Sonntag 18. April 2010 von htm
“Unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) haben die Stiftung für das behinderte Kind und der deutsche Brauer-Bund eine Aufklärungskampagne gegen Alkohol in der Schwangerschaft gestartet. Die Aktion „0,0 Promille in der Schwangerschaft“ wendet sich an Frauen im gebärfähigen Alter und will über die drohenden lebenslangen Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft aufklären.” (Quelle: Google Alkohol News, 17.4.10) fasd-zentrum.blogspot.com, 16.4.10 (Mit unserem Online-Kommentar) Kommentar: Was der Spirituosenverband kann, liegt auch dem deutschen Brauer-Bund nicht fern. Er unterstützt das neue FASD-Zentrum der Charité in Berlin gegen Alkohol in der Schwangerschaft. Wie schon erwähnt, eine Art pervertiertes Social Marketing. Wer evaluiert den eventuellen Nutzen gegenüber dem zusätzlich angerichteten Schaden?
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Fetales Alkohol Syndrom (FAS), Internationales, Kinder, Verhaltens-Präv., Werbung |
Keine Kommentare »
Samstag 10. April 2010 von htm
An der Charité in Berlin hängen seit kurzem riesige Transparente, die mit dem Slogan »Mein Kind will keinen Alkohol« Schwangere dazu aufrufen, während ihrer Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten. Anlass war die Eröffnung des FASD-Zentrums, einer Einrichtung zur Behandlung von Menschen mit angeborenen Alkoholschäden. Finanzielle Unterstützung erhielten Charité und FASD-Zentrum ausgerechnet vom zweitgrößten Allkoholproduzenten Pernod Ricard, der die professionell top-gestaltete Website www.mein-kind-will-keinen-alkohol.de aufschaltete und die Kampagne mit prominenten Frauen aus Showbiz und Politik versorgte. …
»Rausch« würde gern Ihre Meinung dazu wissen: Soll die Alkoholindustrie Prävention betreiben? Herzlich willkommen bei unserer neuen Umfrage (Quelle: zeitschrift-rausch.de, 9.4.10) (Wir haben gestern bereits kommentiert.)
Kategorie: Aktionen, Alkoholindustrie, Allgemein, Fetales Alkohol Syndrom (FAS), Gesundheit, Internationales, Kinder, Prominenz, Verhaltens-Präv., Werbung |
Keine Kommentare »
Freitag 9. April 2010 von htm
Alkohol in der Schwangerschaft: Schnaps herstellen und Wasser predigen. Eine Glosse.
Muss uns wirklich ein Schnapshersteller sagen, dass Trinken Kinder dumm macht? Wie ein Alkohol-Konzern versucht, die Gesellschaft gesünder zu machen und wie eine Ministerpräsidentinnengattin dabei hilft – ein Ortstermin.
Aber heute sind wir erwachsen. Heute ist Saufen ernst und “Pernod Ricard” sich seiner Verantwortung für die Schwächen der Gesellschaft ganz furchtbar stark bewusst. Der Alkohol-Hersteller, Zweitgrößter auf der Welt für Schnaps-Likör-Whiskey-Rum, startete heute in Deutschland seine Kampagne gegen den Alkoholgenuss während der Schwangerschaft. “Mein Kind will keinen Alkohol”, ruft Pernod Ricard den Brütenden der Nation zu. Um es seriös zu machen, hatte man dafür ins Haus der Bundespressekonferenz geladen. (Quelle: Google Alkohol Alert, 9.4.10) stern.de, 8.4.10 Kurzmeldung auch bei 20minuten.ch, 8.4.10 Kommentar: Das könnte man als eine Art Perversion des Begriffs “Social Marketing” bezeichnen. Ein für die Gesellschaft schädliches Produkt bewerben, indem man sich auf einem kleinen Sektor positiv in Szene setzt und seinen Namen gross ins Spiel bringt. Hier noch besonders clever, indem man sich angesehene Institutionen und Personen des öffentlichen Lebens ins Boot holt, die sich dabei auch etwas PR erhoffen. Der Sinn des Ganzen: Man hofft, die Umsatzeinbussen bei Schwangeren durch den Imagegewinn und Mehrverkäufe bei den übrigen Konsumenten mindestens zu kompensieren. Der Arzt der Berliner Charité dachte wahrscheinlich, der Zweck heiligt die Mittel. Er hätte sicher auch andere Partner finden können, wahrscheinlich nicht so lukrative…
Kategorie: Alkoholindustrie, Allgemein, Eltern, Fetales Alkohol Syndrom (FAS), Geschichten, Internationales, Kinder, Verhaltens-Präv., Werbung |
Keine Kommentare »