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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Interventionen einzeln'

Unsere Pressemitteilung an Schweizer Medien betr. Forschungsbetrug

Freitag 20. Januar 2012 von htm

Pressemitteilung an ca 30 Schweizer Medien

Sehr geehrte Damen und Herren,

Am 11.1.2012 erliess die Universität von Connecticut eine Pressemitteilung, in der sie mitteilte, sie habe 11 Fachblätter über einen Forschungsbetrug an ihrer Universität informiert. Reuters berichtete umgehend, in Deutschland u.a. das Hamburger Abendblatt. In der Schweiz herrscht bis jetzt Funkstille.
Heute hat die Bundesverwaltung wie folgt informiert:

PRESSEFÖRDERUNG
“Medien sollen ihre demokratiepolitischen Aufgaben besser erfüllen können
Die Staatspolitische Kommission des (SPK) des Nationalrates sieht die demokratiepolitischen Funktionen der Medien zunehmend infrage gestellt. Mit einer Kommissionsmotion soll deshalb der Bundesrat beauftragt werden, eine Vorlage zur Medienförderung auszuarbeiten.”

Zu den demokratiepolitischen Funktionen der Medien gehörte auch die Information der Bevölkerung auf dem Gebiet der Alkoholprobleme. Bis jetzt haben sie diese Funktion nur sehr mangelhaft erfüllt. Wenn Sie auch zu den Medien gehören, die bisher die angeblich gesundheitspositiven Meldungen aus der Forschung unbesehen weiterkolportiert haben, haben Sie jetzt die Gelegenheit, diese Meldungen zu relativieren. Die Unterlagen und Links finden Sie auf meiner Webseite:

http://www.alkoholpolitik.ch/2012/01/20/top-news-red-wine-heart-research-slammed-with-fraud-charges/18959/

http://www.alkoholpolitik.ch/2012/01/20/top-news-alkohol-ist-gesund-ein-forschungsbetrug/18953/

Besten Dank für Ihre Bemühungen.
Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer
www.alkoholpolitik.ch

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Totalrevision des Eidg. Alkoholgesetzes, Vernehmlassung

Montag 16. August 2010 von htm

Unser Begleittext zum Fragebogen:

Vernehmlassung Alkoholgesetz Oktober 2010

Mit dem vorliegenden Entwurf eines Alkoholgesetzes wird angestrebt, den problematischen Alkoholkonsum zu verringern. (Art. 1) Dies kann mit den vorgesehenen Massnahmen sicher erreicht werden, auch wenn sie noch so bescheiden ausgefallen sind, denn diese Absichtserklärung ist sehr unbestimmt und der Konsum-Trend ist seit einigen Jahren im Zeichen der Gesundheitswelle ohnehin leicht rückläufig.

Ich bin der Meinung, dass eine bestimmtere Absichtserklärung nötig wäre, die auch zeigen würde, dass es unbedingt eine deutliche Verminderung des Alkoholkonsums braucht. In Deutschland wurde in letzter Zeit in den Medien verbreitet, dass eine Reduktion auf 3 Liter reinen Alkohol pro Kopf nötig wäre, da dies noch gesundheitlich vertretbar wäre. Dies wäre in der Schweiz sicher nicht erreichbar, aber eine Halbierung des Konsums auf skandinavisches Niveau wäre für unser Land ein grosser Fortschritt.

Eine deutliche Verminderung des Konsums und der Schäden, wie sie die Resolution der WHO vom Mai 2010 empfiehlt, die von der Schweiz mitunterzeichnet wurde, ist mit den im Gesetzesentwurf vorgesehenen Massnahmen nicht zu erreichen. Ich bitte den Bundesrat dringend, den Empfehlungen der WHO-Alkoholstrategie und der EKAL-Vision zu folgen und das Gesetz in den wesentlichen Punkten anzupassen:
– Preisgestaltung (Mindestpreise, Lenkungsabgabe mit Teuerungsklausel)
– Erhältlichkeit (Einschränkung der Alkoholverkaufszeiten)
– Heraufsetzung des Mindestalters auf generell 18 Jahre
– Verbot der Alkoholwerbung generell ausserhalb der Verkaufslokale

Eine Unterstützung des Volkes für eine Strategie der deutlichen Reduzierung des Alkoholkonsums ist allerdings nur erreichbar, wenn dieses auch entsprechend objektiv informiert ist. Gegenwärtig ist dies eindeutig nicht der Fall, denn die Alkohollobby setzt Behörden und Medien derart unter Druck, dass eine demokratische Meinungsbildung nicht möglich ist. Der Bund müsste Mittel und Gefässe zur Verfügung stellen, damit die sachgerechte Information der Bevölkerung gewährleistet wird. Insbesondere müsste den staatlichen elektronischen Medien endlich die Einhaltung der Konzessionsbedingungen auf diesem Gebiet befohlen und auch kontrolliert werden.

Es ist bekannt, dass die Akzeptanz für Preiserhöhungen durch Alkoholsteuern bei der Wirtschaft und wahrscheinlich bei einem grossenTeil der Bevölkerung nicht vorhanden ist. Deshalb ist man ja auch beim Gesetzesentwurf diesem Thema ausgewichen. Wenn aber der Bevölkerung gezeigt würde, dass gerade die mässigen Konsumenten, die ja die Mehrheit der Konsumierenden bilden sollen, am meisten von den sinkenden Sozialkosten und der steigenden Lebensqualität profitieren würden, könnte die Akzeptanz verbessert werden.

Wie fast alle von Alkoholsteuern profitieren könnten, habe ich auf meiner Webseite www.alkoholpolitik.ch unter der Kategorie „Prävention“ – Projekt-Idee aufgezeigt.

Sie haben die Chance, mit einem griffigen Alkoholgesetz ein Jahrhundertproblem in den Griff zu bekommen. Noch nie waren die wissenschaftlichen Grundlagen derart klar. Ich bitte Sie dringend, diese Chance nicht ungenutzt vorbeigehen zu lassen und sich auch für dessen Akzeptanz einzusetzen.

Besten Dank für Ihre Bemühungen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

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Ethiker fordern IVF-Verbote bei Alkohol, etc.

Donnerstag 21. Januar 2010 von htm

Frauen, die nicht bereit sind, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren, sollten nicht für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder andere Formen der künstlichen Befruchtung zugelassen werde. Dies fordert eine Arbeitsgruppe der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) in Human Reproduction Journal (2010; doi: 10.1093/humrep/dep458). (Quelle: Google Alkohol Alert, 20.1.10) aerzteblatt.de, 20.1.10

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Intervention zur Alkoholwerbung, Debatte im Ständerat

Mittwoch 16. September 2009 von htm

Zur morgigen Debatte über ein Alkoholwerbeverbot am Schweizer Fernsehen möchte ich Sie über die letzten Aktualitäten auf diesem Gebiet informieren. Ich hoffe natürlich, dass sie Sie in Ihrem Nein zur Vorlage bestärken oder zu einer Umbesinnung führen werden:

1. Die britische Ärztegesellschaft hat diesen Monat eine grosse Studie über die Wirkung der Alkoholreklame auf die Jugend herausgegeben und in diesem Zusammenhang die Regierung dringend aufgefordert, die Alkoholwerbung zu verbieten. Die Vereinigung der britischen Krankenschwestern, die täglich mit den Folgen konfrontiert sind, hat sich diesem Aufruf angeschlossen.

Under the influence – The damaging effect of alcohol marketing on young people – by The British Medical Association (BMA) September 2009

2. In der Debatte über Alkoholwerbung wird immer wieder argumentiert, es sei wirksamer, die Eltern in die Pflicht zu nehmen, als die Werbung einzuschränken.
Die Pflicht der Eltern besteht zweifellos. Der kleine Unterschied besteht nur darin, dass es deren Pflicht und Verantwortung wäre, sie diese aber nur in beschränktem Umfange erfüllen und wahrnehmen können. Diese elterliche Aufgabe kennt man ja nicht erst seit heute, aber noch nie ist es gelungen, die Eltern, auf die es ankam, zu ihrem Glück zu zwingen. An entsprechende Elternkurse gehen bekanntlich meist nur jene Eltern, die soviel Verstand und Pflichtgefühl haben, auch von sich aus das Richtige zu tun. Jene, die es nötig hätten, erreicht man nicht. Sie können nun einen Eltern-Führerschein propagieren, der vor der Heirat erworben werden, oder dem Vermieter vorgewiesen werden müsste. Aber viele Paare leben heute ohne Trauschein. Eine Variante wäre ein Elternkurs in der Rekrutenschule und im WK. Nachdem aber immer weniger Männer diensttauglich sind, würden auch so zu wenige erreicht.

Wer dieses Argument vertritt, betreibt nichts anderes als Populismus, d.h. das Abschieben der eigenen Verantwortung als Parlamentarier.

Tatsächlich gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass das Verhalten der Eltern einen Einfluss auf den Alkoholkonsum ihrer Kinder hat, aber wie gesagt, diese Erkenntnis nützt nicht viel. Andere Einflüsse wirken ebenfalls. Z.B. die Peer Groups oder die Alkoholwerbung. Diesen letzteren negativen Einfluss können wir eliminieren, wenn wir nur wollen. Eine Mehrheit des Nationalrats und eine Minderheit des Ständerats haben sich bisher geweigert, das Alkoholproblem ernst zu nehmen und die nötigen Schritte zu einer Entschärfung zu unterstützen. Sie erwarten von vielen Eltern, sich zu ändern und Verantwortung zu übernehmen. Sie waren bisher aber selber unfähig, alte Vorurteile abzulegen, die Erkenntnisse der Wissenschaft zu akzeptieren und unserem Land und Volk und unserer Wirtschaft eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Beweisen Sie das Gegenteil und verhelfen Sie als ersten Schritt dem Alkoholwerbeverbot im Ständerat wieder zur Mehrheit.

Mehr Informationen finden Sie wie immer auf www.alkoholpolitik.ch

Mit freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer

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Intervention betr. Alkoholwerbung am Fernsehen

Mittwoch 16. September 2009 von htm

E-mail an Nationalrat Max Binder, Effretikon
3.9.2009

Sehr geehrter Herr Nationalrat Binder,

Sie haben in der Sommersession Ihren Kollegen, Nationalrat Aeschbacher, ziemlich herablassend (gemäss amtlichem Wortprotokoll) des Populismus bezichtigt, weil er sich erlaubt hatte, die Interessen der Jugend vor die Interessen der Alkohol- und Werbeindustrie zu stellen. Als Fachmann der Alkoholpolitik und als Einwohner von Illnau-Effretikon, der von Ihnen als dem Gesundheitsvorstand dieser Stadt in gesundheitlichen Belangen betreut werden sollte, erlaube ich mir, Ihnen Gelegenheit zu einer Neuorientierung zu geben.

Als Alternative zum diskutierten Verbot der Alkoholwerbung am Fernsehen sprachen Sie sich für eine In-die-Pflichtnahme der Eltern aus. Die sollten dafür sorgen, dass ihre Kinder keine Alkoholprobleme bekämen. Sie seien dafür verantwortlich.

Sie haben damit natürlich völlig recht. Der kleine Unterschied besteht nur darin, dass es deren Pflicht und Verantwortung wäre, sie diese aber nur in beschränktem Umfange erfüllen und wahrnehmen können. Diese elterliche Aufgabe kennt man ja nicht erst seit heute, aber noch nie ist es gelungen, die Eltern, auf die es ankam, zu ihrem Glück zu zwingen. An entsprechende Elternkurse gehen bekanntlich meist nur jene Eltern, die soviel Verstand und Pflichtgefühl haben, auch von sich aus das Richtige zu tun. Jene, die es nötig hätten, erreicht man nicht. Sie können nun einen Eltern-Führerschein propagieren, der vor der Heirat erworben werden, oder dem Vermieter vorgewiesen werden müsste. Eine Variante wäre ein Elternkurs in der Rekrutenschule und im WK. Nachdem aber immer weniger Männer diensttauglich sind, würden auch so zu wenige erreicht.

Ich vermute, dass Ihr grosser Auftritt für Elternpflichten genau das war, was Sie Ihrem Kontrahenten vorwarfen, Populismus in Reinkultur.

Nun aber zu den Tatsachen:
Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass das Verhalten der Eltern einen Einfluss auf den Alkoholkonsum ihrer Kinder hat, aber wie gesagt, diese Erkenntnis nützt nicht viel. Andere Einflüsse wirken ebenfalls. Z.B. die Peer Groups oder die Alkoholwerbung. Diesen letzteren negativen Einfluss können wir eliminieren, wenn wir nur wollen. Sie und die meisten Ihrer Parteikolleginnen und –Kollegen haben sich bisher geweigert, das Alkoholproblem ernst zu nehmen und die nötigen Schritte zu einer Entschärfung zu unterstützen. Sie erwarten von vielen Eltern, sich zu ändern und Verantwortung zu übernehmen. Sie und Ihre Partei waren bisher aber selber unfähig, alte Vorurteile abzulegen, die Erkenntnisse der Wissenschaft zu akzeptieren und unserem Land und Volk eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Beweisen Sie das Gegenteil und verhelfen Sie als ersten Schritt dem Alkoholwerbeverbot im Nationalrat zur Mehrheit. Dann verdienen Sie die Hochachtung Ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger und sind auch legitimiert, das Amt eines Gesundheitsvorstands auszuüben. Bisher haben Sie mich nur immer an das geflügelte Wort vom Bock und dem Gärtner erinnert.

Es würde mich freuen, wenn mein Brief die erhoffte Wirkung erzielen würde.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
PS Leider hat dieser Brief nichts gebracht, Herr Binder stimmte wieder für Alkoholwerbung.

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Schweizer Presserat tritt auf unsere Beschwerde nicht ein

Samstag 12. September 2009 von htm

Stellungnahme des Schweizer Presserates 41/2009 vom 28.8.2009: Der Presserat tritt nicht auf die Beschwerde ein. In der Begründung wird u.a. erwähnt, “dass aus der “Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten” keine berufsethische Pflicht zu “objektiver Berichterstattung” abgeleitet werden kann.” Und: Es ist “auch einem Medium wie dem “Gesundheitstipp” unbenommen, einen generellen Bericht zum Thema “Alkoholkonsum” oder zu einzelnen Teilaspekten zu veröffentlichen, der von einem anderen Standpunkt (als dem des Beschwerdeführers, htm) ausgeht”.
Kommentar: Beim Alkoholproblem ist die Freiheit des Journalisten und der Verleger offenbar grenzenlos. Das Berufsethos ist ausgetrickst. Nun kann der Nationalrat mit grosszügiger Geste die Alkoholwerbung am Fernsehen verbieten, im redaktionellen Teil der Presse und bei Radio und Fernsehen liegen ja viel bessere Möglichkeiten der Alkoholwerbung. Da passen die Worte des Präsidenten der britischen Ärzteschaft, Prof. Ian Gilmore, Präsident des Royal College of Physicians und Chairman der Alcohol Health Alliance, in unserem heutigen Artikel, in dem er zum Verbot der Alkoholwerbung aufruft, genau hin: “ist eine logische Empfehlung im Bestreben, die alles umarmende Pro-Alkohol-Kultur umzukehren, die in einer Periode der Deregulierung und Liberalisierung während des letzten Vierteljahrhunderts gewachsen ist”.
Die Stellungnahme des Presserates werde in den nächsten Tagen auf dessen Webseite aufgeschaltet.

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Media-Abkommen und Alkoholwerbung: Nationalrat

Freitag 11. September 2009 von htm

Sehr geehrte Nationalrätinnen, sehr geehrte Nationalräte,

Zur bevorstehenden Debatte über ein Alkoholwerbeverbot am Schweizer Fernsehen möchte ich Sie über die letzten Aktualitäten auf diesem Gebiet informieren. Ich hoffe natürlich, dass sie Sie in Ihrem Nein zur Vorlage bestärken werden:

1. Die britische Ärztegesellschaft hat diesen Monat eine grosse Studie über die Wirkung der Alkoholreklame auf die Jugend herausgegeben und in diesem Zusammenhang die Regierung dringend aufgefordert, die Alkoholwerbung zu verbieten. Die Vereinigung der britischen Krankenschwestern, die täglich mit den Folgen konfrontiert sind, hat sich diesem Aufruf angeschlossen.

Under the influence – The damaging effect of alcohol marketing on young people – by The British Medical Association (BMA) September 2009

2. In der Debatte über Alkoholwerbung wird immer wieder argumentiert, es sei wirksamer, die Eltern in die Pflicht zu nehmen, als die Werbung einzuschränken.
Die Pflicht der Eltern besteht zweifellos. Der kleine Unterschied besteht nur darin, dass es deren Pflicht und Verantwortung wäre, sie diese aber nur in beschränktem Umfange erfüllen und wahrnehmen können. Diese elterliche Aufgabe kennt man ja nicht erst seit heute, aber noch nie ist es gelungen, die Eltern, auf die es ankam, zu ihrem Glück zu zwingen. An entsprechende Elternkurse gehen bekanntlich meist nur jene Eltern, die soviel Verstand und Pflichtgefühl haben, auch von sich aus das Richtige zu tun. Jene, die es nötig hätten, erreicht man nicht. Sie können nun einen Eltern-Führerschein propagieren, der vor der Heirat erworben werden, oder dem Vermieter vorgewiesen werden müsste. Aber viele Paare leben heute ohne Trauschein. Eine Variante wäre ein Elternkurs in der Rekrutenschule und im WK. Nachdem aber immer weniger Männer diensttauglich sind, würden auch so zu wenige erreicht.

Wer diese Argument vertritt, betreibt nichts anderes als Populismus, d.h. das übliche Abschieben der eigenen Verantwortung als Parlamentarier.

Tatsächlich gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass das Verhalten der Eltern einen Einfluss auf den Alkoholkonsum ihrer Kinder hat, aber wie gesagt, diese Erkenntnis nützt nicht viel. Andere Einflüsse wirken ebenfalls. Z.B. die Peer Groups oder die Alkoholwerbung. Diesen letzteren negativen Einfluss können wir eliminieren, wenn wir nur wollen. Eine Mehrheit des Nationalrats hat sich bisher geweigert, das Alkoholproblem ernst zu nehmen und die nötigen Schritte zu einer Entschärfung zu unterstützen. Sie erwartet von vielen Eltern, sich zu ändern und Verantwortung zu übernehmen. Sie war bisher aber selber unfähig, alte Vorurteile abzulegen, die Erkenntnisse der Wissenschaft zu akzeptieren und unserem Land und Volk und unserer Wirtschaft eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Beweisen Sie das Gegenteil und verhelfen Sie als ersten Schritt dem Alkoholwerbeverbot im Nationalrat zur Mehrheit. Dann verdienen Sie die Hochachtung Ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger, deren Interessen Sie damit pflichtgemäss vertreten.

Mehr Informationen finden Sie wie immer auf www.alkoholpolitik.ch

Mit freundlichen Grüssen
Hermann T. Meyer

PS Diesen Brief finden Sie auch als Anhang.

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Der Verlag “Weltbild” bietet Trinkspiel an

Montag 17. August 2009 von htm

Ein Brettspiel mit Glasplatte und 16 Gläsern in der Art des “Eile mit Weile” wird vom Verlag “Weltbild” für herabgesetzte 19.95 Franken angeboten. Ich habe der Kontaktakdresse kundendienst@weltbild.ch folgendes e-mail gesandt:

In dem uns zugestellten Katalog bieten Sie auf S. 158 das Brettspiel “Nimm’s leicht” für 19.95 an. Das ist leider ein typisches Trinkspiel, mit dem sich vor allem Jugendliche den Alkoholkonsum angewöhnen können. Das Alkoholproblem ist schon ernst genug, als dass es noch auf diese Weise gefördert werden sollte. Ich bitte Sie dringend, diesen Artikel aus dem Sortiment zu entfernen. Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
www.alkoholpolitik.ch
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Lieber Leser, Es wäre wertvoll, wenn Sie ein ähnliches Mail an die obige Adresse senden würden, vielleicht bewirkt es dann mehr. Besten Dank.

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Antwort des Verlags am 18.8.09:
Grüezi Herr Meyer

Vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wir werden Ihr Anliegen gerne unseren Einkäufern weiterleiten.

Freundliche Grüsse aus Olten
Ihr Weltbild Verlag Team

Tanja Joachim
Kundenservice

Weltbild Verlag GmbH
Industriestrasse 78
4609 Olten
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Replik am 18.8.09

Sehr geehrte Frau Joachim,
Ihre Antwort befriedigt mich nur bedingt. Sie sollten die noch vorhandenen Bestände aus dem Verkauf ziehen, oder die hübsche Glasplatte ohne Gläser verkaufen. Wenn Sie dies nicht einsehen, sollten Sie auf Ihrer Webseite Ihre Firmengrundsätze nachlesen:

Grundpfeiler der Unternehmenskultur
Verantwortung gegenüber Kunden, Gesellschaftern, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit prägt das unternehmerische Denken und Handeln. Christliche Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen, heißt die tägliche Herausforderung. Die Orientierung an Werten ist Maßstab. Die Gesellschafter der Verlagsgruppe Weltbild sind 12 katholische deutsche Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Soldatenseelsorge Berlin.

Sie werden ja nicht behaupten wollen, die Förderung des risikohaften Alkoholkonsums sei im Interesse der katholischen Kirche.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Rita.Graf@weltbild.ch schrieb:

Guten Tag Herr Meyer

Ihre Bedenken zu diesem Spiel wurden mir weitergeleitet.
Natürlich schreiben wir explizit, dass man Saft oder Wasser trinken soll. In Abwandlung könnte sicher jemand dieses Spiel auch mit anderen Getränken anwenden. Das wäre aber mit jedem Gesellschaftsspiel möglich.

Unser Einkauf findet in unserem Mutterhaus in Augsburg statt und wir nehmen Kontakt auf mit dem zuständigen Einkäufer. Danach entscheiden wir, ob dieses Produkt weiter im Angebot bleibt.

Vielen Dank für Ihren Hinweis

Rita Graf
Geschäftsführung
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Von: Hermann Meyer
An: Rita.Graf@weltbild.ch
Datum: 22.08.2009 10:29
Betreff: Re: Angebot Spiel “nimm’s leicht”

Sehr geehrte Frau Graf,
In Ihrem Katalog steht beim Spiel nur: “Wer herausfliegt, muss einen Schluck trinken.”
Sicher kann bei jedem Spiel eine Trinkaufforderung eingebaut werden. Aber wenn das Trinken zum Spielzweck wird und das Glas dazu bereitsteht, ist die Aufforderung zum Trinken ein Befehl. Das macht nur Sinn mit alkoholischen Getränken, weil da ein gewisser Kitzel vorhanden ist, immer häufiger leider auch der Wille zum Besäufnis. Mit Ihrem Spiel fördern Sie diese heute sehr schlimme Entwicklung. In Deutschland sind ja erst kürzlich wieder gravierende Zahlen bekannt geworden.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Rita.Graf@weltbild.ch schrieb:

Guten Tag Herr Meyer

Anbei der Link zu unserem Internet-Angebot.

Die Verantwortung und Entscheidung über unsere Programmauswahl liegt bei den entsprechenden Programm-Leitern. Ihre Hinweise sind dort hinterlegt. Sicher ist Weltbild nicht dafür, dass angebotene Spiele zu Alkoholmissbrauch verführen sollen. Wir schreiben hier ausdrücklich Wasser oder Saft.

Wir sind ganz Ihrer Meinung, dass Alkoholmissbrauch nicht auch noch werblich gefördert werden sollte und es gerade bei jungen Leuten eine Gefahr bedeutet. Die Eigenverantwortung jedes einzelnen können wir mit Spielen, Büchern, Texten, Trinkgläsern oder was immer für Produkten nicht übernehmen.

Unser Programmverantwortliche in Deutschland beurteilt nun Ihre Argumente gegenüber dem Spielwert des Produktes grundsätzlich.

vielen Dank für Ihre Hinweise und auch für Ihr Engagement, auf diese Dinge zu achten.

viele Grüsse aus Olten

http://www.weltbild.ch/3/15834227-1/spielwaren/nimms-leicht.html

Rita Graf
Geschäftsführung
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Sehr geehrte Frau Graf,

Besten Dank für den Link. Ich hatte ihn früher nicht gefunden. Ich habe mich immer auf den Katalog bezogen, dort steht nichts von Wasser oder Saft. Ich denke aber nicht, dass dies eine Rolle spielt.
Ich bin froh, dass Sie wenigstens im Prinzip den Alkoholkonsum Jugendlicher nicht fördern wollen.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Raser, Drängler, alkoholisierte Fahrer trotz erhöhter Strafen

Montag 20. Juli 2009 von htm

Raser lassen sich von hohen Strafen nicht bremsen. Rasen, Drängeln und Alkohol am Steuer kommen Autofahrer seit Februar so teuer wie noch nie. Vernünftiger sind die meisten durch die hohen Strafen aber nicht geworden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab. (Quelle: Google Alkohol News, 20.7.09) bild.de, 19.7.09 Kommentar: Die Strafen sind noch zu tief, die Kontrolldichte zu niedrig, die Kommunikation des Tarifs ungenügend, alkoholische Getränke zu billig und zu leicht erhältlich.

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Unsere Interventionen, Uebersicht

Samstag 23. Mai 2009 von htm

Kleiner Rechenschaftsbericht über unsere alkoholpolitischen Interventionen, Briefe, Mails, Gespräche, Anfragen, Beschwerden. Aus Diskretion nicht vollständig.
Die bisherige Übersicht finden Sie im Archiv bis 2008 hier
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20.01.2012 Unsere Pressemitteilung an Schweizer Medien betr. Forschungsbetrug

16.8.2010 Totalrevision des Eidg. Alkoholgesetzes, Vernehmlassung; Unser Begleittext zum Fragebogen

16.9.09 Zur morgigen Debatte über ein Alkoholwerbeverbot am Schweizer Fernsehen im Ständerat

16.9.09 E-mail am 3.9.09 an Nationalrat Max Binder, Effretikon betr. Alkoholwerbung am Fernsehen/Media-Abkommen.

12.9.09 Stellungnahme des Schweizer Presserates zu unserer Beschwerde vom 30.3.09: “Der Presserat tritt nicht auf die Beschwerde ein.”

11.9.09 Zur bevorstehenden Debatte über ein Alkoholwerbeverbot am Schweizer Fernsehen im Nationalrat. E-mail an den Nationalrat.

17.8.09 Ein Brettspiel mit Glasplatte und 16 Gläsern in der Art des “Eile mit Weile” wird vom Verlag “Weltbild” für herabgesetzte 19.95 Franken angeboten. Ich habe der Kontaktakdresse kundendienst@weltbild.ch ein e-mail mit der Bitte, das Spiel aus dem Sortiment zu nehmen, gesandt.

23.5.09 Offener Brief an den Nationalrat betr. Sommersession, Debatte über das Media-Abkommen CH-EU und Alkoholwerbung am Fernsehen.

30.3.09 Beschwerde betr. Gesundheitsanpreisung für Rotwein in „Gesundheitstipp“ Nr. 3, März 2009 an den Schweizer Presserat Stellungnahme des Presserates vom 28.8.09

19.3.09 Wir veröffentlichen nachfolgend den Kommentar der Schweizer Werber auf den Entscheid des Ständerates vom 18.3.09 für ein Werbeverbot am Fernsehen. Darunter folgt unser Kommentar dazu. Die Numerierung entspricht den Abschnitten auf der Werberseite.
Aus: Klein Report – Der Mediendienst der Schweizer Kommunikationsbranche
Archiv – Mittwoch, 18. März 2009
Alkohol-Werbeverbot am TV ist «abstrus»
Unser Kommentar:
Alkohol-Werbeverbote am TV und überall sonst sind sinnvoll

16.3.09 Die Stiftung für Konsomentenschutz startet eine E-Mail-Kampagne zu Handen der Schweizer Werbung.
Hier unser Beitrag bei http://www.konsumentenschutz.ch/dienstleistungen/spezialaktionen/ (Ab Punkt 3)
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4.3.09 Kopie zur Kenntnisnahme unseres Leserbriefs an den Tages-Anzeiger betr. Artikel “Alkohol am Fernsehen regt zum Trinken an”, vom 4.3.09, gesandt an die National- und Ständeräte mit E-Mail-Adresse:
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5.2.09 An die Parteileitungen der grösseren schweizerischen Parteien
Projekt-Idee: IV-Zusatzfinanzierung durch verursachergerechte Abgabe auf alkoholischen Getränken
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1.2.09 Mail an Nationalräte, Ständeräte und die EKAL (Eidgen. Kommission für Alkoholfragen) betr.
Neue Zürcher Zeitung vom 20.1.09: “Wir stecken alle in einer ekelhaften Situation” Sozialpartner zur bundesrätlichen Idee der IV-Zusatzfinanzierung.
Tages-Anzeiger vom 22.1.09: Bundesrat erwägt, bereits angesetzte IV-Abstimmung zu verschieben.

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Kategorie: Allgemein, Interv. Uebersicht | Keine Kommentare »

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