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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Leserbrief zu: „Jugendliche und Alkohol“, Winterthurer-Zeitung

Mittwoch 26. Januar 2011 von htm

12.1.2010

Redaktion
Winterthurer Zeitung

Per e-mail

Leserbrief zu: „Jugendliche und Alkohol“ vom 12.1.2011

Mit Ihrem Leitartikel reagieren Sie auf den Bericht über die traurige Bilanz der Alkoholtestkäufe in Winterthur und auf den tragischen Todesfall eines betrunkenen jungen Mannes in Aarau.
Sie fragen den Polizeivorstand, dazu Stellung zu beziehen. Wer genau liest, merkt, dass er überhaupt nichts zu sagen hat. Es soll wieder Testkäufe geben, es sei ein gesellschaftliches Problem, also müssten die Eltern reagieren. Über die Fälle von alkoholisierten Jugendlichen wird keine Statistik geführt, die Polizei ist sowieso überlastet. Mit der Suchtpräventionsstelle Winterthur werde wertvolle Präventionsarbeit auch in Schulen geleistet. Alles vage, nichtssagend, wenig bringend.
Wenn es, wie er richtig sagt, ein gesellschaftliches Problem ist, heisst das, die Politik ist gefragt. Die Behörden haben den Auftrag von der Zivilgesellschaft, endlich diesen Problemkreis anzupacken und mit Hilfe der Fachleute und der Wissenschaft die nötigen Massnahmen zu ergreifen.
Winterthur könnte im Rahmen des Städteverbandes in Bern vorstellig werden. Oder die Behörden könnten die Bevölkerung aufklären, welche Massnahmen Erfolg versprechen, damit dieses informiert über Alternativen diskutieren und Druck auf Bern ausüben könnte. Die Medien versagen leider auf der ganzen Linie. Sie informieren nur über Unfälle und Verbrechen und lassen den Leser in Hoffnungslosigkeit zurück: Man kann ja doch nichts machen! Das ist genau, was die Alkoholindustrie wünscht und mit ihrem massiven Druck auf Behörden, Parlament und Medien auch erreicht.
Welche Massnahmen Erfolg bringen würden, ist spätestens seit der globalen Alkohol-Strategie der Weltgesundheitsorganisation vom vergangenen Mai offiziell bekannt. (Von der Schweiz mitunterzeichnet) Jugendschutzgesetze sind auch dabei, aber wichtiger wäre, die Gesellschaft in die Mitverantwortung einzubinden, sonst passiert gar nichts. Alle Informationen findet man auf www.alkoholpolitik.ch aus Effretikon.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

(ungekürzt veröffentlicht am 26.1.11)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 26. Januar 2011 um 13:16 und abgelegt unter Alkoholindustrie, Allgemein, Eltern, Erhältlichkeit, Jugend, Medien, Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv., WHO globale Alkohol-Strategie, Wirtschaft. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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