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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Leserbrief zu „Ein neues Alkoholgesetz ohne Biss“

Montag 12. Juli 2010 von htm

2.7.2010

Redaktion
Tages-Anzeiger
Leserforum
Zürich

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Leserbrief zu „Ein neues Alkoholgesetz ohne Biss“ vom 1.7.2010

Die Alkoholindustrie wird jedes neue Gesetz, das ihre Interessen für sie negativ tangiert, vehement ablehnen. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation schon vor Jahren erklärt, Alkoholprävention müsse ohne die Beteiligung der Alkoholindustrie geplant und durchgeführt werden.
Dass der Bundesrat dieser Regel nicht gefolgt ist, sieht man nun an dieser schwachen Vorlage, die kaum etwas bringen wird. Nachdem er der WHO-Resolution über eine globale Alkohol-Strategie im Mai in Genf zugestimmt hat, handelt er somit gegen besseres Wissen, und fahrlässig.
Wieder wird nur die Jugend anvisiert, die sich kaum wehren wird. Die Erwachsenengesellschaft soll gemäss Bundesrat Merz ihre Verantwortung weiterhin nicht wahrnehmen. Wenn der Bundesrat behauptet, die meisten Menschen würden heute vernünftig Alkohol konsumieren, stimmt das nur bedingt. D.h. er muss die abstinente Bevölkerung mitrechnen. Bei den Alkoholkonsumenten sind die Gruppen der risikohaften und krankhaften Konsumenten in der Überzahl und sie bestreiten auch weit über 50% des Gesamtkonsums. Diese sind es auch in erster Linie, die durch ihr schlechtes Vorbild die Jugendlichen zu ihrem Risikokonsum verleiten.
Der Bundesrat müsste aber auch dahin wirken, dass die mässig Konsumierenden und die Abstinenten überzeugt werden, dass evidenz-basierte Massnahmen ergriffen werden müssen, um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen. Sie wären die Hauptprofiteure, weil sie mit den geringsten Kosten den maximalen Profit aus einer Verminderung der Alkoholschäden gewinnen würden. Aber ohne eine objektive sachliche Information ist das nicht machbar. Und da hapert es sowohl bei der Regierung wie bei den Medien gewaltig. Dass die Wirtschaftsverbände immer noch die Alkoholindustrie unterstützen, obwohl sie unter dem Alkohol in den Betrieben stark leiden, ist je länger je weniger verständlich. Aber auch die Aktionäre und die KMU-Besitzer sind schlecht informiert.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer, Effretikon
(nicht veröffentlicht)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 12. Juli 2010 um 15:18 und abgelegt unter Alkohol-Testkäufe, Alkoholindustrie, Allgemein, Jugend, Leserbriefe, Neues Alkoholgesetz (CH), Politik, Schweiz, Verhältnis-Präv.. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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