www.alkoholpolitik.ch

Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Leserbriefreplik zur Frage – wer trägt die Schuld am Jugendalkoholismus

Montag 5. August 2013 von htm

27.07.2013

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
8004 Zürich

 

Replik  zum Leserbrief „Rauschtrinken“ – „Die Politik trägt die Verantwortung“ vom 23.7.13

Leserbriefverfasserin Beatrice Landert prangert mit recht die oft hohen Mineralwasserpreise in den Restaurants und bei Grossanlässen an. Trotzdem findet sie nicht, dass die Politik verantwortlich für die trinkenden Jugendlichen sei.

Da stellt sich die Frage, wer bestimmt die Preise im Gastgewerbe? Seit die Gastgewerbegesetze in den Neunzigerjahren von Regierung und Kantonsrat immer mehr liberalisiert worden sind, haben Aspekte der Gesundheit und des Jugendschutzes immer mehr an Gewicht verloren. Hinzu kamen die Rückschritte in den Werbebeschränkungen für Alkoholika, die nachweisbar zum Schaden auch der Jugend wirken.

Damals haben verschiedene Kantone einen mehr oder weniger weitgehenden sogenannten Sirupartikel beschlossen, der verhindern sollte, dass alkoholische Getränke im Vergleich mit alkoholfreien zu billig sind. Auch hier ist wieder die Politik verantwortlich, dass die Bestimmungen auf Druck der bürgerlichen Parteien wenig bewirken können und die Kontrolle durch die Gemeindebehörden vor allem bei Festanlässen oft nicht funktioniert.

Eine der Hauptsünden der Politik war die Aufgabe der Bedürfnisklausel. Sie liess die Zahl der Alkohol führenden Betriebe explosionsartig anwachsen, die Grundlage der heutigen Partygesellschaft. Die Behörden sind heute sogar der Meinung, diese sei ein Standortvorteil der Stadt Zürich. Die Folgen hat der Steuerzahler zu berappen und unsere Gesellschaft zu tragen.

Alkoholpolitik hat natürlich nicht nur mit Mineralwasserpreisen zu tun. Gewöhnlich wird von Politikern ein Lösungsansatz, der gerade im Gespräch ist, herausgepickt und verkündet, damit lasse sich das Alkoholproblem nicht lösen. Damit können sie sogar recht haben. Aber sie versäumen es geflissentlich, die andern Kriterien, die in ein ganzes Paket von Massnahmen gehörten, anzugehen. Das Alkoholproblem ist sehr komplex. Die wichtigsten wirksamen Massnahmen, die alle von den PolitikerInnen getroffen werden müssten, sind bekannt. Sie haben bisher diese Verantwortung nicht übernommen und immer wieder die Interessen der vor allem ausländischen Alkoholmultis vertreten, statt diejenigen der Bürgerinnen und Bürger, von denen sie gewählt wurden und für deren Wohl sie sorgen müssten.

Freundliche Grüsse

Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

 

Be Sociable, Share!

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 5. August 2013 um 12:00 und abgelegt unter Alkoholindustrie, Allgemein, Feste und Feiern, Gesundheit, Jugend, Leserbriefe, Politik, Schweiz, Sozialkosten, Verhältnis-Präv., Verschiedene, Zitate. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentare sind geschlossen.

Get Adobe Flash player