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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Armut'

16-Jährige in Deutschland, 127 Kältetote in Polen

Mittwoch 29. Dezember 2010 von htm

Nach einem Weihnachtsball in Niedersachsen war die 16-Jährige stark betrunken in einen Graben gefallen und erfroren. In Polen sind diesen Winter bereits 127 Menschen, meist Obdachlose unter Alkoholeinfluss, erfroren. (Quelle: NZZ, 28.12.10)

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Bereits 18 Kältetote in Polen

Freitag 3. Dezember 2010 von htm

Schneefälle, starker Wind und klirrende Kälte haben in Polen weitere Todesopfer unter Obdachlosen gefordert. Allein am Mittwoch seien zehn Menschen erfroren, teilte ein Polizeisprecher in Warschau mit. … In jedem Winter sterben in Polen hunderte Menschen an Unterkühlung. Die meisten Opfer sind Obdachlose und allein stehende ältere Menschen. Oft ist dabei Alkohol im Spiel. (Quelle: Google Alkohol News, 2.12.10) bild.de, 2.12.10

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Verkauf dein Bier am Äquator. Und zahle deine Steuern in Zug

Dienstag 30. November 2010 von htm

Die Buchhaltungstricks der Grosskonzerne kosten Entwicklungsländer Milliarden. Eine neue Studie über den Bierkonzern SAB Miller zeigt: Steueroptimierung ist lukrativ. Kinderleicht. Und ganz legal. Bier ist in Afrika sehr beliebt. Und für die Brauer ausserordentlich lukrativ. Das zeigt eine Fallstudie, die das britische Hilfswerk Action Aid gestern publizierte. Das Beispiel ist der zweitgrösste Bierkonzern der Welt: SAB Miller, aktiv auf allen Kontinenten. … (Quelle: Tages-Anzeiger, 30.11.10) Kommentar: Was der Steuerwettbewerb in der föderalen Schweiz bringt, wird hier global demonstriert. Jetzt wird auch deutlich, wohin unsere Entwicklungsgelder hinfliessen. Wir haben schon mehrmals darauf hingewiesen. Gegenüber dem ärmsten Kontinent ist diese Taktik besonders stossend. Aber mit Moral und Ethik hat diese Branche bekanntlich ohnehin ihre liebe Mühe.

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Sexuelle Gewalt: Wenn sie zum Opfer wird

Donnerstag 25. November 2010 von htm

Früher, so Ute Fischer, hätte sie gesagt, dass die Hauptgründe für Gewalt an Frauen Alkohol und Armut sind. Inzwischen würde sie zumindest den zweiten Aspekt nicht mehr hervorheben. “Denn heute wissen wir, dass Gewalt an Frauen in allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen vorkommt”, so die Vorsitzende des Landesfrauenrates in Sachsen-Anhalt. Der Alkohol spiele dabei immer wieder eine Rolle.
Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen veranstaltet der Landesfrauenrat eine Gedenkstunde im Landtag. Im Mittelpunkt steht die sexuelle Gewalt. Nachdem dieses Jahr in Deutschland viele Fälle von Missbrauch bekannt geworden sind, hätten sich auch in Sachsen-Anhalt mehr Frauen in den Beratungsstellen gemeldet, so Fischer. … (Quelle: Google Alkohol News, 24.11.10) mz-web.de, 24.11.10 unser Online-Kommentar: Wo ist die Prävention?
Der SPD-Politiker möchte die Hilfsangebote verbessern. Besser wäre doch, dafür zu sorgen, dass weniger Gewalt auftreten würde. Eine wirksame Methode wäre Alkoholprävention, da Alkohol sehr häufig mit der sexuellen Gewalt im Zusammenhang steht. Die Politik müsste die globale Alkohol-Strategie der WHO umsetzen, damit der Alkoholkonsum und damit die -Schäden zurückgingen. Bis jetzt schützt sie immer noch die Interessen der Alkoholindustrie.

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Warum wird Alkohol toleriert und nur der Tabakkonsum angegriffen?

Donnerstag 25. November 2010 von htm

Unsere Antwort auf www.gutefrage.net
Als nach der industriellen Revolution die Massenproduktion von Alkohol (Kartoffelschnaps) die Armen noch ärmer machte, wurden erste Antialkoholgesetze erlassen. In Amerika und England waren es die Frauen, (Suffragetten) die auf der Strasse damit ihre politischen Rechte erkämpften. In der Schweiz waren es die Liberalen, die das Alkoholgesetz durchbrachten.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Alkohol das grosse Geschäft von globalen Konzernen, die mit immer raffinierteren Marketingmethoden zuerst die Frauen, dann auch die Jugendlichen und Kinder zum Alkoholkonsum verführten. Die Politik hat sich darauf beschränkt, je nach Land bescheidene Alkoholsteuern vor allem auf Spirituosen zu erheben, um das Budget zu entlasten, nicht um damit die alkoholbedingten Schäden zu verringern. (Ausnahme: Schweizer Alkoholzehntel in bescheidenem Umfang)

Die Politik hat sich bisher sehr widerstandsfähig gegenüber der wissenschaftlichen Forschung erwiesen, die sie einfach nicht zur Kenntnis nimmt und immer wieder sogenannt politische Entscheide trifft, d.h. die Interessen der Alkoholindustrie stärker gewichtet als die der Volksgesundheit. Seit Mai dieses Jahres ist auch allen klar, was getan werden müsste: Die WHO hat einstimmig eine globale Alkohol-Strategie verabschiedet, in der sie die alkoholbedingten Schäden aufzeigt und wie sie wirksam reduziert werden könnten. Die Regierungen haben unterschrieben und sie in den Schubladen versenkt. Die WHO hat in diesem Zusammenhang erwähnt, wir seien alle Passivtrinker, weil wir ungefragt ein Leben lang horrende Sozialkosten bezahlen und unter verminderter Lebensqualität leiden.

Und kürzlich haben englische Wissenschafter den Alkohol zur gefährlichsten Droge erklärt, wenn die Wirkung auf die Gesellschaft mitberücksichtigt wird. Dass die Politik nicht aktiv wird, hängt damit zusammen, dass die Bevölkerung sich nicht wehren kann, weil sie nicht informiert ist. Die Massenmedien berichten nur über Schäden, aber nicht über die Notwendigkeit, die möglichen Massnahmen dagegen zu ergreifen. So entsteht ein Gefühl des “man kann ja doch nichts machen!”

Die Politik wird gegenwärtig vor allem von bürgerlichen Parteien dominiert, deren Ideologie von der Selbstverantwortung geprägt ist. Darin enthalten ist das Recht auf den Suff, die Suchtkrankheit, die Selbstzerstörung. Sie glauben an diese Freiheit, merken aber nicht, dass wir alle von der Alkoholindustrie und ihren Vasallen in Geiselhaft genommen worden sind und wie oben erwähnt als Passivtrinker unsere Freiheit verloren haben. Dass die Freiheit des Einzelnen aufhört, wo die des Nächsten beschnitten wird, lassen sie höchstens als verbales Eingeständnis pro Forma gelten.

Auf meiner Webseite http://www.alkoholpolitik.ch habe ich einleitend geschrieben: “Alkoholpolitik ist in der Schweiz wie auch in andern Ländern ein eher unbeliebtes Thema, weil sehr oft die eigene Konsumhaltung, wirtschaftliche Eigeninteressen oder einfach die gesellschaftliche Wirklichkeit einer objektiven Betrachtungs- und Handlungsweise im Wege stehen.” Zur Konsumhaltung wäre noch zu vermerken, dass jeder, der einmal ein Bier getrunken hat, glaubt, er sei jetzt ein Fachmann der Alkohologie. Die Web-Foren sind voll von Beiträgen dieser “Fachleute”. Es ist sehr schwierig, mit solchen Leuten eine Mehrheit für eine wirksame Alkoholprävention zu erreichen.

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CH: Armutskonferenz. So will Burkhalter die Armut bekämpfen

Mittwoch 10. November 2010 von htm

Didier Burkhalter rief heute zur Unterstützung von Mittellosen in der Schweiz auf.
«Heute wollen wir zusammen den Grundstein für eine effizientere Armutsbekämpfung legen»: Bundesrat Didier Burkhalter hat am Dienstag in Bern zur Eröffnung der – live im Internet übertragenen – Armutskonferenz dazu aufgerufen, Nägel mit Köpfen zu machen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 9.11.10) unser Online-Kommentar: Einmal mehr zeigt sich, dass in der Armutsdiskussion die Prävention vernachlässigt wird. Dass ein beträchtlicher Teil der Armut alkoholbedingt ist, wird weiter tabuisiert. Es könnte ja jemand auf die Idee kommen, der Alkoholkonsum müsste dringend gesenkt werden! Das brächte unsere bürgerlichen Politiker in echte Schwierigkeiten. Und die Alkoholindustrie müsste Einbussen in Kauf nehmen zu Gunsten der Bevölkerung, statt wie bisher immer umgekehrt.

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Ein Sieg für Kenyas Trinker

Mittwoch 13. Oktober 2010 von htm

Schnapsbrenner in Nairobis Elendsvierteln feiern neues Alkoholgesetz.
Kenyas Unterschichten geben traditionellen Bieren und illegal gebrannten Schnäpsen den Vorzug vor kommerziell gehandelten Alkoholika. Jetzt werden diese Produkte legalisiert. (Quelle: NZZ.13.10.10) unser Online-Kommentar: Wie die Trinker sei auch die Öffentlichkeit dem Alkoholismus gegenüber gleichgültig eingestellt. Die WHO berichtet, dass mehr als die Hälfte aller Familien vom Alkoholismus betroffen sei. Der Kampf ums Überleben lässt alle andern Probleme zurücktreten. Wenn jetzt die internationalen Konzerne ins Alkoholgeschäft einsteigen, kann es noch schlimmer werden. Da ist es höchste Zeit, dass die WHO versucht, für Afrika eine Alkohol-Strategie zu entwickeln. Siehe unsern Artikel vom 3.9.10.

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Kino: “Die Entbehrlichen” – Porträt von Armut und Alkohol

Dienstag 5. Oktober 2010 von htm

Regisseur Andreas Arnstedt hat im Kölner Rex-Kino seinen Film „Die Entbehrlichen“ vorgestellt. Er erzählt die Geschichte eines Jungen, der den Tod seines Vaters verschweigt. Eine Stärke des Films sind zweifellos die Hauptdarsteller. (Quelle: Google Alkohol News, 5.10.10) ksta.de, 4.10.10 unser Online-Kommentar: Kinder in alkoholbelasteten Familien: Kinder in alkoholbelasteten Familien sind die grosse Tragödie seit über hundert Jahren. Von der Öffentlichkeit kaum beachtet. Dieser Film könnte dies ändern. In Deutschland allein leben über eine Million Kinder und Jugendliche in dieser täglichen Hölle, meist unerkannt, von Lehrern falsch beurteilt, mit geringeren Lebenschancen. Die Politik hätte es in der Hand, wenigstens deren Zahl zu reduzieren, indem sie eine wirksame Alkoholpolitik betreibt. Leider ist davon bis jetzt nichts zu sehen. Die Alkoholindustrie mit ihrer Lobby ist offenbar zu stark.

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Rauchverbot “tötet” Pubs in Schottland

Donnerstag 16. September 2010 von htm

In Schottland haben über 700 Pubs in den letzten vier Jahren wegen des Rauchverbots schliessen müssen. Das seien 11% weniger. Dies ergab eine Studie, die von der Aktion “Save Our Pubs and Clubs” in Auftrag gegeben worden war. Ein Besitzer eines Pubs sagte einem Journalisten, 95% seiner Gäste hätten geraucht. Viele Arbeiter unter ihnen seien nach der Arbeit vor dem Heimgehen für ein paar Biere vorbeigekommen. Jetzt würden sie zu Hause Bier aus dem Laden trinken. (Quelle: Tages-Anzeiger, 16.9.10) (nicht online) Kommentar: Das haben doch die Schweizer Gastronomen schon lange erhofft. Der Gastrosuisse Präsident verkündete öffentlich, bei uns gäbe es 10’000 Betriebe zu viel. Auch Schottland wird gesundheitlich stark profitieren. Weniger Lungenkrebs, weniger Alkoholkonsum, weil die Frau zu Hause den Einkauf besorgt und in einigen Fällen steuern kann. Das heisst auch weniger Alkoholschäden, z.B. auf dem Heimweg. Auf das Budget der Familie wird es sich auch auswirken. Ist mehr Geld übrig, muss der Armutsfrust weniger in noch mehr Alkohol ersäuft werden. Wenn mehr Geld übrig bleibt, profitiert die übrige Wirtschaft und die Gemeinde. Diese findet dann vielleicht die Mittel, um einen geeigneten Treffpunkt für Dorfbewohner zu finanzieren, an dem alle, auch die Frauen und Kinder teilhaben können. Das wird neue soziale Aktivitäten auslösen.

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D: Alkohol und Tabak Hartz-IV-Grundbedarf?

Freitag 10. September 2010 von htm

Die Hartz-IV-Regelsätze werden neu bestimmt. Hat jeder Hartz-IV-Empfänger ein Anrecht auf einen Rausch? Bisher war der Genuss von Alkohol und Zigaretten im Hartz-IV-Regelsatz mit eingeplant. Das könnte sich bald ändern. Die Regelsätze sollen neu berechnet werden, der Posten für Genussmittel eventuell wegfallen. In einem Interview mit der “Sächsischen Zeitung” erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP): “Ganz klar gehört in den Regelsatz für Langzeitarbeitslose eine Position für Genussmittel. (Quelle: Google Alkohol News, 10.9.10) bz-berlin.de, 9.9.10

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