www.alkoholpolitik.ch

Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Leserbriefe'

Leserbrief zu „Dr. Alk liefert jederzeit“

Freitag 28. August 2015 von htm

25.08.2015

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

 

Leserbrief zu „Doktor Alk liefert jederzeit“ am 24.8.15 im Tages-Anzeiger

Dieser Artikel weckt bei Fachleuten kaum grosse Empörung, eher Resignation. Seit Jahren beherrschen Krisen (Finanzen, Wirtschaft, Terror, Flüchtlinge) unsere Tagesaktualitäten und vernebeln den Horizont der meisten derart, dass sich das Interesse am Alkoholproblem auf das Wiederkäuen von Allgemeinplätzen beschränkt, vor allem wenn man selber ein Teil des Problems ist.

Die bisherige Behandlung des neuen Alkoholgesetzes in den Eidg. Räten hat entsprechend gezeigt, dass das Verständnis für eine sinnvolle, der Bevölkerung und der Wirtschaft dienende, Alkoholprävention fast völlig abhandengekommen ist. Die beinahe uneingeschränkte Alkoholwerbung hat noch das ihrige dazu beigetragen.

So erstaunt es auch nicht, dass das Alkoholproblem im gegenwärtigen Wahlkampf kein Thema ist. Das Alkoholkapital freut es, wir alle bezahlen die Zeche.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(Leicht gekürzt am 28.8.15 veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholindustrie, Alkoholkrankheit, Allgemein, Erhältlichkeit, Feste und Feiern, Gesundheit, Jugend, Konsumhaltung, Leserbriefe, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Sozialkosten, Transportation, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Werbung, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Leserbrief zu einem Leserbrief im „Gesundheitstipp“

Sonntag 5. Juli 2015 von htm

04.07.2015

Redaktion Gesundheitstipp
Leserbriefe
8024 Zürich
redaktion@gesundheitstipp.ch

Betr. Alkohol – So schnell schlägt er aufs Herz (Nr. 6, Juni 2015 und Leserbrief von Alfred Stähli in Nr. 7/8 „Widersprüchliche Empfehlungen“)

Der Leserbriefschreiber erfüllt mit seiner Schlussfolgerung genau die Hoffnungen der Alkoholindustrie und ihrer Lobbies: Widersprüchliche Empfehlungen führen dazu, dass die Konsumenten sie nicht mehr ernst nehmen.

Nachdem immer mehr Untersuchungen zeigen, dass die vor 10 Jahren lawinenartig verbreiteten Studien mit angeblich positiven Ergebnissen des mässigen Alkoholkonsums unseriös waren, aber von den Medien unkritisch kolportiert wurden, wagen es nun doch einige Medien, solche neue Untersuchungen zu veröffentlichen, die sie noch in den letzten Jahren unter dem Deckel gehalten hätten.

Dem Durchnittsleser ohne Hintergrundwissen bleibt nur sein gesunder Menschenverstand oder die Nachfrage bei neutralen Fachstellen. Die Alkoholindustrie und ihre Werbung haben uns voll im Griff. Gut denkbar, dass dieser kleine Artikel in Nr. 6 bewusst zwecks Verunsicherung verbreitet worden ist.

Freundliche Grüsse

Hermann Meyer

PS Viele Forschungsberichte finden Sie auch auf www.alkoholpolitik.ch

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Diverse, Forschung, Forschungsbetrug, Leserbriefe, Medien, Reklame, Veröffentlichungen, Werbung | Keine Kommentare »

Leserbrief: Wirkung von Alkohol aufs Herz

Freitag 12. Juni 2015 von htm

12.06.2015
Redaktion Gesundheitstipp
Leserbriefe
8024 Zürich

redaktion@gesundheitstipp.ch

Betr. Alkohol – So schnell schlägt er aufs Herz (Nr. 6, Juni 2015)

Sie bringen kommentarlos das Ergebnis einer Studie über Alkohol und Vorhofflimmern. Man könnte meinen, dies sei eine unbedeutende Folge von Alkoholkonsum. Immerhin interessant, dass die erwähnten Mengen von 1 Glas pro Tag für Frauen und 2 – 3 Gläsern pro Tag bei Männern bisher von einigen Regierungen als unbedenklicher Konsum empfohlen wurde.

Sie haben in früheren Ausgaben der positiven Wirkung von Alkohol auf unsere Gesundheit viel Platz eingeräumt. Wie wäre es, wenn Sie nun einmal eine Doppelseite all den vielen Untersuchungen der letzten Jahre widmen würden, welche, wie die oben erwähnte Studie, die Gefährlichkeit des Alkohols für unsere Gesundheit nachweisen? Eine schwedische Fachzeitschrift hat diese Recherchen bereits vollbracht (englisch und schwedisch), Sie könnten sich im Internet nur bedienen:

http://iogt.se/wp-content/uploads/Alkoholrapport-2014-ENG.pdf

Vielleicht würden Sie damit einigen eidg. Räten zum Umdenken verhelfen, die ein neues Alkoholgesetz beraten und bisher nicht gerade viel Sachverstand bewiesen haben, sehr zum Schaden unserer Gesundheit.

Freundliche Grüsse

Hermann Meyer

PS Viele Forschungsberichte finden Sie auch auf www.alkoholpolitik.ch

Kategorie: Allgemein, Gesundheit, Internationales, Leserbriefe, Medien, Medizin, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Veröffentlichungen, Verschiedene | Keine Kommentare »

Neue Presse-Runde im Zuger Sex-Skandal

Donnerstag 7. Mai 2015 von htm

7.4.2015

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

 

Leserbrief zu „Die küssen sich, was tun wir?“ Und „Kulturkampf in der Blocher-Falle“ am 7.4.15

Zum wiederholten Male wird dem Zuger Sex- und Politiker-Skandal eine ganze Seite gewidmet. Ohne neue Erkenntnis, dafür mit einer Frage: „Was tun wir?“ Gemeint sind wohl in erster Linie die ebenfalls anwesenden ParteifreundInnen der Jolanda Spiess, die wenigstens mündlich versuchten, sie auf den Pfad der Tugend zurückzubringen, aber entnervt aufgaben. Die Frage könnte sich aber auch an uns alle richten, die wir immer wieder in eine ähnliche Situation geraten können.

Dazu müsste man natürlich wissen, wie Alkohol wirken kann: Nicht bei allen gleich. Vier Drinks sind bei einer Frau möglicherweise schon genug für einen Filmriss. Wobei das Erinnerungsvermögen nachher bekanntlich beeinträchtigt ist. Vielleicht waren es ja auch mehr. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, die Zeugen des Ereignisses hätten nicht resigniert, sondern freundlich aber bestimmt die Alkoholisierte untergefasst und aus der Gefahrenzone gebracht.

Wenn sich die Frage „Was tun wir“ aber an uns alle richtet? Sollten wir aus der Geschichte etwas lernen? Auf der gegenüberliegenden Seite gibt uns Rudolf Strahm am Ende seines Artikels eine Antwort, die genau passt: „Aber wenn sich viele immer wieder die Frage nach eigenen Themen stellen, ist das schon die halbe Lösung.“ Das passende Thema hier wäre, der Schweiz endlich eine Alkoholpolitik zu geben, die der Bevölkerung und dem Land nützt und beiträgt, uns solche Dramen wie in Zug, die sich in der Schweiz tagtäglich in irgendeiner Form ereignen, immer mehr zu ersparen. Bei diesem Thema würde die Blocher-Partei ganz sicher nicht versuchen, die Leadership an sich zu reissen.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholkrankheit, Allgemein, Feste und Feiern, Geschichten, Kultur, Leserbriefe, Medien, Politik, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Zitate | Keine Kommentare »

Leserbrief zu: mässiger Alkoholgenuss sei nicht lebensverlängernd

Donnerstag 5. März 2015 von htm

12.02.2015
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Verzerrte Alkoholstudien“ am 12.2.15

(Link: http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Ein-Glas-Wein-am-Tag-verlaengert-das-Leben-wohl-doch-nicht/story/22858268)

Als ums Jahr 2004 herum massenhaft Studien veröffentlicht wurden, die herausgefunden haben wollten, dass mässiger Alkoholkonsum lebensverlängernd wirke, haben Wissenschafter des University College London eine 10-jährige Langzeitstudie begonnen, über deren Ausgang der Tages-Anzeiger freundlicherweise auf der Wissenseite berichtet.
Bereits 2006 wurde eine grosse Meta-Analyse von 54 Untersuchungen veröffentlicht, die aufzeigte, dass diese alkoholpositiven Ergebnisse durch systematische Fehler zustande gekommen waren. (Prof. Kaye Middleton Fillmore, u.a., Department of Social and Behavioral Sciences, University of California, San Francisco) (siehe: http://www.alkoholpolitik.ch/archiv08/forschue/forsc117.htm) Ich hatte schon früher über die möglichen Unstimmigkeiten in diesen Untersuchungen auf meiner Webseite geschrieben und nach dieser bahnbrechenden Untersuchung auch die Schweizer Presse gebeten, nun fairerweise diese Studie ebenfalls zu verbreiten. Aber nichts geschah.
Sogar Gesundheits-Blätter liessen sich nicht erweichen und hielten an der werbewirksamen, meist von der Alkoholindustrie finanzierten Mär fest, mässiger Alkoholkonsum sei gesund. Die Wein- und Bierfabrikanten eiferten weiter um die Wette, dass nur ihr Produkt diese lebensverlängernde Wirkung aufweise und unsere Medien machten willfährig mit.
Das Resultat kennen wir. Die Alkoholindustrie ist stark wie nie zuvor. Regierung und Parlament wagen es nicht, König Alkohol zu bremsen. Im Gegenteil, es werden immer neue Liberalisierungsmassnahmen beschlossen und die Empfehlungen der WHO in den Wind geschlagen. Ob die Schweizer Wirtschaft nun merkt, wieviel Einsparungen möglich wären, würde der Alkoholkonsum sinken? Oder ist es einfacher zu jammern und Leute zu entlassen?

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Leserbriefe, Medizin, Politik, Schweiz, Weltgesundheits-Org. | Keine Kommentare »

Leserbrief zu „Migros die Welt Nr. 1“

Dienstag 17. Februar 2015 von htm

03.02.2015

Migros Magazin
Postfach
8031 Zürich

per e-mail: redaktion@migrosmagazin.ch

Leserbrief zu „Weltweit die Nummer eins“ vom 2.2.15

Unter Punkt 5 Produkte und Dienstleistungen ging die wichtigste und nachhaltigste Leistung der Migros und vor allem ihres Gründers Gottlieb Duttweiler vergessen: Der Verzicht, in der Migros alkoholische Getränke zu verkaufen. Wenn man weiss, dass die Erhältlichkeit von Alkohol neben der Preisgestaltung das zweitwichtigste Kriterium ist, das den Gesamtkonsum von Alkohol beeinflusst, kann diese Leistung nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Auch wenn die Migros-Leitung in den Tochtergesellschaften, unter Missachtung des Gründerwillens, den Verkauf alkoholischer Getränke durchgesetzt hat, und die migroseigenen alkoholführenden Denner-Filialen seit einiger Zeit neben den Migros-Supermärkten platziert werden, hat unser Volk doch während Jahrzehnten von dieser segensreichen Geschäftspraxis profitieren dürfen. Und die Migros hat bewiesen, dass es möglich ist, auch ohne den lukrativen Alkoholhandel im heutigen erbarmungslosen Wettbewerb bestehen zu können. Dies wäre auch eine Feier wert.

Mit freundlichen Grüssen

Hermann T. Meyer

(nicht veröffentlicht)

 

Kategorie: Alkoholfreies, Allgemein, Erhältlichkeit, Geschichten, Leserbriefe, Medien, Prominenz, Schweiz, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Leserbrief betr. K.-o.-Tropfen und der Sex-Skandal in Zug

Sonntag 15. Februar 2015 von htm

30.01.2015

NZZ am Sonntag
Leserbriefe
per e-mail

Betr. „Sie löschen die Erinnerung aus“ am 25.1.15

Die Autorin Gordana Mijuk hat einen recht umfassenden Artikel zur Problematik der K.-o.-Tropfen geschrieben. Die von ihr erwähnten Untersuchungen finden sich übrigens seit ihrem Erscheinen auf www.alkoholpolitik.ch. Die Quintessenz war, in den meisten Fällen spielte halt doch der Alkohol die Hauptrolle und K-o.-Tropfen wurden als Ausrede vorgeschoben.

Nun könnte man zur Tagesordnung übergehen. Denn dass der Alkohol in unserer Gesellschaft eine unrühmliche Rolle spielt, wissen wir längstens. Und den Beteiligten in Zug wäre damit sicher auch gedient. Ich meine, dies wäre wieder einmal der Moment innezuhalten und zu überdenken: Wollen wir wirklich, dass wir derart von König Alkohol beherrscht werden, dass wir solche Dramen wie in Zug als gottgegeben einfach immer wieder hinnehmen?

Dieses Drama ist nur eines unter vielen, die sich laufend alkoholbedingt meist im Verborgenen abspielen. Bald ist wieder Fasnachtszeit, dann hat diese Art Volksbelustigung wieder Hochkonjunktur. Leidtragende sind in erster Linie die betroffenen Kinder. Welcher Journalist beschreibt ihre Not? Und fordert die Politik auf, Abhilfe zu schaffen? Beide Seiten versagen ständig.

Die Presse ortet die Verlierer in Zug auf beiden Seiten. Tatsache ist, dass wir alle Verlierer sind, solange wir Politiker wählen, die nicht wahrhaben wollen, dass die Alkoholindustrie uns beherrscht und dass ihrem Wirken dringend Grenzen gesetzt werden müssten.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer

(nicht veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Diverse, Feste und Feiern, Geschichten, Gesundheit, Gewalt/Kriminalität, Jugend, Leserbriefe, Medien, Parlamente/Reg., Politik, Prominenz, Schweiz, Veröffentlichungen | Keine Kommentare »

Kommentar zu Blog über „die Droge der Frauen“

Freitag 6. Februar 2015 von htm

Ich finde es sehr löblich, dass für einmal ein Lifestyle-Magazin die Alkoholfrage thematisiert und eine interessante Diskussion hervorruft. Normalerweise sind heute in jeder Zeitung Lifestyle-Rubriken, die meistens Alkoholwerbung betreiben. Was heute als Lifestyle daherkommt, ist nichts anderes als das offensichtliche Zeichen dafür, dass die Alkoholindustrie mit ihren Werbekomplizen ihr Ziel praktisch erreicht haben. Was in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts mit “Ein Bier mit dir” begann, kulminierte mit der Erreichung der Mädchen mit Alcopops. Wir sind fremdbestimmt durch die Alkohollobby.

Kategorie: Alcopops (de), Alkoholindustrie, Allgemein, Feste und Feiern, Fetales Alkohol Syndrom (FAS), Geschlechtspezifische, Gesundheit, Jugend, Konsumhaltung, Leserbriefe, Medien, Schweiz, Werbung | Keine Kommentare »

Leserbrief zum Alkohol-Sex-Skandal in Zug

Samstag 17. Januar 2015 von htm

15.01.2015

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Die Doppelmoral des Volkes“,  u.a. am 6.1.15, 9.1.15, 15.1.15, im Tages-Anzeiger

Raphaela Birrer stellt die Frage, warum wir als Gesellschaft so hohe Ansprüche an die Moral der Politiker stellen und wo die zu tolerierenden Grenzen bei Verfehlungen liegen würden. Für sie sollte ein Fall wie in Zug oder Baden erst nach einem richterlichen Urteil an die Öffentlichkeit gehören.

Einen Aspekt, der für unsere Gesellschaft sehr relevant ist, hat sie übersehen: Die Bedeutung des Alkoholproblems.

Nach dem Skandal in Baden haben wir nun einen noch gravierenderen Fall in Zug. Was in Baden nie angesprochen worden war, obwohl man sich fragen kann, ob ein erfahrener Politiker nüchtern so dumm sein kann, ist die Sache in Zug ganz klar: Der Alkoholkonsum war erheblich. Die Folgen wiegen schwer. Egal, ob K.O.-Tropfen im Spiel waren oder nicht. Auch egal, ob es zu einer Anklage kommt oder nicht. Die beiden Der Mann haben einmal mehr bewiesen, dass sogar Politiker, die Verantwortung für die Gesellschaft tragen, der Verantwortung im Gebrauch von Alkohol nicht gewachsen sind. Besonders makaber stossend ist dabei, dass der mutmassliche Täter kantonaler Parteivorsitzender der SVP ist, die ja diese Selbstverantwortung immer dann hochjubelt und als wichtigstes Gegenargument ins Feld führt, wenn es für sie darum geht, im Parlament wirksame Gegenmassnahmen gegen die Alkoholschädigungen abzuschmettern.

Der Anwalt des Beschuldigten schreibt in einer Medienmitteilung, mit ihren politischen Funktionen habe dieser Vorfall nichts zu tun. Schön wär’s.

Die Presse ortet die Verlierer auf beiden Seiten. Tatsache ist, dass wir alle Verlierer sind, solange wir Politiker wählen, die nicht wahrhaben wollen, dass die Alkoholindustrie uns beherrscht und dass ihrem Wirken dringend Grenzen gesetzt werden müssten.

Dieses Drama ist nur eines unter vielen, die sich laufend alkoholbedingt meist im Verborgenen abspielen. Bald ist wieder Fasnachtszeit, dann hat diese Art Volksbelustigung wieder Hochkonjunktur. Leidtragende sind in erster Linie die betroffenen Kinder. Welcher Journalist beschreibt ihre Not? Und fordert die Politik auf, Abhilfe zu schaffen? Beide Seiten versagen ständig. Michèle Binswanger, in ihrem Kommentar „Missbrauch“ meint im Gegenteil, die beiden Beteiligten hätten besser den Vorfall unter Ausschluss der Öffentlichkeit geklärt. Die SVP mit ihrer verlogenen Alkoholpolitik sieht das sicher auch so.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon
(veröffentlicht mit leichten Kürzungen am 17.1.15)

 

Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Eltern, Jugend, Kinder, Leserbriefe, Medien, Politik, Prominenz, Schweiz, Veranstaltungen, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene | Keine Kommentare »

Leserbrief zur vorgestellten Rentenreform

Freitag 21. November 2014 von htm

20.11.2014

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich


Leserbrief zu „Die Rettung der Renten könnte gelingen“, u.a. am 20.11.14

Dass die Rentenreform kommen muss, ist wohl den meisten klar. Nur wer welche Kröte schlucken muss, darüber wird nun ein grosses Gerangel entstehen. Ein wunder Punkt ist sicher die unsoziale Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Gunsten der AHV, die den täglichen Konsum und damit die Lebenskosten aller betrifft. Vor allem aber von jenen mit beschränktem Budget.

Seit vielen Jahren geht der Hauptanteil an den Steuern auf Spirituosen, d.h. jährlich etwa 200 Mio. Franken an die AHV. Eine Weinsteuer und eine Biersteuer, die ihren Namen verdient, kennen wir nicht. Was liegt näher, als diese Lücken durch eine allgemeine Lenkungsabgabe auf Alkohol zu schliessen und damit die Erhöhung der Mehrwertsteuer abzuwenden?

Unsere Gesellschaft leidet, wie andere Länder auch, an der alten Volkskrankheit Alkoholismus. Er ist unser grösstes sozialmedizinisches Problem. Das Alkoholproblem lässt sich allerdings nicht nur auf die abhängigen Kranken reduzieren, es durchdringt noch viele andere Bereiche unserer Gesellschaft. Wir alle leiden unter den Folgen des Konsums dieses legalen Suchtmittels, das seit seiner industriellen Herstellung und Vermarktung im 19. Jh. zur Volksplage geworden ist. Heute wird mit 6 Mia. Franken an Sozialkosten gerechnet, die der Staat, d.h. wir alle tragen. Das grosse, damit verbundene Leid wird verdrängt, so lange es nicht einen selbst betrifft.

Die Erfolge der Prävention sind bisher leider sehr bescheiden geblieben, vor allem weil die Politik im Verbund mit der Wirtschaft die wirtschaftlichen Aspekte stets als wichtiger einstufte als die gesundheitlichen. Und weil aufklärende Prävention, die in den letzten 20 Jahren fast ausschliesslich betrieben wurde, in unserem, von der Alkoholwerbung dominierten „feuchten Klima“, und bei den limitierten Mitteln keine Chance hat. 

Inzwischen ist eine Wende erkennbar. Steuern auf Suchtmitteln zur Schadensreduzierung wurden plötzlich möglich. Prof. Jürgen Rehm brach das Tabu und sprach öffentlich über die Wirksamkeit der steuerlichen Massnahmen. Die Zeit scheint reif für das Projekt, das ich vor Jahren auf meiner Webseite entwickelt hatte: Lenkungsabgabe, d.h. allgemeine Alkoholsteuer, nach dem Verursacherprinzip, die möglichst viel der wirtschaftlichen Schäden des Alkoholkonsums deckt, zur Hälfte an die AHV/IV fliesst, die Kosten von Bund und Kantonen für Rehabilitation und Prävention ausgleicht, die durch den Konsumrückgang benachteiligten Bauern unterstützt und im Sinne der Prävention Sport- und Kultur-Sponsoring im grossen Stil möglich macht. (Änderungen sind natürlich möglich) Vielen kritischen Problemkreisen in der Schweiz könnte damit wesentlich geholfen werden. Auch den zuerst sicher ablehnenden Gruppierungen, wie Bauern, Werbewirtschaft, Presse könnte vielleicht eine Zustimmung abgerungen werden, wenn sie einsehen, dass sie eher profitieren würden. Die Wirtschaft, die immer mehr auf gesunde Arbeitskräfte angewiesen ist, müsste dieses Projekt aus eigenem Interesse sofort unterstützen. Auch weil Gelder, die nicht für Alkohol ausgegeben werden, in andere Branchen fliessen oder an die Banken gehen, die damit in die Wirtschaft investieren können.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(Am 21.11.14 stark gekürzt veröffentlicht)

Kategorie: Alkoholsteuern, Allgemein, Jugend, Kultur, Leserbriefe, Medien, Politik, Projekt-Idee, Schweiz, Sozialkosten, Sport, Verhältnis-Präv., Veröffentlichungen, Verschiedene, Werbung, Wirtschaft | Keine Kommentare »

Get Adobe Flash player