – Das gilt sicher auch für viele Alkohol-Studien. Eigenartig ist nur, dass unsere Presse hauptsächlich jene Studien verbreitet, die alkoholfreundliche Resultate liefern. Z.B. ist die neue, bahnbrechende Krebsstudie, im Gegensatz zu Deutschland, hierzulande praktisch nirgends erwähnt worden. Der gesunde Menschenverstand genügt offensichtlich nicht.

Bei Heuschnupfen auf Alkohol verzichten – 23. Mai 2011

Bier, Wein und Schnaps enthalten Histamin – deshalb sollten Heuschnupfengeplagte auf Alkohol verzichten. Denn Histamin kann die Symptome verschlimmern, sagt Harald Morr, Präsident der Deutschen Lungenstiftung. “Histamin agiert im menschlichen Körper als einer mehrerer Signalstoffe, die während einer allergischen Reaktion ausgeschüttet werden und die typischen allergischen Symptome verursachen.” … (Quelle: Google Alkohol News, 23.5.11) welt.de, 22.5.11

Komasaufen senkt Gedächtnisleistung drastisch – 21. Mai 2011

Wer regelmäßig exzessiv Alkohol konsumiert, fügt seinem Gehirn gewaltigen Schaden zu – Komasäufer können Informationen viel schlechter abspeichern. Regelmäßiges Komasaufen kann das Lernvermögen erheblich beeinträchtigen. Spanische Forscher entdeckten bei Studenten einen klaren Zusammenhang zwischen exzessivem Alkoholgenuss und der verminderten Fähigkeit, Neues anhand mündlicher Informationen zu erlernen.
Das sogenannte deklarative Gedächtnis arbeitet bei Komasäufern merklich schlechter, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt „Alcoholism: Clinical & Experimental Research“. Dieser Teil des Gedächtnisses macht es möglich, Neues zu lernen, denn hier wird explizites Wissen ebenso abgespeichert wie bewusste Erinnerungen zu Ereignissen und Fakten. … (Quelle: Google Alkohol News, 17.5.11) welt.de, 16.5.11 – aerzteblatt.de, 17.5.11

Alkohol – die Wirkungen (gute Zusammenstellung) – 4. Mai 2011

Alkohol ist ein Gift für den Körper. Mit geringen Mengen Bier, Wein & Co. kann der Organismus fertig werden. Wer aber zu viel davon trinkt, muss dafür zum Beispiel mit einer gestörten Wahrnehmung, Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen und Übelkeit büßen. Solche Katersymptome sind Vergiftungserscheinungen, die mit steigendem Promille-Konsum immer schwerwiegender ausfallen. Ein sehr hoher Blutalkoholspiegel kann sogar zum Koma führen und tödlich enden.
Wie schnell und massiv Alkohol seine Wirkung entfaltet, hängt in erster Linie von folgenden Faktoren ab: … (Quelle: netdoktor.de, 27.4.11)
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Letzter Eintrag 31.05.11

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 31. Mai 2011 um 11:36 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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