www.alkoholpolitik.ch

Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Couchepin’s Präventionsgesetz (Leserbrief)

Donnerstag 22. Oktober 2009 von htm

1.10.09
Tages-Anzeiger
Redaktion Leserforum
8021 Zürich

Per E-Mail

Leserbrief zu „Couchepin ärgert Wirtschaft“ u.a. vom 1.10.09

Kurz vor seinem Abtritt bringt Couchepin die Botschaft für ein Präventionsgesetz ins Parlament, wobei er die Opposition der dagegen Sturm laufenden Wirtschaft für „antistaatliche Hirngespinste“ hält. Leider ein zu spätes Aufbäumen gegen den Neoliberalismus der eigenen Partei. Es wäre schön, würde der Nachfolger im Bundesrat dies schon zu Beginn seiner Amtszeit auch so sehen.
Allerdings gibt es Aspekte, die zur Vorsicht mahnen: Wird die Koordination der nationalen Prävention dazu führen, dass die bestehende nichtstaatliche Prävention praktisch ausgebootet wird, wie es im Kanton Zürich betrieben wurde? Oder wird es eine partnerschaftliche Zusammenarbeit z.B. mit den NGO’s geben, die nicht immer die Meinung des von der Politik abhängigen staatlichen Präventions-Institutes teilen könnten? Wird die Gewichtung beim Setzen der Schwerpunkte nicht dazu führen, dass das Alkoholproblem zu Gunsten weniger heikler Themen vernachlässigt wird?
Zwei weitere Artikel der gleichen Nummer befassen sich auch mit der Prävention. Im Kommentar wird die abgedroschene Leier der Eigenverantwortung zelebriert. Die Wirtschaftslobby mit der ihr hörigen Parlamentsmehrheit hat in den letzten Jahrzehnten noch alle wirksamen Massnahmen im Bereich Alkohol und Gesellschaft abgeblockt oder sogar verschlechtert mit Ausnahme der gegen Jugendliche gerichteten nicht ganz gelungenen Alcopopsteuer und der Senkung des Promillewertes im Strassenverkehr. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die sogenannte Mehrheit der mässigen Alkoholkonsumenten ihre Verantwortung für die Gesellschaft nicht wahrnimmt und sich damit selber massiv schädigt. Genau so wie die Wirtschaft, die gegen ihre eigenen Interessen verstösst. Dass es soweit gekommen ist, haben wir der Werbung und den Medien zu verdanken, welche die wahren Zusammenhänge nicht aufdecken und die Bevölkerung mit falschen Botschaften verunsichern und von politischer Aktivität abhalten. Dem Bund eine widersprüchliche Prävention vorzuhalten, ist äusserst billig, wenn man seiner eigenen journalistischen Pflicht seit vielen Jahren nicht nachkommt und dem Leser die Hintergründe und Fakten vorenthält.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)

Be Sociable, Share!

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 22. Oktober 2009 um 10:30 und abgelegt unter Allgemein, Leserbriefe, Politik, Schweiz, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv., Werbung. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentare sind geschlossen.

Powered by Gb-rugs.com - Rugs & Carpets

Get Adobe Flash player