Donnerstag 25. Februar 2010 von htm
Aufklärung statt Häme: Die Medien und der Fall Käßmann
«Um Gottes Willen», titelte die «Frankfurter Rundschau». «Der Fall Margot Käßmann», hieß es doppeldeutig über dem «Welt»-Aufmacher. Die Münchner «Abendzeitung» zeigte die Bischöfin mit ausgebreiteten Armen im Talar – darunter: «Die Promille- Sünderin». Und schlicht «Die Alkohol-Nacht» prangte am Mittwoch auf Seite eins der «Bild». Am Tag, nachdem die Boulevardzeitung die Promillefahrt der obersten Protestantin öffentlich machte, widmeten die Zeitungen dem Thema nicht nur häufig den Aufmacher, sondern mehrere Seiten. Doch wenig Skandal und Häme waren zu lesen, eher Analysen, Leitartikel und aufklärende Stücke. Zum Skandal taugt der Fall kaum – der Rücktritt ändert daran wenig. (Quelle: Google Alkohol Alert, 24.2.10) Kommentar: Wahrscheinlich eine der besten Aufarbeitungen dieses Falles in der Presse. Aber sieht man nicht, dass auch auf Ebene Gesellschaft Konsequenzen nötig wären? Noch ein früherer Kommentar
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Dienstag 23. Februar 2010 von htm
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, ist mit 1,54 Promille Alkohol im Blut am Steuer von der Polizei gestoppt worden. Dies habe die Blutprobe der Bischöfin von Hannover ergeben, sagte Staatsanwalt Jürgen Lendeckel am Dienstag in Hannover. Der 51-Jährigen drohen nun eine Geldstrafe von einem Monatsgehalt sowie ein einjähriger Führerscheinentzug. Die EKD hatte zuvor einen Bericht der “Bild”-Zeitung (Dienstagsausgabe) bestätigt. Demnach wurde Käßmann am Sonnabend gegen 23 Uhr in Hannover von Polizisten angehalten, nachdem sie mit ihrem Dienstwagen, einem VW Phaeton, eine rote Ampel missachtet hatte. Ob das Alkoholvergehen der Bischöfin Konsequenzen für ihr Amt als höchste Repräsentantin der rund 25 Millionen Protestanten nach sich zieht, konnte die EKD noch nicht sagen.
(Quelle: NDR online, 23.2.10) Kommentar: Unfassbar. Traurig. Konsequenzen der Politik? Wohl kaum.
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Montag 22. Februar 2010 von htm
Aschermittwoch – Start der Fastenzeit. Viele nutzen die Tage bis Ostern und üben Verzicht. Doch bei zahlreichen Jugendlichen ist Fasten nicht mehr “angesagt”. Aus unterschiedlichen Gründen. – Fasten lässt sich außerdem durch Verzicht auf Genussmittel aller Art, vom Alkohol über Süßigkeiten bis hin zum Fernsehgenuss oder Zeit vor dem Computer. (Quelle: Google Alkohol Alert, 18.2.10) rp-online.de, 18.2.10 Kommentar: Z.B. die katholische Pfarrei St. Martin in Effretikon legt Unterschriftenbögen auf, in denen sich eintragen kann, wer während der Fastenzeit auf Alkohol verzichten will.
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Donnerstag 21. Januar 2010 von htm
Online-Kommentar zu “Alkohol in der Literatur” auf weilwirunslieben.wordpress.com, 20.1.10
Diese fleissigen Sprachforscher könnten sich doch einmal der Aufgabe widmen herzauszufinden, warum in der Bibel im Originaltext ca 11 verschiedene Ausdrücke vorkommen, die alle mit Wein übersetzt wurden, obwohl sie alles mögliche bedeuten, z.B. alkoholfreier Traubensaft, vergorenener Traubensaft (Wein), oder beides, getrocknete Trauben, frische Trauben, Traubenmus. Und dann die berühmten Stellen darauf kontrollieren, was jetzt wirklich gemeint war. War der gute Wein in Kanaa wirklich vergoren?
Ich finde es etwas pervers, wenn man die bekannten Alkoholiker-Karrieren sozusagen als Vorbilder hinstellt. Goethe soll übrigens auch gesagt haben: Jugend ist Trunkenheit ohne Wein.
Sicher kann man sich trotzdem an den alkoholbedingten Werken freuen. Sie gehören auch zum Leben. An echten, ungedopten Leistungen freue ich mich aber mehr, wie beim Sport.
Ein Freund sagt dazu: Alle als Alkoholiker bekannten Schriftsteller (Fallada, London) haben ihre breühmten Werke grundsätzlich in Phasen der Nüchternheit verfasst. Anders wäre dabei ja auch nur Gemurkse rausgekommen. In dem Buch von Simon Borowiak (“Alk”) räumt der Autor mit dem Mythos auf (in einem sehr schön dargestellten Selbstversuch mit Schriftproben), dass man betrunken Literatur verfassen könne.
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Freitag 18. Dezember 2009 von htm
Leserbrief: Der Tages-Anzeiger vom 18.12.09 bringt gleich mehrere kleine Artikel über die persönliche Befindlichkeit in der Weihnachtszeit. Da wird den früheren Zeiten nachgetrauert, als Völlerei und Rausch noch etwas Tolles war, und als Schluss geraten, man soll sich auch heute noch etwas gehen lassen. Und mit “O du fröhliche, o du selige, alkoholbringende Weihnachtszeit” wird auf die kommenden Tage geschaut, wenn “wir tief in die Gläser gucken”. Dann wird auf eine Webseite hingewiesen, die seit 13 Jahren für “das Recht, besoffen zu werden” kämpfe. Auch drei andere kleine Artikel geben Ratschläge, wie die Feiertage einigermassen gelassen zu überleben sind. Man kann natürlich sagen, das widerspiegle nur die Realität. Aber ich frage mich schon, mit welchem Recht eine deutliche Mehrheit die Minarette verbieten konnte, wenn wir eines der drei grössten christlichen Feste nicht mehr als solches wahrnehmen. Man könnte auch sagen, hier wird eine Minderheit verspottet und verletzt.
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Dienstag 8. Dezember 2009 von htm
gefragt von Redman88Redman88 am 07.12.2009 um 8:46 Uhr bei gutefrage.net
Wie ist es mit Menschen, die Bibeltreu sind? Gilt das Alkoholverbot auch für sie absolut, bis auf das Abendmahl? Das Abendmahl ist ja etwas Symbolisches. Gibt es einen festen Vers, der besagt: ein Christ darf kein Alkohol, bis auf das Abendmahl?
Online-Antwort von Kontrabass:
Die Regel sollte für alle gelten, besonders aber für Christen: Wenn Alkohol, dann mässig. Christen mit ihrem Gebot der Nächstenliebe und ihrer hohen Wertschätzung der Menschenwürde sollten sich aber auch Gedanken machen über die grosse Alkoholnot in unserer westlichen Gesellschaft und sich für deren Reduzierung einsetzen, d.h. für eine aktive, wissenschaftlich erhärtete Alkoholpolitik. Leider sind unsere christlichen Kirchen auf diesem Gebiet inaktiv. Was viele nicht wissen: In der Bibel gibt es im Urtext 11 verschiedene Ausdrücke für vergorenen Wein, alkoholfreien Traubensaft, für beides, Traubenmus, getrocknete Trauben – und die wurden alle mit “Wein” übersetzt. Ob da eine bewusste Irreführung dahintersteckt, ist wohl nicht nachzuweisen. Der Alkohollobby dient es auf alle Fälle, in der Kirche oder ausserhalb. Kritische, unabhängige Artikel zur Alkoholpolitik finden Sie auf www.alkoholpolitik.ch.
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