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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Weltgesundheits-Org.'

Der Bundesrat will Alkohol auf den Autobahnraststätten zulassen.

Freitag 19. Mai 2017 von htm

Vereinzelte Medien berichten am 18.5.17, dass die Verkehrskommission des Nationalrates vorgeschlagen hat, dass auf Autobahnen das Alkoholverbot aus wettbewerbstechnischen Gründen fallengelassen werden sollte. Der Bundesrat hat den Vorstoss ohne Kommentar gutgeheissen und zur Behandlung an den Nationalrat weitergereicht. Die BfU ist natürlich alarmiert und besorgt.

Quelle: Tages-Anzeiger Online. Tagesschau des Schweizer Fernsehens.

Im gedruckten Tages-Anzeiger erschien der Artikel nicht. Ebenso wurde mein Online-Kommentar unterdrückt.

Kommentar:

Nun soll also wiederum eine vor langer Zeit in mühevollem Kampf erreichte Präventivmassnahme ersatzlos gestrichen werden. Die Alkohollobby wütet immer hemmungsloser in Bern. Die vom Bundesrat 2010 an der Generalversammlung der WHO in Genf mitunterzeichnete und einstimmig verabschiedete Globale Alkoholstrategie ruht unbearbeitet im Archiv. In ihr wird aufgezeigt, dass die Erhältlichkeit der zweitwichtigste Faktor bei der Reduzierung der Alkoholprobleme darstellt. Der Bundesrat sieht offenbar die Alkoholprobleme nicht mehr. Auch die permanent über 100‘000 Kinder in alkoholbelasteten Familien stören ihn nicht. Sie haben keine finanzkräftigen Lobbies. Das Leid und die Kosten der Schäden der Allgemeinheit, den Profit der Alkoholindustrie.

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Kommentar auf Webseite von Dr. von Hirschhausen

Mittwoch 1. Februar 2017 von htm

Lieber Herr Dr. von Hirschhausen,

Als ich die Seite 226 Ihres Buches „Wunder wirken Wunder“  gelesen hatte, schrieb ich Ihnen einen ersten Kommentar. Jetzt muss ich mich nochmals melden, da ich auch das Kapitel „Prost“ hinter mir habe.

Das moralische Dilemma, Alkohol zu empfehlen, ist Ihnen nicht ganz bewusst. Nicht nur trinken Millionen Menschen zu viel, es sterben jährlich etwa 5 Millionen Menschen daran. Die meisten in Europa, weil hier am meisten getrunken wird. Am schlimmsten finde ich es, dass Millionen von Kindern in ihrer Kindheit und Jugend daheim alkoholbedingt die Hölle durchmachen, später verminderte Lebenschancen haben und kaum jemand merkt etwas.

Dass Sie die sauberen Blutgefässe gestorbener Alkoholiker beeindruckt hat, verstehe ich. Dass Sie mit Ihrer demonstrativ kritischen Haltung allein aus diesem Erlebnis heraus mässigen Alkoholgenuss empfehlen, überrascht mich doch.  Allein in meinem beschränkten Umfeld kann ich Ihnen eine Handvoll Freundinnen und Freunde aufzählen, lebenslang abstinente, die Mitte der Neunziger sind und keine Anzeichen von Herzinfarktanfälligkeit zeigen. Ich selber bin 79, mein ganzes Leben abstinent und erhielt kürzlich nach einem Lungen CT den Bescheid, dass in meiner Herzgegend  0,0 Kalkabsonderungen gefunden wurden. Mein Vater hingegen starb mit 59 am ersten Herzinfarkt, bis 50 hatte er ein Alkoholproblem, dann wurde er trocken. Allerdings vereinigte er auch die andern Risikofaktoren auf sich: Rauchen und Übergewicht.

Würde Ihre Theorie stimmen, hätten all die vielen sogenannt wissenschaftlichen Untersuchungen, die mässigen Alkoholgenuss gesundheitlich positiv bewerteten, für die abstinenten Kontrollgruppen jeweils viel besser herauskommen müssen, da in diesen  Gruppen viele ehemalige Alkoholiker versteckt waren.

Sie bleiben bis zum Schluss dabei, mässiger Alkoholkonsum sei lebenverlängernd. Vom Präventivstandpunkt aus muss diese Botschaft klar verneint werden. Die WHO bringt Alkohol mit 60 Krankheiten in Verbindung, als Haupt- oder Nebenursache. Bereits ein Glas steigert das Krebsrisiko messbar.

Sie werden mit Ihrer grossen Fangemeinde Ihrer Verantwortung nicht gerecht. Auch wenn Sie am Ende des Kapitels noch Jesus als Beweis herbeibemühen. Wissen Sie, dass seit der Reformation, d.h. seit Luthers Bibelübersetzung, in der Bibel sowohl deutsch als englisch alles, was mit Trauben und ihren Produkten zusammenhängt, mit Wein übersetzt wird? Das könnte man als erste grosse „Fake-News“ der Geschichte bezeichnen. Auch Sie sind darauf hereingefallen. Vielleicht sind Sie ja lernfähig?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

Hier der erste Kommentar:

10. Januar um 18:49 ·

 Lieber Herr von Hirschhausen,

Seit Weihnachten bin ich begeisterter Leser Ihres wunderbaren Buches. Nur auf Seite 226 stockte ich. Da schreiben Sie dem Alkohol bei mässigem Genuss eine Risikoverminderung bei Herzinfarkt, Diabetes und Alzheimer zu. Hat Sie da plötzlich die von Ihnen mit Recht propagierte Vorsicht bei wissenschaftlichen Studien verlassen? In den ersten 10 Jahren unseres Jahrhunderts hat die Alkoholindustrie massenhaft Studien mit gesundheitlich positiven Wirkungen herausgebracht, die von den Medien meist kritiklos und gross weiterverbreitet wurden. Als dann Studien mit gegenteiligen Resultaten erschienen, war in den Medien kaum etwas zu lesen. Ich habe diese Entwicklung auf meiner Webseite gesammelt. (www.alkoholpolitik.ch) Dieser Kampf David gegen Goliath würde einen währschaften Thriller abgeben. Meiner Meinung nach müssten sie diesen Satz bei einer Neuauflage entfernen. Er leistet der Volksgesundheit einen Bärendienst – sogar wenn er stimmen würde.
Abgesehen davon wünsche ich weiterhin viel Erfolg im neuen Jahr. Hermann T. Meyer

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WHO: new report on alcohol-attributable deaths in Europe

Sonntag 30. Oktober 2016 von htm

For the first time, trends in alcohol consumption and related mortality have been examined systematically for all countries in the WHO European Region for an extended period. (including Switzerland)

Who/Europe’s new report „Public health successes and missed opportunities. Trends in alcohol  consumption attributable deaths increased by 4%.

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Leserbrief zu Sucht aus der Sicht eines Neurologen

Samstag 16. Januar 2016 von htm

1.01.2016

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Eine Sucht zu überwinden, hat etwas Heroisches“, am 30.12.15

Die interessanten Ausführungen des Neurowissenschafters Marc Lewis bedürfen dringend einiger Ergänzungen, sind sie doch im Wesentlichen auf die von ihm als die grossen drei bezeichneten Stoffe Heroin, Crack und Methamphetamin zugeschnitten.

Er übersieht, dass die chemische Substanz Alkohol im Gehirn nicht nur neuronale Veränderung bewirkt, wie andere Süchte, sondern als Zellgift auch massenhaft Hirnzellen abtötet, was im Endeffekt zum Delirium Tremens und zum Tod führen kann. Dazu erzielt Alkohol im ganzen Körper schädliche Wirkungen, die WHO spricht von rund 60 verschiedenen Krankheiten, vor allem Krebsarten, bei denen Alkohol als Haupt- oder Nebenursache auftritt. Vor allem bekannt ist die Leberzirrhose, die meist tödlich endet, wenn kein Transplantat zur Verfügung steht.

„Diese grossen Drei“ verlieren gegenüber Alkohol auch an Bedeutung, wenn die soziale Komponente dazugerechnet wird. Als sozial-medizinische Droge steht Alkohol in Bezug auf die Gefährlichkeit weit an der Spitze. Obwohl es bis zu einer vollen Abhängigkeit Jahrzehnte dauern kann, wirkt Alkohol schon viel früher bei kleinen Mengen krebsfördernd. Im euphorischen oder aggresiven Zustand, mit je nach Alkoholverträglichkeit niedrigem oder höherem Alkoholpegel, werden Verträge oder Gesetze beschlossen (siehe Weltwoche-Artikel), werden Familien zerstört, Kinder unglücklich gemacht, ihrer Jugend und Zukunftschancen beraubt, Verbrechen begangen, unsägliches Leid verursacht, ganz abgesehen von den Milliarden an Sozialkosten, die wir alle tragen.

Damit nicht genug: Als gesellschaftlich akzeptierte Droge, von einer globalen Industrie mit unbeschränkten Mitteln gepusht, hat sich der Alkohol in unserm Leben derart breitgemacht, dass weder Politik noch Medien sich trauen, gegen diese Vergiftung namhaften Widerstand zu leisten und die Bevölkerung zu schützen. Im Gegenteil werden Barrieren, die während Jahrzehnten erkämpft wurden, laufend abgebaut.

Was Marc Lewis zum Genesungsprozess sagt, trifft weitgehend auch auf die Alkoholsucht zu. Zum Drehtürmechanismus im Zusammenhang mit Entzugskliniken muss immerhin hinzugefügt werden, dass bei uns bereits in den 1980er-Jahren bewusst vor allem von Freiwilligen-Institutionen (z.B. IOGT) darauf hingearbeitet wurde, dass die Entlassenen sofort den Übergang in eine Selbsthilfegruppe schaffen, damit die Wiedereingliederung in die Gesellschaft, mit ihren vielen Versuchungen, gelingen kann. Wer so weit kommt, hat wahrlich Heroisches geleistet und verdient alle Hochachtung und Unterstützung seiner Umgebung.

Freundliche Grüsse und die besten Wünsche zum neuen Jahr

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu: mässiger Alkoholgenuss sei nicht lebensverlängernd

Donnerstag 5. März 2015 von htm

12.02.2015
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Verzerrte Alkoholstudien“ am 12.2.15

(Link: http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Ein-Glas-Wein-am-Tag-verlaengert-das-Leben-wohl-doch-nicht/story/22858268)

Als ums Jahr 2004 herum massenhaft Studien veröffentlicht wurden, die herausgefunden haben wollten, dass mässiger Alkoholkonsum lebensverlängernd wirke, haben Wissenschafter des University College London eine 10-jährige Langzeitstudie begonnen, über deren Ausgang der Tages-Anzeiger freundlicherweise auf der Wissenseite berichtet.
Bereits 2006 wurde eine grosse Meta-Analyse von 54 Untersuchungen veröffentlicht, die aufzeigte, dass diese alkoholpositiven Ergebnisse durch systematische Fehler zustande gekommen waren. (Prof. Kaye Middleton Fillmore, u.a., Department of Social and Behavioral Sciences, University of California, San Francisco) (siehe: http://www.alkoholpolitik.ch/archiv08/forschue/forsc117.htm) Ich hatte schon früher über die möglichen Unstimmigkeiten in diesen Untersuchungen auf meiner Webseite geschrieben und nach dieser bahnbrechenden Untersuchung auch die Schweizer Presse gebeten, nun fairerweise diese Studie ebenfalls zu verbreiten. Aber nichts geschah.
Sogar Gesundheits-Blätter liessen sich nicht erweichen und hielten an der werbewirksamen, meist von der Alkoholindustrie finanzierten Mär fest, mässiger Alkoholkonsum sei gesund. Die Wein- und Bierfabrikanten eiferten weiter um die Wette, dass nur ihr Produkt diese lebensverlängernde Wirkung aufweise und unsere Medien machten willfährig mit.
Das Resultat kennen wir. Die Alkoholindustrie ist stark wie nie zuvor. Regierung und Parlament wagen es nicht, König Alkohol zu bremsen. Im Gegenteil, es werden immer neue Liberalisierungsmassnahmen beschlossen und die Empfehlungen der WHO in den Wind geschlagen. Ob die Schweizer Wirtschaft nun merkt, wieviel Einsparungen möglich wären, würde der Alkoholkonsum sinken? Oder ist es einfacher zu jammern und Leute zu entlassen?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

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Komatrinker sollen zur Kasse gebeten werden

Montag 7. Juli 2014 von htm

Mein Online-Kommentar zum Artikel auf www.watson.ch am 6.7.14

Kontrabass 06.07.2014 18:38
Aus WHO-Kreisen kommt der Satz, wir seien alle Passivtrinker, weil wir ungefragt (neben dem Leid) ein Leben lang die alkoholbedingten Sozialkosten mittragen. Also eine ungewollte Solidarität. Wir hätten es in der Hand, mit echter Solidarität diese Schäden zu senken, wenn Parlament und Stimmvolk bereit wären, den Alkoholkonsum mittels wirksamer Prävention zu reduzieren.
Leider sind sowohl Parlament wie Stimmvolk derart in der Hand der Alkoholindustrie, dass kaum Besserung möglich sein wird. Das Drama der gegenwärtigen Revision des Alkoholgesetzes ist dafür der deutliche Beweis.

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Leserbrief zu: Alkohol fördert Gewalt im öffentlichen Raum

Donnerstag 5. Juni 2014 von htm

30.05.2014
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Alkohol fördert Gewalt im öffentlichen Raum“ am 28.5.14 im Tages-Anzeiger.
Diese neue Studie ist recht detailliert und bringt die alte Tatsache wieder aufs Tapet, dass die Hälfte der Straftaten Jugendlicher unter Alkoholeinfluss erfolgen. Selbstverständlich reagiert Gewerbeverbands-Direktor Bigler sehr ungehalten und bekämpft jede Beschränkung des Alkoholverkaufs. Er wird im Nationalrat wahrscheinlich die nötige Unterstützung finden, um auch die sehr gemässigten Präventionsvorschläge des Bundesrates abzuweisen. Nicht umsonst sind die gleichen Parlamentarier gegen eine Offenlegung der Parteispenden.
Das Hauptproblem in diesem Zusammenhang ist die immer wieder tröpfchenweise an die Öffentlichkeit weitergegebenen Meldungen über spezielle Typen von Alkoholschäden. So können einzelne Zielgruppen anvisiert und verantwortlich gemacht werden. Einmal sind es die jugendlichen Kriminellen, dann die Hooligans, die alkoholisierten Fahrer, die Kinder in alkoholbelasteten Familien, häusliche Gewalt, Scheidungen, sexuelle Gewalt, Gewalt vor Partylokalen, Alkohol am Arbeitsplatz, in der Politik, Komatrinken und Flatratesaufen, als Krankheit und Krankheiten-Verursacher, usw. Eine Gesamtschau fehlt, um die immense Grösse unseres Problems mit der gefährlichsten Droge erkennbar zu machen. (Gefährlichste Droge, wenn die gesellschaftliche Relevanz mitberücksichtigt wird.) Dann würde auch der Normalbürger und die Normal-Bürgerin verstehen, dass dringend Handlungsbedarf besteht und dass die ganze Gesellschaft mitverantwortlich ist und gemeinsam eine massive Senkung dieser Schäden erreicht werden müsste.
Jetzt wird von Direktor Bigler wieder einmal nach mehr Polizeipräsenz gerufen. Ein kleines Pflästerchen zu Lasten der unterdotierten, überlasteten Polizei und einmal mehr des dummen Steuerzahlers. Nebenbei: Warum steht nicht endlich der Bund der Steuerzahler auf und rebelliert lauthals gegen diese ständige Mehrbelastung zu Gunsten der Gewinne einstreichenden Alkoholindustrie?
Was am besten Abhilfe schaffen würde, hat die Weltgesundheitsorganisation 2010 in ihrer von der Schweizer Regierung mitunterzeichneten Resolution für eine globale Alkoholstrategie vorgegeben: Preisliche Regulation und Einschränkung der Verfügbarkeit, um den Gesamtkonsum zu reduzieren. Das heisst: Alkoholsteuern zahlen und aus Solidarität ein bisschen Bequemlichkeit einbüssen, dafür die Alkoholschäden reduzieren, d.h. Lebensqualität gewinnen, sowie Steuern und Versicherungsprämien sparen. Mit den zusätzlichen Mitteln könnten die staatlichen Alkoholkosten gedeckt und Sport, Kultur und Jugendarbeit massiv unterstützt werden. Sogar das diskutierte Prozent mehr Mehrwertsteuer könnte hinfällig werden. Sogar unsere einheimischen Alkoholproduzenten könnte man für Ausfälle entschädigen. Ein Gewinn für alle. Auch fürs Politiker-Gewissen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

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Kommentar betr. Rotwein sei doch nicht gesund

Donnerstag 15. Mai 2014 von htm

Kommentar im Tages-Anzeiger Online vom 14.5.14 zu „Die Mär vom gesunden Wein“
Die meisten Alkoholkonsumenten fühlen sich durch solche Meldungen angegriffen und suchen nach Gegenargumenten. Nur wer in seiner Familie oder im Umfeld persönlich durch Alkoholprobleme betroffen ist, macht sich ernsthaft Gedanken. Viele realisieren nicht, dass sie von der Alkoholindustrie gegängelt werden: Sie zahlen ein Leben lang ungefragt hohe alkoholbedingte Sozialkosten via Steuern und Versicherungsprämien, die durch lächerlich tiefe Alkoholsteuern bei weitem nicht kompensiert werden. Ganz abgesehen vom täglichen Leid, das durch Alkohol verursacht wird.Sie werden täglich in den Medien durch verharmlosende Alkoholwerbung weiter auf Alkoholkonsum getrimmt und kommt einmal eine Schreckensmeldung, ist die Meinung schnell gefasst, man kann ja doch nichts machen. Die WHO weiss was.
(nicht veröffentlicht)

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Neue Alkohol-Fakten

Mittwoch 14. Mai 2014 von htm

Resveratrol entzaubert.
Ein Team von Wissenschaftern der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hat in einer Langzeitstudie die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung von Rosveratrol untersucht. 783 Frauen und Männer zweier Dörfer in einem Weinanbaugebiet der Toskana wurden während 9 Jahren unter die Lupe genommen: Befragungen, Unrinuntersuchungen. Alle Teilnehmer waren zu Beginn älter als 64 Jahre. Nach 9 Jahren waren 34.2% der Teilnehmer tot. Die Wissenschafter konnten bei mässigem Alkoholkonsum keinen Einfluss auf das Todesfallrisiko feststellen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 14.5.14)
Kommentar: Rosveratrol war einer der Stoffe, die in der Phase der gehäuften alkoholpositiven Untersuchungen eine wichtige Rolle spielten. Es scheint, dass die Entwicklung der Alkoholwerbung mit ihrem täglichen Lifestylegetöse in allen Medien die „wissenschaftlichen“ Untersuchungen durch die Alkoholindustrie unnötig gemacht haben. Parlamente und Regierungen sind heute derart von der Alkohollobby eingenommen, und die Bevölkerung gegen alkoholkritische Fakten immunisiert, dass die Presse sogar solche alkoholkritische Meldungen wieder veröffentlichen darf. Das gilt auch für die nächste Meldung der WHO.

2012 sind gemäss einer Meldung der WHO weltweit mehr als 3 Mio. Menschen durch Alkohol gestorben. Der Konsum von Wein, Bier und Schnaps erhöhe das Risiko von rund 200 Krankheiten, z.B. Krebs. Der schweizerische durchschnittliche Alkoholkonsum entspreche fast dem doppelten Konsum weltweit, sei aber leicht tiefer als der europäische. (Quelle: Tages-Anzeiger, 13.5.14)

Kommentar: Dazu muss man wissen, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung alkoholfrei lebt. Europa ist der Kontinent mit dem höchsten Alkoholkonsum. Bisher ging die WHO von 60 Krankheiten aus, die ursächlich von Alkohol beeinflusst werden. Eine kürzliche Studie in der Schweiz ergab, dass sich die Todesfälle von Frauen wegen Alkohol in den letzten 15 Jahren verdoppelt haben. Diejenigen der Männer blieben auf gleicher Höhe. Diese Entwicklung dürfte anhalten, denn die Jahrgänge der Frauen, die in der Zeit der Alcopopswelle zum Alkohol gefunden hatten, werden die Statistiken und unsere Gesellschaft noch einige Zeit belasten.

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Leserbrief betr. Krebsvorsorge

Mittwoch 19. Februar 2014 von htm

Bericht rät von Brustkrebs-Tests ab – und löst damit Empörung aus. Tages-Anzeiger vom 3.2.14 (siehe auch: Bald 40 Prozent mehr Krebserkrankungen, Tages-Anzeiger vom 3.2.14)

Die Aufregung um diesen Bericht beherrscht in den Medien das Thema Krebs und die mögliche Prävention im Allgemeinen. Eine wichtige Verlautbarung der Weltgesundheitsorganisation wird dadurch überdeckt. Sie hat eben, alarmiert durch die wachsenden Schäden durch Krebs, eindringlich gewarnt und mit Nachdruck die Einführung von wirksamen Präventions-Strategien gefordert.

Die oft vergessene Verbindung in Präventionsanstrengungen sei die zwischen Alkohol und Krebs. In Bezug auf Krebs gibt es keine sichere Konsummenge. Die Entdeckung erster schlüssiger Verbindungen zwischen Alkohol und Krebs gehen aufs Jahr 1987 zurück. Heute, 26 Jahre später, sind sich nur 36% der EU-Bürger dieser Verbindung bewusst. Schweizer BürgerInnen wohl noch weniger. Alkoholische Getränke beeinträchtigen den Verdauungsapparat und tragen zur Entstehung von Brust-Krebs bei. Die WHO bringt um 60 verschiedene Krankheiten mit Alkohol in Verbindung.

Da Europa den weltweit stärksten Alkoholkonsum aufweist, einige Länder mit dem 2,5-fachen des globalen Konsum-Durchschnitts, sollte dies zu sofortiger Aktion aufrufen. Der Anteil von Alkohol an einer Reihe von Krebsarten müsste besser beachtet werden. Es braucht vermehrte öffentliche Information, mehr Aufmerksamkeit bei den Gesundheitsberufen und wirksame Massnahmen, um diese Zusammenhänge hervorzuhaben und für Aktionen zu werben, die vermeidbare Krankheiten und Todesfälle vermindern können.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung stellt fest, dass die Ergebnisse von Krebs-Kontrollmassnahmen zeigen, Prävention hat Erfolg, aber Gesundheitsförderung allein wirkt ungenügend. Eine angemessene Gesetzgebung spielt eine wichtige Rolle bei der Verminderung der Exposition und des Risikoverhaltens.
(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Entwicklungs- und Schwellenländer, Gesundheit, Internationales, Konsumhaltung, Leserbriefe, Medien, Medizin, Neues Alkoholgesetz (CH), Nichtübertragbare Krankheiten, Politik, Schweiz, Statistik, Verhaltens-Präv., Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Vorsorge, Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

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