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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Archiv für die Kategorie 'Dokumente'

Aktion gegen Trump

Samstag 12. November 2016 von htm

Schliessen Sie sich an und unterzeichnen Sie den Aufruf bei diesem Link!

https://secure.avaaz.org/campaign/de/president_trump_letter_loc/?cXYLAbb

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WHO: new report on alcohol-attributable deaths in Europe

Sonntag 30. Oktober 2016 von htm

For the first time, trends in alcohol consumption and related mortality have been examined systematically for all countries in the WHO European Region for an extended period. (including Switzerland)

Who/Europe’s new report „Public health successes and missed opportunities. Trends in alcohol  consumption attributable deaths increased by 4%.

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Leserbrief zum Suchtmonitor

Donnerstag 12. November 2015 von htm

23.10.2015

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

Leserbrief zu „Wettlauf um künstliche Spermien“ am 23.10.15

Immer wieder hört man, die Qualität der menschlichen Spermien werde schlechter. Nun erfahren wir, dass die Wissenschaft an der Herstellung künstlicher Spermien arbeite und sogar ein Durchbruch erzielt worden sei. Tolle Aussichten!

Da brauchen sich die Männer im zeugungsfähigen Alter ja keine Mühe mehr um ihre Gesundheit zu geben. Sie können fröhlich weiter drauflos saufen, ohne Rücksicht auf ihre Samenproduktion.

Gemäss Suchtmonitoring des Bundesamtes für Gesundheit trinkt sich fast jeder Dritte der 15 – 19-Jährigen mindestens einmal pro Monat einen Rausch an, wovon fast die Hälfte mindestens sogar einmal wöchentlich. Bei den 20 – 24-Jährigen sind es sogar 42%, wovon gut die Hälfte mindestens einmal wöchentlich! Und die Tendenz zeigt seit 2011 nach oben.

Es überrascht darum auch nicht, dass immer mehr junge Leute ihre Lehre abbrechen und dass die Firmen ihre offenen Lehrstellen lange nicht alle mit valablen Kandidaten besetzen können.

Damit entfällt wohl auch das Argument, dass wir froh um die vielen Flüchtlinge sein müssten, da sie für eine Blutauffrischung im dekadenten Westen sorgten. Hurra, wir können uns selber reproduzieren! Also los zum nächsten Besäufnis… Oder gibt’s da noch einen Haken? Ach ja, der Alkohol zerfrisst nicht nur die Hoden, sondern auch das Gehirn und ist für rund 60 nicht ansteckende Krankheiten und vieles andere verantwortlich. Das wäre doch Ausgangslage einer tollen Denksportaufgabe für das neue Parlament!

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon

(Nicht veröffentlicht)

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Intervention: Sport und Alkohol

Sonntag 25. Oktober 2015 von htm

23.10.2015

An die Leitungsgremien des

Turnvereins Effretikon, Erwin Morf, Präsident
Zürcher Turnverband, Frank Günthardt, Präsident
Schweizerischer Turnverband, Erwin Grossenbacher, Zentralpräsident
Bundesamt für Sport, Matthias Remund, Direktor (zur Kenntnisnahme)

 

Liebe Turnkameraden, sehr geehrter Herr Direktor,

Ich habe heute einen Leserbrief an den Tages-Anzeiger gesandt, der mit einer Aufforderung an das neugewählte Parlament schliesst. (siehe Beilage)

Er hätte auch genauso gut mit einer Aufforderung an die Verantwortlichen der Turnerfamilie enden können.

Seit ich in den letzten drei Jahren als Männerriegler an zwei Regionalmeisterschaften teilgenommen habe, frage ich mich, ob ich in dieser Familie nicht fehl am Platz bin. Ich habe als Sohn eines Alkohol-Abhängigen Zeit meines Lebens national und international für eine Gesellschaft gekämpft, die weniger vom Alkohol abhängig sein sollte. Ganz im Sinne der alten turnerischen Maxime vom gesunden Geist in einem gesunden Körper. Was sich aber an diesen besuchten Regionalmeisterschaften abspielte, spottet jeder Beschreibung: Reine Oktoberfeststimmung. Dreiviertel der riesigen Festzelte stehend auf den Tischen, die Biergläser schwenkend und dem Einpeitscher am Mikrofon die ordinären deutschen Oktoberfestsongs nachbrüllend. Das während mehrerer Stunden und bei steigendem Bierkonsum. Von jung bis alt.

Von „meinen“ Männerrieglern kann ich allerdings erfreut feststellen, dass sie eher betreten zuschauten.

Ist es wirklich nötig, das Turnervolk auf diesem primitiven Niveau und gesundheitsschädigend zu unterhalten? Haben wir nicht genügend eigene Folklore und Komiker, wo wir uns doch sonst so patriotisch geben? Ist der finanzielle Beitrag der Alkoholindustrie derart schwerwiegend, dass wir ihnen unsere Jungen opfern müssen? Ist es sinnvoll, in einem stetigen Wettkampf zwischen den Austragungsorten solcher Veranstaltungen immer noch grössere Events anzustreben, mit noch grösseren Budgets, damit die Alkoholwerbung noch mehr Fuss fassen kann? Olympiaden und die FIFA sind unrühmliche Vorbilder.

Sie haben es mit Ihren befreundeten Parlamentariern in der zu Ende gehenden Legislatur erreicht, dass das Alkoholsponsoring im Sport nicht verboten wurde. Sie haben auch die Zürcher Initiative gegen Alkoholwerbung in den Stadien zu Fall gebracht. Und Sie sind mitverantwortlich für die immer noch zunehmende Alkoholisierung unserer Jugend. Gibt Ihnen das wirklich nicht zu denken?

Freundliche Grüsse

Hermann Meyer

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Forschung: Folgen des niedrigen Alkoholkonsums

Donnerstag 5. März 2015 von htm

Folgen des niedrigen Alkoholkonsums: Die Publikation „Alcohol and Society 2014; Theme: The Effects of Low-Dowse Alcohol Consumption“ steht zum Download bereit. Ein Forschungsbericht der IOGT-NTO Schweden und der Schwedischen Gesellschaft für Medizin. In English and Swedish.
Kommentar: Die bisher ausführlichste Zusammenstellung der Forschungsergebnisse zu diesem Thema. Die Medien, die vor Jahren nicht genug über angeblich alkoholpositive gesundheitliche Vorteile berichten konnten, werden dazu wie bisher grösstenteils schweigen.
Quelle: Infoset

 

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D: Jahrbuch Sucht 2012: Legale Suchtmittel sind das größte Problem

Freitag 13. April 2012 von htm

Der Suchtmittelkonsum in Deutschland ist in den letzten Jahren nahezu gleich geblieben. Dies geht aus dem jetzt vorgestellten Jahrbuch Sucht 2012 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hervor. Das Hauptproblem des Suchtmittelkonsums liegt ihr zufolge nach wie vor bei den legalen Substanzen. Die DHS fordert daher effektive Präventionsmaßnahmen wie Preiserhöhungen, Verkaufsreduzierung und Werbeeinschränkungen. Darüber hinaus müssten in der Prävention die unter­schiedlichen Problematiken von Männern und Frauen sowie die soziale Benachteiligung stärker berücksichtigt werden.

Der Alkoholkonsum ist im Jahr 2010 um ein Prozent gesunken, wobei Bier nach wie vor das meist getrunkene alkoholische Getränk in Deutschland ist. Die 12-Monats­prävalenz für problematischen Alkoholkonsum liegt bei den 18-64-Jährigen insgesamt bei 21,1 Prozent, bei Männern sogar bei 32,4 Prozent. ….
(Quelle: aerzteblatt.de, 12.4.12)

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USA: Industrie verharmloste Zusatzstoffe in Zigaretten

Donnerstag 22. Dezember 2011 von htm

Die Tabak­industrie hat die unvermeid­liche Regulierung von Aroma- und Zusatzstoffen durch die US-Arzneibehörde FDA vorher­gesehen. Der Hersteller Philipp Morris hat rechtzeitig klinische Prüfungen durchführen lassen, bei deren Publikation die Risiken laut einer Studie in PLoS Medicine (2011; 8: e1001145) jedoch bewusst verharmlost worden seien.

Heutige Zigaretten enthalten neben dem Tabak noch eine Reihe von Zusatzstoffen, mit denen sich der Geschmack und die Abgabe von Nikotin steuern lassen. Beides hat vermutlich Auswirkungen auf die Initiation und das spätere Suchtverhalten der Raucher. Der Hersteller musste durch die bevorstehende Regulierung der Zusatzstoffe deshalb wirtschaftliche Nachteile befürchten.

Philip Morris hat hierauf frühzeitig reagiert, wie das Team um Stanton Glantz vom Center for Tobacco Control Research and Education an der Universität von Kalifornien in San Francisco recherchiert hat, zu dem auch Thomas Kyriss von der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen gehört.

Das Team hat interne Unterlagen des Herstellers ausgewertet, die in den USA im Rahmen von Schadenersatzklagen öffentlich gemacht wurden. Die Legacy Tobacco Documents Library an der Universität von San Francisco hat 11 Millionen Dokumente im Internet veröffentlicht. Mit einer speziellen Suchstrategie gelang es den Mitarbeitern von Glantz einige Dokumente zu finden, die auf das Projekt MIX verwiesen. Es hatte die Auswirkungen von 333 Inhaltsstoffen untersucht. …
(Quelle: aerzteblatt.de, 21.12.11)
Kommentar: Schade, dass nicht auch auf Dokumente der Alkoholindustrie zugegriffen werden kann. Was käme wohl da alles ans Tageslicht?

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CH: Zur Dialogwoche Alkohol im Mai 2011

Sonntag 27. Februar 2011 von htm

Wir schauen gebannt auf die historischen Vorgänge im arabischen Raum, wo die Geburtsstunde der Demokratie schlägt oder zumindest Geburtswehen eingesetzt haben, und selber sind wir nicht fähig, uns aus den Ketten der Knechtschaft der Alkoholindustrie zu befreien.

Das Eidgenössische Bundesamt für Gesundheit hat nun für Mai ein Mitwirken an der Alkoholwoche angekündigt, die auch in Deutschland, Liechtenstein und Österreich stattfinden wird. Das Motto in Deutschland heisst: „Alkohol? Weniger ist besser.“ In der Schweiz heisst es bescheiden: „Dialogwoche Alkohol“. Im Einleitungstext auf seiner Webseite schreibt das Bundesamt: „Die Gesellschaft sucht nach einem neuen Umgang mit dem Alkohol: Wie können wir einen genussvollen Umgang mit dem Kulturgut Alkohol praktizieren und vorleben, den Interessen von Gastronomie und Detailhandel Rechnung tragen – und gleichzeitig glaubwürdig den Exzessen und ihren Folgekosten entgegen treten? Es besteht Diskussionsbedarf!“

Die Quadratur des Kreises wird angestrebt: „Den Interessen von Gastronomie und Detailhandel Rechnung tragen.“ Jene der grossen Alkoholmultis werden nicht erwähnt. Warum wohl? Immerhin, mit unserer Projekt-Idee könnte es gelingen. Aber sonst …..? Auf die Botschaften aus dem Ausland, von internationalen Fachgremien, hört ein „rechter“ Schweizer schon gar nicht. In Deutschland ist es nicht anders.

Wir sind gespannt, wie viel Dialog möglich sein wird, ob es nur eine Alibi-Pflichtübung wird und ob überhaupt lokale Gruppen gefunden werden, die sich dafür interessieren und engagieren. Ja, wer müsste sich eigentlich angesprochen fühlen?

Z. B.     –  die Kirchen: Ein Werk der Diakonie, Stichworte: Nächstenliebe, Menschenwürde, Gerechtigkeit

–  die Liberalen: Sie brachten der Schweiz die erste Alkoholgesetzgebung. Sie kämpfen für die persönliche Freiheit. Die aufgezwungene Alkoholnot, deren Folgen alle tragen, müsste ihnen ein Gräuel sein

–  die Polizeigewerkschaften: Die Polizisten leiden direkt unter dem Stress durch Überzeitarbeit und Gewalt

–  das Spitalpersonal: Auch hier Stress durch Überzeit, Personalknappheit, Kostendruck, Gewalt

–  der Justizapparat: Arbeitsüberlastung, lange Verfahrenszeiten, fehlende Plätze für Jugendliche

–  die Wirtschaft: Eine Milliarde zusätzliche Personalkosten, Belastung des Betriebsklimas, Qualitätseinbussen

–  die Gemeinden und Städte: Alkoholbedingte Sozialkosten belasten die Rechnungen, die Steuerzahler

–  die Entwicklungshilfe-Organisationen: Ihre von Spendern finanzierten Hilfeleistungen werden durch die Aktivitäten der Alkohol-Multis zum Teil zunichte gemacht. Und deren Gewinne fliessen nach Norden ab

–  die Parteien: Sie haben es in ihren Parteiprogrammen fixiert. Sie wollen für unser Land arbeiten, für seine Bevölkerung. Politiker werden dafür gewählt. Sie leisten sogar darauf einen Amtseid

– Noch einige weitere: Jugendverbände, Kinderschutz-Organisationen, Sportverbände, Kulturorganisationen, Lehrerinnen- und Lehrer, Institutionen der Alkohol-Prävention und -Rehabilitation, Aidshilfe, Psychologen, Psychiater, Lehrlingsämter und -Betreuer, Hilfsorganisationen wie Caritas, und, und, und….

– und nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger. Sie leiden direkt und indirekt unter den alkoholbedingten Schäden – ein Leben lang, ungefragt. Sie zahlen jährlich Milliarden. Die WHO nennt uns „Passivtrinker“.
(Quelle: Unser Begleittext zum Newsletter Februar 2011)

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CH: Alkoholpolitik aus der Sicht der offenen Jugendarbeit

Dienstag 7. Dezember 2010 von htm

Die beiden zentralen Gesetze für die schweizerische Alkoholpolitik (Alkoholgesetz und Lebensmittelgesetz) werden momentan totalrevidiert (Infoset berichtete). Der Dachverband offene Jugendarbeit (DOJ) hat einerseits als Mitglied der nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik NAS an deren Grundposition mitgearbeitet und andererseits in Zusammenarbeit mit VertreterInnen der offenen Jugendarbeit, ein eigenes Positionspapier (Word-Dokument) erarbeitet. (Quelle: Infoset Newsletter Dezember 2010)

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CH: Vernehmlassungs-Antwort zum neuen Alkoholgesetz

Freitag 29. Oktober 2010 von htm

Wir haben folgende Vernehmlassungsantwort vom Verein für Suchtprävention (vfs) Basel erhalten:

Eidgenössische Alkoholverwaltung
Totalrevision Alkoholgesetz
Länggassstrasse 35
3000 Bern 9

Basel, 19. Oktober 2010

Vernehmlassung zum neuen Alkoholgesetz

Sehr geehrte Damen und Herren

Gerne nehmen wir die Gelegenheit wahr, zur Totalrevision des Alkoholgesetzes Stellung zu nehmen. Der Verein für Suchtprävention (VfS) mit Sitz in Basel bezweckt die Verminderung von Alkohol- und Tabakproblemen und von Suchtproble­men im Allgemeinen. Zum Aufgabenbereich des Vereins gehören die Durchführung von Kursen und anderen Präventionsveranstaltungen und -aktivitäten (vor allem an Schulen), Öffentlichkeitsarbeit im Drogen- und Suchtbereich sowie politische Vorstösse und rechtliche Schritte, die dem Vereinszweck dienen.

Revision auf halbem Wege stehen geblieben

Wir haben die Vernehmlassungsvorlage mit grossem Interesse studiert und stellen fest, dass darin einige sinnvolle Massnahmen zugunsten der Prävention und des Jugendschutzes vorgesehen sind, während andere – sogar noch wirksamere Ansätze – gänzlich fehlen. So gesehen, ist die Revision leider auf halbem Wege stehen geblieben.

Angesichts der alkoholbedingten sozialen Probleme in unserem Land – rund 100’000 Kinder und Ju­gendliche leben in alkoholbelasteten Familien, und die volkswirtschaftlichen Folgeschäden verursachen jährliche Kosten in Milliardenhöhe – sind wir erstaunt, dass im vorliegenden Bericht der Alkoholkon­sum ziemlich verharmlosend beschrieben wird. Denn Alkohol ist in unserer Gesellschaft nicht nur ein einfaches Konsumgut, sondern ein Rausch- und Suchtmittel mit grossem Gefährdungspotenzial.

Positive Neuerungen

Zu den neu vorgesehenen Massnahmen, die wir ausdrücklich begrüssen, gehören die Bewilligungs­pflicht für den Verkauf alkoholischer Getränke, das Weitergabeverbot von Alkohol an Minderjährige (auch durch Eltern, Freunde usw.) und die Rechtsgrundlagen für Testkäufe.

Örtliche Verkaufsverbote

Unseres Erachtens wäre eine Rechtsgrundlage für geographisch und zeitlich begrenzte Alkoholver­kaufsverbote sinnvoll und dem Präventionsgedanken dienlich; so könnte an Brennpunkten des Nachtle­bens oder im Umfeld von Sportveranstaltungen die Gefahr von Ausschreitungen oder Sachbeschädi­gungen verringert werden.

Werbeeinschränkungen ungenügend

Korrekturbedarf sehen wir auch sehr ausgeprägt bei den Bestimmungen bezüglich der Werbevorschrif­ten: Werbung ist ein massgeblicher Faktor für das Konsumverhalten Jugendlicher. Der Alkoholkonsum wird in der Werbung oft mit Werten wie Sportlichkeit, Fröhlichkeit, (sexueller) Attraktivität etc. ver­bunden; dieser verharmlosenden Botschaft muss Einhalt geboten werden.

Besteuerung an Alkoholgehalt koppeln

Auch auf die bekannte Tatsache, dass der Alkoholkonsum vor allem über die Steuerung der Erhältlich­keit und des Preises reduziert werden könnte, geht der Gesetzesentwurf kaum ein. Wir empfehlen, die Besteuerung alkoholischer Getränke im Verhältnis zum Alkoholgehalt festzulegen: Je höher der Alko­holgehalt des Getränks ist, desto höher sollte dessen Besteuerung sein.

* * *

Zu den Bestimmungen im Einzelnen machen wir folgende Anmerkungen:

1. Alkoholgesetz

Artikel 1

Das Gesetz sollte unbedingt die Regulation des Alkoholmarkts zum Zweck haben, mit dem Ziel, der öffentlichen Gesundheit zu dienen. Schadensminderung allein genügt nicht. Auf den Hinweis, auf die sogenannten freiwilligen Verhaltensregeln der Alkoholindustrie (Absatz 2 Buchstabe c), kann verzichtet werden. Vielmehr braucht es verbindliche staatliche Vorgaben bezüglich Werbung und Sponsoring, an die sich die Unternehmen fix zu halten haben.

Artikel 3 und 4

Für alle Arten alkoholischer Getränke sollten die gleichen Werbevorgaben gelten. Eine unterschiedliche Handhabung ist nichtsinnvoll. Je früher Kinder oder Jugendliche Alkohol zu konsumieren beginnen, desto höher ist ihr Risiko einer späteren eigenen Alkoholabhängigkeit. Daher muss die Werbung für alle Alkoholika gleichermassen eingeschränkt werden. Heute sind Jugendliche überall – insbesondere auch an speziell attraktiven Orten wie Festivals, Konzerten, Sportanlässen usw. – sehr aufdringlicher Alkohol- (v.a. Bier-) Werbung ausgesetzt.

Wir schlagen vor, die Artikel 3 und 4 zusammenzulegen und dabei den Begriff «Spirituosen» durch­wegs durch «alkoholische Getränke» zu ersetzen. Zudem sollte die Werbung auf öffentlichem Grund ausdrücklich verboten sein sowie auf privatem Grund, sofern dieser von öffentlichem Grund aus eingesehen werden kann.

Artikel 6

Auf den Verkauf von Alkohol an Automaten ist ganz zu verzichten, und ein nächtliches Alkoholver­kaufsverbot sollte eingeführt werden. Es wäre eine der wirksamsten Schritte zu einer gesundheitspoli­tisch ausgerichteten Alkoholpolitik. Die Einschränkung der Verfügbarkeit während der Nacht würde dazu beitragen, während dieser Zeit von allem jene Menschen vom Alkoholkonsum abzuhalten, die keinen Alkohol vorrätig haben, weil sie es sich nicht leisten können (d.h. vor allem Jugendliche) oder weil sie nicht entsprechend planen können.

Daher drängt sich folgende Formulierung für Absatz 1 auf:

1 Verboten ist die Abgabe alkoholischer Getränke:

a. an Automaten;

b. durch das Verteilen von Warenmustern;

c. durch Degustationen, sofern sie nicht durch Personal betreut sind;

d. von 22 Uhr bis 7 Uhr.

Artikel 7

Wie oben ausgeführt, ist aus Präventions-Sicht die unterschiedliche Behandlung verschiedener Alkohol-Typen nicht angezeigt. Deshalb sollte es nicht nur für Spirituosen keine Aktionen und Mengenrabatte geben, sondern für alle alkoholischen Getränke. Wird Absatz 1 entsprechend angepasst, wird Absatz 2 hinfällig.

Artikel 9

Was in dieser Bestimmung fehlt, ist die Androhung von Sanktionen bei wiederholten Widerhandlun­gen gegen das Verbot der Alkoholabgabe an Personen unterhalb des gesetzlichen Abgabealters. Für diesen Fall sollte der Entzug der Verkaufsbewilligung vorgesehen werden.

Artikel 11

Dass der sogenannte «Sirupartikel» nun auf bundesweiter Ebene eingeführt werden soll, ist sehr be­grüssenswert. Ein breites Angebot, attraktiver und günstiger alkoholfreier Getränke, erleichtert die Wahl einer gleichwertigen Alternative zum Konsum von Bier und anderen Alkoholika. Unseres Erachtens könnte die Zahl der zwingend günstiger anzubietenden alkoholfreien Getränke von drei auf deren fünf erhöht werden.

Artikel 12

Der Bund ist zur Förderung der öffentlichen Gesundheit verpflichtet; folglich darf die Finanzierung von Präventionsaktivitäten durch Organisationen und Verbände durch den Bund nicht einfach optional mit einer «kann»-Formulierung vorgesehen sein, sondern sie muss verbindlich festgehalten werden.

Artikel 23

Nicht nur die Werbung an sich (s. unsere Bemerkungen zu Artikel 3 und 4), sondern auch die Bestra­fung von Widerhandlungen gegen die Werbeeinschränkungen sollte für alle Arten alkoholischer Ge­tränke gleich geregelt sein.

2. Spirituosensteuergesetz

Artikel 15

Seit längerem sind alkoholische Getränke in der Schweiz immer günstiger geworden: Die Kaufkraft ist gestiegen, doch bei der Besteuerung den Alkoholika ist nicht einmal die Teuerung angepasst worden. Steuern sind nicht nur ein fiskalpolitisches, sondern auch ein präventions-, also gesund­heitspolitisches Instrument. Durch die Erhöhung der Preise sinkt der Konsum  alkoholischer Getränke, wie man aus unzähligen Studien weiss. Mit den Steuermehreinnahmen könnten zudem zusätzliche Prä­ventionsprogramme finanziert werden. Der Steuersatz ist deshalb zu erhöhen – wir schlagen einheitlich 32 Franken pro Liter reinen Alkohols vor.

Artikel 16

Die Anpassung der Teuerung muss zwingend erfolgen; eine «kann»-Formulierung ist fehl am Platz.

* * *

Wir hoffen sehr, dass der dem Parlament vorzulegende Entwurf den Erfordernissen des Jugendschutzes und der Suchtprävention stärker als die Vernehmlassungsvorlage Rechnung tragen wird.

Wir bitten Sie um eine sorgfältige Prüfung unserer Anliegen.

Die Suchtpräventions-Bemühungen der Kantone und Gemeinden und vieler Privater, wie etwa unseres Vereins, sind dann am wirksamsten, wenn auch die übergeordnete Alkoholpolitik des Bundes nicht in erster Linie der Wirtschaftsförderung dient, sondern der nachhaltigen Senkung des schweizerischen Pro-Kopf-Konsums, denn: je geringer der Alkoholkonsum insgesamt ist, desto geringer sind die Suchtprobleme, das alkoholbedingte Leid und die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Folgeschäden.

mit freundlichen Grüssen

Verein für Suchtprävention (VfS)

Alex Klee                     Hanni Huggel, Landrätin BL                  Martin Schwitter

Präsident                      Vizepräsidentin                                     Geschäftsführer

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