Newsletter Juli 2010 – d -
Samstag 31. Juli 2010 von htm
www.alkoholpolitik.ch Newsletter Juli 2010 (per 31.7.10)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
Wir freuen uns, Ihnen den neuen Newsletter unterbreiten zu dürfen und hoffen, dass er für Sie nützlich ist. Wenn Sie Anregungen für Verbesserungen haben, sind wir für Ihr Feedback dankbar, und wir werden deren technische Umsetzung gerne versuchen. Wir haben nur noch wenige Unterteilungen vorgenommen und eine kleine Auswahl mit gekürzten Meldungen getroffen. Mit Hilfe der Links in den Ueberschriften, können Sie die ausführlichere und verwandte Meldung leicht finden. Um den Newsletter weiter zu kürzen, haben wir zwei getrennte Ausgaben nach den Sprachen Deutsch und Englisch verfasst. Wir würden uns über ein Feedback freuen, ob diese Form für Sie nützlich ist. Auf der Webseite finden Sie weitere Kapitel, z.B. Leserbriefe, Interventionen, Zitate. In der englischen Abteilung sind mehrheitlich Artikel notiert, die in der deutschen Version nicht vorhanden sind. Es lohnt sich, auch dort zu stöbern.
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Um das Mail leicht zu halten, verzichten wir auf die pdf-Beilage.
Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
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Begleitbrief Newsletter (e-mail) Juli 2010
In einigen europäischen Ländern ist etwas Bewegung in die Alkoholgesetzgebung gekommen: In der Schweiz hat der Bundesrat den Entwurf für ein neues Alkoholgesetz in die Vernehmlassung gegeben. Interessierte Kreise können nun ihren Kommentar abgeben, darauf wird der Bundesrat eine überarbeitete Fassung dem Parlament vorlegen. Er beschränkt sich auf ein paar Massnahmen gegen den Jugendalkoholismus und verdrängt, dass der gesamte Alkoholkonsum mit den alkoholbedingten Schäden immer noch viel zu hoch ist, wie die eben veröffentlichten Zahlen zeigen und dass die trinkfreudige Erwachsenengesellschaft für die Jugend das schlechte Beispiel abgibt und in die Verantwortung eingebunden werden müsste.
Auch Deutschland hat die neuesten Zahlen herausgebracht. Dabei wurde meines Wissens erstmals eine Zielvorstellung erwähnt: 3 Liter reiner Alkohol pro Erwachsenen. Das mutet utopisch an. Schon ein skandinavisches Niveau wäre eine Halbierung des jetzigen Konsums und ein wunderbarer Erfolg. Wie dies erreicht werden könnte, wurde auch gezeigt: Durch massive Alkohol-Steuererhöhung. Für die schlecht orientierte Öffentlichkeit natürlich eine Horrorvorstellung.
Erwähnenswert ist immerhin, dass verschiedene Gerichte Entscheide fällten, welche für die Alkoholprävention förderlich sind. Von Richtern erwartet man ja auch, dass sie unbeeinflusst urteilen. Leider sind die Legislativen und Exekutiven gegen Beeinflussung nicht gleichermassen gefeit. (Siehe auch den englischen Text dazu.)
Der Monat mit der Fussballweltmeisterschaft in Süd-Afrika ist vorbei. Aber es gibt laufend neue Grossanlässe für übermässigen Alkoholkonsum. Einer von ihnen, die Love Parade in Duisburg, Deutschland, fand ein Ende mit Schrecken: 21 Tote und über 500 Verletzte. Einige der Hospitalisierten standen unter Alkoholeinfluss. Ob die Massenpanik auch unter Alkoholeinfluss zustande kam, wird wohl nicht untersucht werden. Auch die Frage, ob Alkoholinteressen massgeblich dazu gedrängt haben, dass dieses unglaublich unsichere Projekt überhaupt bewilligt wurde, bleibt wohl ungeklärt. The show must go on.
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TOP NEWS
D: Kasten Bier bald 20 Euro? – 30. Juli 2010
Im Kampf gegen Trinksucht und Komasaufen fordern Fachleute drastische Steuererhöhungen für Alkohol! Der Hamburger Wirtschaftsexperte Tobias Effertz bringt u.a. eine Anhebung der Biersteuer von 9 Cent bis auf 1 Euro/Liter ins Gespräch. Ein Kasten Bier würde dann statt 11 Euro rund 20 Euro kosten. Effertz zu BILD: „Die Krankheitskosten durch Alkoholkonsum betragen mindestens 26,7 Milliarden Euro pro Jahr. Steuererhöhungen sind ein sehr wirksames Mittel, übermäßigen Konsum zu stoppen.” (Quelle: Google Alkohol News, 30.7.10) bild.de, 30.7.10 unser Online-Kommentar: Das wäre die beste Methode, um den Konsum zu senken. Die Kritiker übersehen, dass mit den erreichten geringeren Schäden ihre Beiträge an die niedrigeren alkoholbedingten Sozialkosten sinken würden, die heute mehrere hundert Euro pro Kopf und Jahr betragen. Dazu würde die Lebensqualität massiv steigen. …
Pro Kopf-Alkoholkonsum in der Schweiz leicht rückläufig – 30. Juli 2010
Die Bevölkerung in der Schweiz hat im 2009 erneut weniger Schnaps, Wein und Bier getrunken als im Vorjahr. Insgesamt belief sich der Pro-Kopf-Konsum auf noch 8,6 Liter reinen Alkohol – ein Deziliter weniger als im Vorjahr ….. (Quelle: 20min.ch, 29.7.10) news.admin.ch, 29.7.10 Kommentar: Der Rückgang ist minim und mit dem allgemeinen Trend zu gesünderem Leben zu erklären. Die seit den 90er-Jahren vom Staat betriebene Gesundheitsförderung hat praktisch nichts gebracht. Die im neuen Alkoholgesetz nun vorgesehenen Massnahmen sind völlig ungenügend. Sie zielen auf die Jugend ab und vermeiden, die Erwachsenenwelt mit ihrem schlechten Vorbild in die Verantwortung zu nehmen. …
Die Schattenseite der großen Party -27. Juli 2010
Seit 14 Uhr steigt die größte Party der Welt in Duisburg. Hunderttausende feiern fröhlich. Es gibt aber auch viele Jugendliche, die schon stark alkoholisiert sind, darunter viele junge Mädchen.
Zusammengekauert hockt Vanessa auf einem leeren Bierkasten in einem Gebüsch in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofes. …Die 14-Jährige ist sturzbetrunken und nicht mehr ansprechbar. Die ohrenbetäubende Technomusik, die nebenan vom Loveparade-Gelände schallt, nimmt die 14-Jährige nicht mehr wahr. (Quelle: Google Alkohol News, 24.7.10) rp-online.de, 24.7.10 – newsticker.sueddeutsche.de, 26.7.10 – ein Erlebnisbericht. Kommentar: Die Verantwortlichen für die Katastrophe werden nun gesucht. Ob der Alkohol als Mitverantwortlicher zu betrachten ist, wird wohl nicht untersucht. Im Erlebnisbericht heisst es am Schluss: “Und wie immer siegte bei den Entscheidern nicht der Gedanke an das Menschenwohl, sondern die Gier nach Geld. Wieso müssen immer Menschen sterben, damit Missstände aufgedeckt werden?”
Teilweise aus für 24-Stunden-Tankstellenshops in Zürich – 27. Juli 2010
Das Bundesgericht hat die nächtliche Schliessung von sieben Zürcher Tankstellenshops besiegelt. Künftig dürfen die Shops zwischen 1 und 5 Uhr nur noch Benzin und Bistro-Kleinigkeiten verkaufen. BP reagiert scharf. …Nach Ansicht der Richter in Lausanne kann die Mehrheit der Bevölkerung auf Einkäufe nachts zwischen ein und fünf Uhr verzichten, ohne dies als grossen Mangel zu empfinden. …(Quelle: Tages-Anzeiger, 23.7.10 – NZZ, 22.7.10) Kommentar: Wenn eine klare schweizerische Lösung bestehen würde, die den Alkoholverkauf über die Gasse ab z.B. 2O.00 bis 08.00 Uhr generell verbieten würde, würde Rechtsgleichheit bestehen und der Volksgesundheit gedient. …
D: Landwirtschaftsministerin Aigner rettet Schnapssubvention – 14. Juli 2010
Ein deutsches Uraltgesetz fördert Schnapsbrenner mit Millionen. Gegen den Willen Brüssels erkämpft Berlin schon wieder eine Verlängerung. “Merke: Zu viel Alkohol bedeutet nix los in der Hose.” So warnt einer der Slogans auf den Aufklärungsseiten der Bundesregierung. 8,7 Mio. Euro gibt sie jährlich für solche Kampagnen gegen Alkohol und Drogen aus – Peanuts gegen die 80 Mio. Euro, mit denen Berlin die Schnapsproduktion fördert. Gegen alle Widerstände von Ökonomen und Wettbewerbshütern. (Und Public Health Fachleuten, Red.) Und dank des Einsatzes von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner in Brüssel werden die Brenner nun noch weiter gepäppelt. …(Quelle: Google Alkohol News, 14.7.10) aktienboard.com, 13.7.10 Kommentar: Die deutsche Bundesregierung torpediert immer noch die Alkoholprävention.
Temporäres Alkoholverbot in Holland beschlossen – 12. Juli 2010
Die niederländischen Fußball-Fans sitzen rund um das WM-Finale gegen Spanien auf dem Trockenen. Um mögliche Krawalle in Holland zu verhindern, wurde für Sonntag und Dienstag ein landesweites Alkoholverbot in Kraft gesetzt. Auf allen öffentlichen Plätzen, in Bahnhöfen, Zügen, anderen öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Veranstaltungen darf kein Alkohol ausgeschenkt werden. (Quelle: Google Alkohol News, 11.7.10) zeit.de, 10.7.10 Kommentar: Holland macht’s möglich, trotz Heineken.
D: Nächtliches Alkoholverkaufsverbot verfassungsgemäß – 10. Juli 2010
Ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot ist mit dem Grundgesetz vereinbar. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Die Karlsruher Richter bestätigten in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss eine bundesweit bislang einmalige Regelung im baden-württembergischen Ladenöffnungsgesetz.
Seit 1. März darf im Südwesten von 22.00 bis 05.00 Uhr kein Alkohol mehr in Ladengeschäften aller Art sowie in Tankstellen, Kiosken und Supermärkten verkauft werden. Betriebe mit Gaststättenkonzession sind von dem Verbot ausgenommen.
Die Karlsruher Richter halten die Regelung wegen „wichtiger Belange des Gemeinwohls“ für gerechtfertigt. Das nächtliche Alkoholverkaufsverbot diene der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und dem Gesundheitsschutz. Es solle nächtliche Straftaten Betrunkener und exzessiven Alkoholkonsum eindämmen. (Quelle: aerzteblatt.de, 9.7.10)
Bundesverfassungsgericht stärkt den Richtervorbehalt betr. Blutproben – 4. Juli 2010
Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat jetzt nach einer Verfassungsbeschwerde (AZ 2 BvR 1046/08) am 11.06.2010 den Richtervorbehalt bei der Entnahme von Blutproben gestärkt.
Es hatte über einen Fall zu entscheiden, in welchem in einem Ermittlungsverfahren wegen einer Trunkenheitsfahrt das Amtsgericht Schwabach der betroffenen Autofahrerin die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen hatte und das Landgericht Nürnberg-Fürth die gegen den betreffenden Beschluss eingelegte Beschwerde zurückwies. (Quelle: Google Alkohol News, 3.7.10) lawbike.de
Neues Alkoholgesetz: Bundesrat eröffnet Vernehmlassung – 2. Juli 2010
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung von heute Mittwoch die Vernehmlassung zur Totalrevision des Alkoholgesetzes eröffnet. Er legt Entwürfe für zwei neue Gesetze vor: ein Spirituosensteuergesetz und ein Alkoholgesetz.
… (Quelle: Google Alkohol News, 30.6.10) Medienmitteilung / Kurzfassung des Gesetzesentwurfs siehe auch dazu 3 Leserbriefe
Tages-Anzeiger, 30.6.10 / NZZ, 30.6.10 Kommentar: Die Eidg. Kommission für Alkoholfragen (EKAL) hatte zu Handen des Bundesrates ihre Vorstellungen für ein Alkoholgesetz formuliert. Der Vernehmlassungsentwurf des Bundesrates zeigt, dass er lieber auf die Wirtschaft als auf sein Beratergremium hört.
SCHWEIZ
Halbstarke terrorisieren Anwohner in Effretikon, CH – 27. Juli 2010
Die Esso-Tankstelle in Effretikon ist ein nächtlicher Treffpunkt. Die Nachbarn haben genug.
Seit die Tankstelle mit ihrem Shop bis um Mitternacht geöffnet hat, würden sich gerade in den Sommermonaten Nacht für Nacht Jugendliche bei der Tankstelle treffen. Bei offenen Autotüren liessen sie die Bässe dröhnen, würden mit quietschenden Reifen um die Zapfsäulen Slalom fahren und mit überhöhter Geschwindigkeit losrauschen. … (Quelle: Tages-Anzeiger, 22.7.10) Kommentar: Die eigene Stadtpolizei könnte doch bei den Fahrern Alkoholkontrollen durchführen und Verzeigungen wegen Nachtruhestörung vornehmen. Wo klemmt’s denn?
CH: Feuchtfröhlich ohne Alkohol – 19. Juli 2010
Opfikon: Jugendliche feiern in der Badi Bruggwiesen das Sommerfest
Zum sechsten Mal hat das Freibad Bruggwiesen in Opfikon am Freitag seine Pforten zum Sommerfest geöffnet – ab 18 Uhr für alle kostenlos. «Das Sommerfest ist eine Antwort auf das Saufgelage der Schüler nach deren Schulabschluss», erklärt Walti Bickel, Mitorganisator und Jugendbeauftragter der Stadt Opfikon. Mit vereinten Kräften haben die Jugendlichen eine Party auf die Beine gestellt, die ihren Wünschen entspricht. Zumindest fast: Der Alkohol muss draussen bleiben. …(Quelle: Google Alkohol News, 18.7.10) zuonline.ch, 19.7.10
CH: Verkaufsrate bei Testkäufen um 3% gesunken – 16. Juli 2010
Die Eidgenössische Alkoholverwaltung meldet, dass 2009 in 21 Kantonen insgesamt 4500 Testkäufe durchgeführt wurden. Die Alkoholverkaufsrate liegt nun bei 32.6%, 3% tiefer als im Vorjahr. Im Jahr 2000 betrug sie noch 83.5%. (Quelle: Tages Anzeiger, 16.7.10) Kommentar: Ein riesiger Aufwand für nur 3% Verbesserung. Da ist das Risiko für schmerzhafte Strafen noch immer viel zu gering. Nach 10 Jahren müsste die Botschaft beim Verkaufspersonal längst angekommen sein.
Eine Tote nach Bootskollision auf dem Bielersee – 16. Juli 2010
Eine 24-jährige Frau ist bei einem Bootsunfall am Bielersee gestorben. Ein Motorboot hatte das Gummiboot der Frau und ihres Freundes erfasst und die Fahrt ohne anzuhalten fortgesetzt. Auch 4 Tage nach dem Unfall sucht die Polizei fieberhaft nach dem unfallverursachenden Bootsführer. Eine mögliche Ursache sei, dass der Mann unter Alkoholeinfluss oder Drogen stand. Im Gesetz über die Binnenschifffahrt bestehen einige Graubereiche bezüglich Alkohol und Tempo. (Quelle: NZZ, 12./16.7.10)
“Mehr Gewalt durch 24-Stunden-Betrieb” – 16. Juli 2010
Gejohle, Vandalismus und Schlägereien biertrinkender Jugendlicher auf der Strasse – das ist am Wochenende in den Städten Courant normal. Der 24-Stunden-Betrieb führe zu einer Zunahme der Gewaltdelikte, sagt Strafrechtsprofessor Martin Killias.
Tatsache ist: Heute gehen viel mehr Jugendliche als früher in den Ausgang. Und ihr Ausgehverhalten hat sich verändert: Sie verabreden sich oft erst spät, bleiben bis zum Morgengrauen – und trinken zum Teil sehr viel Alkohol. (Quelle: Google Alkohol News, 15.7.10) swissinfo.ch, 15.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Richtig, es ist ein gesellschaftliches Problem. Alle sind mitverantwortlich. Aber nur wer richtig informiert ist, kann auch politisch handeln. Medien und Behörden unterdrücken aber die relevanten Informationen, so dass alles bleibt wie bisher. …
Interview mit Claude Hauser, Verw.ratspräs. Migros – 14. Juli 2010
“Es gibt gute Gründe dafür, dass die Migros heute Alkohol in ihr Sortiment aufnehmen könnte”
Wie viel Duttweiler darf es sein? Wie kein anderer Schweizer Betrieb steht die Migros im ständigen Dilemma zwischen Tradition und Erneuerung. Möglicherweise das Geheimrezept: Soeben wurde der Detailmulti zur beliebtesten Schweizer Marke gekürt. Migros-Verwaltungsratspräsident Claude Hauser über das Alkoholverbot, die Billigkonkurrenz und die Eigenmarkenstrategie. Das Interview:… (Quelle: Google Alkohol News, 12.7.10) persoenlich.com, 12.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Dass von oberster Migros-Stelle immer wieder der Verzicht auf den Alkoholverkauf in Frage gestellt und mit dem Zukauf von Denner, den Tankstellenshops und dem Internet-Händler Le Shop umgangen wird, ist immer noch ein Verrat am Vermächtnis und Ideengut Duttweilers. Dass die Migros in ihren Läden keine alkoholischen Getränke verkauft, ist für die Schweizer Volksgesundheit immer noch von grossem Wert, weil die Erhältlichkeit damit eingeschränkt bleibt. Sicher ist es verlockend, Coop mit Alkohol Umsatz wegzuschnappen, für viele bleibt aber gerade wegen diesem Unterschied die Migros doch die erste Adresse für den Einkauf.
«Das 24-Stunden-Zürich ist eine Tatsache» – 12. Juli 2010
Alkohol, Gewalt, Naivität: Die Wochenenden stellen die Sip Züri vor grosse Herausforderungen. Unterwegs in einer zeit- und schrankenlosen Stadt. Draussen fällt der Regen in Sturzbächen, drinnen fliesst er in Strömen – der Alkohol. Samstagabend, 21 Uhr. Der Hauptbahnhof hat sich ins grösste Jugendhaus der Schweiz verwandelt. Die Stimmung ist aufgeputscht, ein Mix aus pubertierendem Übermut, der leicht ins Aggressive umschlägt. … (Quelle: Tages-Anzeiger, 12.7.10) mit unserem Online-Kommentar: Eine aufrüttelnde Reportage zur Partyszene, die ja zum Standortmarketing der Stadt gehört. Die Zip im Einsatz, die selber sagt, sie wüssten nicht, ob es etwas bringt. Wahrscheinlich eine reine Alibiübung zur Beruhigung des Politikergewissens. Das Übel an der Wurzel zu packen hat man nicht den Mut. Der Tagi vermittelt den Eindruck, man kann ja doch nichts machen, obwohl er es besser wissen müsste.
CH: Politisches Sommertheater – 12. Juli 2010
Die Demokratie funktioniert nicht wohlgeordnet. Sie funktioniert am besten, wenn Überzeugungen und Interessen Unordnung stiften. (Quelle: blick.ch, 11.7.10) Kommentar: Den Präsidenten des Brauereiverbandes hat Frank A. Meyer in seine Überlegungen einbezogen. Wie wäre es, wenn die Presse auch unsere Beiträge zur Unordnung erwähnen würde?
CH: Neue Gesundheitsanpreisung für Bier – 8. Juli 2010
Im Heft “Gesundheitstipp Nr. 7/8 2010 wird nach der Wein/Resveratrol-Anpreisung nun das Bier mit einem neuen angeblich gesunden Wirkstoff hochgelobt: Vom Xanthohumol, in Hopfen enthalten, vermuteten Forscher, er schütze vor Krebs, er könne das Wachstum von Krebszellen bremsen, Knochen schützen, gegen Übergewicht und Diabetes helfen. Alles ohne Belege. In einer Testserie wurde … Kommentar: Eine Zeitschrift, die sich dem Namen nach der Gesundheit verschrieben hat, will nicht merken, dass die sozialen und gesundheitlichen Risiken der Zutat “Alkohol” in allen alkoholischen Getränken eventuell vorhandene Gesundheitsvorteile bei weitem überwiegen. Sie werden nicht einmal erwähnt. …
Plakatkampagne gegen Alkohol am Steuer im Kanton St. Gallen – 6. Juli 2010
Die Arbeitsgruppe für Verkehrssicherheit des Kantons St. Gallen will mit einer Plakataktion die Leute sensibilisieren. Die Polizei wird vermehrt Zufallskontrollen mit Atem-Kontrollen durchführen. (Quelle: St. Galler Tagblatt, 1.7.10)
Gemeinderat will Alkoholszene auf dem Marktplatz bekämpfen – 6. Juli 2010
Der Gemeinderat von Weinfelden hat Sofortmassnahmen beschlossen, um die Alkoholikerszene auf dem Marktplatz zu unterbinden. Dafür hat er u.a. beim Bezirksgericht den Erlass eines Konsumationsverbots für alkoholische Getränke beantragt. Die Massnahmen wurden ergriffen, nachdem sich Mitte Juni 19 Detaillisten in einem offenen Brief über die Alkoholikerszene beklagt hatten. Weitere Massnahmen seien in Vorbereitung, z.B. eine Videoüberwachung. (Quelle: St. Galler Tagblatt, 5.7.10) Kommentar: Sind unter den 19 Ladenbesitzern wohl auch Alkoholverkäufer zu finden?
Testkäufe am Züri-Fäscht: Bedenkliches Ergebnis – 6. Juli 2010
Zwei Drittel der Betriebe verkauften Alkohol an Jugendliche. Die Verantwortlichen werden verzeigt.
Am Samstagabend führten Detektive der Stadtpolizei Zürich in Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz und der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich bei 16 Festwirtschaften und offenen Ständen diverse Alkoholtestkäufe durch. In 11 Fällen bekamen die vier 14- und 15-jährigen Schülerinnen und Schüler problemlos alkoholische Getränke. …. Sämtliche Betreiber seien im Vorfeld der Veranstaltung darauf aufmerksam gemacht worden, dass während des Festes Testkäufe durchgeführt werden. (Quelle: Tages-Anzeiger, 5.7.10) Kommentar: Bei 120 Festwirtschaften sind 16 Stichproben natürlich nicht repräsentativ, das Ergebnis ist trotzdem klar: Das Geschäft lockt zu stark, die Risiken erwischt und gebüsst zu werden, sind zu gering. Auch die Preispolitik ist nicht im Sinne der Volksgesundheit: …
3. Zürcher Alkohol-Tagung für Fachpersonen: “Alkohol & Ritual” – 6. Juli 2010
…für Fachpersonen aus der Prävention, dem Beratungs-, Behandlungs- und Sozialbereich. 30. September 2010, Zürich (13.00 bis 17.00 Uhr)
Thema: “Alkohol & Ritual”. Die Tagung wird von der Zürcher Fachstelle zur Prävention des Alkohol- und Medikamentenmissbrauchs (ZüFAM) organisiert. Infos: ZüFAM, Laura Jucker, Langstrasse 229, CH-8031 Zürich, Tel. +41 (0)44 271 87 23, info@zuefam.ch, www.zuefam.ch. Das Programm (pdf, 3S., 1Mb) ist online erhältlich (Quelle: Infoset Newsletter Juli 2010)
Infoset-Newsletter Juli 2010 – 6. Juli 2010
Infoset bringt Informationen zu allen Suchtfragen vor allem aus der Schweiz. Newsletter bestellen
INTERNATIONAL
Verschärfter Kampf gegen Alkohol am Steuer in Italien – 29. Juli 2010
In Rom hat der Senat eine Reihe von Änderungen in der Verkehrsordnung verabschiedet. Durch gestaffelte Ausschankverbote und Drogentests für Lastwagenfahrer, soll die Sicherheit auf Italiens Strassen erhöht werden. Für Neulenker bis 3 Jahre und Lastwagenfahrer gelten 0,0 ‰. Die Änderungen treten bereits am 1. August in Kraft. (Quelle: NZZ, 28.7.10)
Deutsche trinken zu viel Alkohol – 28. Juli 2010
Deutsche trinken laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) zu viel Alkohol. Zwölf Liter reinen Alkohols trinke der Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren durchschnittlich im Jahr, gesundheitlich vertretbar wären nur drei Liter reinen Alkohols, warnte die DHS am Dienstag in Berlin. … (Quelle: Google Alkohol News, 28.7.10) focus.de, 27.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Seit Jahren kann man jeden Tag über Präventionsmassnahmen lesen, die lokal oder landesweit ergriffen werden. Diese Zahlen zeigen: Sie sind praktisch ohne Erfolg. Die Erklärung liegt nahe: Es sind die falschen Massnahmen, meistens reine Alibiübungen, die niemandem weh tun, vor allem nicht der Alkohollobby….
Setzen Sie als Eltern klare Grenzen! – 28. Juli 2010
Immer mehr Kinder und Jugendliche trinken zu viel, schon die Hälfte der 12-Jährigen hat Alkohol-Erfahrung. Wie sollen Eltern mit dem Thema Alkohol umgehen?
• Bringen Sie Ihre Kinder so spät wie möglich mit Alkohol in Kontakt. Je später sie damit in Berührung kommen, umso größer ist die Wahrscheinlickeit, dass sie Alkohol später nur in Maßen trinken. Quelle: Google Alkohol News, 28.7.10) bild.de, 27.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Diese Ratschläge sind gut. Es gibt aber noch einige andere, die Eltern beherzigen können, wenn sie wirklich wollen. Sie können ihre Kinder in eine Jugendgruppe schicken, die ethische Grundlagen besitzt, am besten natürlich eine Abstinentengruppe. …
Bayern: Alkoholfreies müsste billiger als Alkohol sein – 27. Juli 2010
Eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentrale Bayern zeigt, dass sich nicht alle Gaststätten an die gesetzliche Regelung zur Preisgestaltung bei alkoholfreien Getränken halten. Gastwirte sind verpflichtet, mindestens ein alkoholfreies Getränk nicht teurer als das billigste alkoholische Getränk anzubieten. … Von 50 zufällig ausgewählten Gaststätten in ganz Bayern boten neun das billigste alkoholfreie Getränk teurer an als das billigste alkoholhaltige. (Quelle: Google Alkohol News, 24.7.10) sueddeutsche.de, 23.7.10
Richelsdorfer Gespräch über Aggressivität – 27. Juli 2010
Eine Vielzahl von Untersuchungen zeigt, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und gewalttätigen Handlungen gibt. Das sagte Professor Dr. Michael Klein beim 13. Richelsdorfer Gespräch in der AHG Klinik Richelsdorf. (Quelle: hna.de, 21.7.10) mit unserem Online-Kommentar: Endlich ist der Faktor Alkohol in seiner Bedeutung bei der Gewaltausübung erkannt. Noch vor Jahren wurde ich von Fachleuten angefeindet oder ignoriert, wenn ich auf diesen Zusammenhang hinwies und Konsequenzen forderte. Es ist nötig, dass diese Tabuisierung auch bei der Armutsdskussion und bei der Entwicklungshilfe aufhört….
Krieg in Afghanistan und eine Parallele zum Alkoholproblem – 27. Juli 2010
Die Enthüllungswegseite Wikileaks hat in der Nacht zum Montag über 90’000 brisante und hochgeheime US-Militärdokumente veröffentlicht. Es sind hauptsächlich Meldungen von Truppen aus dem Feld. Die amerikanische New York Times, der britische Guardian und der deutsche Spiegel hatten die Daten früher erhalten und nachgeprüft. (Quelle: Tages-Anzeiger, 27.7.10) Kommentar: Wie würde die Presse reagieren, wenn Enthüllungsjournalisten das Alkoholproblem aufgriffen und dokumentierten, wie die Politik mit der Alkoholindustrie paktiert und die Verbesserung der Situation systematisch hintertreibt? Wahrscheinlich sehr zürückhaltend, weil sie ja selber am gleichen Strick zieht, indem sie die relevanten Informationen unterschlägt.
D: Merkel will Problemen im Gesundheitswesen auf den Grund gehen – 21. Juli 2010
Nach dem monatelangen Koalitionsstreit um die Gesundheitsreform will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Problemen von Ärzten, Kliniken und Kassen intensiver auf den Grund gehen.
Sie wolle sich „in diesem Jahr gern verschiedene Facetten des Gesundheitswesens anschauen, wie ich das vor zwei Jahren bei meiner ‚Bildungsreise‘ gemacht habe“, kündigte Merkel in einem Interview mit der Münchner Illustrierten „Bunte“ an. … (Quelle: aerzteblatt.de, 20.7.10)
mit unserem Online-Kommentar: Sparmöglichkeit: Wenn Frau Merkel die WHO-Resolution zur Alkohol-Strategie vom Mai liest, wird sie massenhaft Möglichkeiten finden, wie im Gesundheitswesen zu sparen ist. Sie müsste nur den Mut haben, diese umzusetzen. Wir alle würden profitieren, auch die Wirtschaft, nur die Alkoholindustrie würde Amok laufen.
D: Nationaler Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige am 21. Juli 2010 – 20. Juli 2010
Auch in diesem Jahr gedenken in über 40 Städten Eltern, Angehörige und Freunde der Menschen, die an den Folgen ihrer Drogenabhängigkeit gestorben sind.
Dazu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: “”Der Gedenktag führt uns das Schicksal jedes einzelnen verstorbenen Drogenabhängigen vor Augen, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Er mahnt uns zugleich, dass noch zu viele Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums sterben. … 1.331 Menschen kamen im vergangenen Jahr durch den Konsum illegaler Drogen ums Leben, dies waren 8 % weniger als im Vorjahr (1.449). (Quelle: Deutsches Bundesministerium für Gesundheit, 20.7.10) Kommentar: 74’000 Menschen starben an der legalen Droge Alkohol. Wird ihner und der andern alkoholbedingten Opfer auch einmal gedacht? Wird für Alkoholopfer auch alles getan in der Prävention und in der Schadensbegrenzung und Behandlung?
D: Politiker wollen Null-Promille am Steuer . 20. Juli 2010
Kein Tropfen Alkohol am Steuer? Immer mehr Politiker fordern die Null-Promille-Grenze für alle – und nicht nur für die Fahranfänger und Fahrer unter 21 wie bisher. (Quelle: Google Alkohol News, 20.7.10) Berliner Kurier, 20.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Leider stimmt der letzte Satz nicht. Hier der Link zur Europakarte mit den verschiedenen Promille-Sätzen.
D: “Der Alk-Radler kippt einfach um” – 18. Juli 2010
Nach einem Bier sollte mit dem Radfahren Schluss sein, meint Olympiasiegerin Sabine Spitz. Wie soll man dann nach Hause kommen, entgegnet die Bundestagslinke Yvonne Ploetz.
Bundestagsabgeordnete Yvonne Ploetz hält nichts von niedrigeren Promillegrenzen für Radfahrer. “Um Alkohol im Straßenverkehr insgesamt entgegenzuwirken, erscheint es sinnvoller, den Ausbau von öffentlichem Nahverkehr zu forcieren”, schreibt die Nachrückerin von Oskar Lafontaine in der sonntaz. …(Quelle: Google Alkohol News, 17.7.10) taz.de, 16.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Als Autofahrer (und Radfahrer) kann ich nur hoffen, dass nie ein Alk-Radler einfach so vor meinem Wagen umkippt. Ich hätte keine Chance und er auch nicht. Da wäre ich doch froh um jede präventive Massnahme, die das Risiko des alkoholisierten Radfahrens verringert.
Prävention gegen den besorgniserregenden Umgang mit Alkohol – 18. Juli 2010
Anlässlich des von der Stiftung Kindergesundheit und der Deutschen Kinderhilfe veranstalteten wissenschaftlichen Symposiums “Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen” referierten und diskutierten namhafte Experten über den Umgang mit Alkohol in der Gesellschaft, insbesondere über den besorgniserregenden Anstieg des Koma-Saufens bei den Jüngsten sowie den unverantwortlichen Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft. …(Quelle: Google Alkohol News, 17.07.2010), dermerkur.de, 16.7.10 (Deutsche Kinderhilfe e.V.) mit unserem Online-Kommentar: Die Deutsche Kinderhilfe sollte sich wirklich deutlich vernehmen lassen. Vor allem auch im Hinblick auf die über eine Million Kinder in Deutschland, die in einer alkoholbelasteten Familie aufwachsen müssen und starkem psychischem Stress ausgesetzt sind. Viele von ihnen werden ein Leben lang nachteilige Folgen erleiden.
Alkohol und Ausraster haben “Braveheart” gestürzt – 16. Juli 2010
Er war einer der erfolgreichsten Schauspieler und ein glücklicher Ehemann. Heute ist “Braveheart” Mel Gibson ein gefallener Held. „Mad Max“ ist Vergangenheit, „Mad Mel“ hat ihn abgelöst. Gut 30 Jahre nach dem apokalyptischen Actionfilm, in dem ein Polizist in einem brutalen Rachefeldzug den Tod seiner Tochter rächt, ist zu fragen, wie viel vom echten Mel Gibson in der Kunstfigur Max Rockatansky steckt. … (Quelle: Google Alkohol News, 15.7.10) welt.de, 15.7.10
Hitzewelle – Finger weg vom Alkohol – 16. Juli 2010
Die österreichische Ärztekammer warnt: Bei heißen Temperaturen um die 35 Grad sollte man keinesfalls zur Abkühlung alkoholische Getränke trinken. Der Kreislauf wird stark belastet, im schlimmsten Fall kann es zu einem Kreislaufkollaps kommen“, sagt der Ärztepräsident in einer Aussendung. Weitere Hitzetipps finden Sie im Artikel. (Quelle: Google Alkohol News, 15.7.10) salzburg.com, 14.7.10
Laufen und Saufen – 16. Juli 2010
Es ist Sommer, es ist Ferienzeit, da trinken selbst asketische Hobbysportler das ein oder andere Bier. Aber dürfen Läufer überhaupt Alkohol trinken? Macht ein Gläschen womöglich sogar schneller? Achim Achilles und sein Team beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Laufen und Trinken. (Quelle: Google Alkohol News, 15.7.10) spiegel.de, 14.7.10 Kommentar: Nur für kritische Sportler zu empfehlen. Wahrheiten, Halbwahrheiten und Ironie sind bunt gemischt. Wesentliche Risiken werden nicht erwähnt.
USA: Ärzte zu nachsichtig mit inkompetenten Kollegen – 16. Juli 2010
Vielen Ärzten fällt es schwer, Kollegen zu melden, die aus körperlichen oder mentalen Gründen nicht mehr in der Lage sind, ihren Beruf auszuüben oder aufgrund einer Alkohol- oder Drogenabhängigkeit ihre Patienten gefährden. In einer Umfrage im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 304: 187-193) gab jeder dritte Arzt an, auf diese Situation nicht vorbereitet zu sein.
… (Quelle: aerzteblatt.de, 14.7.10)
Alkohol in der Politik oder die Gemeinsamkeit der Demokraten – 10. Juli 2010
Vor zwei Jahren wurde in Australien öffentlich die Einführung von Alkoholtests für Politiker gefordert. Eine ganze Reihe von Skandalen aus orgiastischen Weihnachtsfeiern, Minister in Unterhosen, ausrastenden Abgeordneten hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Forderung verhallte, das Problem ist geblieben. …(Quelle: Google Alkohol News, 9.7.10) wir-in-nrw-blog.de, 8.7.10 Online-Kommentar: So viel ich weiss, hatte vor einigen Jahren ein mir bekannter Suchtfachmann einen Beraterauftrag im Deutschen Bundestag. …
D: Alkohol-Testkäufe in Radolfzell: Ergebnis erschreckend – 10. Juli 2010
Eine minderjährige Auszubildende der Stadt hat als Versuchskaninchen in vier von sechs Geschäften hochprozentigen Alkohol erhalten. Sie wurde nicht nach dem Ausweis gefragt. Die Geschäfte müssen nun mit saftigen Bußgeldern rechnen. … (Quelle: Google Alkohol News, 9.7.10) suedkurier.de, 8.7.10
D: Fahrverbot wegen Alkohol rechtfertigt keine Kündigung – 10. Juli 2010
Arbeitgeber dürfen einem als Fahrer angestellten Mitarbeiter nicht fristlos kündigen, wenn dieser aufgrund eines Alkoholverstoßes ein Fahrverbot erhalten hat. Das gilt selbst dann, wenn dieser bereits eine Abmahnung bekommen hatte. Einem Urteil des Arbeitsgerichts Iserlohn zufolge (Aktenzeichen: 1 Ca 1594/08) sind immer noch die einzelnen Umstände zu berücksichtigen. Auf das Urteil weisen die Arbeitsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin. (Quelle: Google Alkohol News, 9.7.10) focus.de, 8.7.10
Alkohol-Verbot in Baden-Württemberg ruiniere Tankstellen – 10. Juli 2010
Eine neue Schock-Studie von Wirtschaftsminister Ernst Pfister (63, FDP) belegt jetzt: Dieses Alkoholverkaufs-Verbot ruiniert die Pächter. Die Untersuchung ergab: Pächter müssen Umsatz-Einbußen zwischen 15 000 und 18 000 Euro jährlich hinnehmen! Die ersten Tankstellen machen jetzt schon nachts zu, viele müssen Personal abbauen. Heiko Schmidt (44) von der Stuttgarter bft-Tankstelle (Balthasar-Neumann-Straße): „Nach 22 Uhr ist unser Laden wie ausgestorben. Viele unserer Stammgäste bleiben weg. Wir mussten sogar eine Mitarbeiterin entlassen.“ (Quelle: Google Alkohol News, 8.7.10) bild.de, 8.7.10 mit unserem Online-Kommentar
D: Tankstellen verlängern Selbstverpflichtung zu Jugendschutz – 8. Juli 2010
Die Tankstellenverbände wollen ihre Bemühungen im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen fortsetzen. Dafür werde der 2009 vereinbarte „Aktionsplan Jugendschutz“ bis Ende 2011 verlängert, teilte die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) am Dienstag in Berlin mit. (Quelle: aerzteblatt.de, 6.7.10) mit unserem Online-Kommentar: Recht hat er. DHS-Geschäftsführer Gassmann sieht völlig richtig. Ohne realistische Ziele und entsprechende Kontrollen kann nicht von Erfolg gesprochen werden. Die Massnahmen müssen alle Tankstellen erfassen und auch dann hängt es noch vom guten Willen der Akteure ab, wie wichtig ihnen der Jugendschutz ist. (siehe auch focus.de, 6.7.10)
European “Children’s voices” on drug and alcohol issues – 6. Juli 2010
Kinderstimmen. Wenn Kinder mit Drogen und Alkohol-Problemen konfrontiert werden: Die Publikation (pdf, 38S., 260Kb) “Children’s voices. Experiences and perceptions of European children on drug and alcohol issues” der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) ist online erhältlich. (Quelle: Infoset Newsletter Juli 2010
Offenburg: Public Viewing ohne harten Alkohol – 6. Juli 2010
Fußballfest ohne Alkoholexzesse? Das funktioniert. “Was wir tun, hat Modellcharakter”, sagt Hugo Haag vom Stadtmarketing in Offenburg, wo beim Public Viewing auf harten Alkohol verzichtet wird. König Fußball regiert: 3500 Zuschauer – wohl hitzebedingt nicht mehr – haben am Samstag auf dem Marktplatz das 4:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien erlebt. Die Stimmung war bestens, Zwischenfälle gab es nicht, die Sicherheitskräfte hatten wenig zu tun während des Spiels. Dass es auf dem Platz keinen harten Alkohol gebe, wirke sich positiv aus: “Bei Vorkommnissen spielt der Alkohol fast immer eine Rolle.” Man habe diese Weltmeisterschaft über aber kaum Zwischenfälle gehabt. (Quelle: Google Alkohol News, 5.7.10) badische-zeitung.de, 5.7.10
Bald kein Alkohol mehr ab 22 Uhr in der Dominikanischen Republik – 4. Juli 2010
Das Innenministerium der Dominikanischen Republik hat einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der den Verkauf von Alkohol ab 22 Uhr verbieten soll, berichtet Hispaniola.eu. Das Verbot soll für den Einzelhandel und für “Colmados” und “Colmadones”, inseltypische Trinktreffpunkte, gelten. Die Kommunalbehörden werden darauf hingewiesen, dass es auch für öffentliche Festivitäten, wie Patronales, gilt. Auch der Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen nach 22 Uhr soll nach Inkraftreten des Gesetzes verboten werden. (Quelle: Google Alkohol News, 3.7.10) nichttrinker.com, 2.7.10
Benefizkonzert “Tag des alkoholgeschädigten Kindes” am 9.9.10 – 2. Juli 2010
In Deutschland werden jedes Jahr 10.000 alkoholgeschädigte Kinder geboren, davon etwa 4.000 mit dem fetalen Alkoholsyndrom (FAS), einer schweren körperlichen und geistigen Behinderung. Um auf die schwer wiegenden Konsequenzen von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft aufmerksam zu machen, wurde auf Initiative von »FAS World« der 9. September zum internationalen Tag des alkoholgeschädigten Kindes erklärt. Anlässlich diesen Tages findet im Rahmen der Kampagne »Na klar…!« am Donnerstag, den 09. September 2010 um 19.00 Uhr ein Benefizkonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche (Berlin-Kreuzberg) statt. … Eintrittskarten …
FORSCHUNG
Alkohol könnte Rheuma vorbeugen – 29. Juli 2010
Sheffield – Wer häufig Alkohol trinkt, erkrankt einer Studie in Rheumatology (2010; doi: 10.1093/rheumatology/keq202) zufolge seltener an einer rheumatoiden Arthritis (RA). Bei den Rheumapatienten selbst war der Alkoholkonsum mit einer verminderten Krankheitsaktivität assoziiert.
Der Rheumatologe James Maxwell von der Universität Sheffield hat 873 Patienten mit RA und 1004 gesunde Kontrollen befragt und untersuchen lassen. (Quelle: aerzteblatt.de, 28.7.10) mit unserem Online-Kommentar: Wieder eine dieser typischen, angeblich alkoholpositiven Studien. Zuerst wird gross das Ergebnis verkündet und im zweiten Teil wird selbstkritisch zugegeben, dass es erhebliche Zweifel gibt. Diese werden aber, wenn überhaupt, nur sehr kurz erwähnt. (Im obigen Artikel besser) Der Alkoholkonsument sieht sich in seinem Trinkverhalten bestärkt, egal wie viel er trinkt. Für die Alkoholindustrie geht die Rechnung auf.
Schon wenig Alkohol erhöht Krebsrisiko bei Frauen – 28. Juli 2010
Egal ob Wein, Bier oder Spirituosen – Eine groß angelegte Alkohol-Studie kommt zu ernüchternden Ergebnissen: Ein bereits mäßiger Alkohol-Genuss ist verantwortlich für das Auftreten vieler Tumoren in Brust, Leber, Enddarm sowie der oberen Verdauungs- und Atemwege. …(Quelle: Google Alkohol News, 28.7.10) welt.de, 27.7.10 mit unserem Online-Kommentar: Ich bezweifle, dass all die Kritiker dieser Studie ebenso ironisch und ungläubig auf die vielen Untersuchungen reagiert haben, die alkoholische Getränke in den letzten Jahren als gesund bezeichnet haben und mit grosser Wahrscheinlichkeit von der Alkoholindustrie angeregt und mitfinanziert worden sind. …
Alkohol ist der häufigste Einweisungsgrund -28. Juli 2010
Exzessives Trinken kommt die Kassen teuer zu stehen. Etwa 55 Milliarden Euro investieren die Kassen pro Jahr in die stationären Behandlungen ihrer Mitglieder. Experten bezweifeln, dass alle Ausgaben gerechtfertigt sind. …Die häufigste Ursache für eine Einweisung sind psychische Störungen. Sie hätten mit 17,2 Prozent aller Diagnosen inzwischen Herz- und Kreislauferkrankungen von der Spitzenposition verdrängt. Vor allem Depressionen in Verbindung mit Alkohol stellten zunehmend ein Problem dar, …(Quelle: Google Alkohol News, 28.7.10) focus.de, 27.7.10) aus: „Krankenhausreport 2010“ der Krankenkasse Barmer GEK (mit unserem Online-Kommentar zu Kommentar)
Alcohol culture in gender zoom – 21. Juli 2010
IOGT International hat eine neue Broschüre aufgelegt, die unsere Alkoholkulturen beschreibt und dabei genderspezifische Aspekte in den Blickwinkel rückt. Die Broschüre (in englischer Sprache) kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden. (Quelle: zeitschrift-rausch.de, 14.7.10)
Schlaganfall: Doppeltes Risiko nach nur einem Drink – 18. Juli 2010
Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist unmittelbar nach Alkoholgenuss besonders hoch. In der ersten Stunde nach dem Drink verdoppelt sich die Gefahr für einen Hirninfarkt. Ein einziges Glas reicht für den potenziell tödlichen Effekt. Darüber berichten US-Forscher in “Stroke: Journal of the American Heart Association”(doi:10.1161/STROKEAHA.110.580092). (Quelle. Google Alkohol News, 17.7.10) netdoktor.de, 16.7.10
Bei Wunsch nach Kindern kein Alkohol – 12. Juli 2010
Schädigt Alkohol in den ersten Wochen der Schwangerschaft? Viele Frauen trinken während den ersten Wochen noch Alkohol, weil ihnen nicht bewusst ist, dass sie schwanger sind. Zumindestens für die ersten zwei Wochen geben Gynäkologen eine Entwarnung. Doch grundsätzlich gilt: Bei Kinderwunsch sollte Alkohol tabu bleiben! (Quelle: Google Alkohol News, 11.7.10) heilpraxisnet.de, 10.7.10
Alkohol in Familien: Der Suff ist vorprogrammiert – 10. Juli 2010
Die Eltern trinken, sind aggressiv und lassen ihre Wut am Nachwuchs aus: Keine schöne Vorstellung, aber bittere Realität. Das Schlimme daran: Die Kinder werden genauso. Schon ab dem dritten Lebensjahr übernehmen sie die Muster. Kinder von Alkoholikern sind laut einem US-Forscher besonders anfällig, in späteren Jahren selber zur Flasche zu greifen.
… (Quelle: Google Alkohol News, 9.7.10) news.de, 6.7.10 unser Online-Kommentar:
Sicher werden nicht alle Kinder, die in einer alkoholbelasteten Familie aufwachsen, die gleichen Verhaltensmuster übernehmen. …
CH: Immer jüngere Komatrinker – 8. Juli 2010
2009 wurden 30 Kinder unter 16 Jahren ins Ostschweizer Kinderspital mit Verdacht auf Alkoholvergiftung eingeliefert, doppelt so viele wie im Vorjahr. Noch vor 10 Jahren waren es maximal 3 Kinder pro Jahr. Der Oberarzt findet die Entwicklung beängstigend. Die Komatrinker erfahren neuerdings eine Nachsorge – mit erfreulicher Resonanz. (Quelle: St. Galler Tagblatt, 8.7.10) Kommentar: Die Kinderärzte könnten sich ruhig ein bisschen für eine bessere Alkoholpolitik engagieren. Dort liegen die Gründe.
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Letzter Eintrag 30.7.2010
Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 31. Juli 2010 um 09:55 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.