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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Alkoholsteuern'

Leserbrief zur vorgestellten Rentenreform

Freitag 21. November 2014 von htm

20.11.2014

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich


Leserbrief zu „Die Rettung der Renten könnte gelingen“, u.a. am 20.11.14

Dass die Rentenreform kommen muss, ist wohl den meisten klar. Nur wer welche Kröte schlucken muss, darüber wird nun ein grosses Gerangel entstehen. Ein wunder Punkt ist sicher die unsoziale Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Gunsten der AHV, die den täglichen Konsum und damit die Lebenskosten aller betrifft. Vor allem aber von jenen mit beschränktem Budget.

Seit vielen Jahren geht der Hauptanteil an den Steuern auf Spirituosen, d.h. jährlich etwa 200 Mio. Franken an die AHV. Eine Weinsteuer und eine Biersteuer, die ihren Namen verdient, kennen wir nicht. Was liegt näher, als diese Lücken durch eine allgemeine Lenkungsabgabe auf Alkohol zu schliessen und damit die Erhöhung der Mehrwertsteuer abzuwenden?

Unsere Gesellschaft leidet, wie andere Länder auch, an der alten Volkskrankheit Alkoholismus. Er ist unser grösstes sozialmedizinisches Problem. Das Alkoholproblem lässt sich allerdings nicht nur auf die abhängigen Kranken reduzieren, es durchdringt noch viele andere Bereiche unserer Gesellschaft. Wir alle leiden unter den Folgen des Konsums dieses legalen Suchtmittels, das seit seiner industriellen Herstellung und Vermarktung im 19. Jh. zur Volksplage geworden ist. Heute wird mit 6 Mia. Franken an Sozialkosten gerechnet, die der Staat, d.h. wir alle tragen. Das grosse, damit verbundene Leid wird verdrängt, so lange es nicht einen selbst betrifft.

Die Erfolge der Prävention sind bisher leider sehr bescheiden geblieben, vor allem weil die Politik im Verbund mit der Wirtschaft die wirtschaftlichen Aspekte stets als wichtiger einstufte als die gesundheitlichen. Und weil aufklärende Prävention, die in den letzten 20 Jahren fast ausschliesslich betrieben wurde, in unserem, von der Alkoholwerbung dominierten „feuchten Klima“, und bei den limitierten Mitteln keine Chance hat. 

Inzwischen ist eine Wende erkennbar. Steuern auf Suchtmitteln zur Schadensreduzierung wurden plötzlich möglich. Prof. Jürgen Rehm brach das Tabu und sprach öffentlich über die Wirksamkeit der steuerlichen Massnahmen. Die Zeit scheint reif für das Projekt, das ich vor Jahren auf meiner Webseite entwickelt hatte: Lenkungsabgabe, d.h. allgemeine Alkoholsteuer, nach dem Verursacherprinzip, die möglichst viel der wirtschaftlichen Schäden des Alkoholkonsums deckt, zur Hälfte an die AHV/IV fliesst, die Kosten von Bund und Kantonen für Rehabilitation und Prävention ausgleicht, die durch den Konsumrückgang benachteiligten Bauern unterstützt und im Sinne der Prävention Sport- und Kultur-Sponsoring im grossen Stil möglich macht. (Änderungen sind natürlich möglich) Vielen kritischen Problemkreisen in der Schweiz könnte damit wesentlich geholfen werden. Auch den zuerst sicher ablehnenden Gruppierungen, wie Bauern, Werbewirtschaft, Presse könnte vielleicht eine Zustimmung abgerungen werden, wenn sie einsehen, dass sie eher profitieren würden. Die Wirtschaft, die immer mehr auf gesunde Arbeitskräfte angewiesen ist, müsste dieses Projekt aus eigenem Interesse sofort unterstützen. Auch weil Gelder, die nicht für Alkohol ausgegeben werden, in andere Branchen fliessen oder an die Banken gehen, die damit in die Wirtschaft investieren können.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(Am 21.11.14 stark gekürzt veröffentlicht)

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Geschäfte der Herbstsession im Ständerat

Freitag 29. August 2014 von htm

http://www.parlament.ch/D/mm/2014/Seiten/vorschau-hs-
2014-sr.aspx
u.a. Differenzbereinigung neues Alkoholgesetz, z.B. 
Nachtverkaufsverbot, Steuer auf Spirituosen, Mindest-
preis, Subventionierung der Spirituosenherstellung

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Komatrinker sollen zur Kasse gebeten werden

Montag 7. Juli 2014 von htm

Mein Online-Kommentar zum Artikel auf www.watson.ch am 6.7.14

Kontrabass 06.07.2014 18:38
Aus WHO-Kreisen kommt der Satz, wir seien alle Passivtrinker, weil wir ungefragt (neben dem Leid) ein Leben lang die alkoholbedingten Sozialkosten mittragen. Also eine ungewollte Solidarität. Wir hätten es in der Hand, mit echter Solidarität diese Schäden zu senken, wenn Parlament und Stimmvolk bereit wären, den Alkoholkonsum mittels wirksamer Prävention zu reduzieren.
Leider sind sowohl Parlament wie Stimmvolk derart in der Hand der Alkoholindustrie, dass kaum Besserung möglich sein wird. Das Drama der gegenwärtigen Revision des Alkoholgesetzes ist dafür der deutliche Beweis.

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Leserbrief zu: Alkohol fördert Gewalt im öffentlichen Raum

Donnerstag 5. Juni 2014 von htm

30.05.2014
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Alkohol fördert Gewalt im öffentlichen Raum“ am 28.5.14 im Tages-Anzeiger.
Diese neue Studie ist recht detailliert und bringt die alte Tatsache wieder aufs Tapet, dass die Hälfte der Straftaten Jugendlicher unter Alkoholeinfluss erfolgen. Selbstverständlich reagiert Gewerbeverbands-Direktor Bigler sehr ungehalten und bekämpft jede Beschränkung des Alkoholverkaufs. Er wird im Nationalrat wahrscheinlich die nötige Unterstützung finden, um auch die sehr gemässigten Präventionsvorschläge des Bundesrates abzuweisen. Nicht umsonst sind die gleichen Parlamentarier gegen eine Offenlegung der Parteispenden.
Das Hauptproblem in diesem Zusammenhang ist die immer wieder tröpfchenweise an die Öffentlichkeit weitergegebenen Meldungen über spezielle Typen von Alkoholschäden. So können einzelne Zielgruppen anvisiert und verantwortlich gemacht werden. Einmal sind es die jugendlichen Kriminellen, dann die Hooligans, die alkoholisierten Fahrer, die Kinder in alkoholbelasteten Familien, häusliche Gewalt, Scheidungen, sexuelle Gewalt, Gewalt vor Partylokalen, Alkohol am Arbeitsplatz, in der Politik, Komatrinken und Flatratesaufen, als Krankheit und Krankheiten-Verursacher, usw. Eine Gesamtschau fehlt, um die immense Grösse unseres Problems mit der gefährlichsten Droge erkennbar zu machen. (Gefährlichste Droge, wenn die gesellschaftliche Relevanz mitberücksichtigt wird.) Dann würde auch der Normalbürger und die Normal-Bürgerin verstehen, dass dringend Handlungsbedarf besteht und dass die ganze Gesellschaft mitverantwortlich ist und gemeinsam eine massive Senkung dieser Schäden erreicht werden müsste.
Jetzt wird von Direktor Bigler wieder einmal nach mehr Polizeipräsenz gerufen. Ein kleines Pflästerchen zu Lasten der unterdotierten, überlasteten Polizei und einmal mehr des dummen Steuerzahlers. Nebenbei: Warum steht nicht endlich der Bund der Steuerzahler auf und rebelliert lauthals gegen diese ständige Mehrbelastung zu Gunsten der Gewinne einstreichenden Alkoholindustrie?
Was am besten Abhilfe schaffen würde, hat die Weltgesundheitsorganisation 2010 in ihrer von der Schweizer Regierung mitunterzeichneten Resolution für eine globale Alkoholstrategie vorgegeben: Preisliche Regulation und Einschränkung der Verfügbarkeit, um den Gesamtkonsum zu reduzieren. Das heisst: Alkoholsteuern zahlen und aus Solidarität ein bisschen Bequemlichkeit einbüssen, dafür die Alkoholschäden reduzieren, d.h. Lebensqualität gewinnen, sowie Steuern und Versicherungsprämien sparen. Mit den zusätzlichen Mitteln könnten die staatlichen Alkoholkosten gedeckt und Sport, Kultur und Jugendarbeit massiv unterstützt werden. Sogar das diskutierte Prozent mehr Mehrwertsteuer könnte hinfällig werden. Sogar unsere einheimischen Alkoholproduzenten könnte man für Ausfälle entschädigen. Ein Gewinn für alle. Auch fürs Politiker-Gewissen.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu Jugend und Alkohol im Sport

Donnerstag 5. Juni 2014 von htm

21.05.2014

info@winterthurer-zeitung.ch

Leserbrief betr. „Gefährliche Sicherheitslücke“ am 21.5.14
Daniel Frei, Präsident Dachverband Winterthurer Sport, behauptet, Sport sei die beste und günstigste Suchtprävention. Da ich vermute, dass er auch gelegentlich an Turnfesten dabei ist, sollten ihm eigentlich die Saufgelage im Festzelt auch bekannt sein. Nicht umsonst übersetzten wir früher die 4 F auf der Turnerfahne mit frisch, fromm, fröhlich, f(v)oll.
Vielleicht interessiert ihn das Thema wirklich, dann sollten ihm auch die wissenschaftlichen Untersuchungen über Jugend und Alkohol im Sport bekannt sein. (Bei Sucht-Schweiz und im Bundesamt für Gesundheit erhältlich) Sie zeigen, dass gerade die grossen Mannschaftssportarten die Jugendlichen zum Alkohol führen. Genau die, welche nicht auf Alkoholwerbung verzichten wollen.
Als der Turnverein-Delegierte an unserer Männerriegen-GV Werbung für ein Nein zu dieser Initiative machte, erwiderte ich, wer in die Jugend investieren wolle, müsse Ja stimmen. Leider meinen viele, die gelegentlich ein Bier trinken, sie müssten mit dieser Industrie solidarisch sein. Sie verstehen nicht, dass sie mit ihrer verharmlosenden Haltung zur Erhaltung von viel Elend und zu riesigen finanziellen Schäden beitragen, welch letztere sie ungewollt mittragen müssen. Nur ein Beispiel zum Elend: In der Schweiz allein leben über 100‘000 Kinder und Jugendliche in alkoholbelasteten Familien. Das ist die Einwohnerzahl von Winterthur. Viele machen die Hölle durch und haben schlechte Zukunftschancen.
Im Internet auf www.alkoholpolitik.ch gibt es seit 2004 eine Projekt-Idee, die zeigt, wie das Alkohol-Sponsoring bei Sport und Kultur abgelöst werden könnte und wie wirkliche Prävention aussieht. Herr Frei, Doris Steiner und die Dachverbände im Sport sollten einmal zusammensitzen und überlegen, wie diese Idee zu verwirklichen wäre. Sie würden unserer Jugend und unserer Gesellschaft einen riesigen Dienst leisten und hätten dann echten Grund zur Freude.
(nicht veröffentlicht)

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Neue Alkohol-Fakten

Mittwoch 14. Mai 2014 von htm

Resveratrol entzaubert.
Ein Team von Wissenschaftern der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hat in einer Langzeitstudie die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung von Rosveratrol untersucht. 783 Frauen und Männer zweier Dörfer in einem Weinanbaugebiet der Toskana wurden während 9 Jahren unter die Lupe genommen: Befragungen, Unrinuntersuchungen. Alle Teilnehmer waren zu Beginn älter als 64 Jahre. Nach 9 Jahren waren 34.2% der Teilnehmer tot. Die Wissenschafter konnten bei mässigem Alkoholkonsum keinen Einfluss auf das Todesfallrisiko feststellen. (Quelle: Tages-Anzeiger, 14.5.14)
Kommentar: Rosveratrol war einer der Stoffe, die in der Phase der gehäuften alkoholpositiven Untersuchungen eine wichtige Rolle spielten. Es scheint, dass die Entwicklung der Alkoholwerbung mit ihrem täglichen Lifestylegetöse in allen Medien die “wissenschaftlichen” Untersuchungen durch die Alkoholindustrie unnötig gemacht haben. Parlamente und Regierungen sind heute derart von der Alkohollobby eingenommen, und die Bevölkerung gegen alkoholkritische Fakten immunisiert, dass die Presse sogar solche alkoholkritische Meldungen wieder veröffentlichen darf. Das gilt auch für die nächste Meldung der WHO.

2012 sind gemäss einer Meldung der WHO weltweit mehr als 3 Mio. Menschen durch Alkohol gestorben. Der Konsum von Wein, Bier und Schnaps erhöhe das Risiko von rund 200 Krankheiten, z.B. Krebs. Der schweizerische durchschnittliche Alkoholkonsum entspreche fast dem doppelten Konsum weltweit, sei aber leicht tiefer als der europäische. (Quelle: Tages-Anzeiger, 13.5.14)

Kommentar: Dazu muss man wissen, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung alkoholfrei lebt. Europa ist der Kontinent mit dem höchsten Alkoholkonsum. Bisher ging die WHO von 60 Krankheiten aus, die ursächlich von Alkohol beeinflusst werden. Eine kürzliche Studie in der Schweiz ergab, dass sich die Todesfälle von Frauen wegen Alkohol in den letzten 15 Jahren verdoppelt haben. Diejenigen der Männer blieben auf gleicher Höhe. Diese Entwicklung dürfte anhalten, denn die Jahrgänge der Frauen, die in der Zeit der Alcopopswelle zum Alkohol gefunden hatten, werden die Statistiken und unsere Gesellschaft noch einige Zeit belasten.

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Leserbrief: Eine neue Schnapsidee der Eidg. Alkoholverwaltung

Samstag 5. April 2014 von htm

02.04.2014
Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Bund will einheimische Schnapsproduktion fördern“ am 1.4.14 im Tages-Anzeiger online.
Was zu befürchten war, tritt nun ein: Seit der von bürgerlicher Seite forcierten Reorganisation der Eidg. Alkoholverwaltung und deren Eingliederung ins Finanzdepartement mit einem von dessen Managern als neuem Direktor sind die gesundheitlichen Aspekte des Suchtmittels Alkohol in der Verwaltung verlorengegangen. Nur noch die Wirtschaft zählt.
Erst wurde versucht, Energy Drinks mit Schnaps „anzureichern“, was in den USA schon seit einiger Zeit als tödliche Mischung gilt und jetzt der Versuch, mit einseitigen Steuerreduktionen für inländische Spirituosen sowie hohen direkten Bundessubventionen den Verkauf anzukurbeln. Abgesehen davon, dass diese einseitige Bevorzugung inländischer Produkte internationalen Übereinkommen widersprechen würde, ist eine solche Verkaufsförderung sicher nicht im Interesse unserer Bevölkerung.
Dabei hätten es die Schnapsbauern schon lange in der Hand, ein Projekt zu unterstützen, das sie ihrer Sorgen weitgehend entheben würde. (Projekt-Idee auf www.alkoholpolitik.ch) Dasselbe gilt für Turn- und andere Sportverbände, die sich durch Sponsorenverträge an die Alkoholindustrie verkaufen oder für die Jugendverbände, z.B. die Pfadfinder, die für ihre wertvolle Tätigkeit auf eine weit bessere finanzielle Grundlage gestellt werden könnten, was ihnen neue Entfaltungsmöglichkeiten böte. Die Nutzniesser dieses Projekts müssten nur zusammenstehen und es politisch durchziehen. Stark genug wären sie. Nur fehlt bisher der nötige Pioniergeist. Er ist in der allgemeinen Alkoholeuphorie ertrunken.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon

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Leserbrief vor der Nationalratsdebatte zum neuen Alkoholgesetz

Sonntag 22. September 2013 von htm

17.09.2013

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu “Das Alkoholproblem” vom 16.9.2013

Ein Luzerner Sicherheitsbericht, die Forderungen des neuen Städteverbandspräsidenten, Kurt Fluri,
nach einer Verkaufsbeschränkung für Alkohol und eine Wiedereinführung der Polizeistunde, sowie
eine Umfrage des Instituts für Markt- und Meinungsforschung, Isopublic, zum Nachtverkaufsverbot
haben Anlass zu einer Gute Nachtgeschichte gegeben.

Wie bei einer Glosse nicht anders zu erwarten, ist unter dem anspruchsvollen Titel .Das
Alkoholproblem” keine sachliche Auseinandersetzung mit diesem vielschichtigen Thema
herausgekommen, im Gegenteil: Vor der Behandlung im Nationalrat am Mittwoch wurde noch schnell
ein Sperrfeuer gelegt, damit die Parlamentarierinnen möglichst weiter verunsichert werden. Dabei ist
dem Autor auch noch der Lapsus passiert, dass er die erstaunliche Tatsache, dass die Romands in
der Umfrage mit 64% dieses nächtliche Verkaufsverbot befürworten, als Befürwortung des Verkaufs
erwähnte, obwohl in der Internet-Ausgabe des Tages-Anzeiger die richtige Feststellung noch
hervorgehoben worden war. Die Print-Ausgabe brachte diese Erhebung mit keinem Wort. Auf eine
verspätete Richtigstellung darf man noch hoffen.

Tatsache ist, dass in vielen Studien und international in der Fachwelt anerkannt, die Preise am
meisten den Alkoholkonsum beeinflussen (Supermarkt mit Aktionen, Happy Hours), die Erhältlichkeit
ebenfalls wirksam ist (Öffnungszeiten von Läden und Gaststätten, gesetzliches Mindestalter) und dass
in der näheren Umgebung von Nachtclubs am meisten alkoholbedingte Gewalt, Lärm und Littering
polizeilich festgehalten wird. Die Kosten, finanziell und in Lebensqualität, zahlen wir alle.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

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Leserbrief zu: Komapatienten sollen Spitalpflege selber bezahlen

Donnerstag 18. Juli 2013 von htm

15.07.2013

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

 

Leserbrief  zu „Staatsgarantie für den Exzess“ vom 15.7.13

Nationalrat Toni Bertoluzzi (SVP) hat das Verursacher-Prinzip entdeckt. Mittels einer Parlamentarischen Initiative will er erreichen, dass Komatrinker oder deren Eltern die Notaufnahme-Behandlung selber bezahlen müssen.

Beat Metzler weist auf der „Analyse-Seite“ zu recht auf viele Schwächen dieser Vorlage hin. Am nächsten kommt er der falschen Argumentation mit seinem Satz: „Nicht die Jungen sind verantwortlich dafür, dass Kioske rund um die Uhr mit Billigalkohol locken.“ Es ist nämlich die Gesellschaft, welche die Verantwortung für unsere Alkoholprobleme trägt. Und als ihre Vertretung die Politik, welche die Rahmenbedingungen aufstellt und durchsetzen müsste.

In den letzten Jahrzehnten sind diese Rahmenbedingungen laufend liberalisiert worden. Ausnahmen: 0,5-Promille-Grenze und Alcopop-Steuer. Sowohl die Promillegrenze wurde viel zu spät eingeführt, was viele „unnötige“ Opfer forderte, als auch die Alcopop-Steuer wurde erst beschlossen, nachdem der Verkauf ein nie gekanntes Rekordhoch erreicht hatte. Um die erwachsenen Schnapskonsumenten nicht zu vergraulen, wurde darauf verzichtet, die Schnapspreise zu erhöhen, was die Jugendlichen zum Ausweichen auf Selbstgemixtes geradezu einlud. Damit war der neue Jugendalkoholismus geboren.

Roland Stähli, Präventionsbeauftragter für den Kanton Zürich, prägte den Satz: „An jedem Alkoholverkauf an Jugendliche verdient ein Erwachsener.“ Und damit diese Einnahmequellen nicht versiegen oder zurückgehen, werden die Alkoholgesetze laufend abgebaut. Neustes Beispiel heute: Der Bund will den zollfreien Import von Wein verzehnfachen. So gelingt der Rausch noch billiger.

Die bürgerlichen PolitikerInnen, allen voran jene der SVP, versuchen immer wieder mit Erfolg, sich aus der Verantwortung zu stehlen und den Schwarzpeter vor allem an die Jugend weiterzureichen. Gleichzeitig betreiben sie damit die Geschäfte der meist internationalen Alkoholmultis und nehmen die Steuerzahler als Geiseln, die ungefragt die immensen alkoholbedingten Sozialkosten tragen müssen.

Es wäre viel billiger, die Alkoholpreise durch massive Steuern anzuheben, damit den Konsum und die Folgeschäden zu reduzieren, die AHV zu entlasten und unser Land friedlicher, gesünder und glücklicher werden zu lassen. Auch die Personalkosten der Wirtschaft würden sinken, was die neue Leitung der economiesuisse endlich zu einer Kurswende bewegen sollte. Man sollte doch erwarten können, dass Politik und Wirtschaft irgendwann nüchtern über unsere mächtigste Droge und unser grösstes sozial-medizinisches Problem nachdenken und beraten würden. Wir können es uns nicht leisten, weiterhin bedeutende Teile junger Generationen an den Alkohol zu verlieren. Die Lehrlingsbetriebe wissen um die Schwierigkeiten, qualifizierte und motivierte Jugendliche zu finden.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon
(Leicht gekürzt am 18.7.13 veröffentlicht)

 

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Die Schweizer Ärzteschaft zum neuen Alkoholgesetz

Samstag 6. April 2013 von htm

Alkoholgesetzrevision – aus Sicht der Ärzteschaft: Derzeit befindet sich die Totalrevision des Alkoholgesetzes (AlkG) in der parlamentarischen Beratung. Diese Revision – im Kern eine Liberalisierungsvorlage – betrifft auch die Ärzteschaft.Artikel (pdf, 1S., 58Kb) in der Schweizerischen Ärztezeitung 11/2013. (Quelle: Newsletter Infoset April 2013)

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