www.alkoholpolitik.ch

Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Leserbrief zu: mässiger Alkoholgenuss sei nicht lebensverlängernd

Donnerstag 5. März 2015 von htm

12.02.2015
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Verzerrte Alkoholstudien“ am 12.2.15

(Link: http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Ein-Glas-Wein-am-Tag-verlaengert-das-Leben-wohl-doch-nicht/story/22858268)

Als ums Jahr 2004 herum massenhaft Studien veröffentlicht wurden, die herausgefunden haben wollten, dass mässiger Alkoholkonsum lebensverlängernd wirke, haben Wissenschafter des University College London eine 10-jährige Langzeitstudie begonnen, über deren Ausgang der Tages-Anzeiger freundlicherweise auf der Wissenseite berichtet.
Bereits 2006 wurde eine grosse Meta-Analyse von 54 Untersuchungen veröffentlicht, die aufzeigte, dass diese alkoholpositiven Ergebnisse durch systematische Fehler zustande gekommen waren. (Prof. Kaye Middleton Fillmore, u.a., Department of Social and Behavioral Sciences, University of California, San Francisco) (siehe: http://www.alkoholpolitik.ch/archiv08/forschue/forsc117.htm) Ich hatte schon früher über die möglichen Unstimmigkeiten in diesen Untersuchungen auf meiner Webseite geschrieben und nach dieser bahnbrechenden Untersuchung auch die Schweizer Presse gebeten, nun fairerweise diese Studie ebenfalls zu verbreiten. Aber nichts geschah.
Sogar Gesundheits-Blätter liessen sich nicht erweichen und hielten an der werbewirksamen, meist von der Alkoholindustrie finanzierten Mär fest, mässiger Alkoholkonsum sei gesund. Die Wein- und Bierfabrikanten eiferten weiter um die Wette, dass nur ihr Produkt diese lebensverlängernde Wirkung aufweise und unsere Medien machten willfährig mit.
Das Resultat kennen wir. Die Alkoholindustrie ist stark wie nie zuvor. Regierung und Parlament wagen es nicht, König Alkohol zu bremsen. Im Gegenteil, es werden immer neue Liberalisierungsmassnahmen beschlossen und die Empfehlungen der WHO in den Wind geschlagen. Ob die Schweizer Wirtschaft nun merkt, wieviel Einsparungen möglich wären, würde der Alkoholkonsum sinken? Oder ist es einfacher zu jammern und Leute zu entlassen?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu „Migros die Welt Nr. 1“

Dienstag 17. Februar 2015 von htm

03.02.2015

Migros Magazin
Postfach
8031 Zürich

per e-mail: redaktion@migrosmagazin.ch

Leserbrief zu „Weltweit die Nummer eins“ vom 2.2.15

Unter Punkt 5 Produkte und Dienstleistungen ging die wichtigste und nachhaltigste Leistung der Migros und vor allem ihres Gründers Gottlieb Duttweiler vergessen: Der Verzicht, in der Migros alkoholische Getränke zu verkaufen. Wenn man weiss, dass die Erhältlichkeit von Alkohol neben der Preisgestaltung das zweitwichtigste Kriterium ist, das den Gesamtkonsum von Alkohol beeinflusst, kann diese Leistung nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Auch wenn die Migros-Leitung in den Tochtergesellschaften, unter Missachtung des Gründerwillens, den Verkauf alkoholischer Getränke durchgesetzt hat, und die migroseigenen alkoholführenden Denner-Filialen seit einiger Zeit neben den Migros-Supermärkten platziert werden, hat unser Volk doch während Jahrzehnten von dieser segensreichen Geschäftspraxis profitieren dürfen. Und die Migros hat bewiesen, dass es möglich ist, auch ohne den lukrativen Alkoholhandel im heutigen erbarmungslosen Wettbewerb bestehen zu können. Dies wäre auch eine Feier wert.

Mit freundlichen Grüssen

Hermann T. Meyer

(nicht veröffentlicht)

 

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Leserbrief betr. K.-o.-Tropfen und der Sex-Skandal in Zug

Sonntag 15. Februar 2015 von htm

30.01.2015

NZZ am Sonntag
Leserbriefe
per e-mail

Betr. „Sie löschen die Erinnerung aus“ am 25.1.15

Die Autorin Gordana Mijuk hat einen recht umfassenden Artikel zur Problematik der K.-o.-Tropfen geschrieben. Die von ihr erwähnten Untersuchungen finden sich übrigens seit ihrem Erscheinen auf www.alkoholpolitik.ch. Die Quintessenz war, in den meisten Fällen spielte halt doch der Alkohol die Hauptrolle und K-o.-Tropfen wurden als Ausrede vorgeschoben.

Nun könnte man zur Tagesordnung übergehen. Denn dass der Alkohol in unserer Gesellschaft eine unrühmliche Rolle spielt, wissen wir längstens. Und den Beteiligten in Zug wäre damit sicher auch gedient. Ich meine, dies wäre wieder einmal der Moment innezuhalten und zu überdenken: Wollen wir wirklich, dass wir derart von König Alkohol beherrscht werden, dass wir solche Dramen wie in Zug als gottgegeben einfach immer wieder hinnehmen?

Dieses Drama ist nur eines unter vielen, die sich laufend alkoholbedingt meist im Verborgenen abspielen. Bald ist wieder Fasnachtszeit, dann hat diese Art Volksbelustigung wieder Hochkonjunktur. Leidtragende sind in erster Linie die betroffenen Kinder. Welcher Journalist beschreibt ihre Not? Und fordert die Politik auf, Abhilfe zu schaffen? Beide Seiten versagen ständig.

Die Presse ortet die Verlierer in Zug auf beiden Seiten. Tatsache ist, dass wir alle Verlierer sind, solange wir Politiker wählen, die nicht wahrhaben wollen, dass die Alkoholindustrie uns beherrscht und dass ihrem Wirken dringend Grenzen gesetzt werden müssten.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

(nicht veröffentlicht)

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Kommentar zu Blog über „die Droge der Frauen“

Freitag 6. Februar 2015 von htm

Ich finde es sehr löblich, dass für einmal ein Lifestyle-Magazin die Alkoholfrage thematisiert und eine interessante Diskussion hervorruft. Normalerweise sind heute in jeder Zeitung Lifestyle-Rubriken, die meistens Alkoholwerbung betreiben. Was heute als Lifestyle daherkommt, ist nichts anderes als das offensichtliche Zeichen dafür, dass die Alkoholindustrie mit ihren Werbekomplizen ihr Ziel praktisch erreicht haben. Was in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts mit “Ein Bier mit dir” begann, kulminierte mit der Erreichung der Mädchen mit Alcopops. Wir sind fremdbestimmt durch die Alkohollobby.

Kategorie: Alcopops (de), Alkoholindustrie, Allgemein, Feste und Feiern, Fetales Alkohol Syndrom (FAS), Geschlechtspezifische, Gesundheit, Jugend, Konsumhaltung, Leserbriefe, Medien, Schweiz, Werbung | Keine Kommentare »

Research: Alcohol Consumption at Midlife and Risk of Stroke

Donnerstag 5. Februar 2015 von htm

Original Contribution
Alcohol Consumption at Midlife and Risk of Stroke During 43 Years of Follow-Up
Cohort and Twin Analyses
Pavla Kadlecová, MSc,
Ross Andel, PhD,
Robert Mikulík, PhD,
Elizabeth P. Handing, BA and
Nancy L. Pedersen, PhD
STROKE AHA.114.006724
Published online before print January 29, 2015, doi: 10.1161/STROKEAHA.114.006724

From the International Clinical Research Center, Neurology Department, St. Anne’s Hospital, Brno, Czech Republic (P.K., R.A., R.M.); School of Aging Studies, University of South Florida, Tampa (R.A., E.P.H.); Department of Neurology, St. Anne’s University Hospital and Medical Faculty of Masaryk University, Brno, Czech Republic (R.M.); Department of Medical Epidemiology and Biostatistics, Karolinska Institutet, Stockholm, Sweden (N.L.P.); and Department of Psychology, University of Southern California, Los Angeles (N.L.P.).
Correspondence to Pavla Kadlecová, MSc, Pekařská 53, 656 91 Brno, Czech Republic. E-mail kadlecovap{at}fnusa.cz

Abstract

Background and Purpose—Although alcohol–stroke association is well known, the age-varying effect of alcohol drinking at midlife on subsequent stroke risk across older adulthood has not been examined. The effect of genetic/early-life factors is also unknown. We used cohort and twin analyses of data with 43 years of follow-up for stroke incidence to help address these gaps.

Methods—All 11 644 members of the population-based Swedish Twin Registry born 1886 to 1925 with alcohol data aged ≤60 years were included. The interaction of midlife alcohol consumption by age at stroke was evaluated in Cox-regression and analyses of monozygotic twins were used. Covariates were baseline age, sex, cardiovascular diseases, diabetes mellitus, stress reactivity, depression, body mass index, smoking, and exercise.

Results—Altogether 29% participants developed stroke. Compared with very-light drinkers (<0.5 drink/d), heavy drinkers (>2 drinks/d) had greater risk of stroke (hazard ratio, 1.34; P=0.02) and the effect for nondrinkers approached significance (hazard ratio, 1.11; P=0.08). Age increased stroke risk for nondrinkers (P=0.012) and decreased it for heavy drinkers (P=0.040). Midlife heavy drinkers were at high risk from baseline until the age of 75 years when hypertension and diabetes mellitus grew to being the more relevant risk factors. In analyses of monozygotic twin-pairs, heavy drinking shortened time to stroke by 5 years (P=0.04).

Conclusions—Stroke-risk associated with heavy drinking (>2 drinks/d) in midlife seems to predominate over well-known risk factors, hypertension and diabetes, until the age of ≈75 years and may shorten time to stroke by 5 years above and beyond covariates and genetic/early-life factors. Alcohol consumption should be considered an age-varying risk factor for stroke.

Kategorie: adults, Allgemein, consumption, Education, English Website, Global, Health, mortality, Non-communicable diseases, Research, Statistics | Keine Kommentare »

Eurocare_Press_Release re World Cancer Day (4th of Febr.)

Donnerstag 5. Februar 2015 von htm

Eurocare_Press_Release_Alcohol_can_cause_cancer

_limit_your_intake_4th_Feb_2015

Kategorie: Alerts, Allgemein, consumption, drinking guidelines, English Website, Events, Health, morbidity, mortality, Non-communicable diseases, Publications, safe level, WHO | Keine Kommentare »

Leserbrief zum Alkohol-Sex-Skandal in Zug

Samstag 17. Januar 2015 von htm

15.01.2015

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Die Doppelmoral des Volkes“,  u.a. am 6.1.15, 9.1.15, 15.1.15, im Tages-Anzeiger

Raphaela Birrer stellt die Frage, warum wir als Gesellschaft so hohe Ansprüche an die Moral der Politiker stellen und wo die zu tolerierenden Grenzen bei Verfehlungen liegen würden. Für sie sollte ein Fall wie in Zug oder Baden erst nach einem richterlichen Urteil an die Öffentlichkeit gehören.

Einen Aspekt, der für unsere Gesellschaft sehr relevant ist, hat sie übersehen: Die Bedeutung des Alkoholproblems.

Nach dem Skandal in Baden haben wir nun einen noch gravierenderen Fall in Zug. Was in Baden nie angesprochen worden war, obwohl man sich fragen kann, ob ein erfahrener Politiker nüchtern so dumm sein kann, ist die Sache in Zug ganz klar: Der Alkoholkonsum war erheblich. Die Folgen wiegen schwer. Egal, ob K.O.-Tropfen im Spiel waren oder nicht. Auch egal, ob es zu einer Anklage kommt oder nicht. Die beiden Der Mann haben einmal mehr bewiesen, dass sogar Politiker, die Verantwortung für die Gesellschaft tragen, der Verantwortung im Gebrauch von Alkohol nicht gewachsen sind. Besonders makaber stossend ist dabei, dass der mutmassliche Täter kantonaler Parteivorsitzender der SVP ist, die ja diese Selbstverantwortung immer dann hochjubelt und als wichtigstes Gegenargument ins Feld führt, wenn es für sie darum geht, im Parlament wirksame Gegenmassnahmen gegen die Alkoholschädigungen abzuschmettern.

Der Anwalt des Beschuldigten schreibt in einer Medienmitteilung, mit ihren politischen Funktionen habe dieser Vorfall nichts zu tun. Schön wär’s.

Die Presse ortet die Verlierer auf beiden Seiten. Tatsache ist, dass wir alle Verlierer sind, solange wir Politiker wählen, die nicht wahrhaben wollen, dass die Alkoholindustrie uns beherrscht und dass ihrem Wirken dringend Grenzen gesetzt werden müssten.

Dieses Drama ist nur eines unter vielen, die sich laufend alkoholbedingt meist im Verborgenen abspielen. Bald ist wieder Fasnachtszeit, dann hat diese Art Volksbelustigung wieder Hochkonjunktur. Leidtragende sind in erster Linie die betroffenen Kinder. Welcher Journalist beschreibt ihre Not? Und fordert die Politik auf, Abhilfe zu schaffen? Beide Seiten versagen ständig. Michèle Binswanger, in ihrem Kommentar „Missbrauch“ meint im Gegenteil, die beiden Beteiligten hätten besser den Vorfall unter Ausschluss der Öffentlichkeit geklärt. Die SVP mit ihrer verlogenen Alkoholpolitik sieht das sicher auch so.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon
(veröffentlicht mit leichten Kürzungen am 17.1.15)

 

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Leserbrief zur vorgestellten Rentenreform

Freitag 21. November 2014 von htm

20.11.2014

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich


Leserbrief zu „Die Rettung der Renten könnte gelingen“, u.a. am 20.11.14

Dass die Rentenreform kommen muss, ist wohl den meisten klar. Nur wer welche Kröte schlucken muss, darüber wird nun ein grosses Gerangel entstehen. Ein wunder Punkt ist sicher die unsoziale Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Gunsten der AHV, die den täglichen Konsum und damit die Lebenskosten aller betrifft. Vor allem aber von jenen mit beschränktem Budget.

Seit vielen Jahren geht der Hauptanteil an den Steuern auf Spirituosen, d.h. jährlich etwa 200 Mio. Franken an die AHV. Eine Weinsteuer und eine Biersteuer, die ihren Namen verdient, kennen wir nicht. Was liegt näher, als diese Lücken durch eine allgemeine Lenkungsabgabe auf Alkohol zu schliessen und damit die Erhöhung der Mehrwertsteuer abzuwenden?

Unsere Gesellschaft leidet, wie andere Länder auch, an der alten Volkskrankheit Alkoholismus. Er ist unser grösstes sozialmedizinisches Problem. Das Alkoholproblem lässt sich allerdings nicht nur auf die abhängigen Kranken reduzieren, es durchdringt noch viele andere Bereiche unserer Gesellschaft. Wir alle leiden unter den Folgen des Konsums dieses legalen Suchtmittels, das seit seiner industriellen Herstellung und Vermarktung im 19. Jh. zur Volksplage geworden ist. Heute wird mit 6 Mia. Franken an Sozialkosten gerechnet, die der Staat, d.h. wir alle tragen. Das grosse, damit verbundene Leid wird verdrängt, so lange es nicht einen selbst betrifft.

Die Erfolge der Prävention sind bisher leider sehr bescheiden geblieben, vor allem weil die Politik im Verbund mit der Wirtschaft die wirtschaftlichen Aspekte stets als wichtiger einstufte als die gesundheitlichen. Und weil aufklärende Prävention, die in den letzten 20 Jahren fast ausschliesslich betrieben wurde, in unserem, von der Alkoholwerbung dominierten „feuchten Klima“, und bei den limitierten Mitteln keine Chance hat. 

Inzwischen ist eine Wende erkennbar. Steuern auf Suchtmitteln zur Schadensreduzierung wurden plötzlich möglich. Prof. Jürgen Rehm brach das Tabu und sprach öffentlich über die Wirksamkeit der steuerlichen Massnahmen. Die Zeit scheint reif für das Projekt, das ich vor Jahren auf meiner Webseite entwickelt hatte: Lenkungsabgabe, d.h. allgemeine Alkoholsteuer, nach dem Verursacherprinzip, die möglichst viel der wirtschaftlichen Schäden des Alkoholkonsums deckt, zur Hälfte an die AHV/IV fliesst, die Kosten von Bund und Kantonen für Rehabilitation und Prävention ausgleicht, die durch den Konsumrückgang benachteiligten Bauern unterstützt und im Sinne der Prävention Sport- und Kultur-Sponsoring im grossen Stil möglich macht. (Änderungen sind natürlich möglich) Vielen kritischen Problemkreisen in der Schweiz könnte damit wesentlich geholfen werden. Auch den zuerst sicher ablehnenden Gruppierungen, wie Bauern, Werbewirtschaft, Presse könnte vielleicht eine Zustimmung abgerungen werden, wenn sie einsehen, dass sie eher profitieren würden. Die Wirtschaft, die immer mehr auf gesunde Arbeitskräfte angewiesen ist, müsste dieses Projekt aus eigenem Interesse sofort unterstützen. Auch weil Gelder, die nicht für Alkohol ausgegeben werden, in andere Branchen fliessen oder an die Banken gehen, die damit in die Wirtschaft investieren können.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(Am 21.11.14 stark gekürzt veröffentlicht)

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Leserbrief betr. Suchtmonitor 2014 des BAG

Samstag 1. November 2014 von htm

30.10.2014

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

 

Leserbrief zu „Die Bedeutung von Bier“ am 30.10.14  (Link: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/essen-und-trinken/Die-Bedeutung-von-Bier/story/24863950)

Der Autor Philippe Zweifel hat den „Suchtmonitor“ des Bundesamts für Gesundheit gelesen und gibt an prominenter Stelle (s)eine Meinung dazu kund. Üblicherweise veröffenlicht ein gutes Presseerzeugnis eine Information und stellt daneben einen Kommentar. So wird dem Leser ermöglicht, sich eine eigene Meinung zu bilden. Jedenfalls in dieser Tages-Anzeiger-Nummer ist von der Information nichts zu sehen. Der nützliche Link http://www.suchtmonitoring.ch/de.html fehlt ebenfalls.

Nach vielen Zeilen belangloser Allgemeinplätze kommt er zum Schluss, uns fehle ein „kultureller Konsens, was Trinken bedeutet: wie und wann Alkohol getrunken wird. Dabei wäre eine kulturelle Einbettung des Trinkens ein wirkungsvolleres Mittel, um Abhängigkeiten zu verhindern, als Gesetze und Therapien.“ Ihm schweben Gesellschaften vor, in denen Alkohol vor allem rituell getrunken wird.

Dann findet er, in der Schweiz sei Alkohol eine Kulturdroge. Passender fände ich in diesem Zusammenhang Scheinkultur. Bereits im 19. Jh. war klar, dass uns der Alkohol von der Wiege bis zur Bahre begleitet. 2001 hatte die Tate Britain Gallery in London ein gewaltiges Gemälde restauriert und erstmals nach fast 100 Jahren der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht: „The Worship of Bacchus“ von George Cruikshank. 1862 (236 cm x 406 cm, Öl auf Leinwand) BBC Television widmete ihm eine grosse Dokumentarsendung: „A 1000 Ways of Getting Drunk in England“.

Dass die Werbung es fertig gebracht hat, auch unsere Jugend und die Frauen in diesen Bann zu ziehen und fast alle Lebensbereiche dem Alkohol zu öffnen, müsse man nicht schlimm finden. „Man sollte sich aber bewusst sein, dass für eine Abhängigkeit nicht nur die Trinkmenge, sondern auch der Grund relevant ist,“ findet er. So einfach ist das.

Dieser Artikel reiht sich würdig in die Reihe derer ein, die dem schwerwiegenden Thema des Alkoholproblems (es geht dabei nicht nur um persönliche Abhängigkeit) in keiner Weise gerecht werden. Er leistet keinen wirklichen Beitrag, dem Leser einerseits die Schädlichkeit des Konsums aufzuzeigen, sowie andererseits die bekannten wirksamen Verbesserungsmöglichkeiten verständlich zu machen. Die gewaltigen Schäden, die wir als Einzelne wie als Gesellschaft zu tragen haben, sind für Philippe Zweifel offensichtlich Peanuts, die der Alkoholkultur selbstverständlich geschuldet sind.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(mit Kürzungen veröffentlicht am 1.11.14)

Kategorie: Allgemein, Diverse, Feste und Feiern, Jugendliche, Kultur, Leserbriefe, Medien, Preisgestaltung, Reklame, Schweiz, Senioren, Statistik, Veröffentlichungen, Werbung, Zitate | Keine Kommentare »

Geschäfte der Herbstsession im Ständerat

Freitag 29. August 2014 von htm

http://www.parlament.ch/D/mm/2014/Seiten/vorschau-hs-
2014-sr.aspx
u.a. Differenzbereinigung neues Alkoholgesetz, z.B. 
Nachtverkaufsverbot, Steuer auf Spirituosen, Mindest-
preis, Subventionierung der Spirituosenherstellung

Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholsteuern, Allgemein, Jugend, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., Verschiedene | Keine Kommentare »

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