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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Leserbrief zum Service Public des Schweizer Fernsehens

Dienstag 8. Juni 2010 von htm

Redaktion
Winterthurer Zeitung

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Leserbrief zu: Was ist „Service Public“? vom 26.5.10
Nationalrätin Natalie Rickli ist Vizepräsidentin der Aktion Medienfreiheit und zieht recht forsch über die SRG her. Bei einigen Punkten zum Programm kann ich ihre Kritik auch unterstützen, aber mich stört, dass sie nur von freiem Wettbewerb träumt, aber nicht daran denkt, was damit für negative Folgen produziert werden können. Sie will „grösstmögliche Freiheiten (z.B. keine Werbeverbote)“. Dank ihr und ihrer Partei hat das Parlament erstmals in der Geschichte des Schweizer Fernsehens Alkoholwerbung eingeführt. In der heutigen Zeit des Komasaufens eine Dummheit sondergleichen.
Der Medienspezialist Prof. Roger Blum hat am gleichen Tag im Tages-Anzeiger die Medien als vierte Macht im Staat bezeichnet, die massgeblich unsere Politik bestimmt. Eine SRG mit „grösstmöglichen Freiheiten“ würde diese Macht noch mehr missbrauchen, als sie es heute schon tut. Sie ist genau wie die grossen Pressehäuser auch schon unter der Fuchtel der Wirtschaftsverbände, welche gegen ihre eigenen Interessen die Alkoholindustrie unterstützen. Natalie Rickli, ihre SVP und die Aktion Medienfreiheit sind im gleichen Lager. Sie sprechen von Medienfreiheit und helfen mit, die Freiheit der Medien zu unterdrücken, damit das Volk nicht merkt, wie es manipuliert wird, und sich nicht wehren kann. Die Medienfreiheit, die sie meint, raubt der Bevölkerung die Freiheit, sich objektiv orientieren zu können und entsprechend informiert, politisch zu handeln.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Woche an ihrer Generalversammlung in Genf eine historische Resolution für eine globale Alkoholstrategie einstimmig verabschiedet. Darin wird die Bedeutung des Alkoholproblems für uns aufgezeigt und den Mitgliedstaaten die effektiven Massnahmen empfohlen, die sie zur Verbesserung der Situation übernehmen sollten. Die Schweizer Medien haben, offenbar unter dem Druck dieser Alkohollobby, die Bevölkerung darüber nicht informiert. Die Gewalt, welche diese vierte Macht dem Volk antut, ergibt für alle eine verminderte Lebensqualität und die ungefragte Bezahlung an die enormen alkoholbedingten Sozialkosten, ein Leben lang. Auf diesen Service Public würde ich gerne verzichten. Die andern wahrscheinlich auch, wenn sie informiert wären. Unabhängige Informationen dazu findet man bei www.alkoholpolitik.ch.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer
(nicht veröffentlicht)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 8. Juni 2010 um 10:31 und abgelegt unter Alkoholindustrie, Allgemein, Leserbriefe, Medien, Politik, Prominenz, Schweiz, Verhältnis-Präv., Werbung. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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