www.alkoholpolitik.ch

Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Offener Brief an den Nationalrat

Samstag 23. Mai 2009 von htm

Sehr geehrte Nationalrätinnen, sehr geehrte Nationalräte,

Sie werden in der kommenden Sommersession die schwierige Aufgabe haben, entscheiden zu müssen, ob Sie Alkoholwerbung auf den Fernsehschirmen in unserem Land zulassen wollen oder nicht. Der Ständerat hat den mutigen Schritt getan und nein gesagt. Als Stimmbürger, als Vater und Grossvater, als pensionierter Lehrer, als Alkoholfachmann bitte ich Sie, schliessen Sie sich dem Ständerat an. Die Beweislast, dass Alkoholwerbung direkt den Konsum und das zukünftige Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflusst, ist derart erdrückend, dass einfach keine Argumentation offen bleibt, die eine gegenteilige Auffassung zulassen würde.
Sie können jederzeit die neusten Studien auf www.alkoholpolitik.ch abrufen, ich brauche sie Ihnen nicht aufzuzählen.
Dazu kommt, dass die EU auch in vertieften Verhandlungen zu diesem Thema steht und erwartet werden kann, dass sie für unsern Standpunkt Verständnis aufbringt, umso mehr, als in der EU die Regel gilt, dass sie sich nicht in die Regelungen der einzelnen Mitgliedsländer einmischt aber eine gemeinsame Strategie sucht.
Sehen Sie selber auf der EU-Webseite: European Alcohol and Health Forum
und auf dieser ganz unten: Science Group of the European Alcohol and Health Forum

In der Fernmeldekommission hat man die Millionen nicht auf der Strasse liegen lassen wollen, die mit dieser Werbung den Fernsehanstalten zugehalten werden könnten. Sie sollten aber auch an die Kehrseite der Medaille denken, die Jugend, die in einer Weise beeinflusst wird, dass unserem Gesundheitswesen und dem Steuerzahler daraus weit mehr Millionen an Schäden erwachsen, ganz abgesehen von den persönlichen Dramen, die mit Alkoholproblemen einhergehen, die ganze Familien zerreissen können und wieder unschuldige Kinder benachteiligen, die in solchen Familien aufwachsen müssen. Heute schätzt man sie auf 100’000 bis 150’000. Können Sie sich das vorstellen? Wenn nicht, dann glauben Sie mir bitte einfach, ich habe es selber erlebt, ich weiss, worüber ich schreibe.

Es ist nicht einfach einzugestehen, dass man bisher die falsche Seite unterstützt hat. Es ist aber immer noch viel einfacher, als wenn ein Alkoholabhängiger von seiner Sucht ablassen soll. Das ist eine unerhörte Willensleistung, oft verbunden mit einer notwendigen Abkehr vom bisherigen Freundeskreis, vom bisherigen Lebensstil und verdient höchste Anerkennung und Achtung. Auch diesem helfen Sie, wenn er oder sie nicht dauernd durch die Werbung in Versuchung geführt und zum Rückfall angeregt wird.

Wenn Sie Wirtschaftsinteressen vertreten, denken Sie daran, dass auch die Gesamtwirtschaft unter der Schadenslast leidet, Sie ihr keinen Dienst erweisen, wenn Sie in den alten Denkmustern verharren. Der frühere irische EU-Kommissär formulierte es so: Health brings Wealth. Gesundheit bringt Wohlstand.

Ich danke Ihnen für Ihr Engagement für unser Land.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
www.alkoholpolitik.ch

Lindenstr. 32
8307 Effretikon

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 23. Mai 2009 um 11:05 und abgelegt unter Allgemein, Interventionen einzeln, Jugend, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Werbung. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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