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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Meine Blogs'

Zitat: Barack Obama an der Abschiedsfeier für Nelson Mandela

Mittwoch 11. Dezember 2013 von htm

In seiner vielbeachteten Ansprache sagte der US-Präsident u.a.:

“Nelson Mandela erinnert uns daran, dass etwas immer unmöglich scheint, bis es gemacht ist.”
(Zitat aus dem Tages-Anzeiger vom 11.12.13, Seite 2)

Kommentar: Eine grundsätzliche Änderung in der Alkoholpolitik scheint auch vielen unmöglich zu sein. Zu stark seien die Bevölkerung und die Politikerinnen und Politiker in den letzten Jahrzehnten durch die Alkoholwerbung und die Alkohollobbies “weichgeklopft” worden. Und doch darf die Hoffnung nicht aufgegeben werden, dass endlich nicht”alkoholabhängige” massgebliche Kreise ihre Verantwortung erkennen und wahrnehmen werden.

Siehe auch Zitate im Archiv dazu.

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Der Umgang mit Alkohol beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Freitag 18. Oktober 2013 von htm

Es gibt bald keine Sendung mehr, in der nicht alkoholfreundlich berichtet oder gar Alkohol konsumiert wird. Nun hat sogar unsere Boulevard-Presse deshalb reagiert.
Als vor einer Woche der “Club” über die Rolle der Medien diskutiert hatte, monierte ich die Schönfärberei, dass beim Thema Alkohol weder ausgewogen recherchiert berichtet werde, noch ausgleichend die Prävention zum Zuge komme. Meine Intervention wurde mit allgemeinen Floskeln zurückgewiesen.

Nachfolgend meine Intervention beim SRF: (25.9.13)

Sehr geehrtes Clubteam,

Die sehr beschwichtigenden Beiträge von Herrn de Weck oder Iwan Rickenbacher mögen auf viele Themen zutreffen. Bei einem
Thema, wo wirtschaftliche Interessen mitspielen, z.B. beim Thema Alkoholpolitik sind ihre Äusserungen reine Schönfärberei. Weder beim SRF noch beim Tages-Anzeiger wurde in den letzten Jahren ein wirklich recherchierter, lösungsorientierter Beitrag gebracht, der dem Publikum ermöglicht hätte, die Tragweite des Problems und die Möglichkeiten von sinnvollen Massnahmen zu dessen Linderung aufzuzeigen. Auch im Hinblick auf die aufende Parlamentsdebatte wurde die Pflicht zur objektiven Information
nicht wahrgenommen. Die Macht der Medien wird hier durch Nichtinformation wieder einmal voll ausgenützt. Zum Wohl der
Alkoholindustrie und nicht des Volkes. Die Folgen addieren sich laufend, seit über hundert Jahren. Dass Herr de Weck am Schluss noch einen Wein-Vergleich anführen musste, war noch die Krönung einer Sendung, die den Bock zum Gärtner gemacht hat.

Ich musste mich schon mehrmals in ähnlicher Weise äussern. Geändert hat sich nichts.

Bitte leiten Sie dieses Mail an die Teilnehmer der Runde
weiter. Besten Dank.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Antwort vom SRF: (26.9.13)

Sehr geehrter Herr Meyer
Besten Dank für Ihr Mail. Die Tagesanzeiger-Berichterstattung zum Thema Alkoholpolitik habe ich zu wenig detailliert verfolgt, um urteilen zu können. Bei SRF wurden zahlreiche Sendung (z.B. diverse CLUB-Sendungen zu Alkoholmissbrauch und Sucht ausgestrahlt) zudem berichteten die tagesaktuellen Formate korrekt und umfassend zur laufenden Parlamentsdebatte. Das Thema wurde also sowohl inhaltlich wie auch betr. der politischen Debatte abgedeckt. Abgesehen von Roger de Wecks Bemerkung ist uns nicht ersichtlich, welche Informationen dem Publikum von Seiten der SRG vorenthalten worden sein sollen.

Freundliche Grüsse

Andrea Christener

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Meine Replik: (26.9.13)

Sehr geehrte Frau Christener,

Besten Dank für Ihre Antwort. Oberflächlich betrachtet mögen Sie recht haben. Genau besehen gibt es deutliche Defizite. Die normale Kurzberichterstattung bei Tagesschau und 10 vor 10 entspricht etwa einer Kurzmeldung in einer Zeitung. Wenn Fachleute beigezogen und interviewt werden, sieht es so aus, dass der Vertreter der Wirtschaft wesentlich mehr Zeit erhält als z.B. die Vertreterin von Sucht Schweiz. Das Hauptproblem ist aber, dass von der Redaktion/Moderation nicht kritisch nachgefragt wird. Einen kritischen, recherchierten Rundschau-Bericht hat es noch nie gegeben. Dafür laufend immer wieder alkoholfreundliche unkritische Beiträge. Die bedeutendste Auslassung der letzten Jahre war die Nichtberichterstattung über die Generalversammlung der WHO in Genf im Mai 2010. Dort wurde einstimmig mit 193 Stimmen (Schweiz inkl.) eine lange vorbereitete Resolution für eine globale Alkoholstrategie verabschiedet. Die Schweizer Medienlandschaft boykottierte sie weitgehend. Das SRF meines Wissens (ich kann allerdings nicht alles sehen) auch. In dieser Strategie werden Empfehlungen aufgelistet, nach Massgabe ihrer Effektivität. Das durfte die Bevölkerung offensichtlich nicht erfahren. Denn immer soll der Eindruck entstehen, man kann ja doch nichts machen! Wurde bei SRF während der Tankstellen-Initiative je darauf aufmerksam gemacht, dass es in erster Linie um uneingeschränkten Alkoholverkauf und nicht um Bratwürste ging?
Auch der Club hat noch kaum je eine richtige Alkohol-Präventions-Diskussion geführt. Ich kann mich nur an Themen erinnern, die sich mit Rehabilitation befassten.

Vielleicht verfolgen Sie in Zukunft die Sendungen zu diesem Thema etwas genauer. Es würde mich schon interessieren, ob Sie neue Erkenntnisse gewinnen würden.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Nochmals nachgehakt: (13.10.13)

Sehr geehrte Frau Christener,

Verzeihen Sie mir, dass ich nach meiner letzten Meinungsäusserung nochmals auf das Thema zurückkomme. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht. Mir fällt jedenfalls in letzter Zeit auf, dass kaum eine Sendung, die ich ansehe,  ohne Alkoholwerbung vergeht. Die Weinlese in  verschiedenen Kantonen ist ein ständiges Thema, heute bei Reporter kam ein Whisky-Exporteur dran, ich muss schon sagen, da ist eine gewaltige Lobbymit Erfolg am Werk. Von alkoholpräventiven Sendungen weit und breit keine Spur. Dabei gäbe es brisante Fragestellungen zu recherchieren, z.B. einen möglichen Einfluss des Trinkverhaltens beim Strafvollzug in der Romandie.

Freundliche Grüsse
Hermann Meyer

 

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Blog: Amokläufer und betrunkene Geisterfahrer

Sonntag 6. Januar 2013 von htm

Amokläufer   tötet 20 Menschen in Newtown, USA, Mann erschiesst in seinem Dorf Daillon, Schweiz, 3 Mitbewohner, neue Schiesserei mit Toten in Aurora, Colorado, USA, wo schon im letzten Sommer einer in einem Kino 12 meist junge Menschen erschossen hat.

 Am Neujahrsabend wendet ein volltrunkener Geisterfahrer  seinen Sattelschlepper auf der dreispurigen Autobahn bei Bremen, D: 2 Tote. Schon im November hatte ein betrunkener Geisterfahrer einen Unfall mit 6 Toten verursacht.

Gestern die Meldung, dass fünf Häftlinge im Staatsgefängnis Idaho, USA, von einer Anzahl Brauereien eine Milliarde Dollar verlangen, weil sie ohne Alkohol nicht straffällig geworden wären.

Was haben die Meldungen gemeinsam? Sowohl die Waffenlobbies, die Alkohollobbies, wie auch die vielen entrüsteten Online-Kommentare zur letzten Meldung weisen jede Mitschuld oder Verantwortung von sich und verweisen auf die Selbstverantwortung jedes Einzelnen im Gebrauch von Waffen oder Alkohol.

Tatsache ist, dass mit weniger Waffen oder mit geringerem Alkoholkonsum die Zahl der Verbrechen oder Unfälle zurückgeht. Tatsache ist ebenfalls,  dass auch nach 2000 Jahren der Aufforderungen, die Selbstverantwortung noch immer nicht genügend funktioniert.

In den Parlamenten der USA und der Schweiz wird nächstens über verschärfte Waffengesetze debattiert. Über verschärfte Alkoholgesetze wird kaum diskutiert. Die Alkoholindustrie, die Werbebranche und die angeblich unabhängige Presse werden Mittel und Wege finden, die erreichten Positionen bei der Gestaltung unseres Lifestyles wirksam zu verteidigen.

Der Unterschied zwischen den beiden Problemfeldern liegt in der Quantität. Während ab und zu tödlich verlaufende Amoklauf-Fälle geschehen werden und grosses Aufsehen erregen, machen die alkoholbedingten Unfälle und Verbrechen bis zu 40% der Fälle aus.(Je nach Altersstufe noch mehr)  Und die WHO berichtet, dass um die 60 verschiedene Krankheiten durch Alkohol verursacht oder mitverursacht werden. Dazu müssen, allein in der Schweiz, über hunderttausend Kinder eine schwere Jugend in einer alkoholbelasten Familie durchstehen, mit schlechten Zukunftsaussichten.

Wie weiter? Trotz eventuell strengerer Waffengesetze wird es weiter Amokläufer geben. Könnte man den Alkoholkonsum verringern, würde die Zahl der Unfälle und Verbrechen zurückgehen und damit unermessliches Leid und riesige Kosten, die wir alle mittragen. Leider haben es die erwähnten interessierten Kreise fertiggebracht, dass in der Bevölkerung eine Stimmung erzeugt worden ist, die glaubt, „man kann ja doch nichts machen“. Bevor diese Bevölkerung nicht korrekt informiert ist, wird sich nichts ändern, höchstens zum noch Schlechteren. Denn die Aktionäre verlangen steigende Kurse und Dividenden und das Gefühl für eine Mitverantwortung in der Gesellschaft ist im Zeitalter der Selbstverwirklichung weitherum abhandengekommen – besonders, wenn einem der eigene, wenn auch mässige, Alkoholkonsum die klare Sicht verstellt.

 

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