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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Verhältnis-Präv.'

Geschäfte der Herbstsession im Ständerat

Freitag 29. August 2014 von htm

http://www.parlament.ch/D/mm/2014/Seiten/vorschau-hs-
2014-sr.aspx
u.a. Differenzbereinigung neues Alkoholgesetz, z.B. 
Nachtverkaufsverbot, Steuer auf Spirituosen, Mindest-
preis, Subventionierung der Spirituosenherstellung

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Leserbrief über einen randalierenden Zürcher Gemeinderat

Samstag 19. Juli 2014 von htm

11.07.2014
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Mario Babini will trotz U-Haft im Parlament bleiben“ am 10.07.14
SVP-Gemeinderat Mario Babini soll im Restaurant Bederhof in angetrunkenem Zustand mehrere Gäste angepöbelt und einen mit dem Sackmesser bedroht haben. Jetzt hat die SVP-Fraktion ein Ausschlussverfahren eingeleitet.
Betrachtet man das Foto des lächelnden Mario Badini, erscheint er einem wie der sprichwörtliche Saubermann, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Er sieht sich wohl selber so, denn er will trotz mindestens sechs weiterer Verfehlungen, im Parlament als gewählter Volksvertreter weitermachen.
Offensichtlich ist er einer von vielen, die beim Alkohol die von den bürgerlichen Parteien beschworene Selbstverantwortung nicht aufbringen können. Statt ihn nun abzustrafen, sollte die Partei ihn überzeugen, dass er sein Alkoholproblem in den Griff bekommen müsse. In erster Linie sollte sie anerkennen, dass er eines der vielen Opfer ihrer unsolidarischen Alkoholpolitik ist, die nicht wahrhaben will, dass der Alkohol ein gesellschaftliches Problem darstellt. Vor allem die SVP weigert sich ja immer wieder, mit wirksamen präventiven Mitteln den Alkoholkonsum zu senken.
So werden wir täglich auf allen Medienkanälen mit Alkoholwerbung und –Lifestyle-Stories überflutet, damit Alkohol unser ständiger Begleiter in allen Lebenslagen, von der Wiege bis zur Bahre, werden und bleiben soll. Kein Wunder, dass die Zahl der Risiko-Konsumenten steigt. Und jene, die dem Risiko nicht mehr standhalten können, werden ausgeschlossen. Als Druckmittel, Mario Babini zur Einsicht zu bringen, durchaus sinnvoll. Um sich eines „Nestbeschmutzers“ zu entledigen und dann doch die alte alkoholfreundliche Politik weiterzuverfolgen, menschenfeindlich, heuchlerisch und gesellschaftsschädigend.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

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Komatrinker sollen zur Kasse gebeten werden

Montag 7. Juli 2014 von htm

Mein Online-Kommentar zum Artikel auf www.watson.ch am 6.7.14

Kontrabass 06.07.2014 18:38
Aus WHO-Kreisen kommt der Satz, wir seien alle Passivtrinker, weil wir ungefragt (neben dem Leid) ein Leben lang die alkoholbedingten Sozialkosten mittragen. Also eine ungewollte Solidarität. Wir hätten es in der Hand, mit echter Solidarität diese Schäden zu senken, wenn Parlament und Stimmvolk bereit wären, den Alkoholkonsum mittels wirksamer Prävention zu reduzieren.
Leider sind sowohl Parlament wie Stimmvolk derart in der Hand der Alkoholindustrie, dass kaum Besserung möglich sein wird. Das Drama der gegenwärtigen Revision des Alkoholgesetzes ist dafür der deutliche Beweis.

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Leserbrief zum Alkohol-Werbeverbot in der Türkei

Donnerstag 19. Juni 2014 von htm

14.06.2014
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Beizen ohne Bierwerbung“ am 12.06.14 im Tages-Anzeiger, Kehrseite, nicht online.
Seit einem Jahr ist in der Türkei Alkoholwerbung rigoros verboten. Und siehe da! Was unsere Alkohol- und Werbeindustrie stets verleugnet, wenn Alkoholwerbung ein Thema ist, der Bierkonsum ist in dieser Zeit um 12% zurückgegangen, und der grösste Bierproduzent hat Anfang April bereits ein Werk in Westanatolien geschlossen.

Man müsste nun untersuchen, ob eine Konsumverlagerung auf andere alkoholische Getränke im gleichen Umfang stattgefunden hat. Aber auf alle Fälle ist dieses Ergebnis sehr bemerkenswert. Leider pflegt die Mehrzahl unserer Politiker Untersuchungen und Erfahrungen im Ausland bei ihrer Meinungsbildung nicht zu berücksichtigen, so dass wir wohl weiterhin auf wirksame Massnahmen im Kampf gegen unsere Alkoholprobleme warten müssen. Der Bundesrat meint ja immer noch, es brauche diese nicht, weil der Konsum leicht rückläufig sei. Dass der risikohafte und der krankmachende Konsum steigen, was die Schäden steigen lässt, das ist ihm egal.

In unsern Presseerzeugnissen werden bereits die ersten Oktoberfeste angekündigt. An der Fussball-WM ist Budweiser-Bier in den Stadien; ein wichtiger Sponsor, der sogar die brasilianische Regierung dazu gebracht hat, ein bestehendes Gesetz umzustossen, das ein Alkoholverbot in den Stadien vorsah. Damit ist auch bei uns übers Fernsehen für viel Alkoholwerbung gesorgt. Also weiterhin die Profite den Alkoholmultis und die alkoholbedingten Sozialkosten und das damit verbundene Leid für die Bevölkerung.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(mit leichten Kürzungen am 20.6.14 veröffentlicht)

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Leserbrief zu: Alkohol fördert Gewalt im öffentlichen Raum

Donnerstag 5. Juni 2014 von htm

30.05.2014
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Alkohol fördert Gewalt im öffentlichen Raum“ am 28.5.14 im Tages-Anzeiger.
Diese neue Studie ist recht detailliert und bringt die alte Tatsache wieder aufs Tapet, dass die Hälfte der Straftaten Jugendlicher unter Alkoholeinfluss erfolgen. Selbstverständlich reagiert Gewerbeverbands-Direktor Bigler sehr ungehalten und bekämpft jede Beschränkung des Alkoholverkaufs. Er wird im Nationalrat wahrscheinlich die nötige Unterstützung finden, um auch die sehr gemässigten Präventionsvorschläge des Bundesrates abzuweisen. Nicht umsonst sind die gleichen Parlamentarier gegen eine Offenlegung der Parteispenden.
Das Hauptproblem in diesem Zusammenhang ist die immer wieder tröpfchenweise an die Öffentlichkeit weitergegebenen Meldungen über spezielle Typen von Alkoholschäden. So können einzelne Zielgruppen anvisiert und verantwortlich gemacht werden. Einmal sind es die jugendlichen Kriminellen, dann die Hooligans, die alkoholisierten Fahrer, die Kinder in alkoholbelasteten Familien, häusliche Gewalt, Scheidungen, sexuelle Gewalt, Gewalt vor Partylokalen, Alkohol am Arbeitsplatz, in der Politik, Komatrinken und Flatratesaufen, als Krankheit und Krankheiten-Verursacher, usw. Eine Gesamtschau fehlt, um die immense Grösse unseres Problems mit der gefährlichsten Droge erkennbar zu machen. (Gefährlichste Droge, wenn die gesellschaftliche Relevanz mitberücksichtigt wird.) Dann würde auch der Normalbürger und die Normal-Bürgerin verstehen, dass dringend Handlungsbedarf besteht und dass die ganze Gesellschaft mitverantwortlich ist und gemeinsam eine massive Senkung dieser Schäden erreicht werden müsste.
Jetzt wird von Direktor Bigler wieder einmal nach mehr Polizeipräsenz gerufen. Ein kleines Pflästerchen zu Lasten der unterdotierten, überlasteten Polizei und einmal mehr des dummen Steuerzahlers. Nebenbei: Warum steht nicht endlich der Bund der Steuerzahler auf und rebelliert lauthals gegen diese ständige Mehrbelastung zu Gunsten der Gewinne einstreichenden Alkoholindustrie?
Was am besten Abhilfe schaffen würde, hat die Weltgesundheitsorganisation 2010 in ihrer von der Schweizer Regierung mitunterzeichneten Resolution für eine globale Alkoholstrategie vorgegeben: Preisliche Regulation und Einschränkung der Verfügbarkeit, um den Gesamtkonsum zu reduzieren. Das heisst: Alkoholsteuern zahlen und aus Solidarität ein bisschen Bequemlichkeit einbüssen, dafür die Alkoholschäden reduzieren, d.h. Lebensqualität gewinnen, sowie Steuern und Versicherungsprämien sparen. Mit den zusätzlichen Mitteln könnten die staatlichen Alkoholkosten gedeckt und Sport, Kultur und Jugendarbeit massiv unterstützt werden. Sogar das diskutierte Prozent mehr Mehrwertsteuer könnte hinfällig werden. Sogar unsere einheimischen Alkoholproduzenten könnte man für Ausfälle entschädigen. Ein Gewinn für alle. Auch fürs Politiker-Gewissen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu Jugend und Alkohol im Sport

Donnerstag 5. Juni 2014 von htm

21.05.2014

info@winterthurer-zeitung.ch

Leserbrief betr. „Gefährliche Sicherheitslücke“ am 21.5.14
Daniel Frei, Präsident Dachverband Winterthurer Sport, behauptet, Sport sei die beste und günstigste Suchtprävention. Da ich vermute, dass er auch gelegentlich an Turnfesten dabei ist, sollten ihm eigentlich die Saufgelage im Festzelt auch bekannt sein. Nicht umsonst übersetzten wir früher die 4 F auf der Turnerfahne mit frisch, fromm, fröhlich, f(v)oll.
Vielleicht interessiert ihn das Thema wirklich, dann sollten ihm auch die wissenschaftlichen Untersuchungen über Jugend und Alkohol im Sport bekannt sein. (Bei Sucht-Schweiz und im Bundesamt für Gesundheit erhältlich) Sie zeigen, dass gerade die grossen Mannschaftssportarten die Jugendlichen zum Alkohol führen. Genau die, welche nicht auf Alkoholwerbung verzichten wollen.
Als der Turnverein-Delegierte an unserer Männerriegen-GV Werbung für ein Nein zu dieser Initiative machte, erwiderte ich, wer in die Jugend investieren wolle, müsse Ja stimmen. Leider meinen viele, die gelegentlich ein Bier trinken, sie müssten mit dieser Industrie solidarisch sein. Sie verstehen nicht, dass sie mit ihrer verharmlosenden Haltung zur Erhaltung von viel Elend und zu riesigen finanziellen Schäden beitragen, welch letztere sie ungewollt mittragen müssen. Nur ein Beispiel zum Elend: In der Schweiz allein leben über 100‘000 Kinder und Jugendliche in alkoholbelasteten Familien. Das ist die Einwohnerzahl von Winterthur. Viele machen die Hölle durch und haben schlechte Zukunftschancen.
Im Internet auf www.alkoholpolitik.ch gibt es seit 2004 eine Projekt-Idee, die zeigt, wie das Alkohol-Sponsoring bei Sport und Kultur abgelöst werden könnte und wie wirkliche Prävention aussieht. Herr Frei, Doris Steiner und die Dachverbände im Sport sollten einmal zusammensitzen und überlegen, wie diese Idee zu verwirklichen wäre. Sie würden unserer Jugend und unserer Gesellschaft einen riesigen Dienst leisten und hätten dann echten Grund zur Freude.
(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu „Zürich hat so viele Restaurants wie nie zuvor – die meisten rentieren nicht“

Montag 26. Mai 2014 von htm

23.05.2014
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Zürich hat so viele Restaurants wie nie zuvor – die meisten rentieren nicht“ am 23.5.14 im Tages-Anzeiger
56% mehr Betriebe seit der Liberalisierung 1998 verzeichnet die Stadt Zürich. Nun sind 62% defizitär.
Schon vor ein paar Jahren beklagte der Präsident von Gastronomie Schweiz, es hätte 10‘000 Betriebe zu viel. Nun will das Gewerbe einen reduzierten Mehrwertsteuer-Satz, damit diese unrentablen Beizen überleben können – zu Lasten des Staates und damit des Steuerzahlers. Es übergeht dabei geflissentlich die Tatsache, dass die Wirte und ihre Lobbies mit der Liberalisierungswelle der 90er-Jahre selber die Voraussetzungen für diese vorauszusehende Entwicklung geschaffen hatten. Der Wegfall der Bedürfnisklausel und des nicht mehr benötigten Wirtepatentes mit einer Minimalausbildung hat das geflügelte Wort „Wer nichts wird, wird Wirt“ erst so richtig plausibel gemacht.
Nie die Rede ist in diesem Zusammenhang, dass die ständigen Konkurse immer auch geschädigte Zulieferer, Vermieter, Angestellte im Gefolge haben, und die defizitären Betriebe keine Gewinn-Steuern abliefern.
Ebenfalls wird über die gesellschaftlichen Folgen nicht umfassend recherchiert. Es wird offiziell nur über die tolle Partystadt frohlockt, die Touristen nach Zürich bringe; dass die Kehrseite der Medaille, das Aufkommen des Frauen- und Jugendalkoholismus mit dem Party- und Komasaufen auch zu dieser Entwicklung gehört, wird verschwiegen oder nicht ernst genommen.
Die Wirte mit ihrer mächtigen Lobby im Parlament hätten es in der Hand, die Auswüchse der damaligen Liberalisierung wieder rückgängig zu machen. Sie könnten z.B. den hochgelobten Markt wieder spielen lassen: Eine konkursite Beiz bleibt geschlossen. Dann würde sich der Konsum auf weniger Betriebe verteilen und diese hätten bessere Überlebenschancen. Auch ein neues Wirtepatent mit Ausbildungspflicht würde zur Verbesserung der Situation beitragen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon

(veröffentlicht am 26.5.14 mit kleinen Kürzungen)

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Neue Alkohol-Fakten

Mittwoch 14. Mai 2014 von htm

Resveratrol entzaubert.
Ein Team von Wissenschaftern der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hat in einer Langzeitstudie die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung von Rosveratrol untersucht. 783 Frauen und Männer zweier Dörfer in einem Weinanbaugebiet der Toskana wurden während 9 Jahren unter die Lupe genommen: Befragungen, Unrinuntersuchungen. Alle Teilnehmer waren zu Beginn älter als 64 Jahre. Nach 9 Jahren waren 34.2% der Teilnehmer tot. Die Wissenschafter konnten bei mässigem Alkoholkonsum keinen Einfluss auf das Todesfallrisiko feststellen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 14.5.14)
Kommentar: Rosveratrol war einer der Stoffe, die in der Phase der gehäuften alkoholpositiven Untersuchungen eine wichtige Rolle spielten. Es scheint, dass die Entwicklung der Alkoholwerbung mit ihrem täglichen Lifestylegetöse in allen Medien die “wissenschaftlichen” Untersuchungen durch die Alkoholindustrie unnötig gemacht haben. Parlamente und Regierungen sind heute derart von der Alkohollobby eingenommen, und die Bevölkerung gegen alkoholkritische Fakten immunisiert, dass die Presse sogar solche alkoholkritische Meldungen wieder veröffentlichen darf. Das gilt auch für die nächste Meldung der WHO.

2012 sind gemäss einer Meldung der WHO weltweit mehr als 3 Mio. Menschen durch Alkohol gestorben. Der Konsum von Wein, Bier und Schnaps erhöhe das Risiko von rund 200 Krankheiten, z.B. Krebs. Der schweizerische durchschnittliche Alkoholkonsum entspreche fast dem doppelten Konsum weltweit, sei aber leicht tiefer als der europäische. (Quelle: Tages-Anzeiger, 13.5.14)

Kommentar: Dazu muss man wissen, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung alkoholfrei lebt. Europa ist der Kontinent mit dem höchsten Alkoholkonsum. Bisher ging die WHO von 60 Krankheiten aus, die ursächlich von Alkohol beeinflusst werden. Eine kürzliche Studie in der Schweiz ergab, dass sich die Todesfälle von Frauen wegen Alkohol in den letzten 15 Jahren verdoppelt haben. Diejenigen der Männer blieben auf gleicher Höhe. Diese Entwicklung dürfte anhalten, denn die Jahrgänge der Frauen, die in der Zeit der Alcopopswelle zum Alkohol gefunden hatten, werden die Statistiken und unsere Gesellschaft noch einige Zeit belasten.

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Leserbrief: Eine neue Schnapsidee der Eidg. Alkoholverwaltung

Samstag 5. April 2014 von htm

02.04.2014
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Bund will einheimische Schnapsproduktion fördern“ am 1.4.14 im Tages-Anzeiger online.
Was zu befürchten war, tritt nun ein: Seit der von bürgerlicher Seite forcierten Reorganisation der Eidg. Alkoholverwaltung und deren Eingliederung ins Finanzdepartement mit einem von dessen Managern als neuem Direktor sind die gesundheitlichen Aspekte des Suchtmittels Alkohol in der Verwaltung verlorengegangen. Nur noch die Wirtschaft zählt.
Erst wurde versucht, Energy Drinks mit Schnaps „anzureichern“, was in den USA schon seit einiger Zeit als tödliche Mischung gilt und jetzt der Versuch, mit einseitigen Steuerreduktionen für inländische Spirituosen sowie hohen direkten Bundessubventionen den Verkauf anzukurbeln. Abgesehen davon, dass diese einseitige Bevorzugung inländischer Produkte internationalen Übereinkommen widersprechen würde, ist eine solche Verkaufsförderung sicher nicht im Interesse unserer Bevölkerung.
Dabei hätten es die Schnapsbauern schon lange in der Hand, ein Projekt zu unterstützen, das sie ihrer Sorgen weitgehend entheben würde. (Projekt-Idee auf www.alkoholpolitik.ch) Dasselbe gilt für Turn- und andere Sportverbände, die sich durch Sponsorenverträge an die Alkoholindustrie verkaufen oder für die Jugendverbände, z.B. die Pfadfinder, die für ihre wertvolle Tätigkeit auf eine weit bessere finanzielle Grundlage gestellt werden könnten, was ihnen neue Entfaltungsmöglichkeiten böte. Die Nutzniesser dieses Projekts müssten nur zusammenstehen und es politisch durchziehen. Stark genug wären sie. Nur fehlt bisher der nötige Pioniergeist. Er ist in der allgemeinen Alkoholeuphorie ertrunken.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon

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Leserbrief betr. Krebsvorsorge

Mittwoch 19. Februar 2014 von htm

Bericht rät von Brustkrebs-Tests ab – und löst damit Empörung aus. Tages-Anzeiger vom 3.2.14 (siehe auch: Bald 40 Prozent mehr Krebserkrankungen, Tages-Anzeiger vom 3.2.14)

Die Aufregung um diesen Bericht beherrscht in den Medien das Thema Krebs und die mögliche Prävention im Allgemeinen. Eine wichtige Verlautbarung der Weltgesundheitsorganisation wird dadurch überdeckt. Sie hat eben, alarmiert durch die wachsenden Schäden durch Krebs, eindringlich gewarnt und mit Nachdruck die Einführung von wirksamen Präventions-Strategien gefordert.

Die oft vergessene Verbindung in Präventionsanstrengungen sei die zwischen Alkohol und Krebs. In Bezug auf Krebs gibt es keine sichere Konsummenge. Die Entdeckung erster schlüssiger Verbindungen zwischen Alkohol und Krebs gehen aufs Jahr 1987 zurück. Heute, 26 Jahre später, sind sich nur 36% der EU-Bürger dieser Verbindung bewusst. Schweizer BürgerInnen wohl noch weniger. Alkoholische Getränke beeinträchtigen den Verdauungsapparat und tragen zur Entstehung von Brust-Krebs bei. Die WHO bringt um 60 verschiedene Krankheiten mit Alkohol in Verbindung.

Da Europa den weltweit stärksten Alkoholkonsum aufweist, einige Länder mit dem 2,5-fachen des globalen Konsum-Durchschnitts, sollte dies zu sofortiger Aktion aufrufen. Der Anteil von Alkohol an einer Reihe von Krebsarten müsste besser beachtet werden. Es braucht vermehrte öffentliche Information, mehr Aufmerksamkeit bei den Gesundheitsberufen und wirksame Massnahmen, um diese Zusammenhänge hervorzuhaben und für Aktionen zu werben, die vermeidbare Krankheiten und Todesfälle vermindern können.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung stellt fest, dass die Ergebnisse von Krebs-Kontrollmassnahmen zeigen, Prävention hat Erfolg, aber Gesundheitsförderung allein wirkt ungenügend. Eine angemessene Gesetzgebung spielt eine wichtige Rolle bei der Verminderung der Exposition und des Risikoverhaltens.
(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Entwicklungs- und Schwellenländer, Gesundheit, Internationales, Konsumhaltung, Leserbriefe, Medien, Medizin, Neues Alkoholgesetz (CH), Nichtübertragbare Krankheiten, Politik, Schweiz, Statistik, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Vorsorge, Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

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