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Alkoholpolitik und Volksgesundheit

Medikamente gegen Alkoholismus (Leserbrief)

Mittwoch 28. Oktober 2009 von htm

18.10.2009

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Leserbrief zu „Weg von der Flasche“, vom 17.10.09

Es wäre sicher erfreulich, wenn Alkoholismus mit Hilfe von Medikamenten bekämpft oder gar geheilt werden könnte. Nur sollte, wie nach einem klinischen Entzug, die psychologische Therapie folgen. Die Willenskraft wird immer eine Rolle spielen. Die besten Erfolge werden aber erzielt, wenn nach der Therapie direkt anschliessend eine Nachbetreuung in einer Gruppe erfolgt und dann sich die Persönlichkeit in einer Gruppe von Abstinenten weiter entwickeln kann. Das ergibt einen neuen Freundeskreis und Entfaltungsmöglichkeiten. Das von mir 1988 auf Anregung eines Mitarbeiters der Zürcher Alkoholberatungsstelle entwickelte und vom Kanton Zürich aus dem Alkoholzehntel mehrheitlich finanzierte Nachbetreuungs-Projekt läuft immer noch und wird erweitert. Nur sterben die Abstinentengruppen, welche diese anspruchsvolle Betreuungsaufgabe zu leisten imstande sind, langsam aus. Die medikamentöse Behandlung könnte deshalb an Bedeutung noch gewinnen. Damit würde allerdings das Interesse der Pharmaindustrie am florierenden Alkoholhandel noch steigen. Und die Prävention hätte es noch schwerer, wirksame verhältnispolitische Massnahmen durchzubringen.

Freundliche Grüsse
Hermann T. Meyer

(leicht gekürzt veröffentlicht am 22.10.09)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 28. Oktober 2009 um 12:00 und abgelegt unter Abhängigkeit, Alkoholindustrie, Allgemein, Gesundheit, Leserbriefe, Medizin, Rehabilitation, Schweiz. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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